Heilbronn liegt am Neckar, nördlich von Stuttgart und hat rund 120.900 Einwohner (Statistisches Landesamt, 30.06.2004). Es besteht aus den Stadtteilen Heilbronn, Böckingen, Sontheim, Neckargartach, Frankenbach, Biberach, Horkheim, Kirchhausen und Klingenberg.
Das Wappen der Stadt zeigt in Gold einen rot bewehrten und rot gezungten schwarzen Adler, belegt mit einem von Rot, Silber und Blau geteilten Brustschild.
Die Stadtflagge ist rot-weiß-blau. Diese Farben stehen für die Region Franken. Heilbronn ist kultureller und administrativer Mittelpunkt des eigenständigen Wirtschaftsraumes Region Heilbronn-Franken und die drittgrößte Weinbaugemeinde Württembergs. Außerdem ist sie Sitz des Landkreises Heilbronn.
Land und Leute
Geschichte der Stadt
Der früheste Nachweis menschlicher Siedlung in Heilbronn stammt aus der Altsteinzeit, ca. 30.000 v. Chr.
741 wird Heilbronn als
Villa Helibrunna sowie eine Michaelsbasilika in einer Schenkungsurkunde des Bistums Würzburg erstmals urkundlich erwähnt.

In der Nähe der Basilika wurde ein Brunnen entdeckt, dem die Römer heilsame Kräfte zuschrieben. Daher wird davon ausgegangen, dass der Name Heilbronn von "heilender Brunnen" abgeleitet wurde.
1225 wird Heilbronn erstmals urkundlich als
"oppidum Heilecbrunnen" bezeichnet, also als eine mit Mauern und Gräben umgebene, befestigte Stadt.
1281 erhält Heilbronn von König Rudolf dem I. das erste schriftlich fixierte
Stadtrecht verliehen.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird die
Kilianskirche, eines der Wahrzeichen der Stadt von einer frühgotischen Säulenbasilika zur gotischen Hallenkirche umgebaut. 1498 wird der Hochaltar von Hans Seyfer, ein Spitzenwerk der spätgotischen Plastik und Altarkunst, im Chor der Kirche aufgestellt, 1529 wird mit dem Bau des Kiliansturms begonnen und 1513 mit dem Aufstellen des "Männle" von Hans Schweiner vollendet. Der Turm der nach dem Namenspatron Sankt Kilian benannten Kirche gilt als das erste bedeutende Renaissance-Bauwerk nördlich der Alpen.
Die am 4. Dezember 1944 im Bombenhagel zerstörte Kirche wurde bis 1965 wiederaufgebaut und in den Jahren 2001 bis 2005 komplett restauriert.
1579 - 1600 wird das um 1300 errichtete
gotische Rathaus, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, durch Hans Kurz im Renaissancestil umgebaut. Die prachtvolle Kunstuhr wird
1579/80 von Isaak Habrecht konstruiert und angebracht.
Weitere historische Bauten sind der Deutschhof mit Deutschordensmünster, Gerichts- und Fleischhaus, Bollwerksturm, Götzenturm, Schießhaus.
Söhne und Töchter der Stadt
Einer der berühmtesten Persönlichkeiten ist wohl der am 25. November 1814 in Heilbronn geborene
Julius Robert von Mayer, Arzt und Physiker, Entdecker des Gesetzes von der Erhaltung der Energie.
Aber auch
Wilhelm Maybach 2. Februar 1846 - 29.12.1929, Ingenieur und Autopionier, der zusammen mit Gottlieb Daimler den ersten schnelllaufenden Benzinmotor entwickelte kam in Heilbronn zur Welt.
Keine historische, aber trotzdem berühmte Person ist
Sibel Kekilli, eine Schauspielerin,die 2004 den
goldenen Bär bei der Berlinale für eine Hauptrolle in "Gegen die Wand" erhielt.
Auch sagenumwobene Gestalten, wie den
Götz von Berlichingen, der in Heilbronn 3 Jahre in Gefangenschaft gewesen sein soll, oder das
Käthchen von Heilbronn aus einem Drama von
Heinrich von Kleist, hat Heilbronn zu bieten. Heinrich von Kleist soll selbst übrigens niemals in Heilbronn gewesen sein, und niemand weiß so recht, wieso er seine Protagonistin gerade in dieser Stadt leben ließ. Nichtsdestotrotz wird in Heilbronn alle 2 Jahre ein neues Käthchen gewählt, das die Stadt international repräsentiert.
Partnerstädte Heilbronns
Heilbronn und der Wein
Der Weinbau hat in Heilbronn eine große Tradition und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Deshalb gibt es hier auch viele sogenannte "Besen".
Eine
Besenwirtschaft oder schwäbisch „Besa”, ist ein traditionelles schwäbisches Lokal. Hier wird in gemütlicher Atmosphäre Selbsterzeugtes genossen. Die sonst als stur geltenden Schwaben werden hier gesellig, und es entwickeln sich oft nette Gespräche und sogar Freundschaften beim Wein.
Die
Besen haben nur ein paar Wochen im Jahr geöffnet und dürfen nur eigene Erzeugnisse kredenzen, dafür sind diese auch vergleichsweise günstig.
Da keine Konzession benötigt wird, gelten folgende Regeln:
- Der Besen darf maximal 2x im Jahr geöffnet sein.
- Er darf an höchstens 4 Monaten im Jahr geöffnet sein.
- Er darf höchstens 40 Sitzplätze besitzen. (Wieviele Leute sich später tatsächlich in den Räumlichkeiten drängeln oder ihren Wein im Stehen trinken ist allerdings nicht geregelt).
- Es dürfen nur kalte und einfache warme Speisen angeboten werden. Als Beispiel nennt die Verordnung heiße Würstchen und Rippchen mit Sauerkraut.
- Neben Wein und/oder Apfelwein muß auch mindestens ein alkoholfreies Getränk angeboten werden, dass es sich dabei um reines Leitungswasser handelt wird ausdrücklich ausgeschlossen.
Da sich diese Lokale oft in Anbauten eines Aussiedlerhofes befinden, die meist nur über Feldwege erreichbar sind, hängt während der Öffnungszeiten an der Hauptstraße ein Reisigbesen um darauf hinzuweisen, dass geöffnet ist. Heutzutage gibt es in der Zeitung und im Internet einen Besen-Kalender, aber der Reisigbesen hat Tradition.

In früheren Jahren verwandelten die "Winzer" ihre Wohnräume mehrmals im Jahr für einige Tage in eine öffentliche Weinwirtschaft. Sowohl das Wohnzimmer, die gute Stube, ja sogar die Schlafzimmer wurden zu diesem Anlass in Gasträume umgewandelt.
Und es ist auch kein Märchen, dass während der Besenzeit die Großmutter in der Küche oder sogar im Kuhstall schlafen musste.
"
Die großen Sozialisten der Weltgeschichte würden in den Besenwirtschaften einen Teil ihres Gedankenguts wieder entdecken denn hier sitzen Menschen aller sozialen Schichten gemeinschaftsbildend zusammen in unverfänglichem Gespräch."
Hermann Able, schwäbischer Dichter
Restaurants und Sehenswürdigkeiten
Natürlich gibt es in Heilbronn auch andere Gaststätten als den Besen. Für Besucher, die es etwas exklusiver mögen, bietet die
Wein Villa das passende Ambiente. Außerdem findet man den
Italiener ebenso wie den Chinesen. Auch viele
gutbürgerliche Restaurants
kann man besuchen und im Sommer laden zahlreiche
Biergärten zum Verweilen ein.
Es gibt auch viele andere Möglichkeiten, in Heilbronn seine Freizeit zu gestalten.
Insgesamt drei
Freibäder bieten im Sommer Abkühlung, in der kalten Jahreszeit kann man im
Soleo seine Bahnen ziehen.
Für die Kleinen gibt es das
Trampoline, den Größeren gefällt vielleicht die
Robert-Mayer-Sternwarte oder eines der
Museen. Im Winter lockt die
Eissporthalle und der
Weihnachtsmarkt lädt zum Glühwein trinken ein.
Unterkünfte in Heilbronn
Wer es etwas feiner liebt, nächtigt im
Hotel Götz oder im
Insel-Hotel.

Das Insel-Hotel liegt umgeben vom Neckar zwischen dem Hauptbahnhof und der City.
Vom
Hotel Götz aus sind es nur ein paar Meter bis zum
Konzert- und Kongresszentrum Harmonie und zur Innenstadt. Im Untergeschoss befindet sich das
Bowling-Center Palm Beach.
Ebenfalls im Stadtkern liegen das
City-Hotel, das sich in einem der höchsten Gebäude Heilbronns befindet, und das
Ringhotel Burkhardt.
Auch für den kleinen Geldbeutel ist Heilbronn erschwinglich.
Es gibt eine
Jugendherberge und das
Ibis in Bahnhofsnähe bietet Aktionspreise.
Etwas außerhalb der City im Stadtteil Böckingen kann man im zur Best Western-Kette gehörenden
Hotel Kastell nächtigen und im Ortsteil Frankenbach freut sich das
Hotel Rössle über Gäste.