Bewertung von PamundSchroeder im Detail
Während unserer 14-tägigen Tour quer durch Deutschland verbrachten wir 3 Tage in Goslar. Ausflugsziel war gleich am ersten Tag unsers Besuches das Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg. Hierbei handelt es sich nicht um irgendein Bergwerk, sondern um ein UNESCO Weltkulturerbe mit schützenswerter Denkmalsubstanz Über- und Untertage. Damit reiht sich das Berkwerk in eine Liste anderer berühmter Kulturgüter, wie der Chinesischen Mauer oder den Pyramiden von Gizeh ein.
Der Rammelsberg ist 635 m hoch und liegt südlich der schönen Stadt Goslar.
Wie kam der Rammelsberg zu seinem Namen?
Der Sage nach wurde der Berg nach dem Ritter Ramm benannt, dessen Pferd mit seiner Hufe eine Erzader freischarte.
Im Rammelsberg wurden hauptsächlich Bleizink-Erz, Kupfererz, Schwefelerz, Braunerz, Grauerz, Banderz und Kniest mit den Hauptmineralien Bleiglanz Kupferkies, Zinkblende, Schwerspat und Vitriole gefördert. Schätzungsweise lagerten hier 37 Millionen Tonnen Kupfer-, Blei- und Zinkerze.
Vitriole sind Metallsalze, die durch das Wasser aus dem Gestein ausgewaschen wurden und dann an den Wänden der Stollen niederschlagen. Sie wurden für verschiedenste Zwecke verwendet: Eisenvitriol zur Herstellung verschiedener Farbstoffe (Ocker), Kupfervitriol zur Desinfektion und zur Holzimprägnierung und Zinkvitriol zur Salbenherstellung.
Seit mehr als 1000 Jahren wurde im Rammelsberg ununterbrochen Bergbau betrieben. Archäologische Funde weisen sogar darauf hin, dass hier auch schon vor 3000 Jahren Erze gewonnen wurden.
1988 wurde das Bergwerk wegen weitgehender Erschöpfung stillgelegt und zum Museum umfunktioniert.
Was haben wir uns alles angeschaut?
Zuerst haben wir den 200 Jahre alten Roederstollen zu Fuß befahren. Man "fährt" immer in den Berg ein, auch wenn dies zu Fuß geschieht.
Hier kann man riesige Wasserräder bestaunen, die den Antrieb bildeten für die Wasserpumpen und die Erzförderung.
Das Feuer setzen ist eine uralte Erzabbaumethode. Dabei wird das Gestein durch Entzünden von Holzhaufen erhitzt. Aufgrund der unterschiedlichen Ausdehnung platzte es schalenartig ab. Eine Licht-Ton-Inszenierung vermittelt einen Eindruck über diese Abbaumethode.
Außerdem gibt es in diesem Stollen wunderschöne Vitriole zu bestaunen. Die Wände schillern im strahlenden Weiß, dunklem Rostrot, leuchtendem Blau und glänzendem Schwarz, einfach märchenfaft schön!
Die Tour verlangt einiges an Kondition. Für Senioren ist sie nicht geeignet. Für den Roederstollen werden spezielle Seniorentouren über etwas andere Wege angeboten.
Diese Führung durch den alten Stollen dauerte 75 min. Danach hatten wir eine Viertelstunde Pause.
Weiter ging es dann mit einer Führung durch den 100 Jahre alten Richtschacht. Die ersten 500 m durch den Berg legten wir mit einer ruckelnden Grubenbahn zurück. Am Ziel angekommen, konnten wir alte Bergbautechnik bestaunen von der Spitzhake bis zur Bergbautechnik des 20. Jahrhunderts, die die Arbeit des Bergmanns deutlich erleichterte.
Diese Führung, inklusive Ausfahrt mit der Grubenbahn dauert 60 Minuten.
Nach diesen beiden Führungen machten wir eine Mittagspause im Museumsrestaurant.
Die Preise und Qualität der Speisen liegen im durchschnittlichen Bereich.
Nach der Stärkung mit Pommes und Currywurst schauten wir uns in den Museumshäusern über Tage um. Führungen sind nicht notwendig. Kopfhörer für alle Museumshäuser sind an der Kasse erhältlich.
Haus A
Hier können eine umfangreiche Geologie- und Mineralausstellung und die Maschinen zur Erzaufbereitung bestaunt werden.
Haus M
Ist das ehemalige Magazingebäude. Hier befindet sich die kulturhistorische Ausstellung. Besonderes Highlight war für uns eine Nachbildung des Pferdes von Ritter Ramm in einer farbenfrohen Rüstung.
Haus K
Ist die 19910 erbaute Kraftzentrale des ehemaligen Bergwerkes. Sie wurde zu einer Kunsthalle umfunktioniert für wechselnde Ausstellungen.
Haus L ist die ehemalige Lohnhalle/Kaue. Auch hier gibt es diverse Sonderausstellungen. In der Kaue beginnen auch die Führungen unter Tage.
Was gibt es noch?
Buchbar ist eine Führung durch den Rathiefsten Stollen. Dieser stammt aus der Zeit um 1150. Die Führung dauert 4 Stunden inklusive Schärper-Essen unter Tage. Eine Voranmeldung ist erforderlich. Die Führung findet mit maximal 8 Personen statt, die über 16 Jahre alt sein müssen.
Angeboten wird auch die Führung: Bergbauspuren auf Schritt und Tritt. Hier werden die Spuren des alten Bergbaus rund um das ehemalige Erzbergwerk erkundet. Diese geführte Wanderung dauert ungefähr 3 Stunden.
Habe ich etwas vergessen? Ja, es gibt noch eine geführte Tour durch die Aufbereitungsanlage mit dem Motto "Vom Erzbrocken zum Konzentrat", Dauer 80 min, Voranmeldung erwünscht.
Wie hat es uns gefallen?
Mein Kinder waren schwer beeindruckt. Es wurde nicht gemault und nicht gequengelt. Mein Mann und ich sind schon das zweite Mal hier., trotzdem haben wir noch viele interessante Dinge entdecken können, zumal wir uns sehr für den Bergbau in Deutschland interessieren.
Der Preis war durchaus angemessen. 2 Führungen durch den Berg und die Tageskarte für das Museum kostete für 2 Erwachsene und 2 Kinder 38,00 Euro (Familienkarte). Da wir eine Kurkarte hatten, wurden uns nochmals 4 Euro erlassen. Also bezahlten wir nur 34,00 Euro für einen Tag Spaß und Bildung der anderen Art.
Weitere Eintrittspreise sind auf der Internetseite des Bergwerkes einzusehen.
Öffnungszeiten:
Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr
24.+31. Dezember geschlossen.
Die letzte Führung beginnt 16.30 Uhr. Abendführungen auf Anfrage.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Besucherbergwerk zu erreichen mit der Buslinie 808 vom Bahnhof Goslar über Kaiserpfalz. Wer mit dem Auto anreist, findet ausreichend kostenfreie Parkplätze.
Kontakt:
WELTKULTURERBE RAMMELSBERG
Museum & Besucherbergwerk
Bergtal 19
38640 Goslar
Tel: 05321 750-122
Fax: 0 5321 750-130
E-Mail: inforammelsberg.de
Hompage: www.rammelsberg.de
Weltkulturerbe Rammelsberg10
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