[09.09.2007] Der Autor beginnt seinen Bericht auf Seite 243 über die Zitadelle und Umgebung in seinem Reiseführer "Ägypten individuell" mit geschichtlichen Hintergrundinformationen.
Die Zitadelle wurde nach Angaben des Autors restauriert und "erst" 1983 in "wesentlichen Teilen" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie war "jahrhundertelang" und "teilweise noch immer" in der Hand des Militärs. Es werden mehrere Dinge aufgezählt, die "in der Festung hoch über Kairo" zu sehen sind. Zu Beginn wird der "phantastische Ausblick auf die Stadt" genannt, dann die "innerhalb der Zitadellenmauern" liegenden Moscheen Mohammed Ali und El Nasir, die aus der Sicht des Autors "einen Besuch wert" seien. Weiter aufgezählt werden der Mohammed Alis Gawhara Palast und sein Harem Palast, der heute "sinnigerweise" das Militär-Museum beherbergt, außerdem ein Kutschen-, ein Polizeimuseum sowie ein Museum für beschlagnahmte Gegenstände und schließlich der "tiefe, per Wendeltreppe begehbare" Josephs-Brunnen. Der Autor rät, dass man sich für den Besuch insgesamt "etwa einen knappen halben Tag" Zeit nehmen sollte.
Der Eintritt über 35 LE wird "für die gesamte Zitadelle" erhoben. Im Sommer ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet, im Winter von 8 bis 17 Uhr. Der Autor gibt auch den Hinweis, dass die Moscheen "freitags und während der Gebetszeiten" geschlossen sind. Ebenso rät der Autor, den Besuch "freitags und an Feiertagen" zu vermeiden, da "viele" Einheimische "hierher strömen", mit dem Ziel innerhalb der Festungsmauern zu picknicken und die Museen zu besuchen. Der Autor gibt zu bedenken, dass dann "Gedränge" und "häufig nervige Anmache" angesagt sind.
Abgeraten wird von der Benutzung der Damen-Toiletten der Zitadelle, da diese "sehr unsauber" seien. Er rät dazu, das "diesbezügliche Bedürfnisse" versucht werden sollten, auf die Zeit "vor und nach dem Besuch" zu verteilen.
Die Mohammed Ali Moschee ist "allgemein bekannt" als Alabastermoschee und wurde zwischen 1830 und 1848 im Auftrag Mohammed Alis von "einem bosnischen Architekten" erbaut und zwar an der Stelle des "mamlukischen Thron- und Justizpalates". Das Vorbild, "die Blaue Moschee von Istambul", ist "nicht zu verleugnen". Für den Autor ist die Moschee in Kairo "stilistisch zumindest ein Unikat", "wenn nicht gar ein Fremdkörper". Er vermutet daher, dass die Moschee "vielleicht gerade deswegen" zu einem "Wahrzeichen der Stadt" wurde.
Auf der Westseite des Vorhofs, den man gleich nach dem Eingang betritt, steht ein neugotischer Uhrenturm, den Mohammed Ali vom französischen König Louis Philippe für den Obelisken geschenkt bekommen hat, der heute auf dem Place de la Concorde steht.
Die eigentliche Gebetshalle ist für den Geschmack des Autors "etwas pompös ausgestattet" und er ist "beeindruckt" durch ihre Ausmaße und Höhe.
1849 verstarb Mohammed Ali und wurde in seiner Moschee beigesetzt. Der Sarkophag steht nach Angaben des Autors "rechts vom Eingang" hinter einem vergoldeten Bronzegitter und besteht aus weißem Marmor.
Für den Autor ist der Ausblick "unvergesslich", dem man sich "von den Terrassengärten neben der Moschee" "unbedingt" hingeben sollte. Als "Wahrzeichen" stehen die Moscheen Sultan Hassan und El Rifai nebeneinander "zu Füßen" des Betrachters. Danach folgt "der Wald der Minarette" des Islamischen Kairos. Fast schon "direkt dahinter" die Hotel-Hochhausketten auf "beiden Seiten des Nils". Sofern "der Smog gnädig ist", sieht man in der Ferne die Pyramiden von Giseh, die den "Übergang des Fruchtlandes zur Wüste" markieren. Die El-Nasir-Moschee liegt "fast gegenüber" der Alabaster Moschee. Erbaut wurde die Moschee vom "größten Bauherrn" der Bahri Mamlukenperiode
dem Sultan El Nasir Muhammed zwischen 1318 und 1335. Diese Moschee war "über viele Jahrhunderte" die Hauptmoschee der Zitadelle und in ihren "gewaltigen" Dimensionen bietet sie Platz für 5000 Besucher. Dieses Bauwerk gefiel dem Autor "von der Atmosphäre her besser" als die Alabaster-Moschee. Weiter führt er an, dass man eine "fast besinnliche Pause" ohne allzu viel Touristenrummel einlegen kann. Der Haremspalast wurde von Mohammed Ali erbaut und liegt im "nördlichen, militärischen" Teil der Zitadelle beherbergt heute ein Militärmuseum mit Waffensammlungen der "neueren ägyptischen Geschichte". Aus Sicht des Autors ist das Museum auch für "Nicht-Waffen-Fanatiker" einen "Blick wert", da die Palasträume "zumeist original erhalten" sind und die "unverfälschten" Decken einen Eindruck "vom Prunk" vermitteln.
Im östlichen Bereich der Zitadelle ist das Kutschenmuseum untergebracht und erhielt "die prächtigsten Gefährte" aus dem "ursprünglichen Kutschen-Museum in der Sharia 26. July.
(Quelle: "Ägypten individuell", Wil und Sigrid Tondok, 15. aktualisierte und erweiterte Auflage März 2004, Seiten 243 bis 245)
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