Bewertung von Kayah im Detail
Kayah
Erkrath, Deutschland99%
Von Spitzbergen aus ging es mit dem Schiff Richtung Grönland. Zwei Tage auf See und im Treibeis erreichten wir am frühen Morgen und bei schönstem Wetter den Kaiser-Franz-Joseph-Fjord .
Der Eingang zum Fjord war schon imposant breit und entlang des Ufers, rechts und links, gibt es sehr steile und hohe Berge, die bis zu 2700 m hoch sind. Da der Fjord im Schnitt 22 km breit ist, hatte man nicht das Gefühl, dass die Berge einen erdrücken oder dass er dunkel wirkt.
Man sah keine Pflanzen oder Bäume, nur Felsen und Berge, dazwischen viele Gletscher. Die Berge waren in verschiedenen Gesteinsfarben, die von sandgelb über rostrot nach grün, grau, braun und schwarz gingen. Die Berge waren in verschiedenen Mustern, in verschiedenen Farben gestreift und boten in der Sonne ein sehr schönes Bild. Diese Art von Gebirgen gibt es nur hier und vereinzelt auf Spitzbergen. Einer der bekanntesten Berge in diesem Fjord ist das Teufelsschloss der ca. 1500 m hoch ist. Er hat eine sehr markante Form und daher einen hohen Wiedererkennungswert.
Vor dem Teufelsschloss fuhren wir nach links. Die Gebirge waren hier weniger höher und man konnte hier und da eine alte Trapperhütte erkennen. Viele Moschusochsen waren unterwegs.
Die Gletscher hier kalbten viele Eisberge, so dass der Fjord voller schwimmender weißer Riesen war. Zu Beginn des Fjords nur vereinzelt und je tiefer man ins Landesinnere kam, desto mehr Eisberge schwammen im Wasser. Mitten im Fjord waren es so viele, so dass der Kapitän überlegen musste, ob eine Weiterfahrt noch sicher war. Die Eisberge waren ca. 40 m hoch und damit ungefähr so hoch wie unser Schiff. Wenn man bedenkt, dass sich nur ein Zehntel über der Wasseroberfläche befindet und der Rest unter Wasser, kann sich vorstellen, wie groß ein Eisberg ist und dass man einen Zusammenstoß mit dem Schiff unbedingt vermeiden sollte. Der Kapitän, der ein speziell ausgebildeter Eiskapitän war, manövrierte das Schiff sicher durch die Eisberge, so dass wir nicht umkehren mussten.
Der Fjord geht in den König-Oskar-Fjord über. Beide Fjorde haben Zugang zum großen Grönlandsee. Von dem König-Oskar-Fjord ging es dann wieder auf das Meer. Die Fahrt durch die Fjorde dauerte einen ganzen Tag. In den Fjorden haben wir knapp 338 km zurückgelegt.
Fazit:
Es war ein großes Glück, den Kaiser-Franz-Joseph-Fjord bei sonnigen und klaren Wetter zu erleben, bzw. die Möglichkeit zu haben, den Fjord zu durchfahren, da die meisten Schiffe durch die Eisberge gezwungen sind, wieder umzukehren. Unser Schiff hatte zwar eine Eisklasse, aber gegen einen Eisberg hätte es keine Chance gehabt. Normalerweise herrscht in den grönländischen Fjorden starker Nebel, der so stark ist, dass man nichts mehr sieht. Man kann, wenn man senkrecht vom Schiff heruntersieht, noch das Wasser sehen, aber mehr auch nicht mehr.
Ganz zum Schluss bekamen wir einen Eindruck vom typischen grönländischen Wetter. Es tauchte eine Nebelbank auf, die mich ein wenig an den Film "Fog - Nebel des Grauens" erinnerte :o). Sie stand dort und wir fuhren hinein und dann sahen wir nichts mehr. Wenn man noch nach Achtern schaute, sah man das schönste Wetter, wenn man Richtung Bug schaute, sah man nur noch grau. Der Nebel verschluckte unser Schiff und es wurde plötzlich sehr kalt und auch unheimlich.
Ich habe schon viele Fjorde gesehen, aber dieser Fjord ist für mich mit Abstand der Schönste. Es gibt hier kein Grün, keine Pflanzen und Bäume (wie in Norwegen z. B.) und auch keine Zivilisation. Der nächste Ort ist Ittoqqortoormiit, der ca. 261 km auf dem Seeweg (bzw. ca. 200 km Luftweg) entfernt ist.
Kaiser-Franz-Joseph-Fjord10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Erholungswert
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Einzigartigkeit
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Erreichbarkeit:
Im Sommer kann man den Fjord nur per Schiff erreichen. Im Winter kann man von Ittoqqortoormiit mit Hundeschlitten hier her fahren. Der Fjord ist daher schlecht erreichbar, aber diese Bewertung berücksichtige ich nicht bei meiner Gesamtbewertung.
Muss man gesehen haben:
Ostgrönland ist noch nicht wirklich touristisch erschlossen. In dem Kaiser-Franz-Joseph-Fjord bekommt man einen schönen Eindruck von der Natur in Ostgrönland. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Einzigartigkeit:
Hier habe ich auch die volle Punktzahl gegeben, denn das Gebirge und die Felsformationen, vor allem die Farben, sind einzigartig.