Bewertung von Ratte im Detail
Ratte
Hamburg, Deutschland98%
Ich möchte heute von einem Hamburger Elbvorort berichten, welcher den Namen
'BLANKENESE'
trägt.
Im Sommer ein hervorragendes und interessantes Ausflugsziel welches ich jedem nur empfehlen kann!
Lest selber
'Blankenese' ist ein Elbvorort oder besser ein Außenbezirk Hamburgs und liegt etwa 14 km westlich der Innenstadt, direkt an der Elbe.
Es handelt sich hierbei um ein steiles Gelände am westlichen Ende der Stadt direkt an der Elbe gelegen, welches Ende des 18. Jh. von den Hamburgern erschlossen wurde.
Die reichen Kaufleute bauten oberhalb des Hanges ihre stattlichen Landhäuser nahe dem angrenzenden Wald und die Fischer, Lotsen und Kapitäne ihre Fischerhäuschen in den Hang, welche heute noch zum Teil original erhalten sind.
So ist Blankenese mit seinen alten Häusern und prächtigen Villen heute der wohl schönste Vorort Hamburgs.
Die weißen, meist mit Reet bedeckten Häuser ziehen sich an den Steilhang gebaut vom Elbufer bis nach oben hin und bieten von unten, oder von der Elbe aus, einen wunderschönen Anblick.
Die Häuser sind sehr eng gebaut und nur durch kleine Treppen und schmale Gänge zu erreichen. Aber grade das gibt dem Örtchen an sonnigen Tagen seinen Charme.
Der Name 'Blankenese' kommt aus dem Plattdeutschen, sprich 'blanke Nees' ('blanke Nase').
Was daher kommt das man von der Elbe aus jedes einzelne Haus 'blank' sehen kann.
Bis 1864 gehörte 'Blankenese' den Dänen, wurde dann 1927 an Altona (einem weiteren heutigen Hamburger Stadtteil) verkauft und 1937 zusammen mit Altona zu Hamburg eingemeindet.
+++ 'Strandweg' / 'Treppenviertel' +++
Unten am Elbstrand vor 'Blankenese' befindet sich der so genannte 'Strandweg'.
Hier finden sich eine Reihe Traditionsgaststätten sowie die Landungsbrücke mit Namen 'Blankeneser Bulln', welche benannt ist nach einem hier gedienten und gebauten flachbödigen Transportschiff, dem 'Bulln'.
Und wieder was dazu gelernt :o)
Hier gibt es auch eine Fähranlage mit der man wunderbar einen Ausflug ins 'Alte Land' rüber wagen kann.
Der 'Strandweg' ist eine beliebte Flaniermeile von der aus man gut, über kleine malerische Gassen und Treppchen, ins Herz von 'Blankenese' gelangt.
Dieses besteht auf Grund seiner Lage und seinem Bau zum größten Teil aus Treppen und nennt sich daher auch 'Treppenviertel'.
Mit dem Auto kommt hier kaum ein Anwohner bis direkt vor seine Haustür. Die Gassen sind einfach zu eng und am Ende auch zu steil.
Der Name 'Treppenviertel' kommt nicht von irgendwoher und so findet man hier unter vielen anderen die
- Bartmanns Treppe,
- die Bornhodts Treppe,
- die Schlagemihls Treppe,
- die Schnudts Treppe,
- die Kröger-,
- Lesemann-,
- Möller-,
- Broers-, und die
- Östmanns Treppe.
+++ Woher kommen all die Namen? +++
Das ist einfach zu erklären: Aufgrund der Vielzahl der Treppen, welche meist zu den Häusern direkt oder von einem Gässchen zum anderen führen, gab man ihnen einfach die Namen der Besitzer der Häuser.
Und da eine Familie die einmal ein Häuschen in Blankenese besitzt dieses auch meist behält bzw. weitervererbt stimmen die meisten der Treppennamen auch, nach wie vor, wirklich mit dem jeweiligen Anwohnern überein.
Blankenese zählt nebenbei zu einer der reichsten Gegenden in und um Hamburg.
Die bekannteste und auch längste Treppe ist jedoch die 'Strandtreppe', welche von der Blankeneser Hauptstraße bis hinunter zum Elbstrand führt.
Laut Touristenauskunft soll es im Treppenviertel 4864 amtlich gezählte Stufen geben...
Und wie ich grade recherchiert habe macht das zusammen an die 58 Treppen...
Einmal verlaufen ist hier nebenbei Pflicht! sagt man.
Und hat man sich einmal verlaufen, hält man sich am besten immer treppab und gelangt so automatisch wieder an den Elbstrand. Basta! Einfacher geht es nicht! lol
+++ Parks / Leuchtturm +++
Oberhalb des Viertels befinden sich eine Reihe Parks.
Sie sind einstiger Privatbesitz wohlhabender Patrizier welche heute der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Da ist zum Beispiel der
+++ Hirschpark +++
mit Wildgehegen sowie riesigen alten Rhododendronhecken, der
+++ Baurs Park +++
in ihm findet man auch einen modernen Leuchtturm, der
+++ Hessepark +++, der
+++ Sven Simon - Park +++ und der
+++ Großler Park +++.
Das sind aber nur einige die man nennen kann.
Inmitten der Parks finden sich immer wieder einstige Herrenhäuser von denen die meisten aber heute kommerziell oder als Behördensitz genutzt werden.
Bekannte Adressen sind hier z.B. die Landhäuser Elbchaussee 547 oder Blankeneser Landstraße 34, als auch das große Herrenhaus ein klassizistischer Prachtbau im Gossler Park.
All diese Häuser stammen aus Entwürfen des dänischen Architekten Christian Frederik Hansen.
+++ 'Süllberg' / 'Süllbergterrassen' +++
'Blankenese' ist auf den Ausläufern des so genannten 'Süllbergs' gebaut.
Insgesamt sind es 75 Meter Höhe über welche sich der Süllberg über das Elbufer zieht.
1050 und 1258 wurden zur Sicherung des Berges Burgen erbaut, die aber je nur wenige Jahre standen und dann wieder abgetragen wurden.
Bis 1837 blieb der Berg dann unbewohnt bis ein vorausschauender Gastronom hier erst eine Milchwirtschaft und dann eine Gaststätte errichtete.
Aus dieser entwickelte sich über die Jahre ein großes Etablissement mit Festsaal und großem Garten.
'Die Süllbergterrassen'
Diese sind weit über die Grenzen Hamburgs bekannt und befanden sich noch bis 1990 in Familienbesitz und das seit über 150 Jahren.
Stets hatte man darauf geachtet in den 'Süllbergterrassen' alles im ursprünglichen Stil zu lassen und sich bei Renovierungen an alte Vorlagen zu halten.
Nach seinem Verkauf 1990 sollten die Terrassen erst abgerissen und durch gewinnbringendere Immobilien zu ersetzten werden, bis sich der Sternekoch Karlheinz Hauser (ehemaliger Koch im Hotel Adlon) entschloss sie als Gourmetrestaurant weiter zu führen.
Heute sind sie sowohl Hotel, Restaurant, Bistro als auch Ballsaal.
An den 'Süllbergterrassen' befindet sich seit 1887 auch ein 20m hoher, runder Aussichtsturm von dem mal aus einen atemberaubenden Blick über die unbewohnten Elbinseln 'Schweinesand' und 'Neßsand' bis hinüber zum 'Alten Land' hat!
Zusammen mit dem Turm soll das Gebäude im ganzem den Anblick einer Burg wiedergeben.
Das Restaurant ist täglich ab 18 Uhr geöffnet,
das Bistro und die Terrassen 11:30 bis 23 Uhr, Samstag und Sonntag ab 8 Uhr.
+++ 'Bergziegentour' +++
Vom S-Bahnhof 'Blankenese' aus fahren kleine wendige Busse durch 'Blankenese' und das schon seit 1959.
Diese Busse der Linie 48 werden
'Bergziegen'
genannt weil sie die bis zu 15 %ige Steigung des 'Süllberges' locker bewältigen.
Man fährt mit ihnen einmal rund durch 'Blankenese' (inkl. der befahrbaren Straßen des 'Treppenviertels').
Man sollte sich diese Fahrt wirklich gönnen!
+++ Sonstiges +++
Weitere Highlights in Blankenese sind der 'Römische Garten' im Elbhohenweg und der 'Bismarkstein', ein 88m hoher Aussichtsberg mit weitem Blick nach Westen.
+++ Erreichbarkeit +++
'Blankenese' ist am besten mit der S-Bahn von Altona Bhf. oder Hauptbahnhof mit der Linie S1 oder S11 zu erreichen.
+++ Mein Fazit +++
Wenn man mal was Besonderes sehen will sollte man einen Besuch hier nicht verpassen!
Allerdings ist hier alles ein bisschen teurer Selbst der Kaffee in den Süllbergterrassen.
Einfach das Auto (wenn man eines dabei hat) oben an der Elbchaussee abstellen, die Schnürsenkel fest anziehen und losstolpern :o)
Ich wünsche viel Spaß dabei!
Blankenese9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit