Bewertung von Mistrinanka im Detail
Mistrinanka(46)
Alsdorf, Deutschland97%
Bis letzten Sommer meinte ich immer, der Keukenhof in Lisse wäre der größte Garten des Landes, aber eine Freundin nahm mich mit nach Mondo verde in Landgraaf und dort musste ich meine Meinung ändern. Der Keukenhof ist nicht der größte Garten der Nation, denn das ist definitiv Mondo Verde.
ERREICHBARKEIT:
Nun Landgraaf ist nicht gerade ein Weltstadt und so ist Mondo Verde nicht wirklich bequem zu erreichen, obwohl gut ausgeschildert. Über die Autobahn ist Landgraaf z.B. nicht direkt zu erreichen. Allerdings findet man an den Grenzübergängen bei Heerlen und Kerkrade bereits Schilder die nach Park Gravenrode und später nach Mondo Verde selbst verweisen und die braucht man nur hinterher fahren. Wer mit Bus oder Bahn kommen will, muss sich da etwas mehr anstrengen, denn eine direkte Busverbindung (Linie 26) nach Mondo Verde gibt es nur am Hauptbahnhof in Heerlen.
Der gesamte Park ist behindertengerecht konzipiert und an der Kasse kann man sogar gratis einen Rollstuhl ausleihen.
DA MUSS MAN HIN:
Wer schon die Tulpen im Keukenhof liebte, wird von Mondo Verde sprachlos sein, denn hier werden nicht "nur" Blumen ausgestellt. Hier findet man die ganze Welt direkt vor den Füßen. Allerdings sollte man wirklich bequemes Schuhwerk anziehen, denn hier läuft man Stunden und man hat immer noch nicht alles gesehen.
Das Konzept der Gestalter sieht nicht nur die dekorative Präsentation von Blumen und Pflanzen vor. Hier geht man einen Schritt weiter. Auch Kunst, Kultur, Fauna und Flora sowie Geschichte und Architektur sollen in den Gärten der einzelnen Nationen zur Geltung kommen.
Und der Park ist immer wieder neu. Der Garten hat das ganze Jahr über geöffnet und so kann man sehen, wie aus einer blühenden Landschaft eine rotbraune Herbstlandschaft wird und wer Glück hat, kann sogar erleben, wie der ganze Garten in einer weißen Schneepracht gehüllt wird - allerdings wirkt dies etwas seltsam bei den marokkanischen Palmen, aber nunja.
BUDGET-FREUNDLICHKEIT:
Ich sage es ganz ehrlich: 18 Euro Eintritt und dann noch 3 Euro fürs Parken ist für einen Garten einfach zu teuer. Da interessiert es auch nicht, wie groß oder wie schön er ist. Im Grunde genommen, bleibt es nur eine Grünanlage mit ein paar Extras. Eine Führung durch den Park kostet sogar bis zu 75 Euro, was ich persönlich komplett überzogen finde.
ARCHITEKTUR:
Das ist jetzt nicht ganz so einfach zu erklären, denn jede Nation präsentiert sich mit landestypischer Architektur. Russland mit seinen typischen Datschas, Japan mit seinen Pagoden und Marokko präsentiert sich unter anderem mit Beduinenzelten. Alle diese architektonischen Werke haben ihren Reiz. Daher ist es schwierig, die gesamte Architektur zu bewerten. Außerdem muss man noch die Anlage des Parks an sich berücksichtigen, denn jede Ecke des Parks ist eine Welt für sich. Irgendwie ist es extrem faszinierend, wie man in dieser Ecke mitten in der Wüste steht und an der nächsten Weggabelung steht man vor einem Wasserfall im Regenwald. Kaum hat man sich alles angesehen, steht man plötzlich wieder vor einer Bodega, wo die Flamenco-Tänzerinnen fröhlich tanzen. Statt Architektur, sollte man hier also eher das Gesamtbild bewerten und dass ist wirklich einzigartig.
ARTENVIELFALT UND VEGETATION:
Seit einiger Zeit gibt es nun auch Tiere im Mondo Verde. Zwar nicht sonderlich viele, aber immerhin genug, damit die Kinder sich nicht langweilen. Auch die Vogelgalerie ist zwar die größte Voliere Europas, aber trotzdem ist auch hier die Artenvielfallt recht beschränkt. Dafür gibt es aber sehr viele Vögel in der Voliere. Die Vielfalt bei der Vegetation ist dagegen einmalig und überwältigend und natürlich landestypisch, je nach Weltgarten. Es ist erstaunlich, wie man hier Bonsaibäumchen, Kakteen, Steppenkraut, Palmen, Orchideen und sonstige Exoten so gut in Schuss halten kann. Limburg ist ja nun nicht unbedingt eine subtropische Region.
ERHOLUNGSWERT:
Inzwischen gibt es hier einen Ruderteich, diverse Spielgeräte und einen Streichelzoo für Kinder, so dass man auch als Erwachsener mal abschalten kann. Für Kinder ist der Park nämlich nicht wirklich der Renner, da nichts angefasst werden darf und man nirgends die Wege verlassen soll. Für Kinder ist ein Besuch an den Park also nicht wirklich erholsam, vor allem auch, weil man wirklich Stunden laufen kann und immer noch nicht alles gesehen hat.
Wer sich aber mal einen ruhigen Tag - vielleicht auch mit Malerstaffel oder Fotokamera - gönnen möchte, ist hier wirklich sehr gut aufgehoben. Es gibt sehr viele ruhige Ecken, wo man sich hinsetzen und einfach das Rauschen eines Baches oder das Gezwitscher der Vögel genießen kann. Nachteil: trotz der vielen Sitzmöglichkeiten im Park, wird es irgendwann doch sehr anstrengend über die asphaltierten Wege zu gehen. Der Park ist schon fast zu groß und man sollte nicht versuchen den ganzen Park an einem Tag zu besichtigen - in dem Fall erholt man sich nämlich überhaupt nicht, sondern rennt nur noch durch die Anlage.
FAZIT:
Hier im Park gibt es nichts Aufregendes oder viele wilde Attraktionen. Hier kommt man hin um zu schauen, zu staunen, zu genießen und sich zu erholen. Außerdem ist so eine kleine Weltreise durchaus informativ, denn auch das bietet der Park - reichlich Informationen über fremde Kulturen und ferne Länder.
Mondo Verde kann man also gar nicht mit Keukenhof vergleichen, denn beide parks sind in ihrer Art einfach einmalig, allerdings finde ich persönlich Keukenhof dann doch einen kleinen Tick schöner - ist halt Geschmackssache. Aber Mondo Verde ist mindestens genau so empfehlenswert.
I. M. Liska für www.trivago.de
Mondo Verde8
Einzelbewertung
-
Erreichbarkeit
-
Muss man gesehen haben
-
Budget-Freundlichkeit
-
Architektur
-
Artenvielfalt Vegetation
-
Erholungswert