[09.09.2007] Der Autor berichtet im Reiseführers "Ägypten individuell" über das Ägyptische Museum in Kairo. Auf den Seiten 212 bis 216 schreibt er ausführlich, welche Gegenstände bzw. Pharaos und Epochen (Altes Reich, Mittleres Reich etc.) in den einzelnen Räumen behandelt/ausgestellt werden.
Zu Beginn seines Berichts über das Ägyptische Museum warnt der Autor vor "Parfüm-Shop-Schleppern", die behaupten, daß das Museum zum Beispiel "erst später" für Individualtouristen geöffnet werden würde - oder tischen "ähnliche Phantasie-Stories" auf, um den Touristen auf einen Tee einzuladen und somit den Touristen in das Parfümgeschäft zu lotsen, mit dem Vorwand, so "am Besten die Zeit bis dahin" zu verbringen.
Das Museum ist in der Zeit von 9 bis 19 Uhr geöffnet, Einlass ist bis 18:45 Uhr. Während des Ramadan ist nur bis 14:45 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 40 LE, für den Mumiensaal zusätzlich 70 LE und für die Hidden Treasures 10 LE. Seit Juni 2004 herrscht hier totales Fotografier- und Filmverbot. Die Foto- und Filmapparate können kostenlos am Eingang neben dem Tickethäuschen in Verwahrung gegeben werden.
Der Autor rät, dass man auf die "gebotenen Eindrücke" nicht verzichten soll, auch wenn man "normalerweise" einen "Bogen um Museen" macht. Darüber hinaus betont er, dass man in diesem Museum "weltweit einmalige Exponate von unschätzbarem Wert" findet. Als Beispiel führt er Tutanchamun an. Er weist weiter darauf hin, dass hier auch "so lebendige Darstellungen des täglichen Lebens vor 5000 Jahren" ausgestellt werden, dass es dem Besucher seiner Ansicht nach "den Atem verschlägt".
Der Autor ist der Meinung, daß für das "mit Ausstellungsstücken und Besuchern vollgestopfte Museum" ein paar "strategische Überlegungen" angebracht sind. Er erwähnt, dass lange Schlangen an den Gepäckdurchleuchtern warten und im "traditionellen Schema" durch die Räume hetzen (d.h. im Uhrzeigersinn). Für die, die mit dem "üblichen System" durch Museen gehen, bringt nach seiner Ansicht der "spätere Vormittag", also ab 11 oder 11:30 Uhr, "erste Erleichterung". Grund dafür ist, dass die meisten Gruppen jetzt bereits andere Programme "abzuarbeiten" haben. Als Alternative zeigt er auf, dass man "gegen den Uhrzeigersinn" mit den Besichtigungen beginnen sollte, denn die Gruppen laufen "quasi mit der Uhr".
Der Autor rät dazu, sich vorher "über den geschichtlichen Hintergrund" zu informieren, da sonst "das Ganze" zusammenhangslos und damit "fast uninteressant" bleibt.
Weiter beschreibt er das "Ordnungsprinzip" des Museums. Im Erdgeschoß sind Stücke "chronologisch angeordnet" und beginnen mit der Frühzeit um 3000 vC. Das Obergeschoß ist hingegen "sachlich sortiert" und den "meisten Platz" nimmt nach seiner Auskunft die Tutanchamun-Ausstellung ein. Er weist auf eine "weitere Erschwernis" hin, dass es nämlich "mehrere Katalogisierungsschemata der Exponate" gibt. So schildert er weiter, dass man "unterschiedlichste Nummern" an den Stücken oder Vitrinen vorfindet - oder manchmal "auch gar keine". Darüber hinaus wurden "verschiedene Räume" neu angepinselt, so verschwanden "teilweise" die Raumnummern "unter der neuen Farbe". Er schließt daraus, dass man "manchmal" ohne Plan "hilflos" sei. Erwähnung findet daher, dass an den Kiosken am Eingang "ausführliche und bebilderte Kataloge" erhältlich seien. Der Autor rät zum Erwerb des bebilderten Rundgangs-Führers "Illustrated Guide of the Egyptian Museum" von Dr. E. Lambelet, den es auch in deutscher Sprache gibt und auch "im Museumsshop am Eingang erhältlich" ist, da dieser "sehr hilfreich" ist. Aus seiner Sicht kann ein Rundgang durch das Museum "sehr spannend wie eine Ägyptenreise" sein. Grund dafür ist, dass bei "jedem Besuch" etwas "Neues" entdeckt wird.
Der Mumiensaal wurde 1994 "wiedereröffnet", der 1980 von Präsident Sadat geschlosssen wurde, um "die Ruhe der Toten" nicht zu stören und die "empfindlichen" Gebilde vor "endgültiger" Zerstörung durch "Pilze und Bakterien" zu bewahren. Um einer Zerstörung in Zukunft zu verhindern, wurde "durch technische Maßnahmen" die Toten in "Edelgas gefüllte Glassärge" umgebettet.
Nach Information des Autors sind die Särge "U-förmig parallel" zu den Wänden aufgestellt sind. Ausnahme bildet Ramses II., der im "schützenden Glassarg bzw. -kasten" im Sarkophag "in der Mitte" des Raumes steht. Er verweist darauf, dass die Toten "tatsächlich" ruhen sollen und die Besucher werden daher "um Ruhe" gebeten.
In der Ausstellung "The Hidden Treasures of the Egyptian Museum" - auch "New Exhibition" genannt, sind die "besten Stücke" der in den Magazinräumen "in Vergessenheit geratenen" Schätze ausgestellt. Erwähnung finden 250 "besonders schöne" und zum Teil "aufwendig restaurierte" Einzelstücke. Hervorgehoben wird, dass "allein 40 Stück" aus dem Grabschatz von Tutanchamun sind, darunter "Goldamulette oder Schmuck".
(Quelle: "Ägypten individuell", Wil und Sigrid Tondok, 15. aktualisierte und erweiterte Auflage März 2004, Seiten 211-216)
Bei dieser Bewertung handelt es sich um eine Interpretation des Beitrags des oben genannten Verfassers