Bewertung von Kikakeks im Detail
Kikakeks
Berlin, Deutschland96%
ZUR GESCHICHTE DER ZITADELLE
Die Zitadelle von Kairo wurde von 1176 bis 1182 von Salah el Din erbaut. Er ursprünglich vom syrischen Kalifen Nur al Din, der von Damaskus aus Ägypten regierte, nach Kairo geschickt, um die Fatimiden im Kampf gegen die Kreuzritter zu unterstürzen.
Salah el Din aber unterwarf seine ägyptischen Gastgeber und gründete die Ajubiden-Dynastie.
Sein Bruder und Nachfolger El Aldil befestigte die Zitadelle weiter und sein Neffe El Kamil verlegte die Residenz hinter ihre schützenden Mauern.
Im 14. Jahrhundert führte Sultan El Nasi Mohammed Um- und Neubauten durch und ließ die nach ihm benannt Moschee errichten.
Im 19. Jahrhundert ließ Mohammed Ali fast alle Gebäude abreißen (einige fielen bereits im Jahre 1823 einer gewaltigen Pulverexplosion zum Opfer) und neue Gebäude sowie seine Moschee errichten.
1874 verließ der letzte Machthaber, Ismail, die Zitadelle, als er ins Zentrum Kairos in den Abdin-Palast umzog.
Seit 1983 ist die Zitalle für Besucher geöffnet.
ZU SEHEN GIBT ES VIEL
Der faszinierende Ausblick auf Kairo.
Man kann seinen Blick rund um die Zitadelle schweifen lassen und unter anderem die verwinkelten Gassen des islamischen Kairos, die Totenstadt und den Azhar Park sehen und bei gutem Wetter, und davon gibt es in Kairo genügend, die Pyramiden von Gizeh am Horizont erblicken.
Ebenso wunderschön ist der Blick auf die Sultan Hasan-Moschee und die Er Rifai-Moschee, die zu Füßen der Zitadelle liegen.
DIE MUSEEN
Auf der Zitadelle laden das Militärmuseum, das Polizeimuseum, das Kutschenmuseum und das Museum für gestohlene Gegenstände zur Besichtigung ein.
Dem MILITÄRMUSEUM sollte man auf jeden Fall einen Besuch abstatten, auch wenn man sich nicht für die Waffensammlungen und Beutestücke aus den Kriegen mit Israel interessiert, weil die Palasträume (ehemaliger Haremspalast Mohammed Alis) sehr gut erhalten sind und die Decken einen Eindruck vom Prunk an Alis Hof vermitteln.
Neben dem Militärmuseum gibt es ein kleines Cafe.
Das MUSEUM FÜR GESTOHLENE GEGENSTÄNDE zeigt, wie der Name schon sagt, Gegenstände, die gestohlen und von der Polizei wiederentdeckt wurden. Zu sehen sind Statuen und Säulen, Sarkrophage, Waffen und Schmuck. Leider erwartet einem keine kleinen Geschichten zu den Gegenständen.
Das POLIZEIMUSEUM vermittelt einem die Geschichte des Gefängniswesens. Nebenan läd eine Cafeteria zum Verweilen ein.
Das KUTSCHENMUSEUM enthält einige kostbare Gefährte, ist aber nur für den wirklich interessierten Besucher lohnenswert.
DIE MOSCHEEN
Die ALABASTERMOSCHEE (auch bekannt als Mohammed Ali-Moschee), deren Vorbild die Blaue Moschee von Istanbul ist, wurde von 1830 1848 von einem bosnischen Architekten errichtet. Mit ihren silbernen Kuppeln und ihren Bleistiftminaretten wurde sie zum Wahrzeichen Kairos.
Hinter dem Eingang erwartet den Besucher ein Vorhof. Er ist von einem Arkadengang umgeben. In der Mitte des Hofes steht ein Renigungsbrunnen, der leider außer Betrieb ist. Der Uhrenturm ist ein Geschenk des französischen Königs Louis Philippe, als Gegengeschenk für den Obelisken, der sich auf dem Place de la Concorde in Paris befindet.
Betritt man die Moschee, zieht einen die riesige Gebetshalle in ihren Bann. Sie ist ausgelegt mit persischen Teppichen und ausgestattet mit hunderten von Lampen. Gleich rechts neben dem Eingang befindet sich hinter einem Gitter der Sakrophag Mohammed Alis, der 1849 starb.
Die EL NASIR-MOSCHEE wurde 1318 bis 1335 erbaut und wahr jahrhundertelang die Hauptmoschee der Zitadelle. In ihr haben 5000 Besucher Platz.
An den unterschiedlichen Kapitellen und Basen lässt sich leicht erkennen, dass Säulen verschiedener Epochen für ihren Bau verwendet wurden. Die Wände der Moschee sind nackt, weil der osmanische Sultan Selim die gesamte Mamorverkleidung abmontierte und sie nach Istanbul schaffen ließ.
Die SULEYMAN PASHA-MOSCHEE wurde 1528 von ihrem Namensgeber errichtet. Sie wurde restauriert und zeigt wunderschöne Kalligraphien und Intarsienarbeiten an den Wänden.
WEITERES SEHENSWERTES
Gleich am Eingang befindet sich der JOSEPHS-BRUNNEN. Er wurde durch Salah el Din von zum Teil gefangenen Kreuzrittern erbaut. Der Brunnen ist 88 m tief und lässt sich über eine Wendeltreppe begehen. Das durch den Brunnen erreichte Nilgrundwasser sorgte für die Wasserversorgung der Zitadelle.
Seit einem Brand im Jahre 1974 sind leider nur noch Teile des GAWHARA-PALASTS übrig.
ÖFFNUNGSZEITEN, ANREISE UND EINTRITTSPREISE
Die Zitadelle kann von 8 bis 18 Uhr (im Winter 17 Uhr) besichtigt werden.
Die Museen schließen aber schon eine Stunde früher. Freitags, während der Gebetszeiten, sind die Moscheen geschlossen.
Ohnehin empfiehlt sich kein Besuch an Freitagen und Feiertagen, da die Einheimischen in Scharen herbeiströmen und sehr aufdringlich sein können.
Am Eingang muss man durch eine Security-Check, so wie an Flughäfen üblich.
Die Toiletten sind sehr verschmutzt und sollten lieber gemieden werden.
Mit dem Taxi lässt sich die Zitadelle sehr gut erreichen. Vom Stadtzentrum kommend sollte die Fahrt nicht mehr als 5 bis 7 LE (ca. 80 Cent) kosten. Verhandeln Sie vor der Fahrt, das erspart eine Menge Ärger.
Wer mit dem Auto anreist findet einen Parkplatz am Fuße der Zitadelle.
Eine Anreise mit dem Minibus empfehle ich nicht, da diese oft überfüllt und für jemanden, der der arabischen Sprache nicht mächtig ist, eine wahre Herausforderung sind.
Die Eintrittspreise ändern sich von Jahr zu Jahr. Mein letzter Besuch kostete 20 LE (ca. 3 Euro). Ein internationaler Studentenausweis halbiert den Preis. Ganz zu schweigen von der ägyptischen Staatsangehörigkeit, die den Preis um 80% reduziert.
Wenn ich mich recht erinnere, muss man für die Museen extra zahlen. Der Besuch der Moscheen und des Palastes sind inklusive.
Ich empfehle, genügend Wasser mitzunehmen, denn die Getränkeverkäufer möchten natürlich besonders mit Touristen ein Geschäft machen.
FAZIT
Es lohnt sich wirklich einen halben Tag für die Zitadelle mit ihren wunderschönen Moscheen und der traumhaften Aussicht einzuplanen. Die Atmosphäre ist (ausgenommen freitags) sehr angenehm. Der Luft ist angenehm frisch und nicht von Abgasen geprägt, so wie man es unten in der Stadt gewöhnt ist.
Der Eintrittspreis ist günstig, wenn man bedenkt, was man alles zu sehen bekommt.
Fotoapparat nicht vergessen!!!!
Alabastermoschee - Zitadelle9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Architektur