Bewertung von Entdeckerin im Detail
Entdeckerin
Düren, Deutschland97%
Diese Pilgerherberge im Zentrum des mittelgroßen, malerisch-historischen Ortes Hospital de Orbigo hat bei mir einen bleibenden, positiven Eindruck hinterlassen. Ich habe mich dort richtig wohl gefühlt, als ich im Sommer 2007 nach meinem gewohnten Tagespensum auf dem Camino de Santiago dort eine Bleibe zwecks Übernachtung suchte. Aber immer schön der Reihe nach.
Schon als ich dieses größere Dorf betrat, fand ich es sehr nett und einheimelnd. Es war bestes, sonniges und warmes Wetter, als ich über die lange Steinbrücke namens Puente de Paso Honoroso in den Hauptort einkehrte. Unten am Fluss erblickte ich einen Angler; auf einer Wiese unten sah ich die Vorbereitungen zu einer Art Volksfest, welches ich jedoch nicht erlebte, da ich am nächsten Tag weitergewandert bin.
Die Herberge liegt aus östlicher Richtung kommend auf der rechten Seite direkt am Camino. Nachdem ich durch das Eingangstor geschritten war, kam ich in einen kleinen, hübsch aufgemachten,mit Pflanzen und einer Wandmalerei, welche eine Naturlandschaft zeigt, dekorierten Innenhof. Vorne links ist die Anmeldung, wo man den überaus günstigen Preis (ich glaube es waren 5,00 €, auf keinen Fall mehr als die gewohnten Herbergspreise) entrichtet und auch seinen begehrten Pilgerstempel in den Pilgerpass bekommen kann. Jeder Stempel, den man an den jeweiligen Stellen erhält, sieht übrigens anders aus. Ich wurde sehr freundlich empfangen; wenn ich mich recht entsinne, war der zu dem Zeitpunkt dort seiende Hospitalero ein Holländer, welcher auch Deutsch sprach. Es handelt sich um eine privat geführte Herberge.
Zwei Schlafräume mit ausreichend doppelstöckigen Betten (Standard bei Pilgerherbergen!) standen zur Verfügung. In meinem waren noch ein paar andere PilgerInnen untergebracht und ansonsten noch genügend Betten frei. Man kann sich natürlich von den noch freien Betten eines aussuchen. Einfache Decken waren auch zu jedem Bett vorhanden; darüber hinaus hat sicherlich jeder Reisende auf dem Jakobsweg einen Schlafsack dabei (empfohlen). Ich habe jedenfalls gut darin geschlafen, zumal der Raum nachts schön dunkel war und zum Glück diesmal keine Schnarchnasen unter den anderen Übernachtenden waren.
Eine Küche mit der üblichen Ausstattung, wo man sich mal schnell etwas kochen kann, mit großem Esstisch, befindet sich ebenfalls dort. Die Verpflegung - auch für das Frühstück - muss man sich natürlich selbst mitbringen. Im Dorf gibt es einige kleine Geschäfte, wo man sich bei Bedarf etwas zu moderaten Preisen holen kann. Des Weiteren gibt es auch Restaurants; in einem davon habe ich abends hervorragend in einer netten Runde anderer Pilger gegessen.
Das Publikum fand ich generell auch überaus nett. Gleich nach meiner Ankunft sprach mich ein Mitpilger an, und es entspann sich ein kleines Gespräch. Anschluss findet man beim Pilgern ohnehin stets recht schnell, das heißt man kommt automatisch auf ganz natürliche Weise, ohne sich dafür anstrengen zu müssen, mit verschiedenen Menschen unabhängig von Herkunft, Bildungsgrad oder dergleichen in Kontakt; es sei denn, man möchte in einem bestimmten Moment lieber für sich allein sein, nachdenken oder was auch immer. Auch dies wird selbstverständlich respektiert. Meiner Ansicht nach muss man dieses Pilgerfeeling und den Umgang miteinander einfach erlebt haben. Es ist unmöglich, das zu beschreiben, ohne ausschweifend zu werden. Diese Unternehmung war insgesamt auf jeden Fall ein Erlebnis.
Auch wichtig: Die Duschen. Da gibt es in dieser Herberge zwei oder drei selbstverständlich abschließbare Duschkabinen. Das dortige Warmwasser wird mit Solarenergie aufgewärmt, ebenso wie der Strom aus den hinten im Garten befindlichen Solarzellen gewonnen wird. Und ich muss sagen: Das Wasser war wirklich schön warm, und zwar ohne Unterbrechungen! Klasse!
Im erwähnten Garten, welcher sehr schön gestaltet ist, sind zahlreiche Sitzgelegenheiten verteilt, man kann dort wunderbar relaxen, sich ein wenig sonnen oder an den Tisch setzen, etwas schreiben oder lesen. Es war eine Wohltat, hier etwas zu verweilen.
Einen Computer mit Internetanschluss, den man bei Bedarf nutzen kann, gibt es in dieser Herberge übrigens auch. Er steht hinten links vom gemütlichen Innenhof aus gesehen.
Albergue Parroquial de Peregrinos Karl Leisner10
Einzelbewertung
-
Erreichbarkeit
-
Muss man gesehen haben
-
Budget-Freundlichkeit
-
Zur Erreichbarkeit mit anderen Verkehrsmitteln als den eigenen Füßen kann ich nichts sagen. Es liegt an einer Straße.
Ach ja - im Ort ist auch ein Freibad. Dieses hatte zu dem Zeitpunkt jedoch nicht geöffnet.