Bewertung von SaschaT im Detail
-Exzentrische Architektur
Hotel im Wasserturm? Hm. Klingt irgendwie nach Zweckarchitektur und Autobahnabsteige. Ersteres kann man durchaus bejahen. Denn dieses Hotel war tatsächlich mal ein Wasserturm. Allerdings verstand man zu seiner Bauzeit unter Zweckarchitektur was anderes. Heute könnte man es vielleicht überspitzt Industriebarock nennen. Und das ist nicht so abfällig gemeint wie es anmutet.
Der wuchtige Zentralbau ist mehrschossig gegliedert und lässt in seinen hohen Fenstern, Pfeilervorlagen und Rundbögen tastsächlich Elemente der barocken und romanischen Formensprache anklingen. Die unverputzte Außenwand des roten Backsteinzylinders steht dabei in einem spannungsreichen Gegensatz zur leicht aristokratisch wirkenden Fassadengestaltung. 1988 wurde das Innere dieses ausgedienten Reliktes des 19. Jahrhunderts zum Hotel umgebaut.
Andrée Putman - ihres Zeiches Designern -entwarf die Ausstattung der 10 Einzelzimmer, 38 Doppelzimmer sowie 42 Suiten und Maisonetten. Die klaren Gestaltungsprinzipien der Fassade und die Grundformen ZylinderQuadrat finden ihren Widerklang in allen Dingen angefangen vom Mobiliar, über die Amaturen bis hin zu Details wie dem Anhänger für den Zimmerschlüssel.
Nahezu schmucklose Gänge mit nackten Backsteinwänden führen zu Zimmern, deren Interieur sachlich modern ist und dennoch einen faszinierenden Luxus ausstrahlt und das ganz ohne Schnörkel. Dazu tragen nicht zuletzt die echten Zimmerpflanzen und das Meer von Orchideen, das im ganzen Haus verteilt aufgestellt wurde, bei.
Ein Schwachpunkt ist, dass die Räume nicht gerade vom Tageslicht durchflutet werden. Schuld ist das ungünstige Verhältnis von Fenster zu Wand in der Fassade. Die wurde nicht für neue Fenster durchbrochen sondern die Innenarchitektin musste mit den wenigen vorhandenen Maueröffnungen auskommen. An dem Wochenende als Jimmy67 und ich dort übernacheteten gab es keinen Sonnenschein und man konnte selbst tagsüber nicht auf künstliches Licht verzichten.
-Service
Der beste Service ist der, vom dem man nichts mitbekommt. In der kurzen Zeit unseres Aufenthaltes gab es wirklich nichts zu meckern. Nach dem Einchecken mischten wir unsere Maisonette erstmal richtig auf, damit wir uns auch richtig zuhause fühlen konnten. Den Inhalt unserer Taschen verteilten wir dekorativ auf Möbelstücken und Fußboden. Nach ca. 3-stündiger Abwesenheit war dann das von uns fachmännisch zerwühlte Bett schon wieder gemacht. Auf den Kopfkissen je eine Tüte mit zwei Trüffeln...
Auch die Bedienung im Restaurant ist korrekt ohne dabei spießig zu wirken. Kaum einer von den Angestellten, die wir im ganzen Hotel getroffen haben, schien übrigens über 30 zu sein.
Es gibt selbstredend auch einen Zimmerservice, der der Preisklasse des Hotels entsprechend teuer ist.
-Die Zimmer
Wir haben wie schon gesagt in einer Maisonette übernachtet. Dort lagen beim Einchecken nicht nur Handtücher und Bademäntel bereit, sondern sogar Hausschuhe. Die helfen aber nur wirklich weiter, wenn man höchstens Schuhgröße 41 hat.
Großflächige Spiegel, die man als Raumteiler verschieben kann, lockern den Raum auf und geben sich Mühe das wenige Tageslicht, das durch die Fenster dringt in den Raum zurück zu werfen. Eine schmale Wendeltreppe führt in die zweite Etage zum Schlafgemach.
Sehr kuschelig sind die Betten, viel weicher dürften sie für meinen Geschmack aber nicht sein. Die Bettwäsche fühlt sich sehr angenehm an und ist gottlob nicht parfümiert.
Leicht merkwürdig fand ich nur das eingeschränkte Angebot an Fernsehprogrammen. Da habe ich in billigeren Hotels schon eine größere Auswahl erlebt. Aber nach Köln fährt man auch nicht um fernzusehen. Immerhin kann man den Ton des TV per Knopfdruck in Bad zuschalten! Very nice ;-)
Das Bad ist zwar fensterlos, dafür aber sehr schön. Genial beispielsweise die Dusche, aus der bei einem Duschgang von 10 Minuten der mittlere Wasserverbrauch einer deutschen Kleinstadt strömt, den man ja nach gusto als erfrischenden Sommerregen oder Massagestrahl konfigurieren kann. Herrlich dekadent!
-Lage und Anreise
Das Werbevideo auf der Hompage des Hotels spricht von zentraler Lage. Nun ja. Das Zentrum ist zwar in Gehweite ca. 5-10 min braucht man per pedes aber schon bis zum südlichen Rand der City.
In der direkten Nachbarschaft fühlt man sich in eine Vorabendserie versetzt. Umrahmt wird der Wasserturm von geduckten Wohnhäusern aus den 50ern, Handwerksbetrieben, einer Grundschule und einen Studentenwohnheim. Aparte Umgebung für ein Luxushotel, aber durchaus reizvoll.
Die Anreise per Auto wird ebenfalls auf der Homepage beschrieben. Ich bezweifle allerdings, dass ich an Hand der groben Skizze den Weg finden würde. Jimmy und ich sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Eine Möglichkeit, die wohl bisher keiner in Betracht gezogen hat davon findet sich nirgends ein Wort.
Nur wenige Meter von Hotel entfernt befindet sich die U-Bahn-Station Poststraße. Es hat schon einen gewissen Charme, aus dem nach Urin stinkenden Aufzug der U-Bahn ins Hotel zu schreiten hinein in eine bessere Welt.... g
Erwähnenswert ist noch der tolle Rundblick, den man von der Terasse des Restaurant auf dem Dach hat. Ein Fünf-Gänge-Haut-Cuisine-M enü und der Sonnenuntergang über Köln ergänzen sich auf hervorragend.
Im Wasserturm9
Einzelbewertung
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Zimmer
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Größe
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Sauberkeit
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Ausstattung
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Zustand (gut erhalten etc.)
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Design/ Flair Zimmer
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Bett-/ Matratze
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Ausblick
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Zimmerservice
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Hoteleinrichtungen
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Erscheinungsbild/ Architektur
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Atmosphäre/ Flair Lobby
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Gesamtzustand
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Rezeption/ Organisation
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Personal (Freundlichkeit/ Service)
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Vielfalt gastron. Einrichtungen
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Business-Ausstattung
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Essen und Trinken
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Vielfalt des Speisenangebots
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Qualität des Speiseangebots
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Arrangement der Speisen
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Getränkeangebot
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Atmosphäre Restaurant/ Speisesaal
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Bedienung/ Service
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Lage und Umgebung
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Lage (Stadthotel)
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Verkehrsanbindung
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Einkaufsmöglichkeiten
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Kulturelle Angebote
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Nachtleben/ Ausgehmöglichkeiten
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Ruhige Lage (kein Baulärm etc.)