Wer nach Florida reist, der erwartet wohl zu recht erholsame Stunden am Meer, ein großes Unterhaltungsangebot und viel, viel Sonne. Und genau das hat der Sunshine-State auch zu bieten: Entlang einer mehr als 13.000 km langen Küste der Halbinsel reihen sich endlos scheinende, weiße Sandstrände aneinander wie die Perlen an der Schnur. Hier kann man Sonnenbaden, Schwimmen, Surfen, Angeln, Wasser- und Jetski fahren, Tauchen, Paragliden und, und. Quasi kein Wassersport, der nicht angeboten wird. Daneben gibt es Meerestierparks, Wasservergnügungsparks, Alligatorfarmen und Naturreservate im Umkreis jeder Stadt entlang der Küste. Es gibt in Florida keinen Punkt, von dem aus man länger als eine Stunde mit dem Auto bis zum Meer braucht. Hinter dem Küstenstrich gibt es aber noch viel mehr zu entdecken. Hier wechseln die Bilder wie in einem Kaleidoskop und so mancher Reisende ist überrascht von der Vielfalt der Eindrücke, die es zu erleben gilt.
Florida und Tourismus
Der Tourismus ist heute Floridas wichtigstes wirtschaftliches Standbein. Dies und die Tatsache, daß sich die Bevölkerung dieses Bundesstaates auch einem multikulturellen Völkermix zusammenstellt, sind dafür verantwortlich, daß Besucher immer gern willkommen sind und man Fremden meist offen und interessiert entgegentritt. Meist wird noch irgendein deutscher Vorfahr gefunden und zumindest ein, zwei Wörter Deutsch gesprochen und schon ist man mitten im Gespräch. Diese Herzlichkeit verpflichtet aber zu nichts. Stattdessen sollte man es wie alle anderen tun und Spaß haben, mitlachen, Sonne tanken, die Natur erleben und das kulinarische Angebot geniessen. Mit einem Wort: Have Fun!!!
Geschichtliches
Vor

etwa 30.000 Jahren begann die Besiedlung des amerikanischen Kontinents über die Beringstraße, die zu der Zeit noch mit Asien verbunden war. Es dauerte aber noch eine geraume Zeit, ehe 8000v.Chr. die ersten Völker die Halbinsel erreichten. Ab 5000v.Chr. entstehen die ersten dauerhaften Siedlungen und 1000v.Chr. ist die ganze Halbinsel besiedelt. Die hier lebenden Menschen ernähren sich vorwiegend von Maisanbau.
1502 wird die Halbinsel von den Spaniern entdeckt und damit ist es mit der Ruhe vorbei. 1513 landen diese in der Nähe der heutigen Stadt
St. Augustine. Die Insel erhält seinen Namen nach dem Tag seiner Entdeckung am Osterfest: pascua florida. 1565 wurde
St. Augustine gegründet und gilt damit als älteste Stadt der gesamten
Vereinigten Staaten. Bis ins 18. Jahrhundert hinein behaupten sich die Spanier in Florida gegen alle Angriffe von Indianern, Franzosen und Engländern und führen die Kolonisation Floridas fort.
1763 geht die Halbinsel im Tausch gegen
Kuba an die britische Krone über und die überlebenden 200 Ureinwohner, von ehemals 10.000, werden nach
Kuba deportiert. 1776, im Unabhängigkeitskrieg, kämpft Florida auf britischer Seite und 1781 setzen sich erneut die Spanier im Nordwesten des Landes fest. Dies tauschen sie 1793 gegen die
Bahamas ein.
1819

fällt Florida an die USA und 1822 wird es offiziell US-Territorium. 1845 wird es der 27. Bundesstaat der USA, ehe 1861 der Wechsel zu den Konföderierten Staaten erfolgt und der Bürgerkrieg ausbricht, in dessen Verlauf auch der Norden des Landes mit einigen Schlachten überzogen wird. 1865 kapitulieren die Südstaaten und 1868 wird Florida wieder in die Union aufgenommen.
Seitdem macht das Land nur noch Schlagzeilen in wirtschaftlicher Hinsicht und bei Naturkatastrophen oder spielt eine unrühmliche Rolle bei gewissen Präsidentenwahlen. Wen wunderts, wenn man weiß, dass der derzeitige Gouverneur Jebb Bush heißt.
Zahlen und Fakten
Allgemein
Florida

ist der südlichste Staat des amerikanischen Festlandes und erstreckt sich zwischen dem 24. und 31. Grad nördlicher Breite. Das entspricht etwa der Lage von
Ägypten zwischen
Luxor und
Alexandria. Dabei liegt der weitaus größte Teil des rund 94.240 km² großen Bundesstaates auf einer rund 800km langen Halbinsel, die im Osten vom Atlantik, im Süden vom karibischen Meer und im Westen vom Golf von Mexiko begrenzt wird. Durch diese meerum- schlungene Lage liegt kein Ort weiter als 100km von einer der Küsten entfernt. Von dieser über 13.000km langen Küstenlinie sind ca. 1.800km Sandstrand. Florida zählt rund 14,4Mio. Einwohner.
Klima und Zeitverschiebung
Florida ist ein ganzjähriges Reiseziel, wo feuchtes, tropisch warmes Meeresklima vorherrscht. Der Bundesstaat ist einer der regenreichsten des Kontinents - was an der übigen Vegetation deutlich wird. In Südflorida, auf der Höhe von
Miami und
Naples, liegen die Tageshöchsttemperaturen im Januar bei 23°C und im Juli durchschnittlich bei 31°C. Dementsprechend sind die Wassertemperaturen von etwa 22°C im Januar und 28 bis 30°im Hochsommer, wobei der Golf von Mexiko in der Regel 2° wärmer als der Atlantik ist. Die Zeitverschiebung gegenüber der mitteleuropäischen Zeit beträgt -6 Stunden.
Hurrikane
Erwähnung finden sollte auch die wohl berühmteste Klimaerscheinung Floridas, der Hurrikan. Diese tropischen Wirbelstürme entstehen in der sogenannten "Hurricane season", welche von Juli bis Oktober dauert. Deshalb muß man in diesen Monaten immer mit einigen regnerischen Tagen rechnen. Aber nur selten, alle paar Jahre zieht ein schwerer Hurrikan auch wirklich quer über die Insel.
Florida und seine Regionen
Der wahrscheinlich schönste Pfannenstiel
Was das mit Florida zu tun hat? Dann sollte man sich auf der Karte diesen Bundesstaat mal anschauen und wird sicher erkennen, warum der Nordwesten Panhandle, also Pfannenstiel genannt wird. Wie aufgehängt an diesem schmalen Streifen Land erscheint der Rest des Bundesstaates - verbunden mit dem Rest des Kontinentes durch diesen Griff.
Europäer verirren sich nur selten hierher und so findet man noch verträumte Fischerdörfer und ausgedehnte Strände. Die Gegend wirkt manchmal wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Man findet alte Herrenhäuser aus der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg und märchenhaft schöne, von spanischem Moos verhangene Alleen. Schlachtfelder und Forts aus den Zeiten des Bürgerkrieges und der Kolonisation sind hier ebenfalls zu finden.
Empfehlenswert für einen Besuch ist die Hauptstadt von Florida,
Tallahassee - der heimlichen Hauptstadt. Denn selbst viele Floridaner wissen nicht, dass nicht
Miami oder
Tampa, sondern dieses kleine, verträumte Nest ihre Hauptstadt ist, eben genau zu diesem Zweck gegründet.
Es gibt eine ganz interessante Geschichte, wie es zur Gründung dieser Stadt kam. 1823 sandte man nämlich Vertreter der zwei um den Status der Hauptstadt rivalisierenden Städte
Pensacola und
St.Augustine aus, um dort, wo sie sich treffen, die neue Hauptstadt zu bauen. Der Ort des Zusammentreffens sollte das Südufer des Lake Jackson sein und ein Name ward auch schnell gefunden - da der Platz bei den Indianern "talla hassee" hieß, was altes Haus bedeutet.
Tallahassee ist übrigens die einzige Hauptstadt der Konföderierten, die im amerikanischen Bürgerkrieg nicht von der Union eingenommen werden konnte. Heute ist es still geworden um die kleine Hauptstadt - man lebt in relativem Wohlstand und weit weg vom Moloch
Miami mit all seinen Problemen in einer parkähnlichen Landschaft mit schönen Seen und Wäldern. Empfehlenswert ist ein Besuch der Besucherterrasse des höchsten Gebäudes der Stadt, dem
Florida State Capitol. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Umgebung.
Zwei kleine Orte, die zu einem Zwischenstopp einladen, sind
Panama City und
Panama City Beach. Die Orte bieten schneeweiße Strände am Golf vom Mexico und sind kaum überlaufen, außer von Mitte März bis Mitte April, denn dann kommen mehrere hunderttausend Studenten aus der ganzen USA, um dort den Spring Break zu feiern. Die beiden Orte zeichnen sich durch elegante Eigentumswohnungen, erstklassige Urlaubsvermietungen, Restaurants, Geschenkläden und Golfplätze aus.
Ein weiterer Ort ist
Pensacola. Auch wenn der Ort nichts weiter zu bieten hat, so locken doch die Ziele in der Umgebung.

So findet man hier mehrere Forts in der Umgebung und den
Gulf Islands National Seashore. Die Gewässer und vorgelagerten Inseln mit ihrer Ökologie sind geschützt und es darf quasi nicht gebaut werden. Abends kann man u.a. in den
McGuire's Irish Pub gehen. Man gibt dem Wirt einen Dollar und bekommt dafür eine Schwarz-Weiß-Kopie von diesem. Auf dieser Kopie kann man seinen Namen und einen Gruß hinterlassen und der Schein wurde dann im Lokal aufgehängt. Die ganze Decke ist mit diesen Scheinen dicht behangen.
Deep South
Verlassen wir den Panhandle und begeben uns auf unserer Reise Richtung Südost. Wer die Tage des "Good old south" erleben möchte, ist hier genau richtig und muß nicht unbedingt nach
Georgia reisen. Der Deep South erstreckt sich von der Grenze zu besagtem Bundesstaat bis fast nach
Orlando. Städte wie
Jacksonville und
St.Augustine sind nur zwei der zahlreichen Städte, die ihr historisches Erbe nur zu gerne präsentieren. Angesichts der historischen Schlachtfelder, ausgedehnten Plantagen und prachtvollen Antebellum-Villen fühlt man sich unwillkürlich in die Zeit von "Vom Winde verweht" versetzt.
Jacksonville liegt an den Ufern des St. Johns River, welcher einer der wenigen Flüsse weltweit ist, der von Süd nach Nord fließt. Die Stadt ist die flächenmäßig größte Stadt der Vereinigten Staaten bei nur ca. 600 000 Einwohnern. Bekannt ist die Stadt unter anderem durch ihr
Football- Team und durch die
Anheuser Bush Brewery, eine der größten Brauereien der USA. Sehenswert ist vor allem der
Zoo der Stadt, der weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Die
Friendship Fountain ist einer der größten Springbrunnen der Welt und schießt seine Fontaine bis zu 40 m hoch.
Nur

75 km entfernt, aber zum größten Teil auf dem Boden von
Georgia, befindet sich das
Okefenokee National Wildlife Refuge - ein riesiges, über 2.000 km² großes Naturschutzgebiet mit Bären, Kranichen und Alligatoren. Der
Okefenokee Swamp Park wird auch als "Land der zitternden Erde" bezeichnet. Der Sumpf ist eines der größten zusammenhängenden Feucht- gebiete der
USA. Besonders reizvoll ist eine Tour mit dem Kanu, man sollte aber einen Mückenschutz nicht vergessen. Wer von einer Bootstour nicht so begeistert ist, kann die Sumpfwelt auf Bohlenwegen oder mit Hilfe eines Aussichtsturmes kennenlernen.
St.Augustine ist,

wie erwähnt, die älteste ständig bewohnte Siedlung auf amerikanischen Boden. Und die Stadt ist ein wahres Kleinod. Leider fielen im späten 18. Jahrhundert dem einsetzenden Bauboom viele historische Gebäude zum Opfer, aber noch heute begeistert die Stadt mit ihrer Schönheit. Man könnte sich ins 17., 18. oder 19. Jahrhundert versetzt fühlen, wären da nicht die umher- schlendernden Touristen. Zu- nächst sollte man aber einen Parkplatz finden - am besten beim Visitor Center, den die Parkplätze sind knapp und das Gesetzesauge streng. Aber der historische Kern der Stadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden und große Teile sind eine Fußgängerzone.
Kernstück

der historischen Altstadt ist der Plaza de la Constitucion, umrahmt von 4 Straßen. Hier fand früher neben dem Wochenmarkt der Sklavenmarkt statt. Im Osten des Platzes findet man die Rekonstruktion eines Marktes aus den frühen 19. Jahrhundert. Überragt wird der Platz von einer Kathedrale, die als älteste katholische Gemeindekirche der amerikanischen Nation gilt. Weitere sehenswerte Gebäude sind das
Flagler College und das
Lightner Museum. Direkt am Plaza beginnt das
Spanish Quarter. Hier tragen die Bewohner und Verkäufer historische Trachten, kann man in spanisch anmutenden Schenken essen

und alten Handwerkskünsten zuschauen. In Teilen des spanischen Viertels verkehren nur Pferdekutschen und wer nicht mehr laufen kann oder will, kann sich von diesen durch die Gegend fahren lassen. Man sollte sich auf jeden Fall reichlich Zeit für einen Besuch des spanischen Viertels nehmen - es gibt soviel zu sehen und zu entdecken, so unter anderem das
älteste Haus der Vereinigten Staaten. Ebenfalls einen Besuch wert ist das alte
Castillo de San Marcos National Monument - eine Festungsanlage, mit deren Bau die Spanier bereits 1672 begannen und das allen Belagerungen widerstand. Zusammen mit dem 14 Meilen von St. Augustine entfernten
Fort Matanzas National Monument diente es dem Schutz der Stadt.
2 Autostunden

nördlich von Tampa befindet sich das verschlafene Örtchen
Crystal River. Über 100 Quellen speisen hier die Bucht und bilden den
Crystal River Preserve State Park. Dieser Ort ist vor allem bei Tauchern und Naturfreunden bekannt, denn hier findet man noch die seltenen und vom Aussterben bedrohten Manatees, schwergewichtige Seekühe, das Staatstier von Florida. Diese gutmütigen, sanften und vor allem neugierigen Riesen begleiten häufig einen Tauchgang und ziehen sich im Winter aus dem Meer zu den wärmeren Quellen zurück. Das wird ihnen leider oft zum Verhängnis, denn immer wieder werden Tiere durch Schiffe schwer verletzt.
25km von
Crystal River liegt Homosassa Springs, eine weitere Quelle, die Tausenden von Süß- und Salzwasserfischen eine Heimat bietet. Ein Unterwasserobservatorium bietet einen optimalen Blick. Hier findet man auch den Homosassa Springs Wildlife State Park, wo u.a. kranke und verletzte Seekühe gepflegt werden.
Vielleicht ist es ja einigen Florida-Besuchern schon aufgefallen, dass einige Autos Nummernschilder mit einem Manatee darauf haben. Diese Plattes können käuflich erworben werden und die Einnahmen kommen dem Schutzprogramm dieser Tiere zugute.
Hier regiert die Maus
Das könnte man über den nächsten Punkt unserer Reise quer durch Florida sagen. Denn wir verlassen den "Tiefen Süden" und kommen nach "Zentralflorida". Und erreichen zuerst die Welthauptstadt der Vergnügungsparks.
Die

meisten Besucher, die nach
Orlando kommen, haben in Wirklichkeit
Orlando nie gesehen. Klingt paradox, ist aber so. Wenn man Touristen fragt, wo sie in
Orlando überall waren, erfährt man meistens, dass diese Leute zwar den
International Drive und alle möglichen Vergnügungsparks besucht haben, aber nie selbst in der Stadt waren, die den Namen "City beautiful" trägt. Dieser Name kommt von den vielen Parkanlagen und Seen, die sich im Stadtgebiet befinden. Erwähnenswert ist besonders der
Lake Eola Park mit wunderbaren alten Eichen und einem großen Springbrunnen, welcher nachts angestrahlt wird. Ein weiteres Highlight der Stadt ist
Church Street Station, ein ehemaliges Eisenbahndepot, welches zum Unterhaltungs- und Einkaufszentrum umgebaut wurde. Ein Streifzug durch die verschiedenen Clubs lohnt sich auf jeden Fall. Die Eintrittskarte öffnet die Türen zu jedem Club, egal ob Dixieland mit tanzenden Cancan-Girls, Westernmusik etc.
Südwestlich

von
Orlando befindet sich der
International Drive. Hier konzentrieren sich die meisten Touristenattraktionen
Orlandos sowie die Touristen- hotels. Dementsprechend ist auch das Angebot an Rest- aurants und Factory Outlets wie der
Belz Factory am nördlichen Ende des
I.-Drive und der
Premium Outlet genau in der entgegengesetzten Richtung. Auch für die Unterhaltung ist gesorgt durch diverse Freizeit- einrichtungen wie Dinner-Shows, Wasserparks, Minigolf-Plätzen etc. Der
Wasserpark Wet'n Wild bietet Spaß für die ganze Familie, vom gemütichen Wasser-Ride mit Reifen bis hin zur nahezu senkrechten Rutschbahn.
Natürlich

dürfen die großen Unterhaltungsparks nicht fehlen. So findet man hier das riesige
Walt Disney World Resort mit seinen 4 großen Vergnügungsparks
Magic Kingdom,
EPCOT,
den Disney-MGM Studios und
Animal Kingdom. Diese sind so groß, dass man für einen Park einen Tag einplanen sollte. Daneben gibt es noch
Sea World und auch Universal Escape ist mit den Themenparks
Universal Studios und
Islands of Adventure vertreten. Neben diesen Parks gibt es riesige Wasserparks wie den
Blizzard Beach Water Park, die zum Baden und Erholen einladen.
Südlich von
Orlando liegt
Kissimmee. Hier ist das Head-Quarter von Tupperware. Außerdem ist der Ort das Zentrum der Rinderzucht in Florida - dementsprechend findet man ausreichend sehr gute Steakhäuser hier. Erwähnenswert an
Kissimmee wäre noch "Celebration" - Disneys eigene kleine Stadt. Ein Bummel hier ist ganz nett, aber das war es auch schon.
Nur

eine Autostunde östlich von
Orlando trifft direkt an der Atlantikküste High Tech und Naturschutz zusammen - im
Kennedy Space Center. Denn der Weltraumbahnhof der
USA ist eingebettet ins Naturschutzgebiet von Merritt Island. Immer mehr vom Aussterben bedrohte Tierarten fanden und finden hier Zuflucht, so dass die Sümpfe und Lagunen sogar zum größten Naturschutzgebiet im Osten der
USA erklärt wurden, eben dem
Merritt Island National Wildlife Refuge. Heute leben in dem 56 700 ha großen Sperrgebiet und dem angrenzenden
Canaveral National Seashore u. a. Alligatoren, Gürteltiere, Seekühe und rund 260 Arten von Wasservögeln. Auf dem 7 Meilen langen

Blackpoint Wildlife Drive kann der Besucher viele dieser gefärdeten Tierarten erleben. Einen Besuch im
Kennedy Space Center sollte man hier auf keinen Fall verpassen - am besten, man nimmt an einer Rundfahrt teil. Diese ist absolut interessant. Auch ein Besuch des IMAX-Kinos lohnt sich - die Leinwand ist mehrere Stock- werke hoch. Bei Raketenstarts wird die Zufahrt zur Insel gesperrt. Ein idealer Punkt zur Beobachtung dieser ist die Strandpromenade von
Cocoa Beach. Aber nicht nur deswegen lockt der Ort. Surfer finden hier einen der besten
Surf-Shops (Ron Jon's) und der Ort bietet hervorragende Restaurants.
Fährt man mit dem Auto von
Orlando eine Stunde nach Westen, erreicht man die Tampa Bay mit ihren beiden ungleichen Geschwisterstädten
Tampa und
St. Peterburg.
Tampa ist

eine kleine, nur 300.000Einwohner große Stadt. Und dennoch ist es eine Metropole. Der
Internationale Flughafen steht seit Jahren in der Beliebtheitsskala der besten Flughäfen der
USA ganz weit oben, die Skyline ist beeindruckend, die Wirtschaftskraft enorm und der Strom der Zuwanderer nimmt nicht ab. Und es sind nicht die Armen, die hierher kommen, eher die wohlsituierten Familien und Rentner aus allen Teilen der
USA. Diese bringen natürlich auch eine enorme Kaufkraft mit. Hier kann man noch kubanischen Zigarrendrehern bei der Arbeit zuschauen und entsprechend auch kaufen. Genauso sehenswert sind die schönen Gärten, Innenhöfe und historischen Ziegelbauten. Sportbegeisterte kommen hier auch auf ihre Kosten - sei es beim Eishockey oder beim Football.

Ein Besuch eines Spiels der Tampa Bay Buccaneers im
Raymond James Stadium ist ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis. Und natürlich darf
Busch Gardens nicht vergessen werden - ein Muß für die meisten
Tampa-Besucher. Dies ist ein Vergnügungspark und ein zoologischer Garten in einem und wurde von der Anheuser-Busch Brauerei ins Leben gerufen. Hier stehen auch die rasantesten Achterbahnen Floridas. Ein Schwerpunkt des
Busch Gardens liegt auf der möglichst freizügigen Haltung und Präsentation der Tiere. Hier leben mehr Tiere als in jedem anderen Zoo der
USA, wobei Käfighaltung so gut wie unbekannt ist.
Reizvoll

ist
Ybor City. Dies ist eine Stadt in der Stadt und erstreckt sich auf über 5km² Fläche. Ähnlich wie in
Miami, so ist auch in diesem Stadtteil der spanische Einfluß unübersehbar, denn hier leben sehr viele Kubaner. Der Name leitet sich von einem kubanischen Zigarren- fabrikanten ab, der in dieser Gegend im 19. Jahrhundert riesige Tabakplantagen besaß und Zigarren produzierte. Zu dieser Zeit war
Ybor City die Zigarrenhauptstadt der Welt. Heute findet man hier wieder lebenslustiges kubanisches Flair mit vielen kleinen Restaurants, Bars, Jazzkneipen und Geschäften, nachdem das Viertel schon halb verfallen war und aufwendig restauriert wurde. Kurz und knapp -
Ybor City ist das Vergnügungsviertel
Tampas.
In
St. Peterburg dreht sich fast alles um Urlaub. Hier ist das Angebot an Wassersportmöglichkeiten praktisch unbegrenzt. Aber nicht nur wasserseitig ist genug geboten. Die Stadt verfügt über eine große Anzahl an Parkanlagen und Grünflächen - bei jeder Bauunternehmung muß ein bestimmter Prozentsatz der erschlossenen Fläche als Park oder Grünanlage erschlossen werden. Die markanteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist sicherlich
"The Pier" - ein Einkaufs- und Erlebniszentrum in Form einer fünfgeschossigen, auf den Kopf gestellten Pyramide am Ende einer 700m langen Pier. Ein
Aquarium ist hier ebenfalls zu finden. Neben der Tatsache, das
St. Peterburg als das Rentnerparadies schlechthin bekannt ist, sorgt noch ein Museum für die Bekanntheit - das
Salvatore Dali Museum.
Langsam verlassen wir Zentralflorida und nähern uns den
Everglades, nicht aber, bevor wir noch der Sunshine Skyway Brigde einen kurzen Besuch abstatten. Diese Brücke ist ein absolutes Muss für jeden Tampa-Urlauber, auch wenn die Benutzung der Brücke gebührenpflichtig ist. Die Brücke wurde gebaut, nachdem ein Tanker bei dichtem Nebel die alte Brücke gerammt hatte und 35 Menschen in den Tod gerissen hat. Die Brücke hat eine Länge von 4,1Meilen und ist 19 Stockwerke hoch.
Baden verboten
Noch zu Zentralflorida gehörend, soll der nächsten Gegend ein eigenes Kapitel gewidmet werden. Dieses Areal fängt am Lake Okeechobee an. Dieser See ist 3x so groß wie der Bodensee, aber mit durchschnittlich 4m Tiefe sehr flach. Der Name bedeutet "Großes Wasser". Dieser See speist die
Everglades mit Wasser - zumindest solange, bis man begann, das Wasser in Kanälen abzuleiten und für die Bewässerung zu nutzen. So drohten die
Everglades auszutrocknen und 95% des Wasservogelbestandes waren verschwunden, ehe man den Fehler erkannte und versuchte, zu retten, was zu retten ist.
Von diesem See aus ziehen sich endlose und unberührte Sumpfgebiete, in denen es unzählige Moskitos gibt. Hier sollte man auf keinen Fall ein gutes Mückenschutzmittel vergessen und lange Kleidung tragen. Diese Sümpfe gehen in den Big Cypress National Preserve über. Ein Drittel dieses Sumpfgebietes ist mit über 30m hohen Zypressen bewachsen.

Dieses Gebiet sichert den Frischwasserzufluss für die
Everglades und bietet zahlreichen Alligatoren, Bären und vom Aussterben bedrohten Florida-Pumas eine Heimat. Leider wird dieses Gebiet durch zwei wichtige Verkehrsadern zerschnitten. Zum einen führt die mautpflichtige Alligator-Alley durch das Gebiet, zum anderen der Tamiami Trail. Hier findet man auch das kleinste Postamt der Welt. Diese beiden Straßen schnitten früher ebenfalls die
Everglades vom Frischwasser ab, ehe die Konstruktionen so verändert wurden, dass eine Wasserversorgung gewährleistet ist. Sollte man auf beiden Straßen eine Panne haben, dann bitte nur die Motorhaube öffnen und ansonsten im Wagen bleiben. Die Strassen werden aus der Luft überwacht.
Die
Everglades, von der UNESCO zum International Biosphere Reserve ernannt, sind eines der erstaunlichsten Wunder dieser Welt. Auf Tausenden von Quadrat- kilometern herrscht eine Sumpfwildnis, die unzähligen Tier- und Pflanzenarten zur Heimat wurde, die anderswo schon längst ausgestorben sind. Endlos weite (ever) mit Gräsern bewachsene, offene Flächen (glades) bilden diesen Park, den die Indianer sehr treffend "Pa-hay-okee" nannten, den Fluß aus Gras, den das Wasser steht in diesem Sumpfgebiet nicht, sondern fliesst unendlich langsam von Norden nach Süden, da zwischen Lake Okeechobee und der Küste nur ein Höhenunterschied von 5 Metern besteht. So sind die
Everglades der breiteste (ca. 80km), der flachste (ca. 15 cm) und der langsamste Fluß des amerikanischen Kontinents. Derzeit läuft ein großes Öko-Sanierungsprogramm, welches die
Everglades wieder zu dem machen soll, was sie einmal waren. Ein Puzzle unterschiedlicher Biotope, in dem Alligatoren, Krokodile, Manatees, Weißkopfseeadler, Florida-Puma etc. eine Heimat finden. Übrigens sind die
Everglades weltweit das einzige Areal, wo Alligatoren (diese lieben Süßwasser) und Krokodille (welche das Mischwasser der Küstenregionen bevorzugen) gleichzeitig vorkommen.
Was

wäre ein Besuch der
Everglades ohne eine Fahrt mit dem Air-Boat oder dem Kitzel einer Alligatoren-Show? Am Tamiami-Trail findet man zahlreiche Anbieter von Air-Boat-Touren und
Alligatoren- farmen. Die schnellen, aber sehr lauten Propellerboote dürfen nur außerhalb des offiziellen Nationalparkgeländes fahren und nur Indianer haben das Recht, sie durch die Sümpfe zu steuern. Der Nationalpark besitzt 3 Zugänge. Westlich von
Homestead (sw von Miami) liegt der Haupteingang. Dort findet man das Main Visitor Center, in dem man wertvolle Informationen erhält. Von hier aus können Touren unterschiedlichster Länge unternommen werden und auf den Trails werden die einzelnen Naturregionen besonders erklärt. Ein zweiter Zugang liegt am Tamiami-Trail. Von
Miami kommend, ist dies der nächste Zugang in einer Entfernung von 50km. Empfehlenswert ist hier ein Besuch des Aussichtsturmes, der einen großartigen Rundblick bietet. Der dritte Zugang liegt bei Everglades City an der Golfküste. Sehr interessant sind hier die Bootstouren durch den Mangrovendschungel.
Goldcoast
Den Namen erhielt diese Küste von den zahlreichen Schiffen der spanischen, französischen und englischen Krone, die hier mit ihrer kostbaren Fracht sanken. Heute haben sich hier die Reichen und Schönen niedergelassen. Und geniessen die Sonne Floridas in den Städten wie
Ft. Lauderdale. Diese Stadt wird durch seine ca. 370km Wasserwege auch das "Venedig Amerikas" genannt. Deswegen lässt sich
Ft. Lauderdale. auch am besten mit dem Boot erkunden, entweder mit einem Wassertaxi oder einem Ausflugsdampfer.
Hier gilt: "Shop till you drop", z.B. in der
Sawgrass Mill, einer riesengroßen Outlet-Mall. Der Riverwalk lädt mit seinen Geschäften, Straßencafes und Restaurants zum Flanieren ein. Ebenfalls nicht verpassen sollte man die
Butterfly World, wo in einem künstlichen Regenwald Tausende farbenfroher Schmetterlinge umherflattern.
West Palm Beach ist DER exclusive Badeort Floridas. Hier findet man die Reichen und Schönen. Es sind die luxuriösen Anwesen, die die Touristen anlocken, wie das von Donald Trump oder des Kennedy-Clans. Aber es sollte schon eine gewisse Zurückhaltung gewahrt werden, denn der neugierige Reisende wird toleriert, aber ansonsten ignoriert. Entlang der Worth Avenue kann man sich dann die Nasen an den Schaufenstern platt drücken. Das die meisten Preise sehr exclusiv sind, braucht nicht noch unbedingt erwähnt werden.
Miami - größte Stadt Floridas und eine der vielgesichtigsten der
Vereinigten Staaten. Neben Wolkenkratzern findet man bunte Art-Deco-Bauten, palmengesäumte Strände, ein buntes Völkergemisch mit karibischem Flair und einem reichhaltigen Nachtleben.
Miami, das ist die unamerikanischste Großstadt der
USA.
Miami kann man nicht beschreiben,
Miami muß man erleben.
Die Downtown sollte man mit dem vollautomatischen Metromover erkunden, vor allem, da Parkplätze rar sind. Das imposante Geschäfts- und Finanzzentrum bietet einige imposante Wolkenkratzer und Exponate postmoderner Architektur. Man sollte mal Ausschau nach dem Atlantis Building mit einem eckigen Durchbruch auf halber Höhe halten. Dort wurde ein Whirlpool mit Palmen integriert. Anschließend bietet sich ein Besuch des
Bayside Marketplace an, eines von mehreren Einkaufs- und Unterhaltungszentren.

Hier findet man auch das
Hard Rock Cafe. Besonders abends ist es hier traumhaft schön, wenn man bei Livemusik einen Blick auf die hellerleuchtete Downtown und den
Kreuzfahrthafen werfen kann. Eines der schönsten Viertel ist der
Coconut Grove. Hier findet man Künstlerateliers, Straßencafes und ein lebhaftes Geschäftsleben. Der Coco Walk ist ein Einkaufs- und Erlebniszentrum mit äußerst interessanter Architektur und im
Coconut Grove Playhouse kommen Theaterfreunde auf ihre Kosten. In dem national anerkannten Haus werden abwechselnd moderne und traditionelle Stücke gespielt.
Die kubanische Bevölkerung wohnt größtenteils in Little Havanna, einem eigenen kleinen Microkosmos. Hier lebt Kuba weiter, im Geschäfts- und im Nachtleben, aber auch im Alltäglichen. Die Läden und Cafes (unbedingt einen Cafe Cubano probieren), in denen man oft genug Menschen trifft, die praktisch ihr ganzes Leben dort verbracht haben, aber kein Wort Englisch sprechen, aber auch Geschäfte, Werkstätten, Friseurläden etc. wurden wieder so aufgebaut und eingerichtet, wie man sie auf Kuba verlassen hat. Mit Spanisch kommt man hier wesentlich weiter als mit Schulenglisch.
Liberty City und Overtown sind die Armenviertel, auf deren Besuch man verzichten sollte. Wer seine Neugier befriedigen will, sollte es mit einem Blick vom Expreeway belassen. Diese Viertel gelten als für Fremde unsicher - mit Einschränkungen gilt das auch für Little Haiti. In den von den Touristen frequentierten Vierteln ist man auf jeden Fall sicher.
Das gilt

auch für
Miami Beach. Anfang der 80iger Jahre machten die Überfälle auf Touristen große Schlagzeilen. Die meisten Überfälle passierten auf dem Weg vom
Flughafen nach
Miami Beach auf Grund von unzureichender Beschilderung. Somit hat sich so mancher Tourist in den Armenvierteln verirrt. Dem wurde mittlerweile Rechnung getragen. Der Weg ist nach
Miami Beach ist jetzt mit einer großen Sonne gekennzeichnet. In
Miami Beach angekommen, sollte man unbedingt dem Art-Deco-District um den Ocean Drive einen Besuch abstatten. Dieses ist in den 20iger und 30iger Jahren entstanden. Mitte der 80iger war das Viertel total verfallen, ehe man mit Restaurierungsarbeiten starteten. Heute spiegeln sich wieder das Blau von Meer und Himmel und das Rosa der Flamingos in den Bauten.
Wie Perlen an einer Schnur
Die 43 Inseln und Inselchen, die vorwiegend aus Kalkstein und Korallen bestehen, verdanken ihren Namen dem spanischen Cayo. Was kleine Insel bedeutet. Nachdem englischsprechende Weiße die Inseln besiedelten, die das Wort Cayo nicht aussprechen konnten, wandelte es sich langsam in Keys ab.
Kultur, Sprache und Einwohner der Keys nennt man heute noch Conch - nach der Meeres-Schnecke, von der sie sich hauptsächlich ernährten. Die zu probieren, ist wärmstens zu empfehlen, entweder frittiert als Conch Fritters oder als Conch Soup.
Traditionell sind die Inseln ein Hort der Subkultur: neben echten Seeleuten und Hippies findet man noch heute ein buntes Gemisch verschiedenster Rassen und Klassen. Auf
Key West gab es 1983 den ersten schwulen Bürgermeister der USA. Hier spielt sich alles ruhiger und gelassener. Die Nähe zu
Kuba und den karibischen Inseln, die farbenprächtigen Sonnenuntergänge, die schönen Strände, die Wassersportmöglichkeiten und die noch teils unberührte Natur machen die Inseln einfach zu einem touristischen Märchenland.
Eine Fahrt über den US Highway 1 von
Key Largo bis
Key West ist ein besonderes Erlebnis, mit ein wenig Phantasie könnte man denken, man schwebt. Die Ortsangaben entlang der US1 werden grundsätzlich mit Milesmarker, kurz MM, angegeben, auch wenn es nicht die offiziellen Postadressen sind. Einfach mal auf die grünen Schilder am Straßenrand achten.
Wer die Keys betritt, landet unweigerlich zuerst auf
Key Largo, der mit knapp 50km längsten Insel der Keys. Ihr vorgelagert liegt die größte Korallenformation Nordamerikas. Teile des Riffs sind im
John Pennekamp Coral Reef State Park mit Glasbodenbooten zu besichtigen. Dem Besucher öffnet sich eine farbenprächtige Wunderwelt aus 40 verschiedenen Korallenarten und mehr als 650 tropischen Fischarten.
Auf den mittleren Keys, genauer auf Windley Key liegt einer der ältesten Seeparks der USA, das
Theater of the Sea. Hier kann man gegen eine Gebühr mit Delphinen schwimmen. Die
Islamorada ist die selbsternannte Welthauptstadt der Sportfischerei. Es gibt es ein sehenswertes Fishing Museum und reichlich Gelegenheit für Hochsee-Angeltrips per Charterboot. Auf Long Key betreibt Sea World das Shark Institute, ein Forschungsinstitute für Haie, welches aber nur begrenzt zugänglich ist. Auf der Nachbar-Insel befindet sich das Dolphin Research Center, das sich der Erforschung der Delphine widmet.
Marathon ist das geschäftige Zentrum der mittleren Keys und besitzt sogar einen eigenen Flughafen. Die Landebahn verläuft parallel zur US1. Hierher kommt man hauptsächlich zum Hochseeangeln und Tauchen im Loone Key National Marine Sanctuary. Kurz hinter
Marathon 
befährt man dann endlich die Seven-Miles-Bridge, das berühmteste Bauwerk der US1. Eine Fahrt über die etwa 11km lange Brücke, die wie ein Lichtstrahl in weitem Bogen scheinbar ins freie Meer hinausführt, ist regelrecht atemberaubend. Parallel dazu verläuft die Vorgängerbrücke - der längste Angelpier der Welt. Wenn man genau hinschaut, kann man bei der alten Brücke einen
Wechsel der Baustile erkennen. Teil 1 errichteten die Italiener mit Rundbögen, was aber zu teuer wurde und zu lange dauerte. Deutsche bauten schließlich den Rest - schnörkellos und schnell. Auf Big Pine Key kann man die nur hier ansässigen, kleinwüchsigen Rehen begegnen.
Nun aber nähern wir uns langsam dem Ziel unserer Reise quer durch Florida und erreichen den MM1 bzw.
Key West. Im Zentrum der Insel,

das von der
Duval Street durchzogen wird, könnte man glauben, man sei nicht in den USA. Architektur und Menschen bieten eine seltene Mischung von kubanischer, karibischer und amerikanischer Atmosphäre. Die Insel, die gleicher- maßen 150km vom Festland und von Kuba entfernt ist, ist ein echter Melting Pot. Neben halbverborgenem Voodoo-Zauber findet man extrovertierte Hippies, uner- schrockene Schatzsucher und flanierende Homosexuellen-Pärchen. Die Blütenpracht der Gärten und die eigenwillige Architektur der Conch-Häuser, eine Mischung aus viktorianischen,

karibischen und Südstaatenelementen, und die allabendlichen, dramaturgischen Sonnen- untergänge, die täglich zum Happening gemacht werden, der liberale Geist, der die Stadt beherrscht - all das prägt den Charakter von
Key West und machen es zu einem absoluten Erlebnis.
Man sollte die Stadt auf jeden Fall mit der nostalgischen
Conch Tour Train erkunden, den dabei sieht man die meisten Sehenswürdigkeiten. Im
Ernest Hemingway House und Museum verbrachte der Schriftsteller 10 Jahre seines Lebens. Die Inneneinrichtung ist aber nicht mehr authentisch. Authentisch sollen die Katzen sein, die dort gefüttert werden, aber böse Zungen behaupten, einige gehören den Nachbarn, die diese über den Zaun entsorgt haben.
Sloppy Joes Bar 
brüstet sich damit, die Bar gewesen zu sein, in der Hemingway ständig gesoffen hat. Das ist nicht ganz richtig. In Wahrheit heißt die damalige Sloppy Joes Bar heute
Captain Tonys Saloon. Ebenfalls sehenswert sind das
Lighthouse Museum im Leuchtturm und das
Historic Key West Shipwreck Museum. Am
Mallory Pier und Square findet jeden Abend die Sunset Celebration mit Straßen- musikern, Jongleuren , Akrobaten und Lebenskünstlern statt. Danach lohnt sich ein Streifzug quer durch die Restaurants und Bars der
Duval Street.
Eine

große Boje kündigt den
Southernmost Point an, den südlichsten Punkt der kontinentalen USA, denn der südlichste Punkt der ganzen
USA liegt auf
Hawaii. Bei der Boje handelt es sich um das meistfotografierte Objekt der Insel. Wer genügend Zeit in
Key West hat, sollte unbedingt eine Kajak-Tour durch den Mangrovenwald unternehmen. Diese Tour ist einmalig schön. Ebenfalls sehenswert sind der
Dry Tortugas National Park mit dem Fort Jefferson. Dieses Ziel ist aber nur mit dem
Boot oder einem
Wasserflugzeug erreichbar.