Bewertung von joanbaez im Detail
joanbaez
Hamburg, Deutschland98%
Wer Hamburg kennt, der weiß wie viele Gesichter Hamburg hat. Viele glauben, dass Hamburg eine große und laute Stadt ist. Denn Begriffe wie die Reeperbahn, die Hafenstraße, Die Große Freiheit und der Hamburger Hafen passieren die Welt. Doch Hamburg hat so viel mehr zu bieten.
Ich bin ganz im Nordosten von Hamburg aufgewachsen und lebe hier auch wieder. Eigentlich erinnert hier nichts an eine große Stadt. Hier ist alles noch ein wenig verträumt, ruhig und fast schon ländlich. Ich rede vom Stadtteil Volksdorf, der direkt an Schleswig Holstein grenzt. Aber ich will heute nicht über den Stadtteil schreiben, sondern über das Museumsdorf, der im Herzen dieses kleinen und unscheinbaren Vorortes lie
Das Ausflugsziel
Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um ein Museum. Aber nicht in der herkömmlichen Art. Sondern in der Form eines Dorfes. Der richtige Begriff ist Freilichtmuseum. Die wunderschöne Lage direkt an einer kleinen Wald und Parkanlage mit einem kleinen See macht es zu einem besonderen Ausflugsziel, das schon einige Stunden in Anspruch nehmen kann. Wer den ganzen Tag hier verbringen möchte, dem bietet Volksdorf ein Moorfreibad, eine Schwimmhalle mit Saunen, Außenbecken und Whirlpool. Ferner gibt es ein Kino, mehrere Spielplätze und die Teichwiesen kann denen man einen schönen, langen Spaziergang.
Für den kleinen und großen Hunger bieten sich viele Straßencafes, tolle Restaurants und zwei Imbissen an. Da die Menschen hier wohnen und arbeiten sind die Preise wie in jeder Stadt und Ort.
Die Öffnungszeiten
Eigentlich ist es immer geöffnet. Denn die alten Häuser und die Tiere sind nicht ummauert. Lediglich der Zugang auf das Gelände wird außerhalb der regulären Besuchszeiten gesperrt. Das macht auch Sinn. Wie schnell kommt man in die Versuchung beim Anblick junger Lämmer, kleinen Zicklein und Fohlen in der Tasche nach einem Leckerli“ zu suchen. Der Reiz die Tiere zu füttern ist sehr groß. Aber auch die alten Kutschen und bäuerlichen Werkzeuge bedürfen einer großen Pflege und Obhut.
Aber bei einem Spaziergang durch den Horst kleines Waldgebiet mit See“ kann man das Museumsdorf und die Tiere gut betrachten. Es wirkt, als wäre man auf dem Lande und geht an einem Bauernhof vorbei, den man ja auch nicht einfach betritt.
Geöffnet ist das Gelände Di-So: 9:00-17:00 Uhr
Die Eintrittspreise
Es kostet nichts. Nein, das ist kein Scherz. Es gibt kein Kartenhäuschen, keine Warteschlangen und keine Tickets. Jeder kann während der Öffnungszeiten frei auf dem Gelände bewegen.
Die Tiere dürfen in ihren Gehegen gestreichelt und gefüttert werden. Das Futter sollte oder muss aus dem bereitstehenden Automaten gezogen werden. Im Sommer kann man aber auch gern versuchen mir den Grashalmen die Tiere anzulocken.
Allerdings ist nicht alles kostenlos. Für eine Kutschfahrt wird natürlich Geld verlangt
Heimatkundliche Rundfahrten, mit Kutscher der auch als Führer eingesetzt zahlt man für ca. 1,5 Stunden .für eine Gruppen bis 7 Erwachsene 100,00 €. Kinder dürfen natürlich auch mit.
Wer gerne einen Blick in die Häuser und auf das Leben von früher werfen möchte, kann an einer Führung teilnehmen. Die Führungen beginnen jeweils um 15.00 Uhr und dauern ca. 90 Minuten Preis: 3.--€ für Erwachsene und 1.--€ für Kinder.
Für alle Verliebten, die sich mit Hochzeitsgedanken beschäftigen gibt es hier eine ganz besondere Möglichkeit sich das Jawort zu geben. Das Standesamt Hamburg-Wandsbek und das Museumsdorf Volksdorf machen's möglich. Es darf hier im Dorf geheiratete werden, ganz offiziell. Wer interessiert ist, sollte auf die Webseite gehen. Und sich dann nach den Preisen erkundigen, die natürlich vom Umfang der Zeremonie und der Feier abhängig sind.
Das Dorf und meine Eindrücke
Leider weiß ich die qm Zahl des Geländes nicht. Das Dorf besteht aus 7 Häusern. Es sind Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Drei der Gebäude stehen an ihrem Originalplatz, die anderen wurden aus der Umgebung in das Museum versetzt oder nach alten Gebäuden neu errichtet. Zwischen den Häusern befinden sich einige Tiergehege. Hier gibt es Ziegen, Schafe und Pferde.
Natürlich laufen auch Enten schnatternd auf dem Hof herum. Und drei ? Katzen treiben hier auch ihr Unwesen. Deshalb müssen Hunde unbedingt angeleint werden. Wie schon oben erwähnt dürfen die Tiere, sehr zur Freude der Kinder, gestreichelt und gefüttert werden. Das Betreten der Gehege ist allerdings verboten.
Da die Häuser nur zur Zeit der Führung geöffnet sind, kann man sie Nicht betreten. Aber ein Blick durch die kleinen Butzenscheiben lohnt sich trotzdem. Es würde jetzt zu weit gehen wenn ich jedes Haus genau beschreiben würde. Denn jedes ist ein Bericht wert. Deshalb schneide ich nur die wichtigsten Einrichtungen an.
Der Harderhof
Der Harderhof ist das jüngste Bauernhaus des Museumsdorfes. Dieses Fachwerkhaus wurde 1757 hier errichtet. Es ist also eines der Originalen. Bis 1935 wurde es als Bauernhaus genutzt. Leider ist er 1967 innen ausgebrannt. Wurde aber fast original wieder aufgebaut. Hier findet man ein Esszimmer und viele Geräte und fuhren die die Bauern damals genutzt haben.
Das Spiekerhaus
Auch das stammt aus dem 17. Jahrhundert. 1965 wurde es in seinen jetzigen Zustand hergerichtet. Äußerlich ist es, bis auf seinegroßen Fenster, wieder in seine alte Form hergerichtet.
Für uns Anwohner ist es wohl das interessanteste Haus. Hier finden Konzerte, Theateraufführungen und andere kleine Veranstaltungen Stadt.
Die Durchfahrtsscheune
Dieses Haus wurde aus Schnakenbek hierher versetzt. Erbaut wurde es 1662. Diese Scheune völlig offen, der Besucher kann alle Details ansehen. Hier stehen die Kutschen, Erntegeräte und eine Feuerspritze. Früher wurden hier die Wagen be- und entladen.
Natürlich haben auch die anderen Häuser ihre Geschichte. Aber um die zu erzählen müsste ich selbst im Internet nachschauen, da ich lange keine Führung mitgemacht habe.
Mein letzter Besuch
Eigentlich bin ich einmal die Woche mindestens am Museum. Hier liegen meine Lieblingsrestaurants und der Fußweg zu einer Freundin. Deshalb nehme ich es nur noch selten bewusst wahr. Doch gestern hatte ich Freunde mit Kindern zu Besuch. Ihnen wollte ich die Tiere und das Dorf zeigen.
Das war eine Superidee, denn es war schon Nachwuchs da. Im Ziegengehege springen gerade 3 kleine Zicklein mit ihren Müttern herum. Es fragwürdig fand ich es, dass der Bock angeleint war. Doch das sicherlich seinen Grund. Die jungen Ziegen sind nicht ans Gatter gekommen. Doch die Ziegen waren neugierig und hofften auf Futter. So konnten wir diese streicheln.
Aber es gab auch schon oder noch Lämmer. So ganz winzig waren sie nicht mehr, aber immer noch drollig und verspielt. Einige Schafe kommen sofort ans Gatter. Ich hatte ganz vergessen, wie sich ein Schaf anfühlt. Ein sonderbares Gefühl übermannte mich, als ich dem einen die Ohren krauelte und es sich dabei auf die Hinterbeine Stelle und sich am Gatter stütze. Wir standen auf Augenhöhe voreinander und schauten uns an. Dieses Schaf konnte gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen.
Großes Interesse erzeugten natürlich die Pferde bei den Kindern. Am liebsten wären sie geritten oder hätten mit uns eine Kutschfahrt gemacht. Aber schnell waren sie auch durch die Katzen abgelenkt, die sich im Gras sonnten. Und die Enten füttern fanden sie dann auch ganz klasse.
Wir hatten noch mehr Glück. Der Harderhof stand offen und wir konnten ein Blick hinein werfen. Wenn man es betritt ist es wie eine Reise in eine andere Zeit. Irgendwie erscheint alles etwas unwirklich. Die Erntegeräte kamen mir riesig und unsagbar schwer vor. Der große Esstisch mit seiner Feuerstelle ist schon beeindruckend. Ich konnte es mir richtig vorstellen wie die Großfamilie hier gemeinsam gegessen und zusammen gesessen hat. Alle Haushaltsgeräte und Geschirr sind vorhanden und angerichtet. Die Dönsen (Wohnräume) waren leider geschlossen.
Es ging recht rege gestern auf dem Hof zu. Denn am Sonntag findet der Bauernmarkt wieder statt und musste vorbereitet werden. Kartoffeln, Gemüse, Fleisch, Honig, Brot... alles kann man dann hier frisch vom Erzeuger kaufen. Letztes Jahr gab es auch einen Keramik und einen Pflanzenstand. Auch viele Informationstafel über die Produkte, die Anpflanzung und der Geschichte des Museumsdorfes werden aufgestellt.
Museumsdorf Volksdorf9