Bewertung von Kayah im Detail
Kayah
Erkrath, Deutschland99%
Von Wien aus machten mein Mann und ich eine Tour durch die nähere Umgebung und schauten uns unter anderen das älteste Zisterzienserkloster der Welt an, das Stift Heiligenkreuz. Von Wien ca. 45 Minuten entfernt und ländlich gelegen, liegt das Kloster im gleichnamigen Ort Heiligenkreuz.
Wir konnten direkt vor dem Kloster parken. Man bereitete sich hier auf dem bevorstehenden Besuch des Papstes im September 2007 vor, denn ein riesiges Plakat war am Eingang des Klosters mit der Begrüßung des Papstes angebracht und einige Handwerker werkelten hier und da herum.
Am Eingangstor bezahlte man den Eintritt. Wir zahlten 6,60 € pro Person. Ich finde den Preis in Ordnung. Von hier kamen wir in einen riesigen Innenhof, dem Stiftshof. Auf dem Hof befinden sich ein Brunnen von 1739 und die Dreifaltigkeitssäule (1729-1739). Beides stand im Schatten von hohen Bäumen. Alles sah gepflegt aus und die Bäume spendeten Schatten. Wir hatten eines der heißesten Tage erwischt: sonnig und 40 Grad. Von hier ging es in die kühle Abteikirche. Sie ist der älteste Teil und wurde 1187 im romanischen Stil erbaut. Der Rest des Klosters ist im romanisch-gotischen Stil mit einigen Barockelementen hier und da. Im Kirchenschiff ist es sehr dunkel. Auffällig sind die Kirchenbänke. An den Seiten sind aufwändige Intarsienarbeiten. Wunderschön. So schöne Kirchenbänke habe ich noch nie gesehen. Der Hallenchor ist noch dunkler, da viel dunkles Holz in der Kirche ist und die kleinen Fenster sich sehr weit oben befinden. Typisch für eine Kirche der Zisterzienser, dass sie keine überflüssigen Verzierungen mögen. Natürlich auch typisch für die Romanik, aber den Trend des Barocks wurde trotzdem mitgemacht. Diese Sachen wurden aber schon wieder im 19. Jahrhundert entfernt und davon sind nur noch ein Altarbild und das Chorgestühl aus der Zeit erhalten geblieben. Das Chorgestühl hat aufwändige Schnitzereien und zeigen Situationen aus dem Leben von Jesus Christus. In diesem Chorgestühl stehen die Mönche und singen und betten.
Kommt man in die Chorhalle, so sieht man hier eher den gotischen Stil. Man sagte uns, dass dieser Teil 100 Jahre später gebaut wurde. Es soll auch der älteste gotische Hallenbau in Österreich sein.
Da ich selber Kirchenorgel spiele, interessiere ich mich für jede Orgel in einer Kirche. Sie befindet sich etwas versteckt im nördlichen Querschiff. Die Orgel ist eine Kober-Orgel aus dem Jahr 1804 und in einem sehr guten Zustand. Leider wurde nicht darauf gespielt.
Von hier ging es in einen Kreuzgang, dass ich in der Art bisher nur in Spanien und Portugal sah. An der Wand befinden sich Grabsteine. Ich dachte erst, hier wären wichtige Mönche begraben, aber keiner von ihnen war einer. Man sagte uns, dass hier diejenigen begraben wurden, die dem Kloster Geld und Ländereien gaben und aus Dankbarkeit bekamen sie die ewige Ruhe im Kreuzgang.
Wir gingen dann in den Kapitelsaal, dem Versammlungsraum der Mönche. Es hat ein Kreuzrippengewölbe. Mitten im Saal ist ein Sarkophag, in dem Friedrich II., der letzte Babenberger, begraben ist. Bunte Fenster und etwas künstliches Licht tauchten den Raum in eine warme gelbe Farbe.
Über den Kreuzgang kommt man in das Brunnenhaus. Im Mittelalter war das die einzige Möglichkeit, Wasser zu bekommen. Noch heute funktioniert der Brunnen. Mir haben vor allem die bunten Glasfenster im Brunnenhaus gefallen.
Zum Schluss schauten wir uns noch die "Fraterie" an; dem früheren Arbeitsraum der Mönche. Die Decke war wieder ein Kreuzrippengewölbe, aber sehr niedrig und durch die vielen Säulen wirkte er eng. Der Raum war sonst leer und trotzdem wirkte alles beengt. Man mag nicht glauben, dass früher hier viele Mönche gearbeitet haben.
Am Eingang gibt es einen kleinen Laden, in dem man Bücher, CDs, Postkarten, selbstgemachten Likör und vielen mehr kaufen konnten. Wir kauften eine CD und Likör, der übrigens wunderbar schmeckte.
Leider liegt das Kloster sehr außerhalb und man kommt nicht mal eben vorbei, aber wer länger in Wien ist und sich die Umgebung anschauen möchte, der sollte auch nach Heiligenkreuz fahren. Mir hat das Kloster sehr gut gefallen und obwohl wir in der Hauptsaison da waren, waren wir nur ca. 15 Touristen. Wir haben eine Führung mitgemacht, und wir durften uns frei bewegen und alles anschauen. Die Mönche sind sehr hilfsbereit und geben gerne Auskunft über ihr Leben, ihre Arbeit und natürlich über das Kloster.
Draußen, vor dem Eingang, befindet sich noch ein Restaurant mit Außenterrasse.
Stift Heiligenkreuz10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Architektur