Bewertung von leo56 im Detail
leo56
Rosenheim, Deutschland98%
Nach einem Flohmarktbesuch in Guardamar de la Segura wollen wir noch einen Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen. Da wir Guardamar gut kennen, zieht es uns zu unserer Lieblingsbar unweit der N332, über die wir danach den Heimweg antreten wollen. Diese andalusische Bar hatte immer sowohl schmackhafte Tapas als auch gute warme Speisen. Leider müssen wir feststellen, dass sie zum Verkauf ausgeschrieben steht. Schade. Nun gut, direkt daneben sehen wir eine Pizzeria, also nehmen wir die. Es ist kurz vor 13 Uhr und damit noch keine Mittagszeit, die hier erst gegen 14 Uhr beginnt.
Wir sind die einzigen Gäste und setzen uns in den Außenbereich. Drinnen ist bereits fürs Mittagessen gedeckt. Eine junge Frau fragt uns, was wir möchten und wir bestellen erst einmal zwei Kaffee und bitten um die Speisekarte, nachdem sie uns versicherte, dass es bereits Esse gäbe. Da es eine Pizzaria ist, gibt es Pizza, Pizza, Pizza und Pasta. So viel Hunger haben wir nicht. Ein kleiner Teil der Speisekarte ist für spanische Gerichte reserviert und hier gibt es neben einer Tomatensuppe auch Schinken. Käse- oder Salamiplatten. Wir bestellen für jeweils 7 € eine Seranoschinkenplatte und eine Käseplatte und bitten sie, alles auf eine große Platte zu legen, da wir es gemeinsam essen wollen. Sie nickt und bringt nach geraumer Zeit zwei kleine Teller mit wenig Käse und ganz wenig Schinken. Danach setzt sie sich wieder an die Bar, an der bereits ein Mädchen sitzt, das ihr total ähnlich sieht. Zwillinge? Wir haben kein Brot, kein Besteck, keine Servietten.... Ich drehe mich zu ihr um und schon kommt sie und sieht uns fragend an. Ob wir denn etwas Brot bekommen könnten, fragt mein Mann. Ja, sie bringe eins, ist die Antwort. Sie kommt mit einem ungeschnittenen Bocadillo, einer etwas größeren Semmel. Wir sehen uns an und können nicht anders: wir lachen. Sie sieht uns komisch an und geht. Um wenigstens nicht die ganzen Flohmarktbakterien mitzuessen, gehen wir zur Toilette, um die Hände zu waschen. Plötzlich ruft Jemand hinter der Bar Hola! Ich erschrecke wahnsinnig; denn ich hatte Niemanden gesehen. Dann grüße ich den Mann zurück, es ist wohl der Vater der beiden jungen Mädchen.
Kurzum, wir essen unseren Schinken und den Käse mit der Hand und teilen uns redlich die Semmel. Da wir uns zum Essen auch noch eine Cola leisten, zahlen wir schließlich 22 € für etwas, was als Vorspeise vielleicht gerade noch durchgehen könnte. Trinkgeld gibt es heute nicht. Dennoch, in Spanien sind wir seit 2000 immer wieder und Käse- und Schinkenplatten essen wir oft und gern. So etwas ist uns noch nie passiert. Als ich nun auch noch ein paar Fotos mache, bleibt dem Mädchen fast der Mund offen stehen, sie stellt sich in die Tür und sieht uns nach. Wir werden hierher mit Sicherheit nie wieder kommen.
Pizzeria Dolce Nonna3
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Publikum
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Küche
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Service
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Ereichbar ist die Pizzaria gut. Entweder von Norden her durch Guardamar durchfahren und bevor es auf die N332 geht, links in eine kleine Parallelstraße fahren. Oder von Süden her gleich nach der Abbiegung von der N332 rechts anhalten.
Es gibt sehr viele Pizzas und einige Pasta. Warme spanische Gerichte gibt es nicht, von der Tomatensuppe mal abgesehen. Die Auswahl an alkoholischen Getränken ist ausreichend, Weine aus Italien und Spanien und spanisches Bier neben einer Vielzahl harten Sachen. Daneben gibt es Cola und Wasser oder eben Kaffee.
Es ist komisch, wenn man in Spanien ganz alleine in einem Lokal sitzt. Irgendwas stimmt nicht und selbst als wir dann wieder gingen, kam kein weiterer Gast, obwohl die Mittagszeit der Spanier schon begonnen hatte und gerade sonntags auch viele Spanier gern zum Essen gehen. Der Schinken und auch der Käse schmeckten sehr gut, auch der Kaffee war sehr gut. Allerdings waren die Platten für die daraufbefindliche Menge viel zu teuer. Auch in anderen Restaurants kostet eine Platte etwa 7 €, aber es ist sonst mindestens um die Hälfte mehr drauf.
Aber ein Essen ohne Brot und ohne Besteck, selbst ohne Servietten, ist eine Zumutung und nicht akzeptierbar. Ungewöhnlich auch, dass der Wirt seine einzigen Gäste nicht begrüßt, sondern hinter seiner Bar hocken bleibt und wartet, dass der Gast zu ihm kommt, um ihn dann mit einem polternden Hola zu erschrecken. Wir hatten das Gefühl, die Sonntags-Siesta der Familie gestört zu haben.