jansdarling2002
Hamburg, Deutschland99%
Wie meine Stammleser wissen, waren mein Schatz und ich im Sommer 2009 auf der dänischen Insel Bornholm. Gewohnt haben wir in einem Ferienhaus im Örtchen Vang, also hatten wir die Wanderparadiese direkt vor der Tür.
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So möchte ich Euch heute von der Wanderroute Vang Hammershus berichten, welche ich am liebsten jeden Tag gemacht hätte, auch wenn es da noch andere Wandergebiete gibt, die ich auch gern jeden Tag durchwandert hätte.
::: Auf geht’s... :::
'ich berichte nun mal so wie ich die Tour erlebt habe'
Zum Finnedalsvejen hatten wir es nicht weit, wir brauchten nur Bergab laufen, am Hafen entlang gehen und dann quasi in die Tour einsteigen. Am Eingang zur Wanderroute steht noch eine Infotafel, auf der die Route aufgemalt ist, sowie kleinere Informationen zum Gebiet selber. Zudem noch ein paar Hinweise, unter anderem das man bitte auf den Wegen bleiben möchte, auch nach Möglichkeit keine Blumen pflücken möchte, da hier noch einige seltene Orchideen wachsen.
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Anfangs ging es über Teile des noch vorhandenen alten Rettungsweges an der Westküste über einen steinigen Strand und die ersten Eiszeitrelikte lang, so hatte man einen guten Blick auf die Ostsee und sah im Vorfeld schon, welche Höhenunterschiede auf einen zu kamen. Das Stück am Strand ging dann schnell auf einen Baum bewachsenen Pfad über, und brachte uns an das erste Highlight der Wanderroute, an den zweitgrößten Wasserfall Dänemarks, an den Wasserfall '''Pissebækken''', welcher sich noch recht ansprechend von den Felsen stürzte. Hier war auch schon der erste Fotostopp, und selbstredend eine kleine Kostprobe des Wassers, was sich die Felsen hinunter stürzte. Dieses schmeckte klar und weich, richtig nach Natur.
'Angst vor Bakterien? Hab ich nicht gehabt.' Von hier aus ging es dann langsam ans eingemachte, ein kleines braun Beige gehaltenes Piktogramm wies uns nun den weiteren Weg.
Nun hieß es die erste Hürde zu nehmen, eine steile Holztreppe mit einseitigem Griff, knapp 50 Stufen, die auch noch unterschiedliche Abstände und Tritthöhen hatten.
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Oben angelangt hatte man dann einen herrlichen Blick auf das Tal mit eben dem Wasserfall, durch die hohen Bäume sah man die blaue Ostsee durch blitzen.
Die Luft ist klasse, es ist nicht zu warm und nicht zu kalt, die Vögel zwitschern und das Auge versucht alles wahr zu nehmen, was man sieht,von urigen Bäumen, über Massen an echtem Bärlauch 'man roch es auch' sowie verwitterten Felsen in den abstraktesten Formen, die aber so aus der Eiszeit entstanden sind. Nun ging es durch den seit 1909im Staatsbesitz befindlichen Mischwald, wobei der überwiegende Teil hier noch Laubbäume sind, die eine enorme Größe aufweisen und unterschiedlicher Natur sind, neben Buchen, Birken, Eichen, Ahorn, Spitzahorn kamen wir auch an zahlreichen Sträuchern wie Ginster, Tollkirsche und auch Goldregenbäumen vorbei, 'boah' das duftete. Weg-technisch befanden wir uns nun auf Waldboden, der leicht nach federte beim gehen. Langsam und gemütlich schlängelte sich der Weg mal durch den Wald und mal dicht an der Felsenkante entlang, geschätzte Höhe so bei 40-50 Metern.Ab und an kam mal eine matschige Stelle , weil sich auch noch ein Flüsschen durch schlängelte.
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Man merkte es kaum aber langsam begann die Etappe, wo es stetig bergauf geht. Mitbekommen hat man dieses auch nur, wenn man sich nach einer Zeit umgedreht hat, um die Natur wahr zu nehmen. 'oh wir sind ja wieder ein Stück höher' mit einem Mal war der Mischwald vorbei und uns eröffnete sich der Blick auf eine Felsen durchzogene Wiese, einen tief hinab reichende Felsenkante, sowie eine blaue Ostsee, auf welcher gerade auch noch ein Dreimast-Segler Fahrt aufnahm. Nicht so ein modernes Teil, sonder ein schon antiker.
Hach, das ist so schön hier, ungefähr ein Drittel der Tour sind geschafft.
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Nehmen wir nun die nächste Hürde in Angriff, dazu müssen wir durch ein Gatter durch, da der Weg nun über eine Schafwiese führt. Logischerweise liegen hier auch Verdauungsköttelchen herum (ich erwähne das nur, weil uns so ein “Möchte-gern-wanderpärche n in Flip-Flops(!!) entgegen kam, die am Mosern war, das da eben halt Hinterlassenschaften herumliegen, 'kopfschüttel' )
Auf diesem Wiesenstück war der Weg zwar teilweise nicht so gut erkennbar, aber man wusste ja die Richtung, immer gen Norden. Wieder ging es noch ein wenig Bergan. Links die Felsenkante hinab zur Ostsee, rechts die Felsmassive auf der Wiese. Schafe haben wir übrigens keine gesehen. Dafür gesellten sich nun Wacholdersträucher dazu. Auch dieses Wegstück war schnell überwunden, und durch ein Gatter ging es nun zur nächsten Etappe.Hier stand auch ein einfaches und primitives Häuschen, welches als Wetterschutz diente, falls einen dann doch das schlechte Wetter überraschen sollte. Ein einfacher Bretterverschlag, wo gerade mal 3 Leute drin Platz haben. Diese Stelle eignet sich auch sehr gut als Aussichtspunkt.
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Aus meiner Sicht kam nun mit der anspruchsvollste Part der Wanderung. Denn nun endete auch der kleine Wanderpfad und es ging über reinen Eiszeitfelsen weiter. Die Felsen sind schon recht ''rund'' und ''glatt''gewaschen, so das hier erhöhte Vorsicht geboten war. Da man aber auch die wirklich atemberaubende Aussicht genießen wollte, blieb man des öfteren stehen und nah, einfach alles in sich auf. Da man sehr konzentriert auf den Felsen 'wanderte' merkte man gar nicht, das es mittlerweile wieder leicht bergab ging.
So langsam sahen wir auch unseren kleinen Trampelpfad wieder, links zur Felskante wurde der Grünstreifen wieder etwas breiter und karger, was auch gleich die Möwen ausnutzen, um hier ihren Nachwuchs groß zu ziehen.
Man sollte sich im Juni hüten, den Möwen nahe zu kommen, denn diese sind doch recht aggressiv, und da der Weg uneben ist, kann ein Möwenangriff schnell mal ins Auge gehen, denn die Felsenkante ist hier immer noch um die 30 Meter hoch.
Und ich hatte Respekt vor den Möwenschnäbeln und hab lieber ein paar Meter weiter auf einem Felsen Platz genommen und den Blick schweifen lassen.
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Gen Schweden den Blick gerichtet und den regen Fähr- und Containerschiffsverkehr beobachtet, den Blick immer weiter schweifen lassen, bis ich in der ferne die Überreste der Hammershus sehen konnte, welche das Ziel der Wanderung waren. Von weiter Ferne schon imposant anzusehen.
Aber bevor man nicht mehr weiter mag schnell wieder auf, noch ein paar Felsen nach oben geklettert, zwischen Wacholderbüschen durchgezwängt -nein so schlimm war es nun nicht und ab ging es dann wieder in ein Tal, und wir hatten auch wieder einen Wald um uns herum, den sogenannten Slotslyngen (Schlossgarten), welcher mehr als grün gewachsen war, kein Wunder, ist es hier doch etwas mooriger und somit das perfekte Klima für diese Laubbäume. Hier begegnen wir dann auch wieder zahlreichen Blumen, u.a dem breitblättrigen Knabenkraut, Bach-Nelkenwurz, großen Händelwurz sowie dem Aronstab. Ich mag ja diese abwechslungsreiche Natur.
Dazu dann auch wieder vermehrt Vogelgezwitscher und nicht mehr das neurotische Gekreische der Möwen. Der Weg ist von der Beschaffenheit wieder sehr weich und angenehm zu gehen, dazu die frische Waldluft einfach herrlich. Ab und an sollte man dann doch einen Blick auf den Boden werfen um nicht ein paar überdimensionierte Nacktschnecken in Orange oder Schwarz über den Haufen zu laufen, wenn sie ihren Schneckengefühlen nachgehen ;-)
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Und bevor der Wald dann urplötzlich der Wald zu ende ist lauscht man dem Quaken von Fröschen, welches aus einem Tümpel voller Frösche kommt, hier findet man dann auch wieder ein paar Schafe und dann ist man auch schon aus dem Wald heraus und steht am Fuße der alten Burgruine Hammershus. Zu dieser kann man dann über eine recht Steile und in Serpentinen gewundene Holztreppe hochgehen. Oder vorher noch an den steinernen Kamelköppen die Aussicht genießen, die von hier im allgemeinen traumhaft ist.
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Und hier endet auch die eigentliche Wanderroute. Nun gut, wir haben uns noch die Hammershus angeschaut, besser war es auch, wir brauchten nämlich auch einen Unterstand, so zog über der Ostsee eine mächtig dunkle Wolkenfront hoch, die auch ein paar Regentropfen mit sich brachte. So nutzen wir die Chance und erfrischten uns im Hammershus Café mit kühlen Getränken, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Eigentlich wollten wir zurück den Bus nehmen, nur da wir noch außerhalb der Saison und in der Woche unterwegs waren, fuhr der Bus nur sehr unregelmäßig, so das wir uns kurzerhand dazu entscheiden mussten, auch die ganze Tour zurück zu machen, hier haben wir dann durch den Slotylangen abgekürzt.
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::: Meine Tipps zur Ausrüstung :::
Lockere Kleidung, lieber 2-3 dünne T-Shirts oder Hemden übereinander ziehen, denn im Wald ist es warm und an den Felskanten kühl durch den Seewind. Sonnenmilch, gerade wenn man im offenen Gelände ist, und das Wasser reflektiert (auch wenn die Sonne nicht scheint), Obst und Getränke mitnehmen, der gerade wer außerhalb der Saison und zudem Anfang Juni unterwegs ist, kann sich nicht darauf verlassen, das das Hammershus Café geöffnet ist. Gegebenenfalls Wanderkarten mitnehmen. Und das wichtigste: tritt sicheres und vor allem festes Schuhwerk mit einer rutsch festen Sohle! Nein, keine Armani-Treter, Flip-Flops, Pumps oder schlabberige Sandalen, sondern wirklich feste Schuhe, die nicht nur den Fuß schützen sondern auch mal ein wenig Feuchtigkeit ab können und zudem noch eine gute rutsch feste und stabile Sohle haben. Es gibt ja nichts schlimmeres, als wenn einem kleine Steinchen in den Schuh geraten, ach und wenn ich schon dabei bin, vernünftige Funktionssocken sollten auch mit dabei sein. Sowie eine bequeme Atmungs-aktive Hose mit langen Beinen, da gerade im Slotslyngen ein paar Mücken lauern.
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::: Meine Eindrücke :::
Sofern man es noch nicht aus meinen Erzählungen herauslesen konnte, ich war hell auf begeistert, wenn auch ein wenig stehend k.o, ein kleiner Kaffee und ein Keks brachten mich aber wieder auf die Beine. Aber mir ging es gut, hatte ich die Befürchtungen, das mir die Kletterei in den Felsen Probleme bereitet, vor allem dem Rücken, so konnte ich nun ruhigen Gewissens sagen, das mir alles gut bekommen ist. Mir ging es richtig gut.
Als wir nachher wieder am Ferienhaus waren und die gesamte Tour inklusive Hin und Rückweg nachgemessen und gerechnet haben, sind wir auf gute 5,9Kilometer im Gesamten gekommen. Wow, und das für unsere zweite Wanderung auf der Insel, aber ich habe dadurch richtig Lust bekommen, zu wandern, und diese Lust dominierte auch den Urlaub, jeden zweiten Tag musste es eine Wanderung sein. Manch einer mag nun denken, das 5,9 Kilometer nichts besonderes sind, sind es eigentlich auch nicht, wenn ich auf Arbeit bin, latsche ich tagtäglich 1- Kilometer oder mehr ab, aber halt eben auf gerade Strecke ohne verschiedene Untergründe.
Da war dieses hier dann doch schon anspruchsvoll, Felsen rauf, Felsen wieder runter, zwischen den Felsen durch auf rutschigen Lehmwegen.
Ich bin von dieser Wanderroute so sehr begeistert, das ich nun am liebsten wieder losfahren und sie erneut erwandern möchte, um noch mehr von den Eindrücken beim wandern aufnehmen zu können.
Diese Region zwischen Hammershus und Vang ist nach meiner Sicht eine der schönsten, auch wenn die ganze Insel mit schönen Flecken aufweisen kann, aber hier hat es mir doch am meisten Imponiert, so hatte ich hier neben einer wunderschönen und sich größtenteils selbst überlassenen Natur alles von sanft bis karg und steinig, von grünen Wäldern bis hin zu grauen rauen Felsen.
Dazu noch eine ausgeprägte Flora an Blumen, die es bald nicht mehr geben wird, zumindest was Deutschland angeht, da sinkt der Bestand rapide, auf Bornholm hingegen findet man solche Pflanzen wie Knabenkraut oder der Aronstab noch in Massen, ist wohl aber auch nur noch eine Frage der Zeit. Wobei das aus meiner Sicht nicht an den Bauern oder so liegt, weil in diesem ganzen Gebiet von Vang rauf bis zur Hammershus und kurz dahinter sind keine Felder, zumindest nicht in Wald und Küstennähe, aber die Dänen sind uns in Sachen Gülle und düngen eh schon zwei Schritte voraus. Aber wieder zurück zum Thema, ich hatte es wohl schon erwähnt, das dieses für mich mit die schönste Wanderroute war, die ich bisher gemacht habe, es stimmte einfach alles, sie war nicht zu anstrengend und auch nicht zu leicht, eben anspruchsvoll und abwechslungsreich, von der Länge genau richtig um einen guten Einstieg zu bekommen.
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So, um es mal ein wenig abzukürzen, ich liebe diese Natur, diesen Landstrich ganz besonders, weil hier so vieles aufeinander trifft, junges Grün auf Eiszeitfels, dazu eine wirklich gute Wanderroute, welche ich an dieser Stelle jedem nur empfehlen kann, also lasse ich 5 Wanderstiefel fallen, spreche eine absolute Empfehlung aus