Bewertung von ISchoenherr im Detail
ISchoenherr
Waltrop, Deutschland97%
EINFÜHRUNG
Bereits 1586 wurde ein erster medizinischer Garten in Jena angelegt. Aus dem schnell ein Botanischer Garten wurde. Damit ist er die zweitälteste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Sein Ausbau wurde von verschiedenen wichtigen Persönlichkeiten vorangetrieben.
Besonders Goethe war eng mit dem Botanischen Garten verbunden und regte zahlreiche Erweiterungsarbeiten an. Gleichzeitig widmete er sich aber auch botanischen Studien oder nutzte die grüne Oase im Herzen der Stadt zur Entspannung. Noch heute steht der Goethe-Baum in einer Ecke des Außengeländes. Der Ginkobaum wurde auf Wunsch Goethes gepflanzt und gilt als der älteste noch lebende Baum dieser Art in Europa.
ERREICHBARKEIT
Jena ist sehr gut an das Verkehrsnetz angebunden. Es gibt mehrere Autobahnanbindungen, Zuglinien und Bundesstraßen. An großen Flughäfen kann man Erfurt und Leipzig in etwa einer ¾ Stunde über die Autobahn erreichen. Ein kleinerer Flughafen für kleine Maschinen befindet sich in Schöngleina, nicht weit entfernt von der Stadt.
Die Erreichbarkeit des Botanischen Gartens ist ebenfalls hervorragend. Er liegt direkt neben dem Planetarium im Zentrum von Jena. Beide Einrichtungen teilen sich einen kleinen Parkplatz, eigentlich etwas zu klein. An der Straße darf nicht geparkt werden. Kleinere Parkstraßen sind zwar in der Nähe, sind aber für Ortsunkundige vielleicht nicht ganz so das Ideale. Eher empfehlenswert ist da der nur wenige Gehminuten entfernte Hortenparkplatz. Auf ihn ist auch längeres Parken möglich. Leider sind die Parkgebühren etwas hoch, aber das trifft auf die gesamte Stadt zu. Straßenbahn und Bus halten ebenfalls nur wenige Gehminuten entfernt. Fahrradständer sind ebenfalls vorhanden.
Der Botanische Garten verfügt über zwei Zugänge, die aber nicht immer beide offen sind. Ist die Kasse am Tor nicht auf, muss man den Kassenbereich in den Gewächshäusern benutzen.
AUßENGELÄNDE
Auf 4,5 ha befinden sich neben den Gewächshäusern noch die großzügigen Freiflächen. Diese sind in verschiedene Zonen (Laub- und Nadelhölzer / Pflanzen der Hoch- und Mittelgebirge / eine Wald-, Steppen-, Moor-, Heide- und Teichanlage / eine Schwertlilien- und Zwiebelpflanzenanlage / eine Sammlung von Heil- und Nutzpflanzen / Rhododendron-, Rosen- und Dahlien-Anlage und ein Bereich mit der einheimischen Floras die in Jena besonders reich ist und viele geschützte Pflanzen umfasst) aufgeteilt.
Zahlreiche Sitzbänke laden zum Verweilen ein. An Tieren sieht man im Teichbereich Libellen und zahlreiche Eidechsenarten. Im Innenhof der Gewächshäuser existiert ein Goldfischteich. In den großen Laubbäumen fühlen sich zahlreiche Vögel heimisch, aber auch Eichhörnchen, die man beobachten kann, wenn man sich ruhig verhält. Viele Jenaer nutzen das schöne Gelände zum Entspannen oder um in aller Ruhe ein Buch zu lesen.
ARCHITEKTUR
Von Architektur kann man nicht unbedingt sprechen. Da es sich bei den öffentlich zugänglichen Gebäuden um Gewächshäuser handelt, die in einer recht merkwürdigen Weise aneinander gebaut wurden. Die inzwischen schon recht alt sind. Die Scheiben sehen schon reichlich mitgenommen aus.
INNENRÄUME
Als erstes betritt man den Kassenbereich. Hier fällt eine kleine gemütliche Sitzecke auf und ein Glaskasten der mit verschiedenen Orchideen bepflanzt ist. Irgendeine blüht eigentlich immer. Meist mehrere. Da fühlt man sich gleich schön begrüßt. Zudem gibt es eine kleine Ecke mit Pflanzen die überzählig sind. Man kann sie mitnehmen, wird aber gebeten eine kleine Spende in frei wählbarer Höhe zu spenden.
Dann beginnt der Rundgang durch die Gewächshäuser. Zuerst das Kakteen- und Sukkulentenhaus. Die kleineren Pflanzen sind erhöht angepflanzt, hinter Glasscheiben. Die großen Pflanzen sind im mittleren Bereich. Darunter auch ein paar schöne große Schwiegermuttersessel, die ich besonders mag mit ihren großen gelben Stacheln. Auch hier lässt sich sagen, irgendetwas blüht fast immer.
Dann kommt das so genannte Kalthaus. Mit verschiedenen Hartlaubpflanzen, von denen viele sehr schön blühen. Es riecht kräftig nach Wald, besonders wenn frisch gegossen ist.
Nächster Rundgangspunkt ist das Tropenhaus mit zahlreichen tropischen Pflanzen und großen Palmen, die bereits teilweise eine Höhe erreicht haben, dass sie leider gekürzt werden mussten.
Der nächste Bereich gefällt mir nicht so. Er ist ziemlich winzig und wirkt etwas provisorisch. In ihm sind ein paar Sumpf- und Wasserpflanzen angesiedelt. Meist ist hier der Steinboden sehr feucht.
Diesem Bereich schließt sich das Victoriahaus an. Das vor allem durch die große Wasserfläche besticht. Besonders sehenswert hier die Riesenseerose, deren riesige Blätter angeblich auch einen Menschen tragen könnten. Es wird gebeten keine Gegenstände darauf zu werfen. Im Wasser selbst schwimmen zahlreiche Fische, darunter auch Piranhas, allerdings eine Pflanzenfressende Sorte. Der Uferbereich und auch die andere Seite des Weges der sich hier durchschlängelt sind dicht bepflanzt.
Dann endet der Rundgang leider schon. Man kann allerdings noch den Innenhof aufsuchen. Um den in der Saisonzeit zahlreiche Kübelpflanzen um einen Goldfischteich gruppiert sind.
Der Rundgang gefällt mir sehr gut. Die Pflanzen machen einen sehr guten und gesunden Eindruck. Sitzbänke in den verschiedenen Gewächshäusern ermöglichen es sich zu setzen und sich in Ruhe an der Fauna zu erfreuen. Und nicht erschrecken, wenn Vogelgeräusche zu hören sind. In einigen Räumen wurden Lautsprecher installiert die diese verursachen. Schon mancher Besucher hat sich auf die Suche nach dem Verursacher begeben. Ich übrigens auch. Grummel.
Durch die Vielzahl der Pflanzen ergibt sich ähnlich wie im Außenbereich immer eine lohnenswerte Besuchszeit. Da man immer etwas anderes blühen sehen kann. Ich gehe jedenfalls sehr oft hin und finde immer wieder etwas, was mir vorher noch nicht aufgefallen war.
Im Innenbereich gibt es auch ein WC, das einigermaßen in Ordnung ist. Snacks oder so etwas kann man nicht erwerben. Nur ein paar Souvenirs vornehmlich Bücher zum Botanischen Garten und zu Pflanzen können im Kassenbereich erworben werden.
ZWECK
Der Botanische Garten dient dazu Besuchern die Vielzahl der Pflanzenwelt nahe zu bringen und das gelingt ihm sehr gut. Aber man kann sich auch sehr gut in diesem grünen Herzen der Stadt entspannen.
Er nimmt aber auch Aufgaben wie Unterstützung von Lehre und Forschung war. So können für Schulklassen in der Botanikschule Termine für geführte Rundgänge vereinbart werden.
Eine weitere wichtige Aufgabe ist das vermehren und aufziehen seltener und gefährdeter Pflanzen. Ein reger Austausch mit anderen Zuchtanstalten ist im Gange.
PERSONAL
Das Personal ist durchweg freundlich und hilfsbereit. Fragen werden kompetent und geduldig beantwortet. Selbst für die unendliche Fragerei meines Neffen hat sich der schwer beschäftige Gärtner, den er sich ausgesucht hatte, Zeit genommen und sie auch kindgerecht beantwortet.
ARTENVIELFALT
Im Botanischen Garten finden sich etwa 900 Laub- und Nadelgehölzarten. Darunter sehr exotisch aussehende und sehr seltene Arten. Viele von ihnen kommen aus völlig anderen Lebensräumen und fühlen sich trotzdem in Jenas milden Klima sehr wohl.
Etwa 2500 Pflanzenarten aus Hoch- und Mittelgebirgen werden kultiviert.
Dazu kommen noch die zahlreichen anderen Arten in den verschiedenen Bereichen der Frei- und Gewächshausflächen. Insgesamt sind es etwa 12000 Arten.
Jede Art ist mit Infoschildern vorgestellt und die Pflanzen sind sehr harmonisch angesiedelt.
Leider gibt es auch immer wieder unverbesserliche Leute, die die Wege verlassen und über die Pflanzen gehen wollen. Selbst nächtliche Diebstähle von besonders wertvollen Pflanzen im Außenbereich gab es schon, dass muss nicht sein und schadet der Arterhaltung.
PREIS
Die Preise sind vernünftig. Besonders da man innerhalb der Öffnungszeiten solange bleiben darf, wie man möchte.
Erwachsene: 3,- €
ermäßigt: 1,50 €
Jahreskarte: 20,- €
Familienkarte: 7,50 €
Führung: 25,- € (Die Führungen erfolgen nach Vereinbarung.)
ÖFFNUNGSZEITEN
15. Mai bis 14. September:
täglich 9 - 18 Uhr
(letzter Einlass 17:30 Uhr)
15. September bis 14. Mai:
täglich 9 - 17 Uhr
(letzter Einlass 16:30 Uhr)
Botanischer Garten10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Artenvielfalt Vegetation
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Erholungswert