Bewertung von uteker im Detail
Ein schöner Herbsttag, der Mann hat Urlaub und wir besitzen beide die Ruhr-Top-Card, mit der wir kostenlos viele Ausflugsziele besuchen können. Da fiel am Freitag unsere Wahl auf den Gelsenkirchener Zoo, bzw. wie es heute heißt ZOOM Erlebniswelt.
Ich kannte den Zoo noch aus seiner Zeit nach dem Kriege und fand so gar keine Ähnlichkeit mehr. Anders als bei anderen Zoos ist er nämlich in zwei, bzw. in der nächsten Zeit sogar in drei Bereiche aufgeteilt. Einmal wird der Besucher in die Abenteuerwelt Alaskas und einmal in die Wildnis Afrikas entführt (demnächst wird noch ein Asien-Bereich eröffnet).
Die ZOOM Erlebniswelt ist von allen umliegenden Orten aus gut zu erreichen. Schon von den Autobahnabfahrten an ist sie sehr gut ausgeschildert und man kann sich den Navi sparen. Parkplätze sind reichlich vorhanden. Wir bekamen gleich einen Stellplatz auf dem, der dem Eingang am nächsten lag, das dürfte aber auch wirklich nur unterhalb der Woche möglich sein. Die Gebühr für unbegrenzte Parkzeit beträgt 3 €. Man kann gleich an der Kasse eine entsprechende Marke zur Ausfahrt erwerben. Ich halte das nicht für sehr teuer, obwohl eigentlich bei solchen großen Besuchermagneten genügend kostenlose Parkplätze vorhanden sein sollten. Aber, wo gibt es das schon? Direkt vor dem Zoo befindet sich auch eine U-Bahn-Haltestelle, so dass man auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ohne große Wege ganz bequem dorthin kommt.
An der Kasse wurden wir freundlich begrüßt und ... wir brauchten ja nur unsere Ruhr-Top-Karten vorzulegen und erhielten eine Eintrittskarte. Ein Blick auf die Preistafel ließ mich dann doch ein wenig schlucken. 13,50 € für Erwachsene, 9,00 € für Kinder. Da kommt natürlich ein ganz schönes Sümmchen zusammen, wenn man mit Familie und mehreren Kindern einen Tag dort verleben will. Es gibt war auch einige Ermäßigungen (ich als Rentnerin hätte auch 3,50 € gespart), aber trotzdem denke ich, dass so ein Zoobesuch doch eine große Lücke ins Etat reißt. Zum Ende unseres Rundganges muss ich allerdings sagen, dass sich das Geld auch lohnt, denn man bekommt viel geboten.
Durch ein Drehkreuz kamen wir nun in den Zoobereich, in dem sich erst einmal der ZOOM Shop befindet, der vieles - und nicht gerade preiswertes - zum Kauf anbietet. Was ich sehr kulant finde ist ein Telefon-Terminal, der kostenlos genutzt werden kann, um innerhalb von Deutschland drei Minuten zu telefonieren. Weiter steht den Kindern hier ein großer Spielplatz zur Verfügung, bei dem sie schon gleich ihre Energie aufbringen oder sich aber beim Verlassen noch austoben können. Spielplätze finden sich eigentlich in allen Zoobereichen, so dass die Kinder sich auch ausreichend bewegen können. Auch ein großer Gastronomiebetrieb mit weitläufigem Biergarten ist hier vorhanden. Das Speiseangebot besteht, wie in den anderen im Zoo verteilten Restaurants - hauptsächlich aus kleineren Gerichten und Snacks. Warme und kalte Getränke und Eis werden natürlich auch angeboten und die Preise halten sich im Rahmen, allerdings lohnt es sich für größere Familien auf jeden Fall, sich selbst zu versorgen. Dazu gibt es in der ZOOM Erlebniswelt auch genug Sitz- und Ruhemöglichkeiten. Ich weiß allerdings nicht, ob diese Plätze und die, wenn auch zahlreich vorhandenen Restaurants, bei Hochbetrieb ausreichen.
Von dieser Stelle aus kann man nun seine Rundreise durch Alaska oder Afrika antreten. Wir entschieden uns zuerst für den rechts liegenden Alaskabereich und konnten dort erst einmal eine alte Trapper-Hütte betreten und erhielten so einen guten Einblick in das frühere Leben der Jäger. Bald wurden wir auch von der felsigen Alaskalandschaft begrüßt und vorbei ging es auf dem Rundweg an den vielen, sehr schön in die Landschaft eingepassten Gehegen mit einer großen Anzahl von Tieren. Wir fanden, dass die Tiere hier auf sehr großem Raum leben und weil alles ziemlich weitläufig ist, mussten wir manchmal ganz schön suchen, um sie auch zu entdecken (der Kodiakbär hat sich allerdings so ganz unsichtbar gemacht). Überall sind Schilder angebracht, die erklären, welche Art hier zu finden ist und wie diese Tiere leben und sich verhalten. In den nachgestalteten Felsen sind überall Scheiben angebracht, so dass die Tiere auch ganz aus der Nähe betrachtet werden können.
Im Alaskabereich haben mich besonders die niedlichen Waschbären, die schönen und in der Entfernung gar nicht bedrohlich wirkenden Eisbären und die Seelöwen, die sich zwar fast nur unter Wasser aufhielten, aber trotz ihrer Schwere behände Sprünge wagten, beeindruckt und bei diesen Tieren habe ich auch eine längere Zeit zugebracht, um sie zu beobachten.
Wir haben es uns auch nicht entgehen lassen, an einer stürmischen Reise auf einer Eisscholle durch das Nordpolarmeer teilzunehmen. In einem nachgebildeten Iglu entstand die Illusion, als ob man selbst durch Wind und Wetter die tollsten Abenteuer erlebt und man hatte fast Probleme, mit den Füßen fest auf dem Boden zu stehen. Wir waren begeistert!
Nachdem wir alles im Alaskabereich besichtigt hatten - durch den Rundweg kommt man wirklich überall vorbei, so dass man nichts verpasst - ging es durch das große Tor in die Afrika-Welt.
Von nachgebildeten Pfählhäusern und einem afrikanischen Kraal wurden wir in die Welt in Afrika eingestimmt (die Temperaturen allerdings blieben hier wie in Alaska), und wir folgten auch hier dem Rundgang.
In einem großen Savannengebiet halten sich verschiedene Tiersorten wie Antilopen, Zebras, Strauße u. a. auf, die man dort gut beobachten kann. Weiter kann man auch Löwen betrachten, die allerdings ziemlich faul etwas abseits lagen. Bis auf einen Löwen, der mir sehr leid tat, weil er langsam und träge durch das Gehege humpelte und offensichtlich verletzt oder krank war. Aber ich denke, dass er hier gut versorgt wird, denn man sah in der ganzen ZOOM-Erlebniswelt viele Wärter und Pfleger, die sich um die Tiere kümmerten.
Auch im Afrikabereich hatte ich meine Lieblinge, und das waren die Giraffen. Von einem Holzturm aus konnte man Aug in Auge mit ihnen Kontakt aufnehmen. Und ich habe hier zum ersten Mal richtig gesehen, was für tolle Augen und Wimpern sie haben, wie eine Diva. Und genau so schritten sie auch elegant über den Weg hin und her wie ein Model über den Catwalk. Ich konnte mich kaum von diesen schönen Tieren trennen.
Danach nahmen wir auch von der Möglichkeit Gebrauch, mit einem Boot an einer Safari teilzunehmen, die uns vorbei an den Flamingos und Affen führte. Es war schön, hier ganz in Ruhe durch die Landschaft zu schippern. Ob es allerdings im Sommer und am Wochenende so ruhig ist, bezweifle ich.
Bald war auch der Afrika-Bereich durchlaufen, aber wir kamen erst noch zu einem Highlight, den roten Varis. Solche Tierchen kannte ich nicht und ich war begeistert. So ein dichtes, weiches Fell und niedliche Händchen, die man sogar auch schütteln konnte. Sie liefen dort frei herum und warteten darauf, von den Besuchern gestreichelt zu werden. Auch hier war ich kaum wegzubekommen.
Nach dem Verlassen des Afrika-Bereiches schauten wir uns noch das Gelände und die Ställe der dort lebenden Haustiere, u. a. das Husumer Protestschwein, aber auch Ziegen, Schafe und Esel, an. Auch diese Tiere sind immer wieder interessant.
Ich kann sagen, dass sich der Besuch in der ZOOM-Erlebniswelt gelohnt hat. Ich habe zwar einige Tiersorten vermisst, so Elefanten, Tiger, Kamele und einiges mehr, aber trotzdem viel Interessantes gesehen.
Persönlich hat mir der Alaska-Bereich besser gefallen. Die Auswahl an Tieren war dort zwar nicht so groß, aber ich fand die Aufmachung einfach schöner. Vielleicht kann man aber im Hochsommer dem Afrikabereich mehr abgewinnen, weil dann doch einiges in einem anderen Licht erscheint.
Zoom Erlebniswelt8
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Gastronomisches Angebot
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Kindereignung
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Artenvielfalt