Bewertung von kabutri im Detail
Baustil:
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Die Al-Azhar-Moschee wurde von den Fatimiden unter dem Einfluss des andalusischen-maghrebinis chen Baustils erbaut. Ihre künstlerischen Vorbilder waren die Moscheen von Al-Qairawan und Al-Zeituna in Tunesien. Die erste, von Gohar errichte Maksoura (abgeteilter Raum) wies 76 Säulen aus weißem Marmor auf. De Emir Abdul-Rahman Katkhuda (1776) ließ im 18. Jahrhundert eine zweite Maksoura mit 50 Alabastersäulen errichten. Die gesamte Zahl aller Säulen der Moschee beträt heute 375. Die Gesamtfläche der Moschee beträgt 12000 Quadratmeter. Sie besaßt früher viele Mihrabs (Gebetsnischen), von denen heute nur noch 6 stück erhalten sind.
Die Al-Azhar Moschee sieht etwas unsymmetrisch aus. Ursache hierfür sind die vielen Anbauten und Zubauten die im Laufe der Jahrhunderte bzw. durch Einbeziehung von ursprünglich außerhalb stehenden Gebäuden in dem Komplex der Al-Azhar. So kann man rechts und links vom heutigen Haupteingang, dem Tor der Barbiere, die ehemals von der Azhar unabhängigen Al-Taibarsia Schule bzw. Al- Akbahwia sehen.
Die Moschee weißt 5 Minarette auf. (Türme die spitz zulaufen) Von denen die Minarette von Qaitbay und Al-Ghuri als die schönsten Kairos gelten. Bis in unsere Tage besaß jedes dieser Minarette seinen eigenen Muezzine ( Gebetsausrufer), welche auf Weisung des Mikati (Astronom der für die Gebetszeitbestimmung verantwortlich war) alle gleichzeitig den Gebetsaufruf rezitieren lies. Als Kuriosum muss noch gesagt werde, dass die Erbauer nicht die Anbringung von Amuletten an verschiedenen Säulen und Bauteile vergaßen, welche die Moschee vor Vogelschmutz rein halten sollte.
So nun das Aussehen der Al-Azhar Moschee
Die Farbe dieses gigantischen Bauwerks ist einheitlich sandfarben. Wobei man immer wieder kleinere Restaurierte Stellen finden kann. Allerdings ist das Aussehen von Aussen ja schon wundervoll. Aber von innen übertrifft sie alles.
Daher erklär ich nun nicht viel wie sie aussieht, sondern schreibe euch gleich meine Erfahrung damit.
Ich bin mit Amr am 23.04 dort hineingegangen, er war kurz vor der Gebetszeit. Die Azhar Moschee ist sehr dicht bei den Touristenplätzen, was man auch an den Polizeiaufgeboten erkennen kann.
Wir mussten also zuerst unsere Schuhe ausziehen. Das abgeben ist kein muss, wer will kann seine Treter auch tragender weise mit sich führen. Wir wurden dann durch ein Tor auf einem roten Teppich geleitet, was ich persönlich schon sehr schön fand. Denn ich war Barfuss und dachte mir schon, dass es picksen wird oder Steinchen rum fahren oder so. Aber da wurde ich eines besseren Belehrt.
Wir kamen dann auf den Innenhof, und mir blieb einfach die Sprache weg. Ein wundervolles Bild bot sich mir, überall diese wundervollen Säulen und Bögen die ein einheitliches Bild boten. Als ich dann auf den Fußboden sah, bemerkte ich erstaunt das es kein einfacher Stein ist, sondern weißer Marmor der den Innenhof ziert. Es ist ein sehr seltsames Gefühl in diese Moschee zu gehen.
Aber ich spazierte Weiter unter den Torbögen konnte man sich hinsetzen oder einfach nur entlangspazieren. Bisher hatte ich (so ehrlich bin ich) immer gedacht, eine Moschee ist ein geschlossenes Gebilde. Aber man konnte überall hindurch sehen, alles war lediglich mit wunderschönen Dunkelbraunen Holzgittern abgetrennt. Die Teppiche sind wundervoll weich und irgendwo liegt auch nur ein kleiner Stein oder gar ein Papier rum.
Wir gingen dann in aller Ruhe hinein, wobei ich die wunderbaren Glasmosaike an den Fenstern beobachtete. Überall fanden sich die Farben des Marmor, der Rotschwarzen Teppiche des dunklen Brauns wieder. Als wir dann an einer Art Treppe mit so ner Art Terrasse ankamen, wurde mir gesagt, das dort die Frauen beten können, wenn es Zeit zum Gebet ist. Die Gebetsnischen sind wundervoll verziert und einfach nur schön anzusehen.
Die Gebetsnische zeigt an in welcher Richtung Mekka liegt.
Wir setzten uns auf den Gang nach draussen, von wo man den Innenhof beobachten konnte. Die Schuhe stellten wir auf die Fläche ab, an der kein Teppich war. Und wir beobachteten das Treiben. Seltsam dabei war lediglich, dass die Straße wo super viel Verkehr war, nur ca. 300 Meter entfernt ist, und man kaum etwas hören konnte von dem Straßenlärm. Und was man hörte war alles sehr gedämpft. Als es dann Zeit wurde zum Gebet, ertönte der Ruf des Muezzins. Es war gigantisch, man sah Menschen einfach über den Hof hüpfen und sich in der Moschee selbst versammeln. Manche schlenderten ganz in Ruhe, andere nahmen den Innenhof mit 15 Sprüngen.
Das Gefühl und die Aura die beim Gebet in der Moschee selber entstand ist unbeschreiblich. Man hat das Gefühl als wenn die Welt ein Stückchen stehen bleibt und die gewaltige Moschee selbst zum Leben erwacht ist. Ein absolut erhabenes und gigantisches Gefühl. Als dann die Gebetszeit zu ende war, machte ich mich mal auf den Weg zur Toilette, wobei man ja seine eigenen Schuhe auch dort nicht anziehen sollte, es gibt Holzschuhe die wirklich super einfach zusammengebaut sind.
1Riemen auf einer Holzplatte die wie ein Fuß geformt ist. Das war´s dann. Ich tapste also klappernd auf die Toilette, und musste feststellen, das diese hier so fand ich eigentlich sehr sauber ist. Also ich hatte da zwar schon einige gesehen, aber diese hier fand ich echt sauber.
Zurück von der Toilette wollten wir wieder gehen, als wir einen Unterrichtsraum fanden. Im Durchgang zu der Straße auf der rechten Seite. Wir fragten ob man hinein gehen dürfe, wobei wir die Antwort bekamen. "Es ist unsere Moschee, man darf uns das nicht verbieten" Also sind wir die 3 Grobgeschlagenen Stufen hinauf gehüpft und hineingegangen. Der Anblick war einfach nur überwältigend.
Wir standen direkt unter einer der Kuppeln. Es war ein Schulraum für den Koranunterricht. Der Boden im Innenraum, war sauber uns Steinchen frei, aber sehr grob geschnitzt. Die Balken die zur Decke ragten waren allesamt im dunkelbraun gehalten. Aber man sah ihnen ihr Ater an. Es war ein wenig dämmerig, was das umsehen ein wenig schwer machte. Allerdings konnten wir einen Koranvers über der Tür erkennen und dennoch war der Raum einfach nur wunderschön, trotz seiner Schlichtheit.
Die Touristen müssen selbstverständlich was die Frauen betrifft einen Schleier tragen und die Schuhe ausziehen, aber keine Sorgen es reicht wenn ihr den Hijab wie er genannt wird nur lose um den Kopf wickelt und eure Haare bedeckt sind.
Zur Gebetszeit selber hab ich keine Touris gesehen. Aber kurz zuvor da gabs einen gewaltigen Streit der mich wirklich sehr ärgerte.
Eine Gruppe von 4 Personen allesamt Deutsche, marschierten Kaugummikauend und relativ rüpelhaft auf den Innenhof, es war kurz vor der Gebetszeit. So weit so gut. Als dann einer meinte er könne doch einfach seinen ausgekauten Kaugummi auf den Boden spucken, war es dann vorbei mit der Idylle. Es kamen 4 Männer angerannt die wutentbrannt auf die Touris einschimpften. Der Rüpel nahm seinen Dreck vom Boden auf und die 4er Gruppe wurde hinauskomplimentiert.
Ich frage mich allen Ernstes ob Deutschland und die Deutschen echt solche Unmenschen sind. Mir persönlich war es super peinlich was ich da sah und es hat mich einfach nur wahnsinnig geärgert.
Daher noch einmal diese Moschee ist wunderschön, es ist was ganz besonderes dort hinein zu gehen und man sollte egal ob Muslim, Christ oder Jude oder Atheist solche Orte mit Respekt behandeln. (Ich sage das, auch wenn nun einige von euch meinen, das gehöre nicht in einen Bericht ich finde aber doch)
So Fazit des ganzen ist, dass ich jeder Zeit wieder gerne in diese eine Moschee gehen werde, denn es ist ein sehr schönes Gefühl und man fühlt sich Sicher und Behütet. Man sieht Frauen wie Männer nebeneinander sitzen und studieren, man kann schlafen oder lesen oder einfach nur rumsitzen. Die spielenden Kinder finden den glatten Marmor einfach nur herrlich um darauf rumzurutschen. Alles in allem einfach nur wunderschön und ruhig.
Ein Besuch den kann ich euch auf jeden Fall empfehlen
Mezquita Al-Azhar10