MatthiasHuehr
Greifswald94%
Wenn man von Frankfurt/Main mit dem Flugzeug abfliegen möchte, dazu aber vom anderen Ende Deutschlands anreisen muß, dann hat man für gewöhnlich ein Problem. Aufgrund der großen Entfernung und der Abflugzeiten schafft man es nicht, so wie ich, die Anreise mit der Bahn und den Abflug auf einen Tag fallen zu lassen. Daher ist es leider notwendig sich eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. An sich ist das auch kein Problem, wenn es egal ist wo man unterkommt, doch als Reisender sollte das Hotel aber auch gut erreichbar sein. Außerdem sollte der Preis des Zimmers nicht allzu hoch ausfallen, doch da beginnt schon das Problem. Während der Messen die in Frankfurt stattfinden steigen die Preise für die Zimmer extrem und sind für die meisten Leute schlicht zu teuer. Ich hatte das Glück, daß zu dem Zeitpunkt meiner Reise keine Messe war, ansonsten hätte die Urlaubskasse doch sehr empfindlich darunter gelitten. Trotzdem war es nicht einfach ein preiswertes Hotel zu finden, da die allgemeine Zimmerpreise an sich auch schon recht hoch sind.
Buchung
Da ich bisher meine Hotelzimmer immer über die Hotelbuchungssysteme von Mirnet gebucht habe, habe ich aufgrund der guten Erfahrungen mein Zimmer wieder über eine dieser Plattformen gebucht. Auf der Seite deutschland-unterkunft.de habe ich dann auch ein paar preiswerte Hotels gefunden. Da das erste Hotel, bei dem ich angefragt hatte, nicht auf meine Buchungsanfrage reagierte, versuchte ich es bei dem Hotel Adler, bei dem es dann auch mit der Buchung eines Zimmers keine Probleme gab. Da ich aufgrund der fehlenden Reaktion des ersten Hotels mir nicht sicher war, ob alles in Ordnung war, schrieb ich dem Adler eine Email mit einer Bitte für eine Bestätigung, welche dann auch prompt ankam.
Lage
Da ich bei meiner Buchung Wert auf ein günstig gelegenes Hotel gelegt habe, was soviel heißt daß es sehr nahe am Frankfurter Hauptbahnhof sein sollte, kam mir der Umstand sehr gelegen, daß in der Frankfurter Innenstadt sehr viele Hotels vorhanden sind, wobei sich die preiswertesten Hotels davon im sogenannten Bahnhofsviertel befinden. Die Nähe zum Bahnhof ist an sich eine gute Lage für Hotels, da die Reisenden nicht allzu weit laufen müssen um ins Hotel zu kommen. Das Bahnhofsviertel in Frankfurt ist dort aber nicht unbedingt die beste Wohnlage. Die Straßen sind nicht gerade sauber, es treiben sich dort Bettler und Gangs von halbstarken Jugendliche herum. Also nicht unbedingt eine Gegend wo man sich Abends alleine sicher fühlen kann. Als ich das zweite Mal dort übernachtet habe war vor dem Nebenhaus gerade ein Auflauf von Polizisten, ich nehme mal an die Frau um die sie da herumstanden wurde dort vor kurzem ausgeraubt, denn wegen einer Schnapsleiche würde man nicht einen solchen Aufwand treiben. Die asozialen besoffenen Bettler die auf der Straße herumlungerten und vorbeigehende Passanten um Geld anhauten und beleidigten wenn sie nix gaben, sind auch nicht unbedingt ein Anzeichen für ausreichen Sicherheit und Ordnung auf den Straßen von Frankfurt. Wenigstens wurde ich nicht von Nutten belästigt, die waren wohl in einer anderen Ecke.
Das Hotel liegt in der Niddastraße und war recht schwer zu finden, da die Straße in der Straßenkarte als durchgängig dargestellt worden ist, es in Wirklichkeit aber nicht ist. An der der Kreuzung mit der Düsseldorfer Straße gibt es nämlich nur 3 Straßen, die von dort abgehen und die Niddastraße hörte plötzlich auf, denn wo sie weiterverlaufen sollte, stand ein Haus daß es laut Karte gar nicht hätte geben dürfen. Ich mußte daher, da ich nicht weiterwusste, einen großen Umweg laufen um zum Hotel zu kommen. Später fiel mir aber auf, daß es in dem besagten Haus einen schmalen Durchgang gibt, wo man als Fußgänger oder Radfahrer durchkommt, den ich aber von der anderen Straßenseite nicht gesehen habe, da er aufgrund der Bauweise der Häuser recht unscheinbar ist. Das Haus in dem das Hotel sich befindet ist typische Nachkriegsarchitektur, nicht schön, dafür schlicht. Da das Stück der Straße, wo sich das Hotel befindet eine Sackgasse ist, gibt es dort nicht allzuviel Straßenverkehr und es herrscht eine relative Ruhe im Verhältnis zu den anderen Straßen in der Nähe. Man kann recht gut schlafen, da der Verkehrslärm recht gering ist. Der Ausblick ist aber bestimmt kein Grund um das Hotel zu buchen. Auf der einen Seite sieht man auf den Hof mit Parkplätzen und angrenzenden Pelzhandel. Auf der Seite zur Straße schaut man den Gästen aus dem gegenüberliegenden Hotel in die Zimmer.
Das Hotel hat 39 Zimmer und ist privat geführt. Aufgrund der Größe bietet es außer der Übernachtungsmöglichkeit und dem Frühstücksbuffet nichts weiter an hauseigenen Einrichtungen. Aufgrund dieser Tatsache muß man bestimmte Angebote nicht über höhere Zimmerpreise mitfinanzieren und die Kosten halten sich für die Gäste so im Rahmen.
Rezeption
Um in die Rezeption zu kommen, muß man in den ersten Stock. Der Fahrstuhl befindet sich auch im Treppenhaus, ist mir nur leider nicht aufgefallen, da der Eingang gegenüber der Treppe ist und deshalb nicht unbedingt gleich ins Auge fällt. Die Rezeption befindet sich dort in einer Lobby, die auch den Frühstücksraum beherbergt. Da sie von 6 Uhr morgens bis 0.30 in der Nacht besetzt ist, kann man früh am Morgen abreisen und auch recht spät ein Zimmer bekommen. Da ich meine Anreise nach 18.00 Uhr angekündigt hatte und zur Zeit keine Messe war, mußte ich meine Kreditkartendaten nicht zur Sicherheit hinterlegen. Die Prozedur ist überall die gleiche, die man beim Einchecken vor sich hat. Man muß ein Formular mit den Personaldaten ausfüllen und die Bezahlung des Zimmers vornehmen. Man kann entweder mit Kreditkarte, EC-Karte oder bar bezahlen. Man bekommt anschließend seinen Zimmerschlüssel und einen für die Haustür, damit man auch nach Rezeptionsschluß wieder ins Hotel kann, wenn man Abends noch in Frankfurt auf die Piste geht.
Zimmer
Die Zimmer sind von der Fläche her recht klein geschnitten. Ich hab nicht nachgemessen, aber 10 Quadratmeter hatte das Zimmer höchstens, Bad und Flur nicht eingerechnet. Im Zimmer befand sich ein Bett mit einer seitlichen Umrandung, dessen Matratze eine für mich eine angenehme Festigkeit vorwies, also nicht zu hart und nicht zu weich. Desweiteren war ein Schreibtisch mit Stuhl sowie eine Gepäckablage vorhanden. Das Telefon und den Internetanschluß habe ich nicht benutzt, beziehungsweise gar nicht benutzen können, da ich dazu schon einen eigenen Computer bräuchte und für gewöhnlich ist so einer das letzte, was man so mit in den Urlaub nimmt. Auf dem Radiowecker, der auf dem Nachttisch stand, würde man meine Fingerabdrücke nicht finden, ich verließ mich lieber auf meine von mir selber mitgebrachte Technik. Auf das mir angebotene Wecken per Telefon habe ich dankend verzichtet, dafür bin ich zu sehr Morgenmuffel um so einfach aus dem Bett zu kommen. Jedes Zimmer besitzt auch einen Fernseher mit Fernbedienung, welcher laut der Homepage des Hotels angeblich auch internationale Kanäle haben soll, wobei ich aber nur deutschsprachige Sender vorfand. Die Minibar, die das Zimmer hatte bestand eigentlich nur aus einem kleinen Kühlschrank, der außer einer kleinen Aufmerksamkeit des Hauses nur Luft enthielt. Der Inhalt der nicht aus Luft bestand war eine kleine Flasche stilles Wasser. Da ich mich sowieso nicht aus den Minibars der Hotels bediene, da sie einfach nur völlig überteuert sind, ist aber das Vorhandensein eines Kühlschrank auch bei Selbstversorgern zumindestens in der warmen Jahreszeit sehr praktisch, da man so seine Getränke kühlen kann.
Das Badezimmer ist recht klein und beinhaltet eine Dusche und eine Toilette. Ein Badetuch und ein Handtuch, sowie eine Duschvorlage sind vorhanden. Man findet auch einen Fön vor, sowie Plastikbecher, welche man zum Zähneputzen benutzen kann. Zwei kleine Packungen mit Duschgel (Body & Hair) bekommt man standardmäßig auch, wobei ich finde, daß der Inhalt dieser Packungen doch recht wenig ist, wenn man zweimal am Tag Duschen möchte, da ich beide benutzen mußte, da ich mit einer nicht auskam. Für ein 3 Sterne-Hotel finde ich das Angebot an Hygieneartikeln recht mager, da ich in den Hotels wo ich im Urlaub war unter anderem auch eine Zahnbürste mit Zahnpasta und einen Kamm vorgefunden habe. Die Zimmer waren sauber und frische Bettwäsche war auch auf den Betten.
Frühstück
Das Frühstück bekommt man den dem Raum, in dem auch die Lobby untergebracht ist. Das Angebot ist in Ordnung. Man bekommt mehrere Sorten an frischen Brötchen, verschiedene Sorten Wurst, Marmelade, Honig und andere Brotaufstriche. Wer Müsli mag bekommt dort auch welches. Man findet auf dem Buffet auch etwas Obst vor. Frühstückseier gibt es auch, sie sind leider nur in der festen Version des Eigelbes. Man kann Kaffee, Tee und verschiedene Sorten von Säften trinken. Die Tische werden vom Personal nach der Benutzung leergeräumt und wieder neu eingedeckt. Da das Frühstück im Zimmerpreis schon mit drin ist, ist das Preis/Leistungsverhältnis des Frühstückes recht günstig.
Preise
Ich habe insgesamt zweimal dort übernachtet. Die Preise variieren aber ständig und sind je nach Nachfragesituation und Wochentag anders. Bei der ersten Übernachtung bezahlte ich 54 Euro, bei der zweiten etwas weniger, nämlich 50 Euro. Bei meiner Recherche nach anderen Preisen habe ich auch schon Preise gesehen die niedriger waren. Während der Messezeiten und anderer Großveranstaltungen sind die Preise für die Zimmer aber schon im dreistelligen Bereich. Für Privatpersonen halte ich Preise von 40-50 Euro pro Einzelzimmer für dieses Hotel noch vertretbar. Alles was darüber liegt finde ich an sich für eine Übernachtungsmöglichkeit nicht gerechtfertigt, da es dann nicht mehr preiswert ist.
Bewertung
Das Hotel und die Zimmer sind sauber, das Personal nett und zuvorkommend. Die Zimmer sind recht eng um die Hüften, weshalb man die Zimmer auch nur zum Übernachten nehmen kann. Das Frühstücksbuffet war in Ordnung. Die Nähe zum Bahnhof ist für Reisende von Vorteil, das Viertel, daß sich aber um das Hotel herum befindet, gehört aber nicht unbedingt zu den schönsten Ecken von Frankfurt. Wenn man aber halbwegs preiswert übernachten möchte und man nicht allzu zu hohe Erwartungen an die Unterkunft stellt, kann ich das Hotel mit bestem Gewissen empfehlen, denn ich habe dort bei der Rückreise wieder übernachtet. Ich bin vorher noch in einem anderen Hotel gewesen, daß dichter beim Bahnhof und ein Partnerhotel der DB war. Dort hätte ich gut 200 Euro für eine Nacht bezahlen können. War also auch eine preisliche Frage wo ich genächtigt habe. Aufgrund einiger Kritikpunkte bewerte ich das Hotel mit einer durchschnittlichen Anzahl von Sternchen.