Bewertung von Mistrinanka im Detail
Mistrinanka
Jülich, Deutschland98%
Die mächtige Festung beherbergte einst den Kaiserpalast und eine sagenhafte Kreuzkapelle, deren Decke komplett vergoldet wurde und mit 2200 Edelsteinen besetzt wurde; nicht das ihr meint das wären kleine Steinchen - manche sind so groß wie ein halber Fußball. Das ganze wird noch gekrönt mit einer Balustrade, die über und über mit Kerzen besetzt ist und alle Edelsteine funkeln und strahlen um die Wette im Glanz der Kerzen.
Wer danach Hunger bekommen hat (die Führungen dauern gut 4,5 Stunden) der kann die typisch böhmische Küche im Restaurant Bohemia probieren - liegt gleich nebenan. Ursprünglich war das Restaurant ein Teil der Burg, aber wurde irgendwann mehr oder weniger selbständig. Die Küche ist phänomenal gut: Für Vegetarier, Diabetiker und Kinder sind spezielle Angebote vorhanden.
Wer sich einen Tag auf der Burg aufhält muß etwa 40 Euro/Person ausgeben. Natürlich nur wenn man alle Führungen mitmacht (und nicht nur außen ums Gebäude herum rennt), den Eintritt zahlt, sich etwas zu Essen gönnt und noch ein Souvenir mitnimmt. Die obligatorischen Filzpantoffel - damit man mit den Straßenschuhen nichts versaut, dreckig macht oder beschädigt - bekommt man übrigens gratis beim Betreten des Schlosses mit dem Führer. Die Pantoffel mitnehmen nach der Führung ist aber nicht drin - am Ausgang muß man die auch brav wieder abgeben.
Etwas Witziges am Rande gibt es auch noch zu erzählen; auf der Burg soll es spuken. Es tauchen hier, in Relation zu Gespenster-Erscheinungen in anderen europäischen Burgen und Schlösser, die größte Anzahl an Schloßgespenster auf. Naja, jedenfalls erzählt man das. Ob etwas davon wahr ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Jedenfalls erzählt man sich, man würde den Geist von einem Hirtenjunge mit einem Schafbock, zwölf Weiße Frauen, tanzende Feuerfässer und ein Gespenst eines Ritters auf einem Pferd regelmäßig in dem mittelalterlichenGemäuer sehen können. Von dem Rittergeist behauptet man übrigens, es könne sich dabei um den Geist von Karl den IV. handeln.
Ob man nun an Gespenster glaubt oder nicht, ein Besuch an die Burganlage ist wirklich sehr empfehlenswert - gutes Schuhwerk und genügend Ausdauer vorausgesetzt.
Staatliches Jagdschloß Karlstejn9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Zustand
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Historische Bedeutung
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ERREICHBARKEIT:
Eher schlecht, denn die Anlage hat keinen eigenen Parkplatz. Man kann nur auf dem Zentralplatz im Ort selbst parken und muß dann zu Fuß fast 2 Kilometer den Berg hochlaufen. Auch der Bus fährt nur bis zum Zentralparkplatz. Die Strecke hoch zum Schloss ist zwar befestigt, aber relativ steil und im Sommer schon ein Tortur, da man nirgends vor der prallen Sonne Schutz suchen kann. Für Rollstuhlfahrer ist es eigentlich so gut wie unmöglich in das Schloss zu gelangen, es sei denn man hat 3-4 Personen, die einem den Berg hochschieben. Außerdem können Rollstuhlfahrer nur den Innenhof der Burg besuchen. Das Gleiche gilt für Besucher mit Kinderwagen. Der atemberaubende Anblick der herrlichen Natur links und rechts von der Straße entschädigt aber für den strapazierenden Klimm hinauf zur Burg.
MUSS MAN GESEHEN/GEMACHT HABEN:
Ja, sollte man unbedingt, denn hier gibt es vieles Erstaunliches zu sehen. Unter anderem in der Kapelle; dort findet man Halbedelsteine so groß wie halbe Fußbälle in der Decke und an den Wänden und alle Edelsteine funkeln und strahlen um die Wette im Glanz der tausend Kerzen, die auf der Balustrade angebracht wurden. Leider ist fotografieren und filmen auf der ganzen Anlage verboten (gibt auch keine Fotolizenzen zu kaufen), da die wirklich erstaunlich gut erhaltene Fresken aus dem Mittelalter sonst unter dem Blitzlichtgewitter und der Wärme der Lampen auf Dauer einen enormen Schaden erleiden würden. Was auffällt während den Führungen - man bekommt Zeit sich alles gut anzusehen und man kann auch Fragen stellen. Das ist man von andere Führungen nicht gewohnt, wo man in Eiltempo an alles vorbei gescheucht wird. Allerdings reagieren Schloßpersonal und Führer etwas allergisch auf Leute die zu genau schauen wollen und versuchen etwas anzufassen oder heimlich zu fotografieren - ich habe mehrmals erlebt, dass die sofort rausgeworfen wurden und bis zum Ende der Führung auf dem Schloßplatz warten mussten. Also, nur mit den Augen schauen, nicht mit den Fingern.
BUDGET-FREUNDLICHKEIT:
Also, umsonst kann man so eine Sehenswürdigkeit dieser Klasse natürlich nicht besuchen. Wenn man aber bedenkt, dass man (wenn man an alle Führungen teilnimmt) gut 4,5 bis 5 Stunden auf der Burg unterwegs ist, etwas im Burgrestaurant gegessen und noch ein kleines Souvenir mitgenommen und dann quasi für den ganzen Tag 40 Euro/Person hinlegen muss, dann ist das doch schon recht happig. Natürlich wird es billiger, wenn man nur an einer Führung teilnimmt. Die kostet etwa 8 Euro und dann ist man auch 2 Stunden unterwegs. Es liegt also nur daran, wieviel Zeit man auf der Burg verbringen möchte. Preislich gesehen also irgendwo in der Mitte, da nach eigenen Vorstellungen variabel.
ARCHITEKTUR:
Die Burg wurde auf/zwischen fünf Hügel errichtet und hat eine, eher seltsame, Baustruktur, denn die Burgherren ließen die Anlage auf drei drei Höhenebenen errichten. Ein massiver Prismenturm dominiert die Anlage und ist schon vom Zentralparkplatz aus sichtbar. Überhaupt bietet die Burganlage eine historisch außerordentlich wertvolle Architektur, da bis heute alles Mögliche daran getan wird die mittelalterlichen Gemäuer originalgetreu zu erhalten und wieder herzurichten. Die, bis heute erhaltene, stufenförmige Anordnung der einzelnen Burgabschnitte ist wirklich außerordentlich bemerkenswert.
ZUSTAND:
Der Komplex wurde mehrmals komplett renoviert - zuletzt am Ende des 19. Jahrhunderts - und befindet sich in einem wundervollen Gesamtzustand. Bis heute werkelt man in den Räumen und an den Gemäuern herum, um alles noch besser und noch schöner zu rekonstruieren. Interessant ist es zu sehen, wie man sich penibelst an den alten Bauplänen hält und versucht den Originalzustand wieder herzustellen und Bausünden und Renovierungsfehler aus der Vergangenheit beseitigt werden.
HISTORISCHE BEDEUTUNG:
Die Anlage nimmt unter den böhmischen Burgen nach wie vor eine Ausnahmestellung ein. Hier war einst der Kaiser zu Hause, hier wurden die Sammlung heilige Reliquien und die Reichskrönungskleinodien des Kaisers über Jahrhunderte aufbewahrt. Während der Hussitenkriege wurde die Burg heftig umlagert und stand immer im Mittelpunkt der Zeitgeschichte der sich entwickelnden Nation. Historisch wertvoll ist die Burg auch deshalb, weil die Burg einige Unikate aufweisen kann. So findet man hier eine Sammlung von 129 Tafelgemälden vom Meister Theodorikus. Es ist weltweit die größte Sammlung dieser Art. Außerdem findet man hier die größte Porträtgalerie aller böhmischen Herrscher der gesamten Tschechischen Republik. Und man findet hier auch noch einen einzigartigen Brunnenturm, den es in dieser Konstruktionsweise nirgends mehr in der Tschechischen Republik gibt.
I. M. Liska für trivago.de