Bewertung von Graefin im Detail
Graefin(45)
Lüdenscheid, Deutschland97%
Nun war ich zum 3. Mal innerhalb von 3 Jahren in Hamburg und _mußte_ nun auch endlich mal zum Alten Elbtunnel! Es ist schließlich eine Bildungslücke, wenn man ihn nicht kennt. Zumal ich durch den neuen schon mit dem PKW gefahren bin.
Viel berichten kann man ja nicht, einiges steht fest, nur ein paar Eindrücke möchte ich Euch schildern.
Doch vorab einige Dinge, die man erwähnen muß, die dazu gehören und die Geschichte sind.
WISSENSWERTES
1901 wurde mit der Planung begonnen. Zahlreiche Probleme führten dazu, daß man eine Lösung suchte, die Elbe zu überqueren, ohne den Schiffsverkehr mit Fähren und kleinen Booten zu stören. Höheres Verkehrsaufkommen erschwerte die Überquerung, mehr Menschen mußte zur Arbeit zu den Werften auf der anderen Seite. Die Fähren konnten außerdem bei Nebel und Eis nicht fahren, Arbeiter mußten Umwege von 12 km machen, was Verspätungen und Lohnkürzungen zur Folge hatte.
Brücken kamen ebenfalls in Frage, hätten aber auch den Schiffsverkehr behindert. So wurde ein Tunnel unter der Elbe geplant und 1907 mit dem Bau begonnen.
24 m tief wurde unter der Elbe eine Röhre mittels Druckluft gegraben. Sie sollte das Eindringen des Wassers verhindern. Es gab keine Einfahrten, sondern man kam mittels Aufzug nach unten. Fußgänger mußten zu Fuß hinunter und wieder hinauf gehen. Später kamen Rolltreppen, die durch Aufzüge ersetzt wurden.
Auf einer Breite von 14 m wurden 2 Röhren gegraben, die einzeln 1,92 m breit waren und für Pferdefuhrwerke ausgelegt waren. 449 m lang sind die Röhren.
Am 07.05.1911 wurde der St.Pauli-Elbtunnel als Verbindung der Ortsteile St. Pauli und Steinwerder eröffnet. Heute heißt er Alter Elbtunnel, um den Unterschied zum Elbtunnel zu behalten.
Auf der St.Pauli-Seite erinnert das Gebäude mit den Aufzügen an das Pantheon in Paris, in Steinwerder ist es einfach ein Haus ohne Besonderheiten. Von hier kann man auf das Gelände der Werft Blohm & Voss sehen.
Seit 2008 nutzen ca. 300000 Auto-, 63000 Radfahrer und 700000 Fußgänger jährlich den Tunnel.
Bei der Eröffnung zahlten Pferdegespanne, PKW, geführte Pferde und Esel 50 Pfennig, LKW u. a. waren gewichtsabhängig. Hundebesitzer mußten für ihre Vierbeiner 10 Pfennig bezahlen.
Fußgänger + Radfahrer können zu jeder Zeit und kostenlos auf die andere Seite, motorisierte Nutzer wie PKW, Motorräder usw. dürfen nur Mo. Fr. 5.30 - 20 Uhr gegen ein Entgelt von 2,- Euro die Aufzüge nutzen.
AB IN DIE TIEFE
Wir waren an einem Samstag dort und mußten nicht auf PKW Rücksicht nehmen oder sie auf uns. Ich hatte am Freitag gesehen, daß PKW nur mittels Einweisung in St. Pauli in die Aufzüge fahren durften.
Leider ist der Bau an den Landungsbrücken eingerüstet und wird restauriert. Wie auch die Tunnelröhren bis 2011 restauriert werden, da bereits Fliesen abfallen.
Ich war sehr gespannt. Ich hatte schon einiges über den Tunnel gelesen, konnte mir aber so recht nicht vorstellen, wie man unter einem Fluß herlaufen kann
Ja, was soll ich sagen. Der Bau selbst ist beeindruckend. Ich denke immer daran, daß das in einer Zeit gebaut wurde, in der es nicht selbstverständlich war jede Menge Technik und Sicherheitsmaßnahmen zu haben. Umso erstaunlicher ist es, daß in der Bauzeit nur 2 Arbeiter durch Unfälle starben.
Man kann samstags bequem hinüber laufen. Die Kacheln an den Wänden sind schon teilweise erneuerungsbedürftig, die Reliefs aber sehr schön. Sie erinnerten mich an die Nautilus.
ANGEKOMMEN
Auf der anderen Seite ist es unspektakulär. Wenn nicht gerade in der Werft ein Schiff liegt, gibt es nichts zu sehen. Wir hatten Glück, es lag seit 2 Tagen die neue AIDALuna im Trockendock.
Und dann gingen wir wieder zurück. Man muß es gesehen haben. Es gehört zu Hamburg wie die Landungsbrücken und wie die Reeperbahn!
Die Fotos in der Röhre sind nicht so gut geworden, aber man kann es sich vorstellen.
Alter Elbtunnel7