Bewertung von squarerigger im Detail
squarerigger
Kandel, Deutschland94%
Über die Osterfeiertage weilte ich in Hamburg; der Hauptgrund für meinen Trip in die Freie und Hansestadt war, daß ich schon länger einmal das Musical Der König der Löwen, welches auf dem gleichnamigen Disney-Film basiert, besuchen wollte.
Seit geraumer Zeit läuft dieses Musical, dessen Musik teilweise von Sir Elton John, teilweise von dem deutschen Soundtrack-Komponisten Hans Zimmer komponiert wurde, nun im Theater im Hafen in Hamburg (dort, wo früher das Musical Buddy aufgeführt wurde). Der Erfolg des Musicals ist überwältigend, denn die meisten Vorstellungen sind komplett ausverkauft. Präsentiert wird das Musical von der Firma Stage Holding, welche zum Einflußbereich des niederländischen Entertainment-Unternehmer s Joop van der Ende (Endemol, etc.) gehört. Stage Holding präsentiert in Deutschland auch weitere Musicals (z.B. Mamma Mia, Tanz der Vampire, Elisabeth, u.a.) und andere Shows (z.B. Blue Man Group und Holiday on Ice).
Das Musical Der König der Löwen orientiert sich in der Handlung komplett am gleichnamigen Film. Der Löwe Mufasa ist der König der Savanne; als seine Gattin ihm seinen Sohn Simba zur Welt bringt, präsentiert er ihn seinen Untertanen, den Giraffen, Elefanten, Antilopen und anderen Tieren seines Reichs. Alle jubeln ihm zu und huldigen ihm, nur einer ist sauer. Scar, der Bruder Mufasas, wird durch die Geburt von Simba von der Thronfolge verdrängt und schmiedet böse Intrigen, mit denen er sowohl Mufasa als auch Simba töten will, um so selbst an die Macht zu kommen. Tatsächlich gelingt es ihm, Mufasa zu töten und Simba die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben, so daß dieser aufgrund seiner vermeintlichen Schuld flieht. Im Exil lernt er neue Freunde, das Warzenschwein Pumba und das Erdmännchen Timon, kennen, welche ein sorgenfreies Leben führen und nur Essen, Trinken, Schlafen und Spaß im Kopf haben.
Doch dann kommt es zu einer Wende in Simbas Leben. Zufällig trifft er auf die junge Löwin Nala, eine Freundin seiner Kindheit, wieder und verliebt sich in sie. Sie berichtet ihm von der Schreckensherrschaft, die Scar zusammen mit den Hyänen errichtet hat, und fordert ihn auf, zurückzukehren, um seinen Platz als rechtmäßiger König einzunehmen. Doch Simba weigert sich zunächst; zu sehr hat er sich an das lustige Leben mit Timon und Pumba, aber ohne jede Verantwortung gewöhnt. Als dann jedoch die Schamanin Rafiki erscheint und er in einem Traum seinen Vater Mufasa erlebt, der ihn an seine Verantwortung erinnert, beschließt er, sich doch noch auf den Weg zu machen und den Kampf mit Scar zu suchen, um dessen Schreckensherrschaft zu beenden. In einem großen Kampf besiegt er ihn, verschont jedoch sein Leben und schickt nun Scar in die Verbannung, so daß er zusammen mit seiner großen Liebe Nala eine weise, gerechte Herrschaft über die Savanne führt.
Die Handlung des Musicals ist also recht schnell erklärt und dürfte jedem, der den gleichnamigen Film gesehen hat, bekannt sein aber es ist auch nicht unbedingt nur die Handlung, die die ganz besondere Atmosphäre des Musicals ausmacht; hier spielen auch noch andere Faktoren mit, so z.B. die fantastischen Kostüme, die beeindruckenden Bühnenbilder oder die tolle Musik.
Gerade die Kostüme sind bei Der König der Löwen schlichtweg phänomenal. Gerade die unterschiedlichen Tierarten werden teilweise auf absolut außergewöhnliche Art und Weise von ein oder mehreren Darstellern verkörpert. Seien es nun die Löwen, das Warzenschwein, die Elefanten oder was auch immer, die Kostüme sind absolut kreativ und detailliert gestaltet; teilweise muß man wirklich Respekt vor den Darstellern haben, denn deren Kostüme sind nicht nur teilweise recht voluminös, sondern wirken auch recht schwer mit solchen Kostümen zu singen und zu tanzen muß körperliche Schwerstarbeit sein. Auch das Bühnenbild ist toll; durch verschiedene bewegliche Teile und verschiedenfarbige Vorhänge bzw. Hintergründe überrascht es bei jeder Szene aufs Neue und passt sich immer wieder der jeweiligen Handlung an. Zur Musik brauche ich wohl nicht mehr viel zu schreiben. Wer den Film kennt, der kennt auch die eingängigen Songs aus den Federn von Elton John, Hans Zimmer und anderen. Im ersten Moment gewöhnungsbedürftig ist nur, daß die Songs alle auf Deutsch gesungen werden. So wird aus Circle of life Der ewige Kreis oder aus Can you feel the love tonight Kann es wirklich Liebe sein. Aber letztlich passen diese deutschen Texte sehr gut.
Excellent ist die Musik ein circa 20 Personen starkes Orchester liefert einen wirklich sehr guten Sound; unterstützt werden sie teilweise durch mehrere Percussion-Spieler, welche auf afrikanischen Trommeln für einen zur afrikanischen Savanne, wo das Stück ja primär spielt, passenden Afrika-Sound produzieren. Auch die gesanglichen Leistungen der Darsteller (fast ausschließlich Menschen afroamerikanischer Herkunft) sind bis auf ganz wenige Ausnahmen (bei denen leider ab und zu die Texte nicht klar verständlich sind man merkt hier halt, daß Deutsch meistens nicht die Muttersprache der Darsteller ist) sehr, sehr gut.
Alles in Allem kann ich sagen, daß mich Der König der Löwen in Hamburg restlos begeistert hat, so daß ich mir vorstellen könnte, mir das Stück auch ein zweites Mal anzuschauen.
Eintrittskarten für Der König der Löwen kann man bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie in den meisten Reisebüros buchen; man kann aber auch direkt auf den Websites www.loewenkoenig.de oder www.stageholding.de zuschlagen. Das Stück wird außer Montags täglich aufgeführt. Vorstellungen finden Dienstags und Mittwochs um 18.30, Donnerstags und Freitags um 20.00, Samstags im 15.00 und um 20.00 sowie Sonntags um 14.00 und um 19.00 statt. Eintrittskarten sind in vier Preiskategorien verfügbar. Tickets der Kategorie A kosten je nach Spieltag zwischen 87,90 und 119,90 Euro, Tickets der Kategorie D zwischen 33,00 und 60,00 Euro. Ich selbst zahlte für mein Ticket der Kategorie 3 74,80 Euro, hatte dabei jedoch das Glück, einen wirklich guten Platz zu ergattern, denn ich saß in der allerersten Reihe dort zwar ganz außen, so daß ich teilweise einen nicht ganz optimalen Blickwinkel auf die Bühne hatte, dafür aber so nah an der Bühne, daß ich vor allem die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Kostüme sehr gut bestaunen konnte.
Ergänzt wird das Angebot im Theater im Hafen um verschiedene gastronomische Angebote wie Bars, ein Restaurant, etc. Das Restaurant habe ich nicht getestet, die Bars verwöhnen zu für die Umgebung angemessenen Preisen (so kostet z.B. ein 0,3 l-Glas Pepsi-Cola 3,00 Euro). Auch Fanartikel zum Musical kann man zu sehr hohen Preisen erwerben.
Erwähnenswert ist sicher noch die Anreise zum Musical, da sich dieses ja auf der Südseite der Elbe befindet. Von den St. Pauli-Landungsbrücken wird man per Bootsshuttle auf die andere Seite der Elbe und nach der Vorstellung auch wieder zurück gebracht. Gerade nach einer Abendvorstellung, wenn es draußen dunkel ist und man die Lichter Hamburgs sehen kann, ist dieser kurze Bootstrip von ca. 3 Minuten Dauer wirklich sehr schön.
Wie man meiner Meinung sicher entnehmen kann, bin ich von Der König der Löwen immer noch hell begeistert und kann wirklich nur Jedem empfehlen, sich diese Show einmal anzuschauen.
König der Löwen10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Ensemble