Bewertung von HHBenfica im Detail
Das Stadion Hoheluft ist ein absolutes Highlight für jeden Fußballfan, der sich auch für Fußballgeschichte interessiert. Scherzhaft wird das Stadion auch Hamburg Wembley genannt, weil hier lange Jahre das Endspiel um den Hamburger Landespokal stattfand.
Gebaut wurde das Stadion 1907. Zwei Jahre später kam dann Norddeutschlands erste Tribüne dazu. Damals war das Baumaterial Holz. Erhalten ist diese Original-Tribüne entgegen der Aussagen vieler Publikationen allerdings nicht mehr. Das Original fiel 1921 einen Brand zum Opfer und wurde kurz danach auf einen Betonsockel wieder aufgebaut.
Das Stadion wurde im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, die Tribüne höchstwahrscheinlich zumindest zum Teil auseinandergerissen, um in den strengen Nachkriegswintern an Feuerholz zu kommen. Die Kapazität des Stadion nach dem Krieg wurde nach und nach kleiner, da der Ausbau des nahe gelegenen Universitätskrankenhaus forciert wurde. Heute fast das Stadion 8000 Plätze, davon sind genau 999 auf der Holztribüne. Hier gilt im übrigen ein absolutes Rauchverbot.
Im Stadion Hoheluft wurden zwischen 1911 und 1940 insgesamt fünf Länderspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft ausgetragen. Das letzte gegen Dänemark vor 28.000 Zuschauer. 1912 fand hier das Endspiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Holstein Kiel und dem Karlsruher FV statt.
1929 und 1931 wurde hier auch das Endspiel um die Meisterschaft des ATSB (Arbeitersport, SPD-nah) ausgetragen, die der Hamburger Verein Lorbeer 06 gewann. Ein Spieler von damals war Erwin Seeler, der Vater von Euch Uwe (ich bin St.Paulianer, da kann ich nicht Uns Uwe sagen). 1932 wurde das Stadion an die NSDAP vermietet. 30.000 Menschen hörten eine Rede von Adolf Hitler zu.
Der absolute Zuschauerrekord datiert aus den Jahr 1948 als beim Endspiel um die britische Zonen-Meisterschaft der Hamburger SV den FC St.Pauli mit 6:1 schlug. 37.000 Zuschauer wohnten diesem Spiel bei.
Das Stadion gehört dem Verein SC Victoria Hamburg. Am Namen kann man im übrigen auch sehen, woher der Fußball ursprünglich kommt. Natürlich aus England. Die deutsche Schreibweise wäre Viktoria, aber der SC Victoria hat seine englische Schreibweise behalten. Der Verein war früher auf Augenhöhe mit dem Hamburger SV, während die jetzige Hamburger Nummer Zwei, der FC St.Pauli, noch in den Kinderschuhen steckte.
Nach dem Krieg war der Verein noch ein paar Jahre erstklassig, bevor er in den Niederungen des Amateurfußballs verschwand. Heute spielt der SC Victoria in der fünfklassigen Oberliga Hamburg. 2007 war der Verein und das Stadion nochmals bundesweit zu sehen, als der 1.FC Nürnberg in der ersten Runde des DFB-Pokals hier 6:0 gewann. Einige Jahre wurden hier auch hochklassige American Football Spiele ausgetragen. Dieses wurde aber 2007 eingestellt.
Soweit einen wirklich abgekürzten Überblick der Geschichte von Stadion und Verein, den man aber wissen muss, um dieses Stadion als Sehenswürdigkeit zu würdigen.
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Die Anbindung ist in Ordnung. Man fährt mit der Linie U3 bis zur Hoheluftchaussee und dann noch drei Stationen mit der Metro-Buslinie 5 (damit hat man noch einen Highlight abgeklappert, die Metro-Linie 5 ist Europas meistfrequentierte Buslinie) Richtung Nedderfeld/Burgwedel. Hier angekommen sieht man zu rechten Seite schon das in gelb gehaltene Stadion mit seinen Kassenhäuschen. Hier kann man an der Bemalung auch sehen, welche Sportarten im SC Victoria betrieben werden.
Das Stadion ist auch geöffnet, wenn keine Spiele hier stattfinden. In der Tribüne befindet sich die Victoria-Klause, eine kleine Vereinsgaststätte die vom ehemaligen Bundesliga Profi Walter Frosch betrieben wird. Das Ambiente des Stadion hat sich leider in den letzten beiden Jahren zum Negativen verändert, so wurden die Holzbänke auf der imposanten Tribüne gegen Sitzschalen getauscht und das Spielfeld hat Trennungszäune bekommen. Auch gibt es jetzt eine Blockteilung.
Der Hintergrund ist , dass der Verein FC Altona 93 in der Spielzeit 2008/2009 nach seiner Regionalliga- Qualifikation hierher ausweichen musste, weil sie ihr eigenes Stadiongrundstück an eine Wohnungsbaugenossenschaft verkauft haben. Deswegen hätte sich ein Umbau des eigenen Stadions nicht mehr gelohnt. Der DFB verlangt einige Voraussetzungen für ein Regionalligastadion.
Trotz allen ist dieses Stadion immer noch ein geschichtliches Highlight, was wahrscheinlich viele Touristen gar nicht kennen und das wenig in Reiseführern genannt. Ich fühle mich hier immer um Jahrzehnte zurückversetzt, als vielen Menschen unter Fußball schauen, nicht die VIP-Logen oder ein großes Büffet verstanden.
Victoria Stadion9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur