Bewertung von leo56 im Detail
leo56
Rosenheim, Deutschland97%
Da wir bereits um 6.00 Uhr ab Porlamar nach LOS ROQUES fliegen, heißt es zeitig aufstehen. Um 4:30 Uhr steht der Bus zum Airport bereit. Bereits beim Landeanflug, es ist kurz nach 7.00 Uhr, haben wir einen herrlichen Blick auf das Meer und die vielen kleinen Koralleninseln, die wie verlorene Farbtupfer im türkissilbrigen Wasser liegen und sich manchmal aneinander reihen wie eine Kette. Dieser winzige Archipel, der aus 42 cayos (Inseln) und aus über 250 Felsenriffen, Korallen- und Sand-bänken besteht, liegt rund 180 km nördlich von Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, mitten in der Karibik.
Auf El Gran Roque gibt es eine begrenzte Anzahl von Unterkünften, die über eine Vermittlungsstelle im Ort den Urlaubern zugeteilt werden.
Wir werden mit Kaffee empfangen. Das Ganze dauert etwa eine halbe Stunde, dann bekommen wir zunächst in diesem Haus ein Zimmer, in dem unser Gepäck bleiben kann und wir uns etwas frisch machen. Für uns ist ein Katamaran gechartert, der uns einen ersten Eindruck von den herrlichen Inseln bieten wird, bevor wir unser Quartier beziehen.
Nationalpark Los Roques Archipel10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Erholungswert
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Einzigartigkeit
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Der Katamaran bringt uns auch an den folgenden Tagen zu den verschiedenen Inseln der Los Roques. Beispielsweise besuchen wir "Boca de Cuchillo" ,eine Insel, die den Anfang einer halbmondförmigen Inselgruppe bildet. Wir legen an und steigen aus. Das Aussteigen ist für Jeden notgedrungen mit einem Vollbad verbunden. Wir genießen es dann, durch diesen herrlichen Sand zu laufen. Das Wasser ist so klar, dass wir an flachen Stellen alles bis zum Grund erkennen können. Wir sehen z.B. kleine bunte Fische, Schnecken und Seesterne.
Die verschiedenen Farbspiele des Wassers sind faszinierend. Mal erscheint es Türkis, dann wieder grün bis gelb und in tieferen Teilen dunkelblau. Von den 92 auf der Inselgruppe bekannten Vogelarten sind 50 Zugvögel, die im Winter von Nordamerika aus in den NP kommen, da dieser wegen seiner Lage einen idealen Rastplatz mit ausreichenden Nahrungsquellen darstellt. Die Seevögel bilden gelegentlich Schwärme, welche sich mit einem Mal auflösen, nur um sich kurz darauf erneut zusammenzufinden. Es ist wunderbar, sie zu beobachten. Am Liebsten beobachten wir die brauen Pelikane, die immer wieder ins Salzwasser aus hoher Höhe herunterschießen, um einen Fisch zu erwischen. Dabei drehen sie sich immer auf die linke Seite und sind daher als ausgewachsene Pelikane auf diesem Auge blind.
Etwas abseits der Inseln halten wir an einer großen Korallenbank, um zu Schnorcheln.
Jeder bekommt eine Schnorchelausrüstung entsprechend der Schuhgröße inkl. Schwimm-weste. Die Schwimmwesten sind sehr unbequem, aber ohne diese geht es für uns ungeübte Schnorchler nicht. Im Wasser spüren wir, dass das Meer gar nicht so ruhig ist, wie es von oben aussieht. Hohe Wellen lassen uns Wasser schlucken und ich werde an die Korallenbank geschleudert, habe nun wieder eine offene Wunde am Bein und gebe auf.
Der Tourismus wird angeblich streng kontrolliert und die Besucherzahlen sind eingeschränkt. Auch wurde nur dem Bau einiger limitierter Herbergen auf El Gran Roque zugestimmt, damit es nicht zu viele Touristen gleichzeitig werden. Dies geschah mit der Auflage, sich der typischen bunten, einstöckigen Architektur anzupassen. Es ist angenehm, dass nicht so viele Touristen hier sind. Neben uns 6 Personen gibt es eine russische Reisegruppe (20? Personen), die beim Abendessen in dem einzigen Restaurant der Insel negativ auffällt. Sie stürzen sich auf das Buffett und lassen dann die vollen Teller stehen. Wir haben keine Lust uns an der Schlacht zu beteiligen und warten ab, bis sie fertig sind. kein Krümel ist uns geblieben und die gehäuften Teller, die nicht aufgegessen werden, bleiben den Möven. Wir lassen uns den Urlaub nicht vergällen und trinken nebenan in einer kleinen Bar ein Bier. Glücklicherweise sind diese Menschen am nächsten Tag abgereist.
Unsere Unterkunft ist hell und freundlich, auch ohne heißes Wasser fühlen wir uns sofort wohl. Leider können wir in allen drei Nächten fast kein Auge zu tun, da anlässlich der Osterfeiertage (die wir genau erwischt haben) die Nächte durchgefeiert werden. Eine Band mit hoch dimensionierten Lautsprechern bringt uns zur Verzweiflung. Schade.
Wir frühstücken in dem gleichen Restaurant, in dem wir auch unser Abendessen erhalten.
Hier können wir unser Essen mit Blick auf den Strand mit einer Unmenge an Vögeln genießen. Anschließend warten wir wieder auf einen Katamaran, der uns am zweiten Tag beispielsweise zur Insel Crasqui bringt. Die Fahrt ist heute etwas kürzer, um so mehr Zeit bleibt uns auf der Insel. Die weißen Sandstrände, Korallenriffe und das türkisschimmernde Wasser haben schon Kolumbus begeistert, der meinte, das Paradies auf Erden gefunden zu haben.
Die Insel ist auch wieder eine richtige Trauminsel zum Wohlfühlen. Es liegen bereits einige Fischerboote hier. Die Inseln werden noch immer von den Fischern als Unterstell-möglichkeit für Fischereiutensilien genutzt. Früher, so erzählt man uns, habe man hier Pest- und andere unheilbare Kranke mit ansteckenden Krankheiten ausgesetzt und ihnen täglich Nahrung mit Booten gebracht.
Leere Flügelschnecken liegen hier zu Tausenden, aber es ist bei Strafe verboten, auch nur eine einzige mitzunehmen. Es ist eben ein Naturschutzgebiet. Ich habe aber meine Zweifel, ob ein Naturschutzgebiet dadurch wertvoller wird, dass Unmengen von alten Schalen verrotten und das Barfuss-Laufen vergällen.
Über eine Sandbank laufen wir zu einem anderen Teil der Insel und können uns dabei so richtig entspannen. Die Inseln sind ein ideales Revier, um zu Schnorcheln, Tauchen und Fischen. Palmen oder andere grö-ßere Bäume gibt es allerdings fast gar nicht auf den Inseln, wodurch natürlicher Schatten fast nicht zu finden ist. Ohne intensives Einreiben mit hoher Sonnenschutzcreme verbrennt die Haut erbarmungslos.
Unser Mittagessen erhalten wir immer auf dem Katamaran. Bei der Rückfahrt sehen wir von Weitem das Wahrzeichen der Insel, einen Leuchtturm, den einst die Holländer bauten. In Betrieb ging er jedoch nie. Aber El Gran Roque hat drei Leuchttürme.
Diese drei Tge hier auf Los Roques waren ein absoluter Höhepunkt unseres insgesamt fünfwöchigen Venezuela-Urlaubs.