Bewertung von squarerigger im Detail
squarerigger
Kandel, Deutschland97%
Ein altes Pfälzer Sprichwort besagt: "Liewer än Bauch vum Esse wie än Buggel vum Schaffe!" ("Lieber einen dicken Bauch vom Essen als einen krummen Rücken vom Arbeiten!"). Diesem Spruch kann ich mich bedenkenlos anschließen (auch wenn sich neulich ein gewisser Leser in lächerlicher Art und Weise über das Foto meines Bauches im Zusammenhang mit einem Bericht über eine Tätowiererin, die mir auf selbigen ein sehr schönes Tattoo gestochen hat, echauffiert hat). Gerade die Region Südpfalz, das Land am Rhein und der elsässischen Grenze, ist geprägt von einem stark französisch angehauchten Lebensstil, bei dem die Genüsse aus Küche und Keller durchaus einen hohen Stellenwert genießen. Und das ist auch gut so!
Das Flaggschiff der südpfälzischen Gastronomie ist seit Jahren zweifelsohne das Hotel-Restaurant "Zur Krone" in Hayna, einem kleinen Ortsteil von Herxheim:
Hotel-Restaurant "Zur Krone"
Fam. Kuntz
Hauptstraße 62-64
76876 Herxheim-Hayna
Fon (07276) 508-0
Fax (07276) 5 08 14
www.hotelkrone.de.
Seit mehreren Generationen ist dieses Etablissement im Familienbesitz. Bereits seit 1780 betreibt die Familie Kuntz ein Gasthaus in Hayna, seit 1908 ist die "Krone" das Stammhaus der Familie. Inhaber Karl Kuntz, inzwischen schon weit über 70, betreibt die "Krone" heute zusammen mit seinem Sohn Karl-Emil (verantwortlich für die Küche) und seiner Tochter Karin (verantwortlich für Hotel und Service). Auch wenn die "Krone" heute die beiden Standbeine Restaurants und Hotel hat, so möchte ich in diesem Bericht nur auf die Restaurants eingehen, da ich das Hotel bisher noch nicht getestet habe - wozu auch, wenn ich gerade einmal circa 10 km von der "Krone" entfernt wohne? Erwähnt sei nur, daß insgesamt 7 Einzel und 38 Doppelzimmer sowie 1 Suite und 6 Appartements zur Verfügung stehen.
Wenn ich hier von "Restaurants" schreibe, so hat dies einen guten Grund. Wie in der Top-Gastronomie häufig zu finden, gibt es in der "Krone" zwei voneinander getrennte Restaurants, zum einen das Gourmetrestaurant "Krone, zum anderen die etwas einfachere "Pfälzer Stube" - wobei auch diese herrliche kulinarische Genüsse bietet. Daß das Essen für beide Restaurants aus ein und derselben Küche kommt, ist jedenfalls Gewähr dafür, daß man auch in der "Pfälzer Stube" hervorragende Gerichte, die die Handschrift von Karl-Emil Kuntz tragen, bekommt.
Oben erwähnte ich den Begriff "Top-Gastronomie&quo t; - das ist wirklich keine Übertreibung, denn die "Krone" rangiert seit Jahren in der Top-Klasse der deutschen Restaurants. Als Belege hierfür möchte ich kurz auf die Bewertung der Restaurants in diversen Gourmet-Führern eingehen.
Im aktuellen Gault Millaut hat das Restaurant "Krone" 17 von 20 möglichen Punkten, was für "Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung" steht; das Zweitrestaurant "Pfälzer Stube" kommt auf immer noch respektable 15 von 20 Punkten ("Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität").
Der "Schlemmer-Atlas&quo t; bewertet die "Krone" mit viereinhalb von fünf möglichen Kochlöffeln, das Restaurant beweg sich also zwischen "Restaurant mit einer der besten Küchen Deutschlands: Erstklassige Qualität und Frische der verwendeten Produkte. Höchste Kreativität und Professionalität bei der Zubereitung und perfekte Präsentation der Speisen. Exakte Garzeiten bei großer Harmonie der Speisen und Menüfolgen. Ausgewählte passende Weine mit fachmännischer Beratung. Erstklassiger Service bei dementsprechender Atmosphäre." und "Restaurant mit einer hervorragenden Küche: Erstklassige Grundprodukte. Hohe Kreativität und Qualität bei bestmöglicher Zubereitung. Gerühmte und einfallsreiche Zubereitung der Speisen. Ausgewählte große Weine. Ausgezeichneter Service bei dementsprechender Atmosphäre." Die Pfälzer Stube wird hier mit drei Kochlöffeln bewertet: "Restaurant mit einer sehr guten Küche: Sehr gute Qualität der Grundprodukte und ideenreiche Zubereitung sowie ausgesuchte Weine. Gepflegte Atmosphäre mit entsprechendem Service."
Der Guide Michelin, die Feinschmecker-Bibel schlechthin, vergibt seit Jahren einer seiner raren Sterne an das Team der "Krone" um Karl-Emil Kuntz.
Ich selbst war bisher zweimal im Hotel-Restaurant "Krone" zur Gast, beide Male in der Pfälzer Stube - zwar esse ich gerne und gut, aber die extrem hochpreisige Gourmet-Küche im Restaurant "Krone" erscheint mir dann doch etwas zu teuer.
Die "Pfälzer Stube" präsentiert sich in einem eher rustikalen Stil, mit viel hellem Holz und sehr liebevoll dekoriert. Von Karl Kuntz, dem Besitzer, wird man persönlich mit Handschlag begrüßt und an seinen Platz geleitet, wo sofort eine der freundlichen, aufmerksamen aber dennoch unaufdringlichen Damen vom Service die Karten präsentiert. Die Wahl fällt schwer - zwar ist die Karte nicht wirklich umfangreich, wohl aber hört sich wirklich alles extrem lecker an. Nach längerem Überlegen wähle ich als Vorspeise einen Salat von grünem Spargel und Löwenzahn mit einer Himbeervinaigrette sowie warmen Streifen vom Lachs, danach eine Rinderbrühe mit Marksklößchen. Zum Hauptgang ordere ich Rinderfilet mit Waldpilzen und einer Waldpilzsauce, dazu hausgemachte Spätzle.
Ehe die Speisen aufgetragen werden, kommt jedoch zuerst einmal Brot mit Butter, Schmalz und köstlich frischen, knackigen Radieschen - einfach, aber geschmackvoll. Danach wird ein kleiner Gruß aus der Küche gereicht, wobei "klein" eher eine Untertreibung ist. Man findet darauf mehrere kleine Köstlichkeiten: Tomatenmousse, Petersilienmousse, Lachsmousse, Kaninchensülze, Gemüseterrine und Kuntz' Spezialität, das "Saumagen-Carpaccio& quot; (hauchdünn geschnittener Pfälzer Saumagen mit einer Vinaigrette). All das ist nicht nur lecker anzusehen, sondern schmeckt auch köstlich.
Ebenso überzeugend ist der Salat - sowohl der grüne Spargel als auch der Löwenzahn sind herrlich knackig, die Himbeervinaigrette schmeckt nicht nur, wie bei Vinaigrettes üblich, einfach sauer, sondern überzeugt auch durch die feine Süße der Himbeeren, die einfach perfekt zu den Lachsstücken passt. Die Marksklößchen in der würzigen, feinen Rinderbrühe sind eindeutig hausgemacht, solch leckere Klößchen kann man wohl kaum fertig kaufen.
Das Hauptgericht ist ein Gedicht: das Rinderfilet ist auf den Punkt gegart, außen schon angebraten, in der Mitte noch leicht roher als medium - genau so, wie ich es geordert habe. Die Waldpilze (ich erkenne u.a. Steinpilze, Pfifferlinge und Butterpilze) sind in großer Menge vorhanden und eindeutig frisch, also nicht aus der Konservendose. Auch in der Rahmsauce findet man viele kleinere Pilzstücke. Die Spätzle schmecken dazu hervorragend. Die Menge ist mehr als ausreichend - die Gerüchte, daß man in solch noblen Restaurants hungrig aufstehen muß, stimmt also eindeutig nicht.
Nach diesem extrem leckeren, aber zugleich auch sättigenden Mal ist erst einmal eine schöpferische Pause notwendig, ehe ich die Dessertkarte ordere. Auch hier fällt die Auswahl schwer, aber glücklicherweise bietet Karl-Emil Kuntz auch einen Überblick über seine Patisserie-Leistungen an: mehrere Sorten Mousse, Parfaits, Eis, Früchte, Blätterteiggebäck, all das wunderschön mit verschiedenfarbigen Saucen dekoriert, füllen den großen Teller und bilden einen würdigen Abschluß zu einem hervorragenden Mahl.
Als Abrundung gibt es noch einen Espresso sowie einen exzellenten Framboise (Himbeerwasser) von Klipfel aus dem Elsass, wobei die Wahl des Digestifs sehr schwer fiel, weil die Auswahl an diversen "Wässerchen" sehr groß war.
Zur Getränkeauswahl sei angemerkt, daß insbesondere die Weinkarte dem Ruf der "Krone" mehr als ebenbürtig ist. Die Schwerpunkte liegen bei den heimischen Pfälzer Weinen und bei Gewächsen aus Frankreich, aber auch andere Länder sind vertreten. Neben extrem hochpreisigen Flaschen für teilweise mehrere Hundert Euro findet man auch durchaus erschwingliche Sorten in der Preisklasse zwischen 15 und 20 Euro; auch offene Weine stehen zur Wahl.
Ich war bei jenem Besuch mit meinen Eltern in der "Pfälzer Stube"; Getränke und Speisen für drei Personen schlugen dabei mit 130 Euro zu Buche. Das ist natürlich eine Stange Geld, aber jeder von uns genoss Aperitif, Vorspeise, Suppe, Hauptgang, Dessert, Espresso, Digestif sowie diverse Getränke zum Essen. Sowohl die Qualität als auch die Quantität der Speisen war hervorragend. Auch der Service ließ nix zu wünschen übrig. Ich fühlte mich bei dieser hohen Rechnung auf jeden Fall nicht beschissen, sondern bin nach wie vor der Meinung, daß die Gegenleistung, die wir dafür erhalten haben, diesen Preis uneingeschränkt wert war.
Wer die hervorragende Küche des Karl-Emil Kuntz genießen möchte, dem sei ein Besuch im Hotel-Restaurant "Zur Krone" in Herxheim-Hayna wärmstens empfohlen - Vorbestellung ist aber ratsam
Geöffnet hat das Gourmet-Restaurant "Krone" (30 Plätze)Mittwochs bis Sonntags von 18.00 bis 21.30 Uhr, die "Pfälzer Stube" (40 Plätze) Mittwochs bis Montags von 12.00 bis 15.00 Uhr und von 18.00 bis 24.00 Uhr. Bezahlen kann man (natürlich) mit Cash, aber auch mit EC-Karte sowie mit den gängigen Kreditkarten (Amexco, Mastercard, Visa).
Zur Krone10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Publikum
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Küche
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Service