Hoernchen123
Berlin, Deutschland98%
Als ich mich anlässlich meiner Finnland-Reise im letzten Jahr umschaute, was man in Helsinki so alles machen kann, fand ich recht bald den Serena Wasserpark, der auf der Webseite des finnischen Fremdverkehrsbüros beworben wurde. Nach einem Blick auf die Webseite des Serena, www.serena.fi, stand fest...da müssen wir unbedingt hin. Denn es handelt sich, laut Aussage auf der Homepage, um den größten exotischen Indoor-Wasserpark Europas und man sah auch auf vielen Bildern tolle Wasserrutschen und die mochte ich eigentlich immer sehr gern und war in allen Wasserparks immer der Meinung, es gäbe zu wenige Wasserrutschen.
Außerdem sah es auf der Webseite aus, als sei es echt exotisch, mit vielen Pflanzen, außerdem gab es Whirlpools und Schwimmbecken. Es sah schlicht und ergreifend perfekt aus...
Anfahrtsweg, Öffnungszeiten, Preise
Der Serena Wasserpark befindet sich in Espoo bei Helsinki, man ist etwa eine dreiviertel Stunde unterwegs vom Hauptbusbahnhof und zwar mit der Buslinie 339, die immer vom Bussteig 19 losfährt. Eine Fahrt kostet 3,50€ pro Person, zurück kostet es nochmal genausoviel.
Der Busfahrplan ist auf der Webseite des Serena einzusehen und in der Busstation bekommt man an der Information auch Pläne für den Bus.
Das Serena ist rund ums Jahr geöffnet, im Winter ist aber nur der Innenbereich offen. Solange es das Wetter aber zulässt, bleibt auch der Außenbereich des Serena-Wasserparks offen.
Neben dem Wasserpark gibt es im Serena noch eine Kartbahn, die im Sommer offen ist und eine Ski-Anlage, die, logischerweise, im Winter offen ist.
Täglich ab 11 Uhr kann man im Wasserpark planschen und das bis 20 Uhr.
Ein Tagesticket kostet 15 Euro, ab 16 Uhr wird es billiger, da kann man für 11 Euro in den Park. Ermässigung gibt es ansonsten keine, lediglich Kinder unter 4 Jahren zahlen gar nichts.
Unsere Erfahrungen...
Willkommen im Serena....
Kommt man in den Park, nachdem man das Eintrittsgeld gezahlt und ein Armband angelegt bekommen hat, landet man zunächst erst einmal einfach auf dem Gelände und muss sich nun zum großen Haus rüberbewegen, dass sich als Schwimmhalle herausstellt. Das hätte man durchaus besser ausschildern können, denn wir wären ziellos herumgeirrt, hätten nicht die Leute vor uns auch diesen Weg eingeschlagen...
Im Haus angekommen, scheint man in einer düsteren Höhle zu sein, in dieser befindet sich ein Restaurant. Es ist ein SB-Restaurant mit freundlichem Personal und ausgesprochen leckerem Gebäck. Es gibt aber auch noch viel mehr, wie beispielsweise Pommes (Kostenpunkt: 2€), Hühnchen mit Salat (für 6€) oder Lachs für 8€. Also nicht grad billig, aber das ist in Schwimmbädern ja oft so (wohl weil man vom Schwimmen Bärenhunger bekommt und jeden Preis zahlt für was essbares...;)).
Nach dem Restaurant kommt dann ein Shop, wo man teure Serena-Fanartikel sowie Flipflops und Badesachen kaufen kann.
Ist man durch den Laden auch durch, steht man schlagartig im Schwimmbad und nun muss man erstmal nach rechts abbiegen, hinein in die Umkleiden, bei denen nach Männer- und Frauenumkleideräumen unterschieden wird.
Dort drin sieht es ein wenig anders aus als in deutschen Schwimmbädern. Man kann sich nicht allein in eine Umkleide einschliessen, sondern es gibt lange Holzbänke wie früher in der Schul-Turnhalle, neben denen sich alle umziehen und ihre Klamotten dann in die Schließfächer tun (dafür benötigt man ein 2 Euro-Stück).
Danach landet man dann bei den Duschen, die schön warm sind und wo es Seifenspender gibt, was ich als notorischer "im-Schwimmbad-das-D uschbad-Vergesser" sehr praktisch fand.
Und danach geht es endlich los und rein ins Schwimmbad. Wer noch klein und ein Nichtschwimmer ist, bekommt vom Schwimmeister kostenfrei kleine Delfine zum Umschnallen ausgehändigt, die dafür sorgen, dass man nicht untergeht.
Das wichtigste, die Schwimmbecken, Rutschen und mehr
Als wir im Serena dann drin waren, versuchten wir erstmal uns zu orientieren, was nicht ganz einfach ist, weil überall Wasserrutschen, Wasserbecken und Kanäle sind und man erstmal gar nicht weiß, wo man zuerst hingehen soll.
Immerhin, es ist recht warm, ca. 28C soll es laut Homepage ja haben und so fühlte es sich auch an.
Von den Decken kommen Rutschen, aus denen es gelegentlich troft und die so riesig aussehen, dass wir beschliessen, das ganze erstmal aus der Ferne zu begutachten.
Und zunächst harmlosere Rutschen zu testen.
Wir entscheiden uns für eine normale, einfache Rutsche und sausen die hinab in ein sehr flaches Becken. Die Fahrt war zwar rasanter als vermutet, aber ok und wir gehen zu einer geschlängelten Rutsche und sausen abermals in dieses flache Becken, bei dem aufpassen muss, nicht allzu böse mit den Füssen auf den Kacheln bzw. den Kachelecken aufzukommen.
Von diesem Becken aus, schielen wir mal aufs nächste, vor dem schon ein Warnschild steht mit der Aufschrift, dass Nichtschwimmer hier besser nicht schwimmen sollten...Oha...Die Rutsche hier ist kurz, sehr schräg und unter ihr ist erstmal gut einem Meter gar nichts, so dass es einen dann eher im freien Fall ins Wasser katapultiert. Nein, diese Rutsche wird von uns nicht getestet, das stand für uns fest.
Stattdessen gehen wir nun zu dem Becken mit den vielen Wasserfällen, die allerdings so heftig herunterprasseln, dass es nicht mehr so richtig angenehm auf der Haut ist.
Also, ab in den Strömungskanal, der auch Lianenkanal heisst, weil an den Seiten ab und an Schnüre sind, an denen man sich festhalten kann (bzw. könnte, wenn man nicht so schnell rumsausen würde...). Der Kanal ist sehr lang, hat diverse Rutschen und Strudel, so dass man mächtig Schwung drauf bekommt und es mich mehrfach umhaut, ich Wasser schlucke und untergehe. Hilfe! Das Hauptproblem ist, dass ja noch viel mehr Leute anwesend sind, die alle so schnell unterwegs sind, so dass man nicht nur vom Wasser herumgedrückt wird, sondern auch von den Leuten. Man schrabt so mehrfach an der etwas rauen Wand und am ebenso rauen Boden lang, ich denke während ich mich vorm Beinahe-Ertrinken in Strudeln rette, noch an einen Spiegel TV-Bericht über Wasserparks, in dem es hiess, es verlieren öfters mal Leute ihre Fingerkuppen in solchen Rutschen und schaue nach dem sehr rasanten Ende dieser Kanalfahrt ungläubig meine Hände an...alles noch dran!
Also gut, inzwischen entdecke ich bei einem großen Schwimmbecken ein Blinkelicht und das blinkert grad los. Nanu, was bedeutet das? Nach einer Weile des Rätselns stellen wir fest: in dem Becken geht grad das Wellenbad an, was pro Stunde 1x für 15min eingeschaltet wird. Dort kann man dann in den Wellen plantschen. Aber die Wellen sind auch höher und rasanter als in deutschen Schwimmbädern, was zunächst auch noch Spaß macht. Nach den 15min steigen wir aus dem Wasser und fühlen uns fast schon richtig fertig und schlapp...wir hätten doch früher rausgehen sollen...
Nun wollen wir ja auch den Rest des Serena noch austesten. Wir schauen uns mal die 4 großen Rutschen ein. Eine ist grün, steil, hat die Aufschrift 40 km/h und nur wenige brausen herunter. Man bekommt darin auch mächtig Schwung drauf und am Ende wird man in ein kleines, flaches Wasserbecken gefetzt, dass mir wiederum etwas arg flach vorkommt.
Eine weitere große Rutsche endet in einem großen Schwimmbecken. Das ist ja beruhigend. Beunruhigend an dieser Rutsche ist lediglich, dass sie oben offen ist und man Angst haben muss, rauszufallen aus luftiger Höhe, wenn man die Wände hochgedrückt wird...
Die nächste Rutsche sieht fast aus, wie die eben grade, nur dass sie geschlossen ist auf der ganzen Strecke. Sehr beruhigend.
Und dann wäre da noch die Black-Hole-Rutsche, der Stolz des Serena. Eine sehr lange, sehr kurvige und doch steile Rutsche, die komplett schwarz ist und in der es Licht-und Soundeffekte gibt. An der Treppe, die zu ihr raufführt ist ein Schild, dass man Schmuck, Uhren etc. abnehmen soll, bevor die Black-Hole runterbrettert...Wir beschliessen, erstmal zu gucken, wie die Leute aussehen, die da lebend wieder rauskommen und stellen uns an die kleine Felshöhle, in der die Rutsche endet. Kleine, leichte Kinder kommen ruhig angefahren und steigen recht relaxt aus dem Wasser. Erwachsene kommen mit einem Wahnsinnstempo angesaust und plumpsen ins Wasser. Einige kommen der Wand der Felshöhle gefährlich nahe. Daraufhin beschliesse ich, diese Rutsche nicht zu testen, auch wenn die Licht-und Soundeffekte mich interessiert hätten.
Im Indoorbereich gibts nun noch 2 Whirlspools, die so sehr wirbeln, dass man denkt, man sitze im Kannibalen-Kochtopf und nicht in einem Whirlpool. In etwa so warm ist es dort drin auch. Nach 10min klettern wir wieder aus dem Whirlpool heraus, es ist uns zu warm und zu sprudelnd, so dass man darin nicht relaxen konnte, sondern abermals eher geschlaucht wurde.
Der Kinderpool ist auch schön warm und ganz flach. Dort sitzen auch entsprechend viele Kinder drin, eins küsst begeistert die große Plastikmöwe am Rand des Beckens..süß! ;).
Das Schwimmbecken, in dem die eine große Rutsche endet, ist nicht nur ein normales Schwimmbecken, sondern es gibt in dem recht großen Becken noch diverse Duschen und kleine Nischen mit Strudeln. Die Strudel sind nett, wenn auch mal wieder zu stark, die Duschen aber schon eher brutal. Nehmt Euch in acht, wenn jemand in eurer Nähe die Duschen anschmeisst, die sind so heftig, dass man aufpassen muss, dass sie einem nicht auf den Kopf prasseln, denn das tut das fast schon weh :-(.
Außerdem gehts im Innenbereich noch ein weiteres Restaurant mit den gleichen Preisen wie das draussen beim Shop.
Wenn das Wetter es zulässt, was ja in Finnland nicht rund ums Jahr der Fall ist, kann man auch den Außenbereich des Serena nutzen. Als wir im Serena waren, waren draußen 19C und die Leute strömten auch raus. Wir natürlich auch, obwohl mir kalt war, so im nassem Bikini...
Zunächst gelangte man zu einem Schwimmbecken, in das diverse lange Rutschen führten, die zwar recht rasant waren, aber zumindest in einem großen, etwas tieferen Schwimmbecken endeten.
Im Anschluß entdeckten wir die Hüpfburg, die da einfach so in der Landschaft stand. Ich bin noch nie in einer Hüpfburg gesprungen, da in Deutschland immer Schilder dran sind, man dürfte das nur bis 6 Jahren oder so und ich somit immer zu alt war (als ich klein genug war, gabs hier im Osten damals keine Hüpfburgen). Also mussten wir rein bzw. rauf auf die Hüpfburg, kurz darauf gesellten sich ein paar Engländerinnen dazu, die meinten, sie hätten in Großbritannien immer dasselbe Problem, dass sie zu alt sind dafür ;). Die Burg war riesig und rutschig, aber es machte Spaß und meine Neugierde auf Hüpfburgen wurde endlich gestillt ;).
Wer mutig ist und auf den kalten, steinigen und somit pieksigen Wegen herumläuft, findet das tote Meer. Angeblich soll der Salzgehalt darin so hoch sein, wie im Original und man könnte im Wasser schweben. Das klappte bei uns beiden nicht richtig, vermutlich war der Salzgehalt wohl doch nicht so hoch :-(.
Und dann entdeckten wir, neben einem weiteren Kinderplanschbecken, noch etwas auf den ersten Blick tolles...
Nämlich die Ringrutsche...Hier gibts Doppelringe, in die dann zwei Leute gleichzeitig sich hineinsetzen können und dann eine Art Bobbahn durch die Botanik einen Berg runterrasen. Es gibt zwei Bahnen, eine, bei der die Fahrt immer wieder durch kleine Seen mit Strudeln abgebremst wird und wo man immer wieder massive Probleme hat, wieder raus und weiter zu kommen. Und eine Strecke bei der man gleich in einem Rutsch bis hinuntersaust. Wir trauten uns erstmal nur an die mit den Seen heran...
Die erste Fahrt war noch okay, wir rasen zwar mit gewaltigem Tempo und fahren die Wände soweit hoch, dass ich fest dran glaube, jeden Moment mit dem Ring über selbige zu fliegen und in der Grünanlage zu landen. Aber das passiert nicht und wir kommen gut unten an. Da das ganze Spaß gemacht hat, beschliessen wir, nochmal zu fahren. Aufgrund der wahnsinnig hohen Geschwindigkeit weigere ich mich, die noch schnellere Strecke ohne Seen dazwischen zu fahren. Also...nochmal die Strudelsee-Strecke. Diesmal fetzt es uns 2x um, einmal in so einem See, einmal unten beim Ende der Rutsche. Beide Male schlagen wir mit den Ellenbogen aufgrund des flachen Wassers auf den Boden auf, blaue Flecken sind die Folge. Auch wird man beide Male auf mit dem Kopf ins Wasser gedrückt, zum Glück nicht so, dass man auch mit Gesicht aufschlägt, sonst hätten wir vermutlich ein paar Zähne weniger...Aber das war wohl reine Glückssache. Und während der Fahrt fahren wir wieder die Wände gefährlich hoch, diesmal habe ich neben dem "gleich gehts im hohen Bogen in die Büsche"-Gefühl auch das Gefühl, dass wir mit dem Ring umkippen könnten auf der harten, steinernen Strecke mit wenig Wasser. Das hätte gewiss zu schlimmeren Verletzungen geführt. Und Schwimmeister waren weit und breit keine zu sehen, außer am Anfang der Rutsche, von wo man aber bei weitem nicht die ganze Strecke einsehen konnte...
Überhaupt waren Schwimmeister eher selten, ledigleich an der Rutsche mit dem freien Fall, am Wellenbad und oben an den Rutschen im Außenbereich waren welche. An anderen Schwimmbecken waren zwar Stühle, die für Schwimmeister vorgesehen waren, aber das saß keiner bzw. manchmal kleine Kinder, die gewiss keine Schwimmeister waren.
Sauberkeit und exotische Deko
Sauber war es im großen und ganzen schon, sowohl die Waschräume, die Toiletten und auch die Schwimmbecken schienen ok zu sein, sieht man von einem kleinen schwarzen, toten Insekt ab, dass ich 2x im Wellenbad erspähte.
Aber für einen exotischen Wasserpark fand ich die exotische Deko sehr dürftig. Denn sie besteht aus großen Kieselsteinen, die in Beton reingedrückt sind, der Beton ist grün angemalt, die Steine braun, in den Beton wurden, als der noch frisch war, Plastikblumen hineingesteckt. Na toll...Eigentlich wachsen in solchen Wasserparks aufgrund der subtropischen Bedingungen wunderbar Pflanzen, warum muss man das dann so häßlich dekorieren und "bepflanzen"?
Sehr unschön fand ich auch, dass viele Kabel einfach über Putz verlegt wurden und dass es einige Rohre an den Decken gibt, die schon ziemlich rosten. Das könnte man doch mal ausbessern.
Bei der Gelegenheit könnte man auch Treppen und ähnliches etwas rutschfester machen, denn aufgeraut, damit man nicht rutscht, war nur eine Brücke.
Immerhin stehen einem ein paar Liegestühle zur Verfügung, die für etwas Urlaubsfeeling sorgen, vor allem draußen auf den Liegewiesen wird davon bei gutem Wetter sich viel Gebrauch gemacht.
Sauna
Eine Sauna gibt es auch und ist im Eintrittspreis inbegriffen. Sie ist schön in einen großen Fels reingehauen. Da sie aber, wie nahezu alle Saunen in Finnland, für Männer und Frauen getrennt war und wir wenn schon, dann zusammen in die Sauna wollten, sind wir da nicht hineingegangen, auch wenns schön angelegt war und schon von weitem gut roch.
Fazit
Nun ja, wer den Thrill sucht oder aber komplett lebensmüde ist, dem sei der Park wärmstens empfohlen...Es ist zwar endlich mal ein Park mit vielen Rutschen für jeden Geschmack und dann auch noch mit Wellenbad, Whirlpools etc, aber alles ist irgendwie zu heftig, so dass es einen schlaucht und nicht entspannt. Da entschädigten auch die Endophine nix, die ausgeschüttet wurden, wenn man eine weitere Rutschpartie überlebt hatte. Denn beim Rutschen kam bei mir selten wirklich Spaß auf, ich hatte ständig Angst, dass was schlimmes passiert, da mir der Sicherheitsstandard bei weitem nicht so hoch wie in Deutschland vorkam.
Wir waren froh, erst zu 16 Uhr hingegangen zu sein und somit wenigstens nicht den Preis einer ganzen Tageskarte gezahlt haben, denn einen ganzen Tag hätten wir es da eh nicht ausgehalten.
Fotos gibts heute keine, da wir keine Kamera ins Schwimmbad mitgenommen haben. Wer Bilder schauen will, der sollte einfach mal die Homepage des Serena, www.serena.fi anschauen.