Bewertung von squarerigger im Detail
squarerigger
Kandel, Deutschland97%
Nach meinem Bericht über die "Cap San Diego" möchte ich nun über ein weiteres maritimes Denkmal in Hamburg berichtet, nämlich über das Museumsschiff "Rickmer Rickmers". Man findet dieses an seinem grünen Rumpf und seinen hohen Masten leicht erkennbare Segelschiff an Brücke 1 der St. Pauli-Landungsbrücken, am sog. Fiete-Schmidt-Anleger. Verlässt man die U- und S-Bahnstation Landungsbrücken, so muß man seinen Kopf nur leicht nach links drehen, um vor sich das Rigg der "Rickmer Rickmers" aufragen zu sehen.
Das Schiff wurde 1896 auf der Bremerhavener Rickmers-Werft, einer der bekanntesten und besten deutschen Segelschiffswerften, für die gleichnamige Rickmers-Reederei gebaut; ursprünglich war es als Vollschiff getakelt, d.h. alle drei Masten trugen Rahsegel. Im Jahre 1904 takelte man das Schiff vom Vollschiff zur Bark (d.h. nur Fock- und Großmast waren rahgetakelt) um. 1912 wurde es an eine Hamburger Reederei verkauft und segelte unter dem Namen "Max" in der chilenischen Salpeterfahrt, ehe es 1916 in Portugal beschlagnahmt wurde. Bis 1962 fuhr das Schiff unter dem Namen "Sagres" als Schulschiff der portugiesischen Kriegsmarine, ehe es durch die "Sagres II" (die ehemalige "Albert Leo Schlageter" aus der "Gorch Fock"-Baureihe) abgelöst wurde. Danach lag der Rumpf bis 1983 als Depotschiff in Portugal.
1983 schließlich wurde das Schiff vom Verein "Windjammer für Hamburg e.V.", der sich zum Ziel gesetzt hatte, einen Windjammer als Museumsschiff nach Hamburg zu holen, erworben, nach Hamburg verschleppt und komplett restauriert. Seit 1987 liegt das Schiff nun an den Landungsbrücken und kann dort besichtigt werden.
Mit ihren folgenden Abmessungen ist die "Rickmer Rickmers" ein typisches Beispiel für die großen deutschen Segelschiffe aus der Zeit um die Jahrhundertwende:
Länge: 97,00 m
Breite: 12.20 m
Tiefgang: 6,00 m
Segelfläche: 3.500 qm
Die "Rickmer Rickmers" kann heute täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Der reguläre Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 3,00 Euro (bei Gruppen 2,50 Euro, bei Vorlage einer Hamburg-Card 2,30 Euro). Schüler und Studenten zahlen regulär 2,50 Euro (bei Gruppen 2,00 Euro, bei Vorlage einer Hamburg-Card 1,80 Euro). Weitere Rabatte gibt es für Kinder, Familien und Behinderte.
Auch wenn das Schiff unter Deck doch recht stark verändert wurde, indem man aus den Laderäumen Ausstellungsräume baute, so vermittelt die "Rickmer Rickmers" dennoch ein vortreffliches Bild über das Leben an Bord der großen Windjammer um die Jahrhundertwende. Insbesondere an Deck ist fast alles noch im Originalzustand; Brücke, Unterkünfte, Kombüse, Messe, etc. können besichtigt werden. Gerade für Menschen wie mich, die sich sehr stark für Segelschiffe begeistern können, ist dieses Schiff etwas ganz besonderes, da es aufgrund des weitestgehenden Originalzustandes sehr anschaulich zeigt, wie damals an Bord der Schiffe gelebt und gearbeitet wurde - insbesondere einige technische Neuerungen, die zu jener Zeit entwickelt worden waren, z.B. die großen Brasswinden, sind auch heute noch mehr als beeindruckend, da sie die Segelschifffahrt auch gegen Ende ihrer kommerziellen Nutzung (gegen 1896 war das Ende der Handelsschifffahrt unter Segeln durchaus schon am Horizont zu erkennen) revolutionierten.
Unter Deck findet man mehrere Ausstellungsräume, von denen einer eine hochinteressante Ausstellung über die wechselhafte Geschichte des Schiffes selbst beinhaltet. In einem weiteren Ausstellungsraum finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt. Vom 18.01.05 bis 03.04.05 wird man dort z.B. die Ausstellung "Meere ohne Wasser - Wüsten der Erde" des bekannten Reisefotografen Michael Martin bestaunen können (seine Fotoausstellungen sind immer einen Besuch wert!).
Einer der ehemaligen Laderäume dient heute als Bordrestaurant; bekannt ist dieses Restaurant besonders für seine Fischspezialitäten. Man kann das Restaurant oder auch das ganze Schiff übrigens auch für private Veranstaltungen mieten.
Seetüchtig ist die "Rickmer Rickmers" leider nicht mehr - durch die Umbauten in den Laderäumen wurden einige tragende Schotten entfernt, so daß die Stabilität des Schiffes bei aktiver Fahrt nicht mehr gewährleistet wäre. Mir persönlich verpasst es jedes mal einen Stich ins Herz, wenn ich einen solch stolzen Segler als Museumsschiff an der Kette liegen sehe. Solche Schiffe wurden nicht dafür gebaut, irgendwo permanent im Hafen zu liegen. Nein, sie wurden dafür gebaut, zur See zu fahren. Ein altes Sprichwort sagt: "A ship in a harbour is safe, but that's not what ships are built for!". Andererseits muß man natürlich froh sein, daß das Schiff in den Achtzigern vor dem Abwracken gerettet wurde und so zumindest noch als stationäres Museumsschiff erhalten blieb.
Ehe ich nun zum Ende komme, möchte ich darauf hinweisen, daß durchaus Chancen bestehen, daß die "Rickmer Rickmers" in absehbarer Zeit nicht mehr alleine an den Landungsbrücken liegen wird. Einige Hamburger Geschäftsleute bemühen sich derzeit darum, die "Peking", eine derzeit noch als Museumsschiff in New York liegende Viermastbark, zu erwerben; das New Yorker Museum, dem dieses Schiff noch gehört, will die "Peking" wegen Geldmangel verkaufen. Bei diesem Schiff handelt es sich um ein Schwesterschiff der in Travemünde liegenden "Passat".
Rickmer Rickmers Museumsschiff9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Konzept
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Exponate
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Bedeutung