Bewertung von JSBroker im Detail
JSBroker(31)
Ilsfeld, Deutschland97%
Die Crystal Pools sind selbst für Einheimische wohl noch eher eine Art Geheimtipp. Nur wenige kennen diese Schlucht, durch die sich zahlreiche Kaskaden von Wasserfällen hindurch ziehen, die allesamt ein schwimmbadähnliches Becken hinterlassen.
Wer also von Kapstadt nach Osten entlang der Küste fährt, kommt noch einer Weile in die Stadt Gordon´s Bay. Dort gibt es ein kleines Gästehaus, das Sunbird Lodge heißt. Am besten dort hineingehen und sich alles erklären lassen. An der Rezeption bekommt man die Eintrittserlaubnis und einige Erklärungen zur Tour. Uns hat es damals 10 Rand gekostet, was nur rund 90 cent entspricht. Nur wenige Meter von der Lodge entfernt geht es dann auf der anderen Seite der Hauptstraße los. In einem hohen Zaun ist ein Gatter offen und ein Ranger sitzt davor und lässt uns hinein. Von hier aus sieht man nichts, außer felsige Hügel und blauer Himmel.
Nun beginnt ein sehr anstrengender und mühevoller Aufstieg. Man befindet sich praktisch in einem Tal welches auf beiden Seiten steile Bergwände hat. Es wurde nur eine Art Trampelpfad errichtet. In diesem Talkessel brütet die Sonne mit maximaler Kraft und macht jeden Schritt erschwerlich. Dieser Pfad wird mit zunehmender Höhe auch noch immer anspruchsvoller. Man muss Flüsse überqueren, Felsbrocken hinaufklettern, über Steine und Wurzel klettern und immer den kleinen roten Markierungspfeilern folgen. Ohne diese Markierungen hätte man überhaupt keine Chance sich in dieser trockenen, ausgedörrten und lebensfeindlichen Umgebung zurecht zu finden. Auf Grund der Hitzewird der Marsch sehr schnell anstrengend und ermüdend. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall eine ganze Menge Wasser mitzunehmen. Auch ein kleiner Snack ist sehr hilfreich. Über das Schuhwerk lässt sich streiten. Jeder normale Mensch würde so eine Strecke nur mit Wanderschuhen begehen. Wir sind jedoch in unseren Flipflop los und später ganz ohne Schuhe gelaufen. Warum das vorteilhaft ist, dazu später mehr.
Selbst wer schnell läuft und geübt im Trekking ist (was wir barfüßig natürlich nicht waren), braucht auf jeden Fall gute 1,5 Stunden bis zum Ziel, ohne Rast. Die Tour ist auf jeden Fall, ausschließlich für Leute geeignet die körperlich fit sind, gute Ausdauer haben, trittsicher sind und ein wenig abenteuerlustig sind.
Denn eine zweite Gefahr lauert auch noch: Baboons. Vor diesen Affen, zu deutsch Pavian, wird schon zu Beginn der Tour gewarnt. Es hängen auch überall Warnschilder. Solche Tiere können manchmal sehr angriffslustig sein und sind sehr kräftig.
Wer aber alles überstanden hat kommt nach langem und ermüdendem Marsch endlich an den Pools an und wird für alle Strapazen entschädigt. Weit oben auf dem Berg beginnt der erste Wasserfall die Felsen hinabzurauschen und füllt dort ein idyllisches Becken mit glasklarem Wasser. Es ist zwar Gebirgswasser und daher nicht wirklich sehr warm, aber nach diesem Marsch war uns das egal. Wir rissen uns die verschwitzen Kleider vom Leib, kletterten auf den erstbesten Felsvorsprung und sprangen hinein ins kühle Nass. Das Wasser ist wirklich herrlich und sehr, sehr sauber. Vom Wasser aus kann man nichts mehr von der Steinwüste sehen, sondern hat nur noch Wasser und grün vor Augen. In diesem Moment kommt man sich vor wie im Garten Eden. Nach kurzer Abkühlung folgt man einfach dem Flusslauf stromabwärts und kommt schon nach wenigen Metern wieder an den nächsten Wasserfall. Wieder steht man oben und blick nach unten. Wer nicht wieder den beschwerlichen Weg marschieren möchte, der nimmt die Abkürzung und springt. Einige Wasserfälle sind jedoch gute 10m oder Höher. Also auch hier gilt: Nur für Abenteurer und Adrenalinhungrige geeignet.
Auf diese Art und Weise kann man Wasserfallbecken für Wasserfallbecken hinabspringen. Ein unglaublicher Spaß. Fast alle Becken sind tief genug und gefahrlos. Die wenigen die man nicht hinabspringen kann, erkennt man gut, da man hier direkt unter dem Wasser bereits die Felsen sehen kann.
Zudem ist die Landschaft hier ein absoluter Traum. Mitten in dieser unwirtlichen, trockenen Einöde wachsen hier, auf Grund des Wassers, saftig grüne Pflanzen. Die Bäume und Büsche und bilden somit eine blühende Oase in der Steinwüste. Fotoliebhaber finden hier ein wahres Dorado an Fotomotiven.
Allerdings nur wer seine Kamera wasserdicht verpacken kann, denn ansonsten muss er den Weg um den Wasserfall herum nehmen und kann logischerweise nicht springen.
Sehr erstaunlich war für mich die Tatsache, dass es hier oben eine ganze Menge anderer Leute gab. Die Becken waren regelrecht belagert von Menschen obwohl uns auf dem Weg nach oben kaum jemand entgegenkam. Wahrscheinlich waren die alle schlauer als wir und sind früh am morgen bereits los und nicht in der Mittagshitze wie wir. Das lag aber daran, dass wir von dem langen Fußmarsch nichts wussten, dann in keiner Information wurden wir darauf hingewiesen.
Sehr schade ist jedoch, dass man am Ende der Pools (ich schätze sind über 10 Stück) wieder rund 75% der Strecke zurücklaufen muss.
Einerseits ist es schade, dass die Infrastruktur dieses Ausflugszieles so schlecht ausgebaut ist, denn so bleibt es nur einigen Wenigen vorbehalten, andererseits finde ich es aber auch wieder gut, denn nur so bleibt der Massentourismus fern und die natürliches Schönheit dieser Gegend erhalten.
Crystal Pools9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Erholungswert
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Einzigartigkeit