Königswinter liegt vor den Toren Bonns am Fuße des Petersberges. Durch ihre Lage ist die Stadt für Touristen sehr attraktiv. Sie liegt im Naturpark Siebengebirge und bietet Zugang zu Deutschlands meistbestiegenem Berg, dem Drachenfels. Das Rheinpanorama, die romantische Altstadt und die urigen Weinstuben locken Jahr für Jahr die Besucher an. Besonders für Tagesausflüge und Clubtouren ist die Stadt ein beliebtes Ziel.
Lage und Anfahrt
Die Stadt hat 41.400 Einwohner und liegt im Rhein-Sieg-Kreis, zwischen Bad Honnef und Bonn-Beuel gegenüber dem Bonner Stadtteil Bad Godesberg. Der höchste Punkt der Stadt liegt bei 461 Metern auf dem Großen Ölberg. Die Fläche der Stadt beträgt 76,19 qkm und ihre Ausdehnung von Nord nach Süd etwa 10 km, in der Ost-West-Richtung sind es 14,5 km.

Sie gliedert sich in 56 Ortsteile in Berg- und Tallagen. Königswinter ist über die Bundesstraße 42 erreichbar und hat somit eine direkte Anbindung an die Bundesstadt Bonn und über die A 59 an den Flughafen Köln/Bonn. Die A 3 ist über die Anschlussstelle Siebengebirge erreichbar, die Anfahrtsmöglichkeiten sind über die Landesstraße 331 oder über die Landesstraße 268. Mit den Autofähren im Bereich der Altstadt und in Niederdollendorf kann man sich nach Bonn-Mehlem oder nach Bad Godesberg übersetzten lassen. Es gibt zwei Bahnhöfe in Königswinter, einen in der Nähe der Altstadt und einen weiteren in Niederdollendorf. Hier verkehren die Regionalverkehrslinien RE 8 (Rhein-Erft-Express) und RB 27 (Rhein-Erft-Bahn) in Richtung Köln und Koblenz, außerdem die Linie RE 8 als Verbindung zum Flughafen Köln/Bonn. Die Siebengebirgsbahn als Teil des Bonner Straßenbahnnetzes verbindet Königswinter mit Bad Honnef und Bonn, außerdem gibt es elf Buslinien, die die einzelnen Ortsteile anfahren.
Zahlen und Fakten
Königswinter kann auf eine lange Stadtgeschichte zurückblicken, archäologische Funde belegen, dass sich schon 3500 vor Chr. Menschen auf dem Petersberg angesiedelt haben. Urkundlich erwähnt wurde der Ort Königswinter am 25. Februar 1015 als Winetre und die Stadtrechteverleihung fand im Jahre 1889 statt. 1969 entstand durch die kommunale Neuordnung die neue Stadt Königswinter aus der Stadt Königswinter, der Gemeinde Ittenbach aus dem ehemaligen Amt Königswinter, den Gemeinden Oberpleis und Stieldorf aus dem ehemaligen Amt Oberpleis, und den Gemeinden Heisterbacherrott, Niederdollendorf und Oberdollendorf aus dem ehemaligen Amt Oberkassel.
Der Drachenfels
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Grundlagen für den heutigen Tourismus in
Königswinter gebildet. Der damalige Bürgermeister August Mirbach trieb den Bau der
Drachenfelsbahn voran. In der Zeit der Rheinromantik schwärmten viele Dichter und Maler von dieser Landschaft und machten das Siebengebirge mit Bildern, Gedichten und Erzählungen berühmt. Immer mehr Menschen wollten diese Schönheiten bewundern und es wurde nach Wegen gesucht, sie dorthin zu bringen.

Viele Menschen entdeckten eine neue Art, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und setzten Esel ein, um die Besucher bequem zum Gipfel des
Drachenfels zu befördern. Auch Fahrten mit der Kutsche wurden angeboten. 1883 fand die erste Fahrt mit der Zahnradbahn statt, sie verrichtet heute noch ihren Dienst, aber auch Esel und Kutschen bringen weiterhin die Menschen auf den meistbestiegenen Berg der Welt. Der Drachenfels ist 321 m hoch und das Wahrzeichen des Siebengebirges. Jahr für Jahr bildet er einen Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt, einer der Gründe dafür ist die historische Zahnradbahn. Sie führt auf 1,5 km von der Talstation über die Mittelstation bis hoch zur Aussichtsplattform und gehört zu den wenigen noch in Betrieb stehenden Zahnradbahnen Deutschlands. An der Mittelstation kann man aussteigen, um das
Schloss Drachenburg zu besichtigen. Es liegt in einem schön angelegten Park und wurde 1833 – 1902 von dem Bankier Baron Stephan von Sarter erbaut. Er hat es allerdings nie bewohnt, nach seinem Tod hatte es verschiedene Funktionen. Heute gehört es der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege. Weiter oben auf dem Berg ist die Ruine der Burg Drachenfels zu sehen.

Sie wurde im 12. Jahrhundert von dem Kölner Erzbischof Arnold I. errichtet. Die Besitzer wechselten im Laufe der Jahre und die Burg war immer wieder Schauplatz von Kämpfen. Heute sind noch Reste des Bauwerks zu sehen, wobei der mächtige Burgfried noch gut zu erkennen ist. Es gibt dort oben auch ein Restaurant, damit man sich nach den Besichtigungen stärken kann. Von der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick ins Rheintal. Abschließend wartet noch am Fuße des Drachenfels eine Attraktion auf die Besucher, die
Nibelungenhalle. Der Kuppelbau liegt am Aufstieg zum Berg, hier soll der junge Siegfried den Drachen erschlagen haben, in dessen Blut er anschließend gebadet hat, um unverwundbar zu werden. Eröffnet wurde die Nibelungenhalle im Jahr 1913 zum 100.Geburtstag Richard Wagners. Zur Halle gehören die Drachenhöhle sowie ein Reptilienzoo.
Das Siebengebirge
Das
Siebengebirge gehört zu Deutschlands ältesten Naturschutzgebieten. Seit 1958 hat es den Status als Naturpark. Es liegt rechtsrheinisch und zieht sich von Bonn über Königswinter bis nach Bad Honnef. Die Landschaft hat eine wechselvolle Geschichte und ist sagenumwobenen und viel besungenen.

Das Siebengebirge besteht aus über 50 Bergen und Hügeln, es ist ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde. Neben dem Drachenfels sind der Petersberg, die Löwenburg, der Ölberg, die Wolkenburg, der Weilberg, und der Stenzelberg die wichtigsten Erhebungen. Der Petersberg wurde nach dem 2. Weltkrieg bekannt als Sitz der Alliierten Hohen Kommission. Seit 1990 wird das
Grandhotel auf dem Petersberg als Gästehaus der Bundesrepublik für Staatsbesucher benutzt. Viel gekrönte Häupter und Regierungschefs haben seitdem dort gewohnt. Das Hotel wird von der Steigenberger-Kette betrieben und dient heute Staatsbesuchern wie auch Urlaubern als Übernachtungsort. Die Löwenburg ist mit 455 m der zweithöchste Berg des Siebengebirges. Sehenswert sind die Reste der Burganlage aus der Zeit um 1200. Der höchste Berg ist der Ölberg mit 460 m über dem Meeresspiegel. Auf seinem Gipfel befindet sich eine gemütliche Gaststätte, von dort oben hat man eine wunderschöne Aussicht. Auf der Wolkenburg ist ebenfalls eine Ruine zu sehen. Die Wolkenburg wurde 1118 von dem Kölner Erzbischof Friedrich von Schwarzenburg erbaut. Zerstört wurde sie im Truchseß´schen Krieg. Der Weilberg lässt mit seinem Basaltsteinbruch sehr gut die geologischen Besonderheiten des Naturparks erkennen. Hier ist der innere Aufbau der vulkanischen Bildungen des Siebengebirges deutlich sichtbar. Auch am Stenzelberg wurde in früheren Zeiten Gestein abgebaut und für Bauzwecke genutzt. Seit 1931 sind die Steinbrüche stillgelegt. Seitdem hat sich dort ein Trockenbiotop gebildet, das Naturfreunden eine ganz besondere Flora und Fauna bietet.
Weitere Ausflugsziele
Wer mehr über die Region und ihre Geschichte erfahren will, sollte das
Siebengebirgsmuseum aufsuchen. Es befindet sich in einem der schönsten Barockhäuser der Stadt und stammt aus dem Jahre 1732. Vorgestellt wird die Entstehung der Landschaft und die geschichtliche Entwicklung der Region.

Schiffsmodelle sind ebenso zu sehen wie Zeugen der Weinbau-Tradition. Aber auch historische Wanderungen oder Ferienaktionen für Kinder werden angeboten. Ein weiteres Highlight für Familien mit Kindern ist das
Sea Life in Königswinter. Hier kann man die Unterwasserwelt hautnah erleben. Eines der Hauptthemen ist der Rhein und seine Bewohner, dabei taucht man in die Welt der Sagen und Mythen ein. Die Hauptattraktion des Sea Life ist aber der zehn Meter lange 360°-Acrylglastunnel, der in Deutschland einzigartig ist. Er führt mitten durch ein Becken mit Haien und anderen Großfischen, die über die Besucher hinweg schwimmen.

Zu den sagenumwobenen Plätzen des Siebengebirges gehört das
Kloster Heisterbach, das 1192 von Zisterziensermönchen gegründet wurde. Dazu gibt es auch eine Geschichte, in der die Mönche eine Stelle für ihr Kloster suchten. Die Muttergottes erschien dem Abt im Traum und riet ihm, dass Kloster dort zu errichten, wo er einen blühenden Rosenstock findet. Obwohl es Winter war und Schnee lag, machte er sich auf die Suche und fand am Heisterbach den blühenden Rosenstock. Heute ist noch die Ruine des Klosters zu sehen, das Klosterstübchen bietet Ausflüglern Essen und Getränke an. In der Umgebung von Königswinter ist das
Konrad-Adenauer-Haus in
Bad Honnef ein sehenswertes Ziel. Hier erfährt man alles über das Leben und Wirken des ersten deutschen Bundeskanzlers. Politisch interessierten sei ein Ausflug nach
Bonn empfohlen, für sie gibt es in der ehemaligen Hauptstadt viel zu entdecken. Dies kann man auch mit einer
Schiffstour verbinden, so kann man die die Landschaft und die Rheinromantik auch vom Wasser aus erleben.
Wein
Der Weinanbau hat in diesem Gebiet eine lange Tradition, schon die Römer haben die ersten Reben angepflanzt. Kultiviert haben die Zisterziensermönche den Weinanbau, sie kamen 1192 ins Heistertal.

Heute bilden die Weinberge im Ortsteil Oberdollendorf das nördlichste Weinanbaugebiet des Rheins. Hier wachsen auf einer Fläche von 7,2 Hektar die weißen Rebsorten Müller-Thurgau, Riesling, Optima, Traminer, Kerner und Scheurebe und die roten Sorten Portugieser, Spätburgunder, Regent und Dornfelder. Mehr über den Weinanbau kann man am
Weinwanderweg in Oberdollendorf erfahren. Der 2,2 km lange Lehrpfad führt durch die Weinberge von Oberdollendorf. Der Ort mit seinen idyllischen Fachwerkhäusern und den gemütlichen Weinstuben lädt zu einem Besuch ein. Die Region ist aber auch für ihre
Weinfeste berühmt. Das erste Wochenende im Oktober gehört dem Weingott Bacchus. Auf dem Marktplatz laden die Winzer zum Probieren ihrer Weine ein. Ein buntes Programm mit Tanz und musikalischen Darbietungen lockt Besucher von nah und fern. Den Abschluss des Festes bildet ein großes Höhenfeuerwerk am Rhein.
Hotels
Der Tourismus hat in Königswinter eine lange Tradition. Viele
Hotels liegen direkt am Rhein und beeindrucken schon durch ihre wunderschöne Lage. Dazu gehört das historische
Rheinhotel Loreley, das sich mitten in der Altstadt befindet.

Es ist komfortabel eingerichtet und bietet seinen Gästen zwei Restaurants mit stilvollem Ambiente und erlesener Küche. Eine große Rheinterrasse lädt bei schönem Wetter zu gemütlichem Verweilen ein. Hier kann man die rheinischen Weine genießen! Auch das
Maritim liegt an der Rheinpromenade und ist nicht weit von der Altstadt entfernt. Nach dem Stadtrundgang laden Sauna, Hallenbad und Massageraum zum Relaxen ein. Auch ein Fitnessraum ist vorhanden. Das Maritim ist auch eine gute Adresse für Geschäftsreisende. Es besitzt Konferenzräume, Banketteinrichtungen und die Gäste können über einen Internetzugang verfügen. Am Abend bietet eine Bar mit Live-Musik eine angenehme Möglichkeit zum Entspannen. Eine weitere Empfehlung für Geschäftsreisende ist das
Adam-Stegerwald-Haus, das über Tagungsräume mit modernster Medientechnik für 15 - 100 Personen verfügt. Touristen werden Weinproben in den umliegenden Weingütern oder verschiedene Ausflugsprogramme angeboten. Direkt im Siebengebirge befindet sich das
Waldhotel Sophienhof. Mit seinem weitläufigen Park bietet es die besten Vorraussetzungen für einen erholsamen Urlaub. Im Restaurant können die Gäste ein Candle Light Dinner in romantischer Atmosphäre genießen. Der Sophienkeller verlockt mit seinen gemütlichen Sitzecken zum Entspannen bei einem Glas Wein.