Bewertung von MatthiasHuehr im Detail
MatthiasHuehr
Greifswald97%
Weihnachten 2008 war ich mal wieder einmal in Pinneberg, welches vor den Toren Hamburgs gelegen ist, um meine Mutter zu besuchen. Da ich keine Lust hatte die ganze Zeit das miese Fernsehprogramm zu genießen, welches zu dieser Zeit geboten wird, schaute ich im Internet nach, was so an den Feiertagen abends in Hamburg geboten wurde. Es war recht frustrierend, denn das meiste davon wäre absolut nichts für mich gewesen. Bis ich auf die Seite vom Schmidt-Theater schaute, welche auch an den Feiertagen ein interessantes Programm anbot. Und da kam mir die Show am 25. Dezember sehr gelegen. Die auftretenden Künstler hatten wir schon bei früheren Besuchen gesehen und ich wusste daher, dass nicht nur ich Gefallen daran finden würde. Also hatte ich nicht nur ein paar passende Weihnachtsgeschenke, Karten für Kultur sind schließlich tausendmal besser als Socken, sondern auch gleich eine unterhaltsamen Abend während meines Aufenthaltes.
Schmidt-Theater kurz & knapp
Das Schmidt-Theater wird von der Firma Schmidts TIVOLI GmbH Kultur & Gaststättenbetriebe betrieben. Diese Firma betreibt unter anderem zwei Theater, vier Restaurants und einen Nachtklub. Das Schmidt-Theater steht auf der Reeperbahn gleich neben dem Schmidts Tivoli. 1988 wurde das Schmidt-Theater eröffnet. Der Name des Theaters stammt vom Namen der Figur Herr Schmidt, die der Firmenchef Corny Littmann in den Anfangstagen spielte. 2004 wurde das Haus wegen Baufälligkeit abgerissen und am 8. August 2005 das neue Haus eröffnet. Die bekannteste Veranstaltung des Theaters dürfte wohl die Mitternachtsshow sein, die während der Bauphase im Tivoli laufen musste.
An- und Abfahrt
Sollte man die öffentlichen Nahverkehrsmittel benutzen, kann man mit der S-Bahn (S1, S3) bis zur Station Reeperbahn fahren. Mit der U-Bahn(U3) fährt man bis zur Haltestelle St. Pauli. Von dort aus ist es ungefähr ein Fußmarsch von fünf Minuten bis zum Theater. Für Autofahrer gibt es in der näheren Umgebung einige Tiefgaragen, die aber kostenpflichtig sind. Preiswerter wird es, wenn man in der Nähe der Landungsbrücken parkt, dort ist es sogar kostenlos. Dass man sich auf dem Kiez bewegt wird einem schlagartig bewusst, wenn man als Mann alleine nach der Vorstellung auf dem Weg zur S-Bahn-Station ist. Dass 500 Meter Fußweg so anstrengend und nervig sein können, hatte ich vorher nicht geglaubt, aber wenn man über ein Dutzend Nutten hat abwimmeln müssen bevor man die rettende Haltestelle erreicht hat, dann weiß man, dass es so schlimm sein kann. Sollte man in der Gruppe unterwegs sein, hat man dieses nervige Problem nicht.
Einrichtung
Da das Haus erst ein paar Jahre alt ist, macht es einen sehr guten Eindruck. Links gleich neben der Kasse befindet sich eine Garderobe, welche man nutzen sollte, da die Jacken zumindest auf den Plätzen auf dem Balkon schlecht abzulegen sind, und man kann sich sicher sein, dass man sie auch wiederbekommt. Die Preise für die Garderobe finde ich aber recht teuer. Die vorderen Reihen der Plätze in der ersten Kategorie im Parkett bestehen aus Plüschsesseln, worunter es auch einige Zweisitzer gibt. Vor den Sesseln stehen kleine Tische auf denen man die Getränke abstellen kann. Die zweite Kategorie hingegen besteht aus Stühlen, aber auch mit Tischen davor. Die hinteren Reihen sind ansteigende Sitzreihen mit einer Abstellmöglichkeit vor den Plätzen. Die dritte Kategorie im Parkett sind laut Saalplan 14 Plätze die sich am äußersten Rande befinden.
Auf dem Balkon wiederum gibt es 4 Reihen mit bequemen Sitzen, wobei jede Reihe auch eine Kategorie darstellt. Hier muss ich aber bemängeln, dass nur in der ersten Reihe Abstellmöglichkeiten für Getränke bestehen. Ich musste daher die ganze Zeit mein Bierglas in der Hand behalten. Etwas ungünstig wenn man Beifall Klatschen möchte oder für die Trinktemperatur des Inhaltes des Glases. Als ich im Parkett saß hatte ich eine solche Möglichkeit. Ich hatte beim letzten Besuch leider nur Karten für die dritte Kategorie bekommen, es waren fast alle Karten schon weg, aber letztendlich saß man gut und konnte sehr gut sehen. Die Steigung der Reihen auf dem Balkon ist sehr groß, deshalb hatte man überhaupt kein Problem über die davor befindlichen Reihen zu schauen. Die bequemen Sitze auf dem Balkon hatten hohe Rückenlehnen und meiner Meinung nach saß man besser darauf als die Leute auf den Stühlen, die man dort im Parkett finden konnte. Die sanitären Einrichtungen sind in einem guten Zustand, nur leider sind sie sehr unterdimensioniert. Wenn man in der Pause seinen Platz verlässt, um ich sag mal Kühlwasser abzulassen, muss man sich an eine lange Schlange anstellen, welche erst kurz vor Beginn der zweiten Hälfte des Programms sich aufgelöst hat.
Programm
Das Schmidt-Theater bietet eine bunte Mischung aus Eigenproduktionen und Gastauftritten. Die bekannteste Show des Hauses ist die Mitternachtsshow. Des Weiteren gibt es mit Hidden Shakespeare eine Veranstaltungsreihe mit Improvisationstheater. Ich selber war schon mehrmals im Schmidt-Theater, hauptsächlich bei Konzerten und Shows. Beim letzen Besuch war es die Winter-Revue, welche vom Konzept her ähnlich den Mitternachtsshows ist. Ein Moderator führt durch den Abend und bringt ein eigenes Programm und zwischendurch gibt es einige Gastauftritte von mehr oder weniger bekannten Künstlern. Diese Künstler können aus dem Bereich Komik, Akrobatik, Gesang oder einem ähnlichen Genre sein. Meistens sind die Gastauftritte gut, meistens ist aber immer jemand dabei, der nicht so das Niveau wie der Rest vorzuweisen hat. Das aktuelle Programm und eine Beschreibung der einzelnen Auftritte kann man in den Programmheften finden, die rund um Hamburg verteilt werden. Wer dort nicht wohnt, kann wie ich dieses im Internet auf der Homepage des Theaters machen, dort dann aber gleich die Karten buchen.
Bei meinem letzten Besuch waren Emmi und Herr Willnowksy die Moderatoren des Abends, welche wieder einmal eine lustige Show abgeliefert haben. Am Ende der Show wurde von den Künstlern am Ausgang des Theaters für ein karikatives Projekt auf dem Kiez gesammelt. Teilweise fanden es einige Gäste aber recht aufdringlich wie gesammelt wurde. Ich habe trotz allem etwas in Papierform in das Spendentuch gegeben, da ich auf meine vor Ort erworbene DVD vom Schmidt-Theater ein paar nette Autogramme von den Hauptakteuren bekommen habe.
Kartenerwerb
Sollte man in oder in der näheren Umgebung von Hamburg wohnen, ist es eigentlich kein Problem bei den örtlichen Tickethändlern oder direkt an der Theaterkasse die Karten zu bekommen. Wer aber wie ich etwas weiter weg wohnt, kann nur im Internet die Tickets erwerben oder muss sie sich von ortsansässigen Verwandten oder Freunden besorgen lassen. Da die Karten des letzten Besuches aber Geschenke sein sollten, musste ich mich deshalb selber um den Kauf der Tickets kümmern. Die großen Händler im Internet haben aber nicht alle das Schmidt-Theater im Angebot, weshalb man die benötigten Eintrittskarten am besten gleich beim Anbieter direkt kaufen sollte. Das Schmidt-Theater hat auf seiner Internetseite einen Onlineshop, bei dem man die Karten unter dem Strich etwas preiswerter als bei den Tickethändlern bekommen kann. Für die Buchung der einzelnen Plätze wird ein interaktiver Saalplan angeboten, bei dem man sich die gewünschten Sitzplätze selber auswählen kann. Wenn man öfters in einem Theater war, dann weiß man wo man dort auch am besten sitzen kann, und wählt sich dann die besten Plätze selber aus. Die Bestellung der Karten geht recht einfach. Nach der Wahl der gewünschten Sitzplätze gibt man nur noch die Lieferadresse für die Karten und die Daten für die Bezahlung der Karten ein. Ich hatte bei meiner letzten Bestellung für die Bezahlung Bankeinzug gewählt, eine Kreditkartenzahlung wäre auch möglich gewesen. Der Versand der Karten kostet derzeitig vier Euro. Die Bearbeitung meiner Bestellung ging ohne Probleme und nach wenigen Tagen hatte ich die Karten bei mir zu Hause im Briefkasten. An der Kasse im Theater ist auch EC-Karten und Bargeld eine Möglichkeit um zu bezahlen.
hauseigene Gastronomie
Im Schmidt-Theater findet man in der unteren Etage eine Bar, welche sich Hausbar nennt, und in der ersten Etage ein Restaurant namens Dipsn Stix, welches übrigens das erste Fingerfood-Restaurant in Deutschland war. Die Hausbar bietet 45 Sitzplätze und eine moderne Kaffeehaus-Atmosphäre mit plüschigen Akzenten. Hier kann man in aller Ruhe Cocktails, Kaffees und Tees zu sich nehmen und sitz in ganz bequemen Sesseln, während man das Treiben auf der Straße beobachten kann.
Sehr viel unbequemer sitzt man im Dipsn Stix. Dort gibt es laut Theater 88 Sitzplätze, die aber alle nur sehr hohe Bänke beziehungsweise Barhocker sind. Wer hier vor der Veranstaltung etwas zu sich nehmen möchte, sollte am besten reserviert haben, denn die Plätze sind für gewöhnlich sehr gefragt. Bei meinem letzten Besuch hatten wir Glück und wir konnten dort vor der Vorstellung noch eine Kleinigkeit essen. Das Angebot des Restaurants reicht von Fingerfood, über Sushi bis zu Gerichten aus der Molekularküche. Ich war zwar nicht wirklich hungrig, ein Gericht aus der Molekularküche, welches Gebratene Steinpilze mit Steinpilzluft und Maniokchips hieß, habe ich mir trotzdem geordert. Preislich mit 6,50 Euro soweit in Ordnung, geschmacklich war es auch sehr gut. Die Portionen die das Restaurant anbietet an sind an sich nicht so groß, da aber in der Küche Sternekoch Thorsten Rössing am Herd steht, sind sie insoweit aber angemessen, da man bei seinen Kollegen deutlich weniger für sein Geld erhält. Und wo hat man sonst noch einen Stern in der gewöhnlichen Theatergastronomie in Deutschland? Die Kellner des Restaurants waren fast schon überfreundlich und behandelten einen wie gute alte Bekannte. Das Flair und die lockere Art des Kiezes waren deutlich bemerkbar, aber trotz allem sympathisch. In anderen Restaurants in Hamburg war der Service deutlich mieser und unprofessioneller.
Eine Besonderheit bei diesem Theater ist zudem die Bewirtung der Gäste mit Getränken vor der Vorstellung und in den Pausen, bei denen die Kellner an die Plätze kommen und die Besucher nach ihren Wünschen fragen. Die Bedienung geht recht schnell und professionell, da eine Arbeitsteilung herrscht, und die Getränkepreise sind preislich soweit in Ordnung. In anderen Theatern, die ich besucht habe, musste ich schon deutlich mehr Geld für die Getränke zahlen müssen. Für ein Hefeweizen beispielsweise bezahlt man derzeitig im Schmidt-Theater 3,80 Euro, im Tipi in Berlin, wo ich im Dezember war, darf man dafür schon 5,90 Euro abdrücken. Ich werde keine weiteren preislichen Beispiele nennen, sondern verweise daher alle Interessierten auf die Homepage des Theaters, auf der man die aktuellen Speise- und Getränkekarten finden kann. Man kann sich so auch einen besseren Überblick über die Angebote der Restaurants verschaffen.
Bewertung
Das Schmidt-Theater ist eines der besten Möglichkeiten in Hamburg seine Abende zu verbringen und Spaß zu haben. Das Programmangebot des Theaters ist breit gefächert, interessant und teilweise schon kultig. Ich war jedenfalls gerne dort und werde es in den nächsten Jahren bestimmt wieder öfters besuchen, wenn ich aus familiären Gründen wieder in der Gegend weile. Für mich ist das Schmidt-Theater deshalb auch eine hohe Punktzahl wert und zusammen mit dem Schmidts Tivoli für mich die Perle vom Kiez. Und das sehe bestimmt nicht nur ich so.
Schmidt Theater9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Programmvielfalt
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Ensemble