Die drittgrößte Stadt Irlands liegt in der Provinz Connaught, welche auch heute noch über die meisten Gaeltachtgebiete verfügt. In diesen Gebieten herrscht die irische Sprache vor, sogar Ortsschilder und Verkehrsschilder sind in gälischer Sprache gehalten. Daher findet man auf dem Ortsschild nicht nur den Ortsnamen Galway sondern auch Gailimh, den irischsprachigen Namen des Ortes, welcher soviel wie steiniger Fluss bedeutet. Eine Besonderheit von Galway ist sicherlich das recht junge Durchschnittsalter unter den Einwohnern. Dies hat Galway letztendlich der Universität und der florienden Wirtschaft zu verdanken.
Land und Leute
Galway

an der Westküste Irlands, ist umgeben von Wasser: Während die Bucht von Galway sich bis zur Innenstadt zieht, fließt der Fluss Corrib durch die Stadt hindurch. Die Kathedrale liegt sogar auf einer Insel im Fluß. Der Corrib unterliegt den Gezeiten und führt daher mal mehr oder mal weniger Wasser. Angler und Schwäne nutzen diese Strömungen jeder auf seine Art. Galway in der gleichnamigen Grafschaft wird auch häufig als Hauptstadt des Westens oder Tor zu Connemara bezeichnet. Umgeben von zahlreichen Torfmooren, Seen und Kalksteinlandschaften liegt Galway nahezu idyllisch in der Bucht und verfügt auch über einen Ortsteil mit Seebadcharakter.
Die Stadt zählt heute ungefähr 70 000 Einwohner und gilt als blühende Handels- und Industriestadt.
Verkehr
Auch in verkehrstechnischer Hinsicht ist Galway auf dem Vormarsch. Der Flughafen und die Stadt selbst sind über eine Autobahn verbunden. Ansonsten stossen zahlreiche Nationalstraßen sternförmig in Galway aufeinander: über die N 59 und die N 17 gelangt der Autofahrer in den Norden nach
Sligo, die N 84 führt nach Castlemaine, N 18 und N 6 passieren

ebenfalls das Ortszentrum. Neben dem
Flughafen Galway, der sich 10 km außerhalb der Stadt befindet, verfügt die Stadt auch über einen Bahnhof. Von diesen können die Bahnreisenden nach
Dublin,
Athlone,
Tullamore oder
Kildare gelangen, sowie durch Umsteigen nahezu alle Orte des Landes erreichen. Für Busse bildet die Stadt einen Verkehrsknotenpunkt, denn vom zentral gelegenen Busbahnhof am Eyre Square fahren Busse in die Hauptstadt Irlands sowie in alle anderen Richtungen. Neben den touristischen Bootstouren auf dem Fluss Corrib kann man von Galway aus auch eine Fähre zu den
Aran Inseln nehmen.
Historisches
Galway kann auf eine belegbare Geschichte von rund 800 Jahren zurückblicken. Wenn man damals in der Provinz Connaught von "Die Stadt" sprach, so war in jedem Falle die mittelalterliche Stadt Galway gemeint. Bereits

1124 wurde ein Fort an der Bucht angelegt, welches 1232 von den Anglo-Normannen unter Richard de Burgh eingenommen wurde. Das Fort wuchs und aufgrund der günstigen Lage zum Meer wurde Galway schnell zum Handelszentrum. Schiffe verkehrten von hier aus nach Spanien, Portugal und Frankreich. 1396 erfolgte die Ernennung zur Stadt. Mit 14 Stadttoren, 14 Kirchen und 14 Hauptsstraßen wurde die Stadt im Mittelalter schließlich von 14 mächtigen Familien, den sogenannten Tribes, beherrscht. Eine dieser Familien war die Familie Lynch, deren Familienoberhäupter über viele Jahre hinweg Bürgermeister waren. 1493 mußte der damalige Bürgermeister James Lynch schließlich seinen Sohn wegen Mordes verurteilen. Da aber keiner seiner Untertanen seinen Sohn töten wollte, mußte der Vater die Tat selbst vollbringen.
Zum Gedenken an diese Tat findet man heute noch in Galway das Lynch Memorial Window an der Wand des ehemaligen Gefängnisses in der Market Street. Auch das Bürgerhaus der reichen Familie-
Lynch´s Castle existiert noch heute und wird von der Bank AIB genutzt. 1691 wurde die Stadt von William of Orange und seinen Mannen erobert, die Handelsmetropole verlor in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung. Das sollte bis zu den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts auch so bleiben. Allerdings spricht man heute vom Keltischen Tiger, dem wirtschaftlichen Boom, der in Irland, insbesondere in Galway Einzug gehalten hat. Neben zahlreichen neuen Firmen finden auch immer mehr amerikanische Firmen einen Produktionsstandort in Irland. Galways Industriegebiet wächst täglich.
Sehenswertes in Galway
Shopping
Auch wenn vom mittelalterlichen Galway heute nur noch ein kleines Stück der einstigen Befestigungsanlage an der
Spanish Arch zu finden ist, lohnt sich ein Abstecher nach Galway alle mal. In der Innenstadt herrschen kleine bunte Häuser vor, Geschäfte, Pubs und Restaurants sind im Stadtkern in großer Zahl vorzufinden. Aber auch einige Einkaufszentren wie das
Eyre Square Shopping Centre oder die etwas ausserhalb gelegenen Center gewinnen für den Tourismus an Bedeutung.
Wer in Galway durch die Einkaufsstraßen bummelt, wird sicherlich immer wieder auf ein Symbol stoßen, ob auf Schmuck, Büchern oder anderen Souvenirs, der Claddagh Ring ist nahezu überall vertreten. Dieser Claddaghring stammt aus dem gleichnamigen Fischerdorf in der Nähe von Galway und zeigt zwei Hände, die ein Herz mit einer Krone halten. Dieses symbolisiert Liebe, Vertrauen und Loyalität. Die Art und Weise wie der Besitzer seinen Ring trägt, gibt Aufschluß über seinen Familienstand: an der linken Hand mit der Herzspitze nach unten gilt er als Trauring, an der rechten Hand mit der Herzspitze nach außen symbolisiert er Partnersuche.
Rundgang durch die Stadt
Bei einem Rundgang durch die Innenstadt Galways passiert man zahlreiche geschichtsträchtige Punkte. Alle Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und können gut zu Fuß erreicht werden. Als

Ausgangspunkt empfiehlt sich der Eyre Square mit dem John Fitzgerald Kennedy Memorial Park. Dieser Park wurde bereits 1710 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit der Ehrenbürgerschaft John F. Kennedys erhielt der Park 1963 seinen heutigen Namen. Vom Eyre Square geht´s über Williams Gate in die verkehrsfreie Einkaufsstraße, der Shop Street. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung zu
Lynch´s Castle. Entlang der Market Street gelangt man nun zum Lynch Memorial Window und schließlich zum
Nora Barnacle House. Dieses Gebäude der späteren Ehefrau von James Joyce beherbergt ein Museum um die Werke des Schriftstellers. Von hier aus geht es über Bowling Green zur Salmon Weir Bridge. Auf der kleinen Insel im Fluß Corrib befindet sich die
Kathedrale, die schon von weitem zu sehen ist. Das größte und auch gewaltigste Gebäude der Stadt wurde 1958 erbaut und 1965 fertiggestellt.
Ab hier geht es über die William O´Brien Bridge wieder zurück in die Innenstadt zur
St. Nicholas Church, welche die größte mittelalterliche Gemeindekirche Irlands ist. Sie stammt aus dem Jahr 1320, im Inneren gibt es einige bemerkenswerte Ausstellungsstücke zu besichtigen. Über die Highstreet mit seinen zahlreichen Restaurants geht es zur Quay Street und schließlich zur
Spanish Arch, in dem das Stadtmuseum untergebracht ist. Hier am Hafen findet man häufig tausende von Schwänen auf dem Fluß, die für Galway eine besondere Bedeutung haben.
Ausgehen in Galway
Galway bietet unendlich viele Restaurants mit internationaler Küche. Viele Restaurants haben jahrzehntelange Tradition und bieten Delikatessen und Hausmannskost aus der Region an. Eines der traditionsreichsten Lokale dürfte
McDonagh´s Seafood Bar sein. Die Besitzer des Fisch-und Meeresfrüchtegeschäfts setzten einst eine neue Idee um: Fish and Chips und Restaurant unter einem Dach, wobei die Ware stets frisch und von guter Qualität ist. Ebenfalls erwähnenswert ist das
Olde Malt Mill, welches schon zahlreiche Auszeichnungen für seine Küche erhalten hat. Für diese Fischrestaurant empfiehlt es sich, rechtzeitig zu reservieren. Neben den Bars und Restaurants kann man in Galway auch mehrere Theater und Kinos besuchen. Eine Besonderheit ist sicherlich das
irischsprachige Theater, deren Aufführungen auch zahlreiche Touristen inne wohnen.
Galway gilt auch als Hauptstadt des Pferderennens, denn schließlich finden jedes Jahr im Juli die
Galway Races statt. Innerhalb einer Woche gibt es im Course etwas außerhalb der Stadt 51 Pferderennen. Außerdem findet im September das traditionelle
Austern Festival statt. Bei dieser Veranstaltung wird die gesamte Innenstadt zur Schlemmermeile, Austernwettessen und andere Wettbewerbe um die Meeresfrucht stehen im Mittelpunkt. Kulturelle Veranstaltungen mit Musik, Theater und Tanz untermalen das Spektakel.
Wer es lieber etwas ruhiger liebt und einen Spaziergang entlang der Strandpromenade genießen möchte, kann dies im Ortsteil Salthill machen. Neben Freizeitanlagen wie das
Leisureland oder Minigolfanlagen findet der Besucher auch ein ruhiges Plätzchen zum Entspannen. Salthill verfügt über einen Seebadcharakter und bietet allerhand Freizeitaktivitäten rund um das erfrischende Nass. Ob Reiten am Strand, Bootstouren oder Angeln, hier ist für jeden Touristen etwas dabei.
Hotels und Unterkünfte
In der Innenstadt von Galway sind zahlreiche Hotels der bekanntesten Hotelketten vertreten. So gruppieren sich die größeren Hotels um den zentralen Platz, dem Eyre Square. Direkt am Platz in erster Reihe gelegen befindet sich das
Great Southern Hotel, welches mit 4 Sternen auch höheren Ansprüchen genügt. Ebenfalls direkt am Eyre Square gelegen ist das
Imperial Hotel, welchen seinen Gästen in seinem Restaurant Spezialitäten aus der Region bietet.
Ebenfalls über eine besondere Lage verfügt das
Harbour Hotel, welches direkt an der Bucht liegt und mit modernem Ambiente und hohen Ansprüchen wirbt.
Webtipps
Irlands drittgrößte Stadt verfügt über zahlreiche Internetseiten, die überwiegend in englischer und irischer Sprache gehalten sind. Die
offizielle Seite der Stadt bietet Informationen rund um die aktuellen Ereignisse, sowie Informaitonen für Einheimische.
Besonders umfangreich gestaltet sich
diese Seite mit den Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants der Stadt.
Eine facettenreiche Webseite mit Angaben zu Sehenswürdigkeiten und Shoppingtipps ist die Seite von
Galway online. Aber auch im Online Lexikon
Wikitravel findet man einen Eintrag zu Galway mit seinen Basisdaten und näheren Informationen.