Bewertung von Graefin im Detail
Graefin(45)
Lüdenscheid, Deutschland97%
Bei unserem Aufenthalt am letzten Februar-Wochenende in Hamburg hatte ich einige Stunden Zeit, die ich allein verbrachte, denn meinen Mann hatte ich im MiWuLa abgeben. Da Sonntag war, brauchte ich nicht in die Geschäftstraßen gehen, Geld ausgeben konnte ich ohnehin nicht.
So kam ich dazu, einige Ausstellungen zu besuchen, die Wachsfiguren im Panoptikum war auch dabei.
ERREICHBARKEIT
Man kommt dort mit dem PKW hin, allerdings ist es schwierig, zu parken.
Wir hatten die Hamburg-Card, so fuhr ich mit dem ÖPNV. Die U3 Haltestelle St. Pauli ist am nächsten. Oder die S1 oder S3 Haltestelle Reeperbahn, hier muß man aber einige Meter die Reeperbahn hinauflaufen, Richtung Spielbudenplatz.
Es ist leicht zu finden, denn direkt daneben ist das Musical von Udo Jürgens.
EINTRITTSSPREISE + ÖFFNUNGSZEITEN
Normalerweise zahlen Erwachsene pro Person 5,- Euro; Kinder/Jugendliche bis 18 3,- Euro;
Schüler, Studenten und Senioren ab 65 zahlen 50 Cent weniger.
Bei Gruppen ab 15 Personen verringert sich der Preis für Erwachsene um 1,- und bei Kindern/Jugendlichen um 0,50 Euro.
Hat man die Hamburg-Card, zahlt man nur 4,- Euro als Erwachsener.
Eine elektronische Hörführung kostet 0,50 Euro. Ich habe sie aber nicht genutzt und weiß daher nicht, was man dort hörte.
Geöffnet ist die Ausstellung:
Mo. Fr. 11 21 Uhr
Samstag 11 24 Uhr
Sonntag 10 21 Uhr
GESCHICHTE
1879 wurde das Panoptikum von Friedrich Hermann Faerber, Holzbildhauer, am Spielbudenplatz im Hamburger Ortsteil St. Pauli gegründet und ist seitdem in Familienbesitz. Der heutige Leiter in 4. Generation ist Dr. Hayo Faerber, der Urenkel des Gründers.
Vor 1943 befanden sich dort 300 Figuren, dann wurde das Haus durch Brandbomben zerstört und nur einige Figuren konnten gerettet werden. Einige Räume konnten wieder aufgebaut werden und so wurde 1948 die Ausstellung wieder eröffnet. 1959 wurde am gleichen Standort das heutige Gebäude im 50er-Jahre-Stil errichtet.
Man kann heute über 120 Persönlichkeiten aus allen Bereichen treffen: Politik, Sport, Musik und Film. Außerdem findet man medizinisch interessante Details und ein Gruselkabinett.
In einem Filmvortrag kann man sich ausruhen und lernen, wie eine Wachsfigur entsteht. Dies ist auch immer wieder in Schaukästen zu sehen.
Bis 1953 fertigten der Gründer und sein Sohn Herrmann selbst die Figuren, heute werden sie von den Bildhauern Saskia Ruth und Gottfried Krüger hergestellt. 4 8 Monate dauert die Herstellung einer Figur und kostet ca. 20000,- Euro.
EVENTS
Lernen kann man mit der Rallye, Kinder werden mit der Piratenmaus Pauli P. zur PANOPTIKUM TOUR durch die Ausstellung geführt.
Firmen können neue Produkte vorstellen, Empfänge, Lesungen und Konferenzen halten; Geburtstage und andere Ereignisse werden hier gefeiert und Filmteams nutzen die Ausstellung als Drehort und Kulisse.
Benötigt man Hilfe bei der Auswahl der Catering-Firma, bekommt man sie auch vom Team des Panoptikum.
WICHTIGES
Die Ausstellung ist nicht für Rollstuhlfahrer geeignet, soweit ich das beurteilen kann. Es gibt keinen Aufzug.
Toiletten sind vorhanden und auch sauber. Allerdings nur jeweils eine und die auch recht klein. Aber egal, sie erfüllen ihren Zweck und sind kostenlos, was in Hamburg nicht selbstverständlich ist.
LOS GEHTS
Ich kam gegen 11 Uhr am Sonntag an und konnte sofort hinein gehen, es war leer. Die Kasse selbst ist draußen. Ich zahlte durch die Hamburg-Card 4,- Euro.
Man kommt hinein, eine weitere Angestellte entwertet die Eintrittskarte und gibt Informationen zur elektronischen Hörführung. Ich sah es bei den anderen: man hält es an die Schilder der Figuren und kann dann die Informationen abrufen. Andere Besucher hören nichts, werden also nicht gestört.
Außerdem bekommt man Verhaltensregeln auf den Weg: Filmen und fotografieren erlaubt, aber ein Mindestabstand ist unbedingt einzuhalten, da sonst der Alarm losgeht. Zwischendurch hörte man den einen oder anderen, es piepte laut. Naja, ich wollte nicht Arm-in-Arm mit dem Papst auf ein Foto
Einige Figuren sind hinter Absperrungen, andere wieder einfach so in den Raum gestellt, so daß man sie durchaus umlaufen konnte.
Auf 3 Etagen findet man längst verstorbene und noch lebende wichtige oder unwichtige Persönlichkeiten.
Man trifft also tatsächlich den derzeitigen Papst, kann mit Frau Merkel und Herrn Schröder einen Sekt äh, Verzeihung Champagner trinken, sich mit Kohl und Genscher zu einer Brotzeit zusammen setzen und mit Harry Potter die neuesten Zaubertricks besprechen. Grönemeyer bringt seine neuesten Hits zum Besten, Michael Schumacher winkt lässig vom Balkon, Erik Ode klärt Verbrechen auf Staatschefs diskutieren Probleme aus längst vergangenen Zeiten
Gruselig hinter einem Vorhang ist die Folterkammer, wer es nicht sehen will, läßt den Vorhang zu. Krankheiten und Anomalien werden ebenfalls gezeigt.
Hans Albers singt mit Freddy Quinn und Madonna auf gleicher Etage, wenn die Beatles gerade Pause machen. Inge Meysel und Heinz Rühmann sitzen bei Pablo Picasso auf dem Balkon und erzählen sich Filmgeschichten.
Von manchen Personen war ich enttäuscht: Romy Schneider ist nur zu erkennen, weil sie als Kaiserin Elisabeth im typischen weißen Kleid dort steht. Julia Roberts ist nur durch das Namensschild zu erkennen, Thomas Gottschalk ist zwar erkennbar, aber nicht wirklich gut getroffen. Ich kenne das Madame Tussauds in London, wo man sich bei dem einen oder anderen entschuldigte, weil man den Unterschied echt/unecht nicht erkannte.
Prinzessin Diana ist dann wieder klar erkennbar, Königin Sylvia nicht. Ich weiß nicht, woran es liegt.
Es ist sicher alles sehr interessant, auch die Darstellung der Krankheiten, aber noch einmal würde ich nicht hinein gehen. Preis-Leistung ist okay, 4,- Euro sind nicht zu teuer.
Die Ausstellung ist abwechslungsreich und sinngemäß aufgebaut, kleine Stuhlgruppen bieten die Möglichkeit, sich zu setzen und alle Eindrücke wirken zu lassen. Oder einfach die anderen Besucher zu beobachten, die unbedingt mit Robbie Williams aufs Foto wollen!!
Einige Fotos zeigen Euch den einen oder anderen. Sie sind nur mit dem Handy aufgenommen. Seht selbst, wen Ihr erkennt!
Panoptikum5