Chris26(42)
Gland, Schweiz98%
Nachdem ich Phuket und Samui schon abgehakt habe, wollte ich dieses Mal in Thailand u.a. nach Koh Chang, der Elefanteninsel, ganz im Osten Thailands. Das Amari Emerald Cove ist recht neu und bisher das erste Kettenhotel auf Koh Chang; außerdem bietet es internationalen First-Class-Standard.
1. Lage/Gebäude:
Das Amari Emerald Cove liegt an der Klong Prao Beach, also im Vergleich zum White Sands Beach ein eher ruhigerer Strandabschnitt zumal sich vor dem Hotel eine kleine Bucht gebildet hat. Nachdem man mit der Fähre auf Koh Chang angelegt hat, sind es noch 15 Kilometer vom Ao Sapparod Pier aus bzw. 18 Kilometer vom Dan Kao Pier. 2 Kilometer nach dem Abzweig zum Klong Plu Wasserfall erreicht man dann das Hotel (auf den ersten Blick leider nicht gut auszumachen, da es von der Hauptstraße her nach hinten versetzt ist, und sich davor noch Hotels bzw. Häuser befinden. Ein großes Schild AMARI steht zwar links an der Straße, aber die Einfahrt zum Hotel findet man nicht immer gleich. In der Nähe vom Hotel findet man zwar ein paar Restaurants und Shops, aber bis zum nächsten Internet-Café oder Geldautomaten ists doch noch etwas weiter, zu Fuß kaum zu machen.
Das Nachtleben von Koh Chang (deutlich weniger ausgeprägt als in Phuket oder auch Samui) findet sich vornehmlich am White Sands Beach, aber man kann da auch mit Sammeltaxis recht günstig hinfahren, also an sich kein Problem. Auch Mofas kann man sich natürlich leihen.
Der Strand vor dem Hotel ist leider nicht so ganz toll, also nicht so der klassische Palmenstrand, sondern ein wenig felsig, und bei Ebbe muss man erst ewig laufen, bis man zum Wasser gelangt. Das Wasser ist aber wie eigentlich überall auf Koh Chang sehr schön und klar. Gibt schönere Strände auf Koh Chang als den vor dem Hotel, aber die lassen sich ja auch erreichen. Dafür ist der Hotelstrand recht privat, also quasi nur Hotelgäste zu finden.
Das Gebäude besteht aus einem Hauptgebäude mit der Lobby (offen aber natürlich überdacht) und den Restaurants bzw. Konferenzräumen, von dem aus V-förmig die zwei Gästezimmerflügel abgehen. Das V richtet sich mit dem offenen Ende zum Strand hin aus. Innerhalb des V finden sich die Pools, eine Gartenanlage, die Zugangswege zu den Gästehäusern und ein open-air-Restaurant sowie die Poolbar. Die Gästeflügel sind jeweils dreistöckig. Der Blick aus den Seaview-Zimmern ist bedingt durch die V-Form aber nur eingeschränkt möglich bzw. wohl nur aus den oberen Stockwerken oder den Suiten zu genießen.
2. Klassifikation:
Das Amari Emerald Cove ist innerhalb der Reservierungskooperation Worldhotels als First Class eingestuft, also 4-Sterne-Standard. 5 Sterne hätte ich dem Hotel aber auch abgenommen, sowohl was Service als auch Komfort angeht (und leider auch das Preisniveau).
3. Zimmer:
Es gibt im Amari nur drei Kategorien, nämlich die Superior-, die Deluxe-Zimmer und die Suiten. Superior- und Deluxe-Zimmer sind fast identisch und bieten jeweils 40qm Wohnfläche (der große Balkon zählt allerdings dazu). Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Superior-Zimmer einen Bergblick bieten und etwas schlechter ausgestattet sind (keine Bademäntel, kein Bügeleisen/-brett, kein Kaffee-/Teekocher etc.), während die Deluxe-Zimmer (angeblich) Meerblick bieten. Aber direkten Meerblick bieten wohl nur die Suiten die sich jeweils am Ende der beiden Gästetrakte befinden (also zum Strand hin). Die anderen Zimmer blicken eher in den Garten des Hotels, auf den Whirl- und Kinderpool, mit mehr oder weniger ausgeprägtem seitlichem Meerblick (wohl nur aus den oberen Etagen im oberen Bereich des V).
Über ein Special in der Hotelseite hatte ich ein Superior-Zimmer mit gratis Upgrade auf Deluxe-Zimmer gebucht. Unser Zimmer lag dann im Erdgeschoss des rechten Flügels, im oberen Bereich des V. Die Gästetrakte sind über Holzstege erreichbar, um die rundum so ein kleines Fischbecken angelegt ist, ganz nett. Vom (recht großen) Balkon unseres Zimmers blickten wir daher eher auf die Holzsteg und in Richtung des Whirlpools (siehe auch Fotos). Viel Privatsphäre hat man also auf dem Balkon im Erdgeschoss nicht, da auch viele Hotelgäste natürlich die Stege direkt am Balkon vorbeilaufen (nur getrennt durch das Wasserbecken). Es ist so wohl auch etwas lauter als im Mountain-View-Room (aber nicht wirklich sehr laut, wohl auch, weil das Hotel nur zu höchstens einem Fünftel belegt war).
Das Zimmer an sich war in der Tat sehr schön groß und mit schönem, hochwertigen Holzfußboden ausgestattet. Die Farben waren tendenziell eher beige-braun-hellgelb gehalten, so dass das Zimmer einen recht warmen und doch hellen Eindruck machte. Die Doppelglastür zum Balkon zog sich über die gesamte Breite. Neben dem großen King-Size-Bett (sehr komfortabel, nicht zu hart, nicht zu weich) fand sich ein ganz bequemes Sofa mit Couchtisch (zwischen Bett und Fenster), an der Wand gegenüber ein langer Schreibtisch mit Schreibtischstuhl (und Internetanschluss, gegen heftige Gebühr, natürlich). Ein großer Flat-TV (nicht TFT) mit 70cm Bildröhre stand im TV-Möbel und bot auch ein paar Spielfilm-Kanäle (HBO und Star Movies), daneben natürlich noch das übliche Pay-TV. Von den Konsolen am Nachttisch aus ließen sich alle Lichter (bis auf das Badezimmerlicht) steuern, während das Signal für Bitte nicht stören oder Zimmer aufräumen kurz hinter der Eingangstür an der Wand zu aktivieren war. Besonders schön war auch das Badezimmer, das zum einen recht groß war, mit schönem Fliesenboden, und nett gestaltet (sogar ein Bild hing an der Wand). Neben der recht großen Badewanne fand sich in einem Eck noch eine separate (nicht zu kleine) Duschkabine. An Shampoos/Lotionen etc. war kein Mangel. Große Bade- bzw. Duschtücher gab es dagegen nur zwei (für die Liegen am Pool konnte man sich aber im Poolbereich welche ausleihen).
Zur Begrüßung stand auf dem Tisch eine nette Obstschale und ein Begrüßungsschreiben, die Früchte wurden täglich ergänzt im Rahmen des Saubermachens. Auf dem Schreibtisch stand eine Vase mit einer nette Blume zur Dekoration. Im großen Wandschrank im Eingangsbereich fanden sich die üblichen Sachen, wie Bademäntel, Schlappen, Bügeleisen samt brett, ein programmierbarer Zimmersafe und ein Regenschirm. Eine Minibar (üblich hohe Hotelpreise) und ein Kaffee-/Teekocher waren auch da.
Das ganze Zimmer machte wie gesagt einen sehr angenehmen, großzügigen und hochwertigen Eindruck. Man merkte, dass die Möbel keine Standardware sind, sondern schon qualitativ hochwertige Möbel aus gutem Holz. Auch der ganze Verputz im Zimmer war einwandfrei (da merkt man in Thailand oft den Unterschied, ob das Hotel schnell und billig hochgezogen wurde, oder wirklich gut gebaut wurde).
Abends gibt es einen Turndown-Service (Bettaufschlagen, Gardinen vorziehen, kleine Schokoladen aufs Kissen legen und das Drinking Water ergänzen).
Trotzdem würde ich es nächstes Mal vermutlich mit einem Mountain-View-Zimmer probieren, ist wohl etwas privater oder zumindest versuchen, ein Zimmer in einem der oberen Stockwerke zu bekommen.
4. Hoteleinrichtungen/Essen:
Im Amari finden sich drei Restaurants, ein thailändisches (Just Thai), ein italienisches (Sassi) und die Cove Terrace (international, auch thai). Auch an der Poolbar gibt es Tische und man kann sich Snacks bestellen. Ausprobiert hatten wir nur das Thai-Restaurant, da wir in dem Package auch ein gratis-Set-Menu für eines der Restaurants hatten. Das Restaurant ist ganz nett gestaltet, aber nur ein kleiner Teil der Tische befindet sich auf einer kleinen Terrasse (mit Blick zum Hoteleingangsbereich). Das Set-Menu war zwar qualitativ gut, aber nicht sonderlich reichhaltig (eher kleine Portionen). Und nur für die Getränke wurden wir über 400 Baht los (3 Bier und zwei Wasser). Dafür kann man draußen schon fürstlich thailändisch speisen. Also insofern wohl nicht empfehlenswert, im Hotel zu speisen. Im Room-Service waren die Speisen dagegen etwas günstiger, fand ich (vielleicht war das Thai-Restaurant im Hotel das teuerste der drei Restaurants), aber natürlich immer noch teurer als außerhalb, aber manchmal eben bequem. Zum Frühstücksbuffet kann ich leider nichts sagen wie üblich immer verschlafen :-(.
Dann gibt es noch einen recht großen Spa-Bereich, den ich aber nicht von innen gesehen habe, machte aber einen guten Eindruck (aber natürlich auch recht teuer). Das schönste am Hotel ist wohl der 50-Meter-Pool, der sich parallel zum Strand hinzieht, und schön mit Palmen umgeben ist. Abends wird er noch schön beleuchtet, da macht das Schwimmen wirklich Spaß. Leider wird er um 21 Uhr geschlossen. Vor dem großen Pool gibts noch ein kleines Kinderbecken (aber etwas abseits) und einen großen Whirlpool-Bereich. Besonders abends ist der Anblick des Hotelgartens sehr schön, wegen der schönen Beleuchtungen (siehe Foto). Zwischen dem Pool und dem Strand gibt es noch einen Grasstreifen mit Liegewiese; an die Liegen kann man sich natürlich Getränke und Snacks von der Poolbar bestellen. Es laufen immer genug Angestellte rum, die sich um die Gäste kümmern.
Ein Business-Center (mit Internetzugang gegen Gebühr), Konferenzräume und einen Parkplatz (relativ klein, leider) gibt es natürlich auch. In der Hotellobby findet man noch einen kleinen Shop. Also quasi alles vorhanden, was man braucht (oder auch nicht).
5. Service:
Das Serviceniveau des Amari ist auf dem üblich hohen Standard eines First-Class-Hotels in Thailand. Reichlich Angestellte, die sich der Gäste annehmen, sehr freundlich und doch nicht aufdringlich bemühen sie sich, dem Gast einen angenehmen Aufenthalt zu bescheren. Beim Check-In wurden gleich feuchte Tücher gereicht und ein Begrüßungsdrink; auf das Zimmer wurden wir dann begleitet, die Koffer kamen kaum danach hinterher. Alles wunderbar. Wir wurden auch gleich auf den Voucher für das Essen aufmerksam gemacht, und gefragt, ob sie schon einen Tisch reservieren könnten, und in welchem Restaurant.
Auch jeden Tag, als wir dann am Thai-Restaurant vorbeikamen, wurde uns freundlich mit einem Sawadee khaa zugewaait (gegrüßt). Das Personal im Room-Service und an den Außenanlagen war ähnlich freundlich. Lediglich beim Security-Man an der Zufahrt hatte ich mehrfach den Eindruck, dass er doch etwas auf Trinkgeld aus war und etwas beleidigt abdackelte, als wir nichts gaben. Kann aber täuschen, der Eindruck.
6. Quintessenz:
Das Amari Emerald Cove ist derzeit sicherlich das beste Hotel auf Koh Chang. Es bietet internationalen First-Class-Standard. An den Zimmern und dem Servicelevel lässt sich nichts aussetzen, die Gartenanlage wirkt zwar hübsch (vor allem nachts), aber auch ein bisschen künstlich und steril. Das liegt aber eventuell auch daran, dass das Hotel ja noch recht neu ist. Der lange 50-Meter-Pool ist klasse, aber wenn das Hotel mal ausgebucht sein sollte, werden sich dort auch die Menschen drängeln. Beim jetzigen Aufenthalt war es aber alles recht ruhig, und man hatte genug Platz überall. Der Strand ist nicht unbedingt ein Traumstrand, aber das Wasser ist sauber und klar, bei Ebbe muss man nur etwas weiter reinlaufen. Einen Abzug gibt es nur wegen des hohen Preisniveaus.