Bewertung von Ratte im Detail
Ratte
Hamburg, Deutschland95%
Im Herzen des Hamburger Hafens, am Rande der Hamburger Altstadt, liegt die Speicherstadt die zum größten Teil, seit 1991, dem Denkmalschutz unterstellt ist.
Hier stehen wunderschöne Speicherhallen und Speicherhäuser, die von Fleeten durchzogen sind.
In ihnen also den Speicherhäusern - lagern Gewürze, Teppiche, Kaffee, Kakao, Rohseide, Tee, Rum, Trockenfrüchte, Nüsse, moderne Geräte und noch vieles mehr.
Die ganze Speicherstadt ist meist (grade im Sommer) mit einem Hauch des Duftes nach fremden Gewürzen durchzogen.
+++ Warum wurde die Speicherstadt erschlossen? +++
Die Speicherstadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf der Brookinsel im Hamburger Zollhafen errichtet und war damals (und ist auch noch heute) der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt(!) von 1,5 km Länge.
Der Anlass des Baus war der Anschluss der Stadt Hamburg an das Zollinland des Deutschen Reiches von 1888.
Nur im Freihafen konnte man nun noch zollfrei handeln.
Die geschäftstüchtigen Hanseaten haben damals nicht lange überlegt, und rissen sämtliche Wohnquartiere der Hafenarbeiter im Freihafen ab.
Die Arbeiter und ihre Familien (rund 23.000) wurden in entfernte Stadtteile (z.B. Winterhude und Barmbek) umgesiedelt.
Leider ging dabei auch das malerische Barockviertel mit Kaufmannsgrachten und Arbeiterhöfen vollständig verloren.
In der Speicherstadt konnten die Händler nun ihre Waren zollfrei lagern.
Erst seit dem Jahre 2003 ist die Freihafengrenze verlegt und die Speicherstadt gehört seit dem nicht mehr zum Freihafengebiet.
Dieses geschah im Zuge des Baus der neuen
+++ HafenCity +++
im Bereich zwischen der Altstadt und Klostertor.
Auf den dortigen 155 Hektar Land sollen etwa 5.500 Wohnungen und um die 20.000 Arbeitsplätze neu entstehen.
Ein großes und langwierig geplantes Projekt auf dessen Ergebnis man mehr als gespannt sein kann!
Ca. noch 15 Jahre (Ende voraussichtlich 2020) wird der komplette Bau dauern.
Aber auch heute schon staunt der Laie und der Fachmann wundert sich wie sehr sich die Optik des dortigen Hafenteils schon verändert hat!
+++ Die Speicherblöcke +++
Die Speicherstadt wurde gebaut in 3 Bauanschnitten und bestand am Ende aus 22 sieben bis achtstöckigen Speicherblöcken (Lagerhäusern) die zusammen eine Gesamtfläche von ca. 330.000 Quadratmetern ergaben.
Der Einfachhalts halber wurden sie mit Buchstaben benannt.
Wegen dem Elbuntergrund wurden die Gebäude auf tief (12 Meter) in den Elbgrund gerammte Eichenpfähle errichtet. Insgesamt waren es an die 3,5 Millionen Pfähle die verbaut wurden.
Die Luken zum be- und entladen sind von den Fleeten aus zu erreichen.
Allgemein ist jedes der Lagerhäuser grundsätzlich einmal von der Wasser- und einmal von der Landseite aus zu erreichen.
+++ Fleetfahrten +++
Ich kann die angebotenen Fleetfahrten sehr empfehlen!
Sie starten dreimal täglich vom Alteranleger Jungfernstieg.
Saison ist hier ab dem 01.04. bis 29. Okt.,
Dauer 2 Stunden
und der
Preis liegt bei 15€ für einen Erwachsenen.
+++ Die Speicherstadt heute +++
Heute noch sind die Gebäude in einem sehr guten Zustand und bieten mit ihren dicken, frostsicheren Wänden perfekte Lagerbedingungen für verderbliche und feuchtigkeitsempfindliche Güter die nicht zum sofortigen Verkauf bestimmt sind.
In ihrem Inneren herrschen kaum Temperaturschwankungen.
Einige der Gebäude werden allerdings inzwischen als Büro- und Veranstaltungsgebäude genutzt, jedoch der Großteil ist bis heute Speicher geblieben.
Hauptsächlich sind es Teppiche die dort gelagert werden. Bestimmt zu Im- und Export nicht nur für den europäischen Markt, sondern auch nach Übersee bis Australien und Nordamerika.
Hamburgs Speicherstadt verfügt in diesen Jahren über das größte Teppichlager der Welt!
+++ Der Bau +++
Der Bau der Speicherstadt dauerte von 1885 bis 1912.
Die Häuser der Speicherstadt sind alle einheitlich im Stil der Backsteingotik gebaut.
Ihr romantisches Aussehen bekommen sie durch ihre Giebel, Erker, Zinnen und die grüne Kupferhauben.
Verantwortlich für diese Bauweise und diesen Stil war ein Herr Franz Andreas Meyer.
Dieser Mann war damals der erste Vorsitzende des Architekten- und Ingenieurvereins in Hamburg und somit die erste Person wenn es um Gestaltung und Planung des Bauvorhabens Speicherstadt ging.
Zwar hat auch die Speicherstadt im Zweiten Weltkrieg Schaden erlitten, aber im Allgemeinen ist sie weitgehend verschont geblieben, es gab keinen unersetzlichen Schäden.
Ein Herr W. Kallmorgen wurde damals mit der Aufgabe betraut den Wiederaufbau der zerstörten Teile zu leiten. Kleinere Schäden wurden originalgetreu wieder aufgebaut, komplett zerstörtes wurde durch Neubauten ersetzt (so z.B. der Kaispeicher A, ehemalig Kaiserspeicher).
+++ Brooktor / Brookinsel +++
Am Brooktor, dem Platz wo mit dem Bau der Speicherstadt begonnen wurde, steht eine Bronzestatue von Klaus Störtebeker.
Ein berühmt berüchtigter Seeräuber, der schon lange vor dem Bau der Speicherstadt den Handel um Hamburg schwer gemacht hat.
Er wurde nebenbei 1401 auf dem Hamburger Grasbrook enthauptet aber das ist eine andere Geschichte.
Westlich der Speicherstadt endet die Brookinsel an der Kehrwiederspitze.
Hier haben damals die Schiffe ihre Waren abgegeben und haben gewendet um wieder in Richtung des offenen Meeres zu fahren.
Von hier hat man einen weiten, wunderbaren, Blick auf die Nordelbe und den Hamburger Hafen.
+++ Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln +++
Am dichtesten heran gelangt man mit der
U-Bahn (U3) bis Baumwall
oder
U-Bahn (U1) bis Messberg.
+++ Brücken +++
Diverse Brücken, welche die Fleetinseln miteinander verbinden, gibt es in der Speicherstadt zu sehen, zu begehen oder auch zu befahren.
Da sind u.a.
- Brooksbrücke,
- Holländische Fleetbrücke,
- Jungfernbrücke,
- Kannengießerortbrücke,
- Neuerwegsbrücke,
- Pickhubenbrücke,
- Wandrahmsfleetbrücke,
- Kornhausbrücke,
- Poggenmühlenbrücke,
- Wandbreiterbrücke,
- Kannengießerbrücke u.v.m.
Laut Statistik hat Hamburg allgemein mehr Brücken als Venedig!
+++ Museen / Ausstellungen +++
Auch gibt es in der Speicherstadt einige sehr interessante Museen und Ausstellungen zu begucken.
Da wäre das
- ´Deutsche Zollmuseum´ das 1992 eröffnet wurde
(Alter Wandrahm 15a 16, Di bis Do 10 17 Uhr, Eintritt frei),
oder auch das
- ´Hot Spice Gewürzmuseum´ kurz danach 1993 eröffnet
(Stadttorkai 32, Di bis So 10 17 Uhr, Erw. 3 € inkl. Gewürzprobe).
Dann ist da noch
- Die ehemalige ´Hamburger Kaffeebörse´ die heute einmal im Monat als Tanztempel genutzt wird.
Des weitern
- Das ´Speicherstadtmuseum´
(St. Annenufer 2, Di bis So 10 - 17 Uhr, Erw. 3 €).
Von hier aus werden auch sehr informative Führungen durch die Speicherstadt gestartet.
Seit jüngstem gibt es
- Die Dauerausstellung ´Miniatur Wunderland Hamburg´
(Kultur & Gewerbespeicher / Speicherstadt Kehrwieder 2 Block D, Erw. 9 €)
und natürlich
- Der ´Hamburger Dungeon´
(Kehrwieder 2, 11 bis 18 Uhr, Erw. 13 €).
- Im Sommer spielt das Theater ´Hamburger Jedermann´ unter freiem Himmel und dieses bereits im 12. Jahr.
Sehr beeindruckendes Schauspiel!
(Theater in der Speicherstadt, Auf dem Sande 1).
Dann haben wir da noch
- Das ´Spielzeugmuseum Dachbodenbande´
(Kehrwieder 4, 10 bis 18 Uhr, Erw. 6 €).
Spielzeug wie zu Großmutters Zeiten findet man hier. Sehr zu empfehlen!
Nicht vergessen sollte man
- ´Dialog im Dunkeln´
(Alter Wandrahm 4, Di.-Fr. 9 17 Uhr, Sa./So. 12 19 Uhr, Erw. 10 €)
Einmal das Gefühl haben blind zu sein!
Klingt grausam, ist aber eine Erfahrung die man gemacht haben sollte.
Verschiedene Themenbereiche werden hier vorgestellt und das in völliger Dunkelheit. Und wer will kann hinterher den Versuch starten im Dunkeln zu speisen.
Zuletzt noch
- Das ´Kesselhaus´ in dem sich eine Ausstellung über die Hamburger HafenCity befindet Hamburgs großes Projekt der Zukunft
(Sandtorkai 28, Di bis So 10 - 17 Uhr).
+++ Meine Meinung +++
Mir gefällt es immer wieder von den Landungsbrücken aus ein Stückchen an der Elbe entlang und dann über eine der Brücken (Kibbelstegbrücke) in die Speicherstadt zu gelangen und da ein bisschen butschern zu gehen.
Man kann auch den etwas umständlicheren Weg wählen und durch den Alten Elbtunnel, durch den Zollhafen und dann immer links weiter laufen bis man über Sandtorkai automatisch in die Speicherstadt gelangt.
Hier sollte man allerdings aufpassen dass man nicht falsch geht, denn sonst hat man sich schnell bei den Schuppen verlaufen.
Ich wünsche viel Spaß beim erkunden!
Speicherstadt9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Zustand
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Historische Bedeutung