"A barren rock with barely a house on it" so äusserte sich der britische Aussenminister Lord Palmerstone als Captain Charles Elliott die von ihm am 20. Januar 1841 annektierte Insel dem britischen Thron in London vorstellte. Aus dieser “kahlen Insel, auf der kaum ein Haus steht” würde “nie ein Handelszentrum werden” meinte der weitsichtige Adlige.
Heute ist Hong Kong mit über 7 Millionen Einwohnern eine der grössten Städte in Asien und mit einer Bevölkerungsdichte von knapp 7000 Menschen pro km2 auch einer der am dichtesten besiedelten.

Diese Dichte ist aber nur rechnerisch, weil nur etwa 25% der 1104 km2 grossen Fläche urbanisiert ist und sich ein Grossteil der Bevölkerung auf der Halbinsel Kowloon und dem Norden von Hong Kong Island konzentriert, wo dann auch schon mal 30.000 Menschen auf einem Quadratkilometer Platz finden, meistens in Wohnblocks mit 40 oder mehr Stockwerken.
Auf der anderen Seite gibt es auf der Südseite von Hong Kong Island sowie den zum Territorium gehörenden Inseln zahlreiche Dörfer mit ländlichem Charakter, teilweise sogar gänzlich ohne Autoverkehr.
Hong Kong ist geographisch gesehen eine sehr vielseitige und abwechslungsreiche Stadt (obwohl man eigentlich nicht von Stadt im engen Sinne sprechen sollte). Sie besteht aus
Hong Kong Island (zu britischen Kolonialzeiten auch Victoria genannt), der Halbinsel von
Kowloon und den
Neuen Territorien zu denen dann auch die umliegenden Inseln gerechnet werden.
Hong Kong Island

Auf der Nordseite der Insel liegen von Westen nach Osten gesehen die Bezirke
Western und Kennedytown, wo man noch einige alte Strassenmärkte finden kann. Daran anschliessend
Central mit seinen Banken und Shopping Malls. Besonders erwähnenswert hier die Gebäude der
HSBC und der
Bank of China, zwei Gebäude, die auch lange Jahre hindurch die Geldscheine von Hong Kong zierten.
The Escalator ist eine 792m lange Rolltreppe zwishen den Strassen Des Voeux Road und Conduit Street. Hier befindet sich auch die Fähranlegestelle der
Star Ferry und die Haltestelle für den Zubringerbus zur
Peak Tram. Diese führt zum
Peak, dem Aussichtspunkt Nummer eins von Hong Kong, den man bei keinem noch so kurzen Besuch auslassen sollte.
Wanchai war ehemals einer der Rotlichtbezirke von Hong Kong, heute befinden sich hier das Hong Kong Exhibition and Convention Centre sowie die Hong Kong Academy of Performing Arts. Unweit von hier liegt auch die
Happy Valley Pferderennbahn, wo es jeden Mittwochabend tausende hinzieht, um ihr Glück beim Wetten zu versuchen.
Der sich daran anschliessende Bezirk
Causeway Bay ist eines der Hauptgeschäfts- und Einkaufsviertel. Östlich hiervon liegen die Bezirke
North Point und
Shau Kei Wan, die in erster Linie Wohnviertel sind. Quer durch den ganzen Norden der Insel Hong Kong verläuft die Strecke auf der die
Tram fährt, die preiswerteste Variante einer Stadtrundfahrt die besonders abends nach Einbruch der Dunkelheit interessant ist, wenn überall die Neonreklamen eingeschaltet werden.

Auf der Südseite der Insel liegen unter anderem die Orte
Aberdeen mit seinen schwimmenden Restaurants (darunter das
Jumbo Kingdom) und dem Freizeitpark
Ocean Park. Weiter Richtung Südosten kommt man über den berühmten Strand von
Repulse Bay nach
Stanley. In Stanley gibt es ebenfalls einen Sandstrand, doch die meisten Touristen kommen hierher um auf dem Stanley Markt nach Schnäppchen zu suchen.
Shek O schliesslich liegt am äussersten südöstlichen Ende von Hong Kong Island und ist ein beschauliches Dorf mit einem schönen grossen Strand und einigen einfachen Restaurants.
Kowloon
Auf der nördlichen Seite des Hafens von Hong Kong liegt die Halbinsel Kowloon. An der Anlegestelle der Star Ferry befindet sich der 45m hohe Clock Tower, der einst zum Bahnhof gehörte und wo die Züge aus London ankamen. Hier am südlichen Zipfel des chinesischen Festlandes befinden sich ausserdem das Hong Kong Cultural Centre, das Hong Kong Space Museum und das Hong Kong Museum of Art, alle dicht beeinander. Daran anschliessend die Promenade
Avenue of Stars. Hier befinden sich auch einige der berühmten Hong Konger Hotels wie das
Peninsula und das
Intercontinental (ehemals Regent). Wir befinden uns hier im Stadtteil
Tsim Sha Tsui mit seiner endlos langen Einkaufsstrasse Nathan Road. Am westlichen Ende der Halbinsel liegt der Ocean Terminal wo Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt anlegen und direkt daran anschliessend die Shopping Mall Harbour City mit ihren 700 Geschäften.
Nördlich von Tsim Sha Tsui befindet sich der Bezirk
Mongkok, einst im Guinness Buch der Rekorde als dichtbevölkertster Fleck der Erde. Auf etwas mehr als einem km2 leben hier über 100.000 Menschen.
In der Nähe der MTR Station Mongkok kann man auf dem Ladies Market in den Strassen Tung Choi, Fa Yuen und Sa Yeung Choi billige Kleidung und Elektronik an Strassenständen kaufen. Genau wie auf dem
Temple Street Night Market in der Nähe der MTR Station Jordan kann es hier schon mal etwas eng und chaotisch zugehen.
Die Neuen Territorien
Im Norden von Kowloon beginnen die Neue Territorien, das Gebiet welches die britische Krone 1898 von China für 99 Jahre mietete (der Vertrag lief am 1.7.1997 ab, der Rest ist bekannt) und welches lange Jahre hindurch überwiegend ländlichen Charakter hatte. Heute lebt hier ein Drittel der Bevölkerung Hong Kongs in den Satellitenstädten die seit den 70er Jahren gebaut wurden, wie z.B.
Sha Tin,
Tai Po oder
Tuen Mun. In Sha Tin z.B. befindet sich die “Aussenstelle” der Happy Valley Pferderennbahn, Sha Tin Racecourse, mit einem grösseren Fassungsvermögen und Rennen am Wochenende zwischen September und Juni.
Ausserdem ist in Sha Tin das
Heritage Museum und eines der grössten Einkaufszentren von Hong Kong, das Sha Tin New Plaza, direkt um den Bahnhof gebaut.
Wer gut zu Fuss ist, kann ab dem Bahnhof von Sha Tin den ausgeschilderten Weg zum
Tempel der 10.000 Buddhas hochgehen.
Aber es gibt auch ausgesprochen ländliche Gebiete wie
Sai Kung oder
Kam Tin.
Wanderfreunde kommen in den zahlreichen
Country Parks mit ausgeschilderten Wegen voll auf ihre Kosten, dabei geht es oft durch Berge, die herrliche Ausblicke bieten und zu kleinen versteckten Buchten mit einsamen weissen Sandstränden.
Umliegende Inseln
Lantau
Lantau oder Tai Yue Shan wie die Kantonesen sagen, ist mit 146 km2 die grösste der Inseln im Territorium von Hong Kong und mit etwa 45.000 Einwohnern eher dünn besiedelt für Hong Konger Verhältnisse. Im Westen befindet sich das Fischerdorf
Tai O mit seinen charakteristischen Pfahlbauten, im Zentrum der Insel, in der Nähe des Lantau Peaks kann man den
Grossen Buddha und das
Po Lin Kloster besuchen. Auf der östlichen Seite der Insel liegt der weigehend autofreie Ort
Mui Wo wo sich auch der Strand Silvermine Beach befindet. Hier ist auch die Fähranlegestelle nach Central und der Busbahnhof für die Insel. Bis vor wenigen Jahren war es der Hauptort für Lantau.
Seit der Inbetriebnahme des neuen
Flughafens Chek Lap Kok im Norden der Insel hat sich dort in unmittelbarer Nähe mit
Tung Chung eine neue Satellitenstadt entwickelt, die für eine Einwohnerzahl von 200.000 Leuten konzipiert ist und an das U-Bahnnetz angeschlossen ist. Im Nordosten der Insel wurde ausserdem im Herbst 2005 das
Hong Kong Disneyland eröffnet. Der Lantau Trail ist ein 70km langer Rundwanderweg durch die Naturparks der Insel mit Start und Ziel in Mui Wo.
Cheung Chau
Cheung Chau, oder “die lange Insel”, liegt etwa 10 km entfernt von Central und ist mit der Fähre zu erreichen. Die Insel ist nur 2,45 km2 gross und hat etwa 30.000 Einwohner. Sie ist autofrei und hat einen grossen Sandstrand (Tung Wan Beach) and dessen Südende sich das
Warwick Hotel befindet.
An der Fähranlegestelle ist die Hauptwohngegend mit weitgehend traditioneller Bauweise, engen Strassen und einem überdachten Marktplatz. Hier findet auch jedes Jahr, meist Anfang Mai, das Cheung Chau Bun Festival statt, welches tausende von Besuchern anzieht.
Lamma
Mit 13,55 km2 drittgrösste Insel in Hong Kong und etwa eine halbe Stunde mit der Fähre von Central entfernt. Hier leben etwa 6000 Einwohner die sich auf sechs Dörfer verteilen. Die Insel ist autofrei und wird hauptsächlich besucht, um in der Natur zu wandern. Die dörfliche Idylle wird nur durch das Kraftwerk gestört, welches sich am Nordende der Insel befindet. Die beiden Orte
Sok Kwu Wan und
Yung Shue Wan verfügen je über eine Fährverbindung nach Central sowie eine Reihe von Restaurants für Fische und Meeresfrüchte. Zwischen den beiden Orten gibt es keine Strasse, aber einen ausgeschilderten Wanderweg und man kann die Strecke in einer Stunde zurücklegen.
Klima
Das Klima ist für Europäer am erträglichsten in den Wintermonaten, zwischen Oktober und April, wenn es meist sonnig und trocken ist mit Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad tagsüber. Im Mai wird es dann schnell heiss und stickig, die Temperaturen bewegen sich nur unwesentlich jenseits der 30 Grad Marke und es gibt häufig Regen und mitunter Taifune. Das geht dann so den ganzen Sommer durch bis in den Oktober.
Wenn es in den Sommermonaten zu heiss wird, kann man am Peak Abkühlung erfahren.
Die
Taifune suchen regelmässig das Territorium heim, brauchen aber kein Grund zur Panik zu sein, da es ein ausgezeichnetes Frühwarnsystem gibt, mit Alarmstufen von 1 bis 10. In den höheren Alarmstufen wird dann der Fährverkehr im Hafen eingestellt und empfohlen, sich im Inneren von Gebäuden aufzuhalten.
Land und Leute
Die Bevölkerung besteht zu etwa 95% aus Chinesen, die in der Regel Kantonesisch sprechen. Englisch wird in letzter Zeit vor allem von der jüngeren Generation vermehrt gelernt, aber viele ältere Menschen verstehen kein Englisch, obwohl die Stadt über 100 Jahre lang von der britischen Krone regiert wurde. Auch die offizielle Landessprache von China, Mandarin, findet nach und nach Einzug in Hong Kong, obwohl sie noch nicht überall gesprochen und verstanden wird.
Ausser Chinesen leben in Hong Kong etwa 140.000 Philippinos und 90.000 Indonesier, die meisten davon als Hausangestellte.
Die Region wird nach archäologischen Funden zu urteilen seit etwa 5000 Jahren von Menschen bewohnt. Als die Briten hier 1841 landeten, wohnten etwa 8.000 Menschen auf der Insel Hong Kong. Nur 20 Jahre später waren es schon über 120.000 und in den Jahren nach 1949 wuchs die Bevölkerung auf etwa drei Millionen.
Verkehr
Hong Kong verfügt über ein ausgezeichnetes öffentliches Nahverkehrssystem von
Bussen und
U-bahnen (MTR), die praktisch jeden erdenklichen Winkel erschliessen und mit hoher Frequenz fahren, so dass man praktisch keinen PKW braucht um sich fortzubewegen. Die Wohnsiedlungen haben meist ihre eigene Buslinie, die die Bewohner bis zur nächsten MTR Station bringt. Selbst das Erkunden abgelegener Dörfer geht problemlos mit dem Bus. Man sieht auch im Strassenverkehr kaum Klein- oder Mittelklassewagen, meistens sind es Nutzfahrzeuge, Taxis oder aber Luxuskarossen.
Nach der Ankunft am Flughafen Chek Lap Kok empfiehlt sich der Erwerb einer
Octopus Card (Prepaid Stored Value), mit der man alle Verkehrsmittel elektronisch bezahlen kann. Ansonsten wird (vor allem in den Bussen und Fähren) nur abgezähltes Fahrgeld akzeptiert und kein Wechselgeld herausgegeben.
Essen und Trinken
Die Hong Konger räumen dem Essen einen wichtigen Platz in ihrem täglichen Leben und vor allem in ihrem Budget ein. Bei mehr oder weniger besonderen Anlässen oder auch Geschäftsessen werden oft Delikatessen wie
Haifischflosse oder
Abalone bestellt, für die dann für Europäer unvorstellbare und unbegreifliche Summen bezahlt werden. Am anderen Ende der Preisskala befinden sich die zahlreichen
“Food Centers” wo man preiswerte Tellergerichte frisch zubereitet an verschiedenen Ständen auswählen kann. Diese Food Centers findet man meistens in den Shopping Malls oder in der Umgebung von Märkten und bieten einen guten Einblick in das was die Leute in Hong Kong täglich essen, wenn sie nichts besonderes zu feiern haben. Und dazwischen gibt es fast alles erdenkliche.
Nur als Beispiel seien hier das
Luk Yu Teahouse erwähnt, ein Klassiker in Hong Kong für kantonesische Küche sowie das Restaurant
Amigo, wo man französisch essen kann. Weitere Empfehlungen gibt es bei den
beliebtesten Restaurants in Hong Kong.
Webtipps
Sehr zu empfehlen ist die Seite des
Tourismusbüros von Hong Kong, die Auskunft über alle Sehenswürdigkeiten der Stadt bietet sowie praktische Hinweise zum öffentlichen Nahverkehr und aktuelle Veranstaltungshinweise. Auf der Seite
Hong Kong Beaches gibt es eine Aufstellung von mehr als 80 Stränden mit öffentlichem Zugang.
Unterkünfte
Wenn man nur einmal im Leben nach Hong Kong kommt und über ein freizügiges Budget verfügt, dann sollte man sich doch stark überlegen, ob man nicht im
Intercontinental (ex Regent) nächtigen sollte. Der Blick aus den grossen Zimmerfenstern auf den nächtliche Hafen ist einzigartig und wird von keinem anderen Hotel überboten.
Die meisten Hotels befinden sich in Kowloon und auf der Nordseite von Hong Kong Island und sind in der Regel reine Stadthotels. Darunter befinden sich mehrere Hotels die zu den weltweit besten gezählt werden, wie z.B. das
Peninsula,
Mandarin Oriental,
Island Shangri La, und natürlich das Intercontinental, um nur einige zu nennen. Viele Hotels haben direkte Zubringerbusse zum Flughafen oder aber liegen an einer der Flughafenbuslinien. Einen Überblick auf die
beliebtesten Geschäftsreisehotels gibt es
hier. Hong Kong verfügt aber auch über einige
Urlaubshotels. Auf Grund des ausgezeichneten öffentlichen Nahverkehrsnetzes kann man eigentlich alle diese Hotels als “günstig gelegen” bezeichnen.
Wem die Grosstadthektik zu viel ist, der kann es auch ruhiger haben, denn es gibt auch in Hong Kong einige Strandhotels die zum Entspannen und Ausruhen einladen, so das
Warwick Hotel auch Cheung Chau oder das
Silvermine Beach in Mui Wo auf Lantau. Hier sollte man allerdings dann etwas mehr Zeit einplanen, wenn man ins Zentrum will, wenn auch die Verbindungen in der Regel gut sind.