"Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute." So schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe in seinem berühmtesten Werk "Faust" über diese Stadt, die mit ihren Messen, den vielfältigen Veranstaltungen und Kongressen, ihrer Kunstpflege, den Baudenkmalen und Museen das ganze Jahr über Anziehungspunkt für Besucher aus dem In- und Ausland ist. Dabei hat Leipzig aber noch viel mehr zu bieten als Gebäude, Museen und Kultur. In den letzten Jahren ist es vor allem auch für Erholungssuchende immer attraktiver geworden. Leipzig ist eine Reise wert - Leipzig muss man erleben. Und wer einmal in dieser Stadt gelebt hat, der hängt an ihr.
Lage und Bedeutung
Leipzig

ist mit etwas über 500.000 Einwohnern die größte Stadt
Sachsens. Das Stadtzentrum liegt auf 113 m ü. d. M. (Berlin im Vergleich 34 m), und es gibt im Prinzip keine nennenswerten Höhenunterschiede. Von großen Flüssen wird Leipzig nicht berührt. Die Weiße Elster (Foto rechts), Parthe und Pleiße bilden im Stadtgebiet zusammen ein Netz von ca. 84 km, das immer weiter ausgebaut wird. Leipzig ist jedoch mit dem
Hauptbahnhof ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt und verfügt über ein gut ausgebautes und immer dichter werdendes Autobahnnetz, das die Stadt umgibt. Der
Flughafen Leipzig-Halle gewinnt zudem immer mehr an Bedeutung, sowohl auf kontinentaler als auch auf interkontinentaler Ebene.
Leipzig liegt in der fruchtbaren und im Wesentlichen ebenen Leipziger Tieflandsbucht, wo in der Vergangenheit Braunkohle abgebaut wurde. Die Spuren dieses Industrie-zweigs werden nach und nach beseitigt oder nutzbar gemacht. Nennenswerte Abwechslung bietet die Landschaft nicht. Eine Auflockerung stellen im Norden nur die
Dübener Heide und im Osten die Dahlener Heide dar, zwei beliebte Erholungsgebiete. Im Süden und Westen liegen einige Industrieschwerpunkte wie Böhlen,
Borna, Thierbach oder
Leuna.
Leipzig als Messestadt
Bereits mit dem Stadtrecht erhielt Leipzig auch das Marktrecht, dessen Bannmeile die Grundlage für die Messen bildete. Durch Kaiser Maximilian I. wurden sie 1497 und 1507 zu Reichsmessen erklärt, was das Markt- und Stapelrecht auf 15 Meilen ausdehnte.

Damit standen die Leipziger Messen über allen anderen in Sachsen und Thüringen. Mit der Blütezeit bis zum Dreißigjährigen Krieg entstanden die für Leipzig typischen Messe- und Handelshäuser, erbaut von Patriziern und Kaufleuten, die in der Regel Wohnung, Kaufmannskontor, Schreibkammer, Fremdenzimmer und Speicher unter einem Dach vereinten. Eindrucksvolle Beispiele dafür sind Auerbachs Hof (heute Bestandteil der
Mädlerpassage) oder
Barthels Hof. Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich der Charakter der Messen von der Waren- zur Mustermesse, von denen die erste 1895 durchgeführt wurde. Mit dieser Umgestaltung mussten die alten Messehöfe meist neuen Messepalästen weichen, von denen
Specks Hof (siehe Foto) einer der schönsten ist.

Von 1991 bis 1996 wurde wegen des großen Konkurrenzdruckes durch die anderen deutschen Messeplätze auf über 500 ha ein
neues Messegelände im Norden der Stadt errichtet. Der Vorteil besteht in der Anbindung zur Autobahn, zur deutschen Bahn und in der Nähe zum
Flughafen Leipzig-Halle. Mehrmals im Jahr finden hier Messen statt, deren Besucherzahlen kontinuierlich wachsen. Seither hat Leipzig seinen Ruf als Messestadt und vor allem als Tor nach Osteuropa gefestigt.
Leipzig als Wissenschaftsstadt
Leipzig

ist auch eine Universitätsstadt und ein anerkannter Wissenschaftsstandort. Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts verließen deutsche Magister die Prager Universität, siedelten sich mit Genehmigung von Markgraf Friedrich des Streitbaren und seines Bruders in der Stadt an und gründeten 1409 die Universität Alma mater Lipsiensis. Hier lehrten Gottsched, Gellert, Thomasius, Wundt oder Hertz. Unter den bekanntesten Studenten waren Goethe (Foto), Müntzer, Telemann, Lessing, Fichte, Leibnitz, Schumann oder Franz Mehring. Zu den bekanntesten Einrichtungen zählen neben der Universität die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, die Hochschule für Grafik und Buchkunst sowie die private Handelshochschule HHL, die älteste wirtschaftswissenschaftliche Hochschule Deutschlands. Heute zählt die Stadt rund 30.000 Studenten. Darüber hinaus gibt es noch etwa zwanzig Forschungsinstitute, von denen das Umweltforschungsinstitut Leipzig-Halle, das Leibnitz-Institut für Länderkunde oder drei Max-Planck-Institute hervorzuheben sind.
Leipzig als Musik- und Kulturstadt
Der

gute Ruf als Musikstadt gründet sich auf das Wirken des Gewandhausorchesters, des Rundfunk-Sinfonieorchesters, des Thomanerchors und der Hochschule für Musik sowie der Musikverlage. Aufgeschlossene Stadtväter und ein ebensolches Publikum zogen bereits im 15. Jahrhundert namhafte Musiker an, deren Tätigkeit Leipzigs Ansehen auch international begründete. Leipzigs Stellung im Musikleben ist vor allem mit Namen wie Bach (Foto), Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Wagner, Lortzing und nicht zuletzt Kurt Masur verbunden. Die Musikschule der Stadt ist die älteste Einrichtung ihrer Art auf deutschem Boden. Und das Gewandhausorchester zählt zu den bekanntesten Orchestern der Welt. Auch sonst hat Leipzig kulturell viel zu bieten. Theater, Museen und Kabaretts bereichern das Leben in der Stadt. Hier muss man vor allem das Schauspielhaus oder das Theater der Jungen Welt nennen, während bei den Kabaretts die Akademixer und die Pfeffermühle einen hervorragenden Ruf haben.
Und unter den Museen sind solche wie das neue
Bildermuseum, das Musikinstrumentenmuseum oder das
Grassi-Museum bekannt und mit Kostbarkeiten bestückt. Das
Bachmuseum im Bosehaus beherbergt zudem nicht nur eine umfangreiche Sammlung zum Leben des Kantors, sondern auch das weltweit einzigartige Bach-Archiv.
Leipzig und Goethe
"Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute."

So läßt Leipzigs berühmtester Student Johann Wolfgang von Goethe später in seinem berühmtesten Werk den betrunkenen Studiosus Frosch über die Stadt sinnieren. Der Dichter studierte zwischen 1765 und 1768 in Leipzig und verewigte einige seiner Erlebnisse in seinen Werken. So zum Beispiel den Fasskeller im Restaurant
Auerbachs Keller, in dem er als Student mit Kommilitonen so manches Glas Wein probierte. Am Eingang stehen daher auch die mannshohen Figuren von Faust und Mephisto, auf der anderen Seite die verzauberten Zecher.

Im oberen Keller, dem Goethe-Zimmer, sind zahlreiche Erinnerungen an den Dichter ausgestellt. Die darin befindlichen Faustbilder wurden 1625 aus Anlaß des 100. Jahrestages des Besuchs von Dr. Faust gemalt.Auf dem Naschmarkt gegenüber der
Mädlerpassage wurde Goethe 1903 ein modelliertes Bronzedenkmal gesetzt, auf dem er mit einem Büchlein in der Hand in Richtung Auerbachs Keller blickt. Die Medaillons am Sockel zeigen zwei Frauenköpfe, das von Kätchen Schönkopf und von Friedricke Oeser. Man sagt, Goethe hatte als Student zwei Freundinnen: eine für den Geist und eine für das Vergnügen. Das hübsche Kätchen war die Tochter eines Wirtes, die kluge Friedericke die Tochter seines Zeichenlehrers. Der Mann wusste zu leben - so wie die Leipziger auch.
Leipzig als Sportstadt mit Tradition
Leipzigs

Tradition als Sportstadt geht auf Ferdinand Goetz zurück, den Mitbegründer des Allgemeinen Deutschen Turnvereins. Hier wurde zum ersten Mal Turnunterricht angeboten in der ersten Turnhalle Deutschlands. Der Deutsche Fußballbund wurde 1900 in Leipzig gegründet, und die Deutsche Hochschule für Körperkultur brachte so manchen weltbekannten und erfolgreichen Sportler hervor.
Zentrum der Sportanlagen ist das Sportforum am Elsterbecken, in dessen Mittelpunkt das
Zentralstadion Deutschlands steht. Zur Zeit seiner Errichtung war es mit knapp 100.000 Plätzen das größte Stadion Deutschlands. Zwischen 2000 und 2004 wurde es zu einem reinen Fußballstadion mit 45.000 überdachten Plätzen umgebaut. Und im Sportmuseum innerhalb der Anlage kann man die Geschichte des Sports seit dem Wirken von GutsMuths und Turnvater Jahn bis zur Gegenwart verfolgen.
Geschichte
Schon lange vor der Erwähnung Leipzigs als Stadt sind auf seinem Territorium Spuren menschlicher Besiedelung nachweisbar. Ausgrabungen

lassen auf eine Ansiedlung schließen, die etwa 4000 Jahre vor unserer Zeit auf dem Plateau zwischen Elster, Pleiße und Parthe lag. Im 7. und 8. Jahrhundert kamen Slawen in das Gebiet, und die Siedlung mit Wall und Graben erhielt ihren Namen "Lipzi", Leipzig, der altsorbisch auf Lipa = Linde, d. h. Ort bei den Linden zurückgeht. Im 10. Jahrhundert, während der Ostexpansion, drangen deutsche Feudalherren in das Gebiet ein und errichteten an Stelle der sorbischen Wallanlage eine deutsche Burg, "urbs Lipzi", die im Jahr 1015 erstmals urkundlich erwähnt wurde. An der Stelle der Pleißenburg steht heute das
Neue Rathaus (Foto). In der Nähe bildete sich eine Kaufmanns- und Handwerkersiedlung, nicht zuletzt, weil sich an dieser Stelle zwei wichtige Handelsstraßen kreuzten: die Via regia (Königs- oder Hohe Straße) und die Via imperii (Reichsstraße), die von Skandinavien nach Italien bzw. von Spanien nach Russland führten.
Um 1165 erfolgte die Gründung als Stadt, wobei das genaue Datum unbekannt ist. Die

Stadturkunde ist ein Dokument der Merkwürdigkeiten: es enthält kein Datum, und das darauf befindliche Siegel ist verkehrt herum angebracht. Bald wuchs die Stadt zum mittelalterlichen Marktort und erhielt Anfang des 16. Jahrhunderts Messeprivilegien, die ihr das ausschließliche Markt- und Stapelrecht im Umkreis von über 100 km zusicherten. Mit dem Silberbergbau im Erzgebirge und dessen Handel kam die Stadt zu Wohlstand, was sich in den heute noch vorhandenen Bauten der Frühgotik und Renaissance erkennen lässt. Gebäude wie das
Alte Rathaus,
Thomaskirche und
Nikolaikirche (Foto) sowie die sogenannten Durchhäuser in der Innenstadt zeugen von dieser Entwicklung. Als Messestadt profitierte Leipzig von den Neuerungen und kulturellen Strömungen, die die Kaufleute und Handwerker aus allen Teilen Europas mitbrachten.
Mit dem 18. Jahrhundert und der Frühindustrialisierung wuchs die Bevölkerung und mit ihr die Vorstädte. Noch heute ist das Stadtbild weitgehend von dieser Phase der Industrialisierung geprägt. Der Ausbau des deutschen Eisenbahnnetzes machte Leipzig zu einem zentralen Knotenpunkt des Schienenverkehrs im gesamten ostdeutschen Raum. Durch Investitionen des Bürgertums wuchs die Stadt zu einer der bedeutendsten Industriestädte, wobei vor allem Lage, vorhandenes Kapital und die Verkehrsanbindung eine entscheidende Rolle spielten. In der Gründerzeit, die zudem mit der Wandlung der Warenmesse zur Mustermesse zusammenfiel, entstanden nicht nur die der veränderten Situation angepassten Messepaläste, sondern auch repräsentative Bauten und Villen wie im Waldstraßenviertel oder im Musikerviertel.
Im

Oktober 1813 stellte sich Napoleon, von den Truppen der Verbündeten bis hierher zurückgedrängt, mit seiner 190.000 Mann starken Armee im Südraum seinen Gegnern. Die Hauptschlacht fand am 18. Oktober 1813 in der Nähe von Probstheida statt - die erste Massenschlacht der Neuzeit, bei der über 150.000 Soldaten fielen, wovon das
Völkerschlachtdenkmal (Foto) noch heute und die
Russische Kirche sowie weitere kleinere Denkmäler zeugen. Das 19. Jahrhundert brachte den Buchdruck nach Leipzig, der bald zum wichtigsten Wirtschaftszweig wurde und die Ansiedlung zahlreicher Verlage nach sich zog. Hier gründete sich der Börsenverein der deutschen Buchhändler, die erste nationale Wirtschaftsorganisation, und die "Bibliothek Deutschlands". Hier wurde 1826 von Brockhaus mit der ersten Schnellpresse die industriemäßige Buchproduktion aufgenommen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Leipzig sowohl Handelsstadt als auch Industriestadt und vergrößerte sich ständig. Aus Vororten wurden Industrieviertel, die auch heute noch von der damaligen Architektur geprägt sind. In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts erlangte Leipzig noch einmal Ruhm, als von hier aus der Umbruch, die Wende vom sozialistischen Staat zur geeinten deutschen Nation initiiert wurde.
Sehenswürdigkeiten
Als Tourist hat man es leicht, sich in relativ kurzer Zeit ein recht vollständiges Bild von der Messestadt zu verschaffen. Die meisten der Leipziger Sehenswürdigkeiten lassen sich am besten in einem Rundgang durch die Innenstadt erschließen, die klein und kompakt ist mit einer Fläche von nur 0,455 qkm. Sie ist von einem Straßenring und einem Grüngürtel umschlossen, wo einst die Stadtmauern standen.
Viel Geschichte auf kleiner Fläche in der Innenstadt
Beginnen wir unseren Rundgang am Brühl, dem Punkt, wo früher in etwa die Kreuzung der beiden Handelsstraßen

Via regia und Via imperii lag. Hier befand sich das Zentrum der Rauchwaren- und Pelzveredlungsindustrie, für die Leipzig im 18. und 19. Jahrhundert berühmt war. Noch heute zeugen Hauszeichen an den historischen Gebäuden in der Reichsstraße vom Wohlstand dieser Zunft. Neben dem neu erbauten
Bildermuseum auf dem Sachsenplatz finden sich hier die prächtigsten Patrizierhäuser, wie z. B. das
Romanushaus (Foto) und das
Fregehaus, die vom Reichtum der Stadt im 17. Jahrhundert künden. Durch die Katharinenstraße gelangt man zum Marktplatz, der von einigen eindrucksvollen Gebäuden umrahmt wird.
Dazu gehören das
Alte Rathaus (Foto), ein Renaissancebau

mit der längsten Gebäudeinschrift nördlich der Alpen, die
Alte Waage, wo man zu Zeiten der Warenmessen die Güter wog, verzollte und stapelte, und das
Königshaus, ein ehemaliges Gasthaus, in dem bereits Peter der Große, Napoleon und Friedrich der Große logierten. Auf dem Platz, der eine Größe von 10.000 qm hat, wurde 1824 die letzte öffentliche Hinrichtung vollzogen an dem Perückenmacher Johann Christian Woyzeck, der 1821 die 46-jährige Witwe Christiane Woost in einem Hausflur aus Eifersucht erstochen hatte. Das Ereignis wurde von Georg Büchner später in dem Drama Woyzeck verarbeitet.
Von hier aus begeben wir uns nach links in die Grimmaische Straße, eine belebte Einkaufsstraße, die zum Augustusplatz führt. Vorbei geht es an der
Alten Handelsbörse, einem Barockbau, der als Versammlungsort der Kaufleute und für Börsengeschäfte diente und in dem später die Stadtverordneten tagten, und an der berühmten
Mädlerpassage mit dem
Auerbachs Keller, der durch den berühmtesten Leipziger Studenten Goethe in seinem "Faust" verewigt wurde. Linkerhand steht auch die in der neueren Geschichte bedeutungsvolle
Nikolaikirche, von der aus der Umbruch in der ehemaligen DDR initiiert wurde.
Der

Augustusplatz ist geprägt von Nachkriegsbauten, die die alten, im Krieg zerstörten Gebäude ersetzten. Er ist ein kultureller Mittelpunkt der Stadt mit dem
Opernhaus und dem
Neuen Gewandhaus (Foto) sowie dem
Mendebrunnen in dessen Vordergrund. Aber auch das
Kroch-Hochhaus mit den Glockenmännern, das Hochhaus des Mitteldeutschen Rundfunks mdr, "Weisheitszahn" genannt, und die Universität bestimmen das Ensemble. Von hier bietet sich dem Besucher ein guter Blick auf den
Hauptbahnhof, den flächenmäßig größten Kopfbahnhof Europas, der mit seiner dualen Bauweise zudem ein interessantes Stück Eisenbahngeschichte darstellt.

Hinter dem Gewandhaus liegt die
Moritzbastei, ein Teil der alten Stadtbefestigung, deren unterirdische Gewölbe in den 70er Jahren zu einem Studenten- und Kulturzentrum ausgebaut wurden. Geht man weiter nach Westen, kommt man zum
Neuen Rathaus. Das monumentale Bauwerk mit fast 900 Räumen steht auf den Grundmauern der alten Pleißenburg und ist ein prächtiges Beispiel für den Stil des Historismus. Ein weiteres Bauwerk dieses Stils ist das sich in Sichtweite befindliche ehemalige Reichsgericht, das heute das
Bundesverwaltungsgericht beherbergt.
Folgt man dem Grüngürtel, Promenadenring genannt, gelangt man schließlich zur
Thomaskirche (Foto), der wichtigsten Kirche in Leipzig als Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach und Heimstatt des Thomanerchors. Gleich gegenüber kann man im
Bosehaus und Bachmuseum sein Leben und Wirken in Leipzig ergründen. Von hier aus kann man noch einen Abstecher durch die Klostergasse zum Barfußgässchen unternehmen, sich das weltweit älteste erhaltene Kaffeehaus
Zum arabischen Coffeebaum ansehen und durch eines der typischen Messehäuser des 16. Jahrhunderts,
Barthels Hof, zurück zum Marktplatz gehen.
Sehenswertes in den Außenbezirken
Für die anderen Sehenswürdigkeiten muss man sich in die Außenbezirke begeben. Nördlich der Innenstadt liegt der Stadtteil Gohlis, ein Villenviertel, in dem einst die Reichen wohnten und das noch im 18. Jahrhundert vor den Toren der Stadt lag. Hier findet man das
Gohliser Schlösschen, den spätbarocken Landsitz eines Ratsherren, und gleich in der Nähe das
Schillerhaus, wo Friedrich Schiller die
Ode an die Freude schrieb sowie den
Leipziger Zoo, der seit einigen Jahren als
Zoo der Zukunft von sich reden macht.
Zeugnisse der Geschichte

Leipzigs findet man vor allem auch im Südosten der Stadt, dem Gebiet, wo 1813 die Völkerschlacht bei Leipzig stattfand. Davon zeugen zwei beeindruckende Monumente: das 100 Jahre nach der Völkerschlacht eingeweihte
Völkerschlachtdenkmal und die
Russische Kirche (siehe Foto), die ebenfalls 1913 für die 22.000 gefallenen russischen Soldaten errichtet wurde. In unmittelbarer Nähe hat die
Deutsche Bücherei ihren Sitz, die 1912 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels zu Leipzig als Gesamtarchiv des deutschsprachigen Schrifttums gegründet wurde, und das Deutsche Buch- und Schriftmuseum beherbergt. Bewegt man sich von hier wieder in Richtung Innenstadt, kommt man am
Bayrischen Bahnhof vorbei, der seit 1842 besteht und der älteste noch erhaltene deutsche Personenkopfbahnhof ist. Eine der neueren Attraktionen der Stadt ist der 2003 eröffnet
Vergnügungspark Belantis im Süden der Stadt, der inzwischen zu den größten seiner Art in Deutschland zählt und seit 2006 über einen eigenen Autobahnanschluss verfügt.
Das grüne Leipzig liegt am Wasser
Leipzig

ist grüner als man denkt. Schaut man aus großer Höhe auf die Stadt, kann man feststellen, dass sich ein grünes Band durch die Stadt zieht, das immerhin fast ein Drittel der Stadtfläche ausmacht: angefangen im Norden unweit des Flughafens bis weit in den Südraum, wo heute das Neu-Seen-Land entsteht. Zahlreiche Parks bilden eine grüne Lunge und sind ein beliebter Aufenthaltsort für die Leipziger. Zu nennen sind hier der
Clara-Zetkin-Park (Foto) mit gastronomischen und kulturellen Einrichtungen, einer Inlinerstrecke und dem Elsterflutbecken als beliebtem Wassersportplatz, der
Johannapark mit Liegewiesen und Kinderspielplätzen sowie der Leipziger Auwald, der vor allem in der Hochwasserregulierung der Stadt eine wichtige Rolle spielt.
Wasser hat Tradition in Leipzig. Schon in

der Geschichte kreuzten sich die beiden Handelsstraßen an der Furt über die Weiße Elster und die Pleiße. Kanäle und Flüsse wurden im 16. Jahrhundert zum Flößen genutzt, und bereits 1835 hatte Leipzig vier Flussbadeplätze, der Beginn des Gewässertourismus. Anfang der 1930er Jahre gab es in der Stadt fast fünfzig Ausleihstationen für Boote an der Pleiße und an der Elster. Nach der Wende gab es verschiedene Initiativen, die verdreckten Gewässer zu sanieren. Durch die Aktion "Neue Ufer - Pleiße ans Licht" kam bereits mehr als ein Kilometer des Pleißemühlgrabens wieder an die Oberfläche. Die EXPO 2000 brachte schließlich Ideen und Mittel, um auch die vielen Tagebaurestlöcher im Süden Leipzigs einer Verwendung zuzuführen. Bereits im Juni 2000 wurde der erste, der
Cospudener See (Foto), mit einer Wasserfläche von 450 Hektar, Hafen und langer Strandregion übergeben. Bis zum Jahr 2015 sollen weitere dreizehn Seen mit einer Gesamt-Wasserfläche von mehr als 175 Quadratkilometern entstehen und die ganze Region Südraum attraktiver gestalten. Diese Seenlandschaft und der bereits, vor allem bei Tauchern und Surfern, bekannte
Kulkwitzer See machen Leipzig zu einem prosperierenden Naherholungsgebiet mit Kulturanschluss.
Gastfreundliches Leipzig
Nicht nur zu Zeiten der Messe hat Leipzig eine große Anziehungskraft. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in der Stadt eine Vielzahl von Unterkünften und gastronomischen Einrichtungen gibt. Ihre Zahl ist seit der Wende kontinuierlich gestiegen.
Hotels und Unterkünfte
Wie

die Sehenswürdigkeiten und historischen Anziehungspunkte, so konzentrieren sich auch die größeren und exklusiveren Hotels in oder in unmittelbarer Nähe der Innenstadt. Direkt gegenüber dem Bahnhof finden wir das
Seaside Parkhotel (Foto), das
Novotel und das
Hotel Marriott. Den schönsten Blick hat man aber vom
The Westin, das sich ebenfalls in Reichweite des Leipziger Hauptbahnhofs befindet und mit seinen 26 Stockwerken die Skyline von Leipzig mit bestimmt. Das
Hotel Fürstenhof,
Victor's Residenz am Bahnhof sowie das
Günnewig Vier Jahreszeiten ergänzen das Zimmerangebot direkt am oder in der Nähe des Bahnhofs. Und schließlich finden wir am Augustusplatz das neu eröffnete
Radisson SAS, ehemals Mercure.
Aber

auch außerhalb der Innenstadt findet man entlang des Stadtrings gute Hotels: dazu zählen das
Ramada, das
Mercure am Johannisplatz, das
Renaissance-Hotel sowie das
Mercure am Gutenbergplatz, oder aber das
Holiday Inn Garden Court bieten Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Wer es noch günstiger haben möchte, wird in den zahlreich vorhandenen kleineren Hotels und Pensionen in den verschiedenen Stadtteilen fündig, von denen das
Hotel am Völkerschlachtdenkmal, das
Tagungshotel der Deutschen Telekom, das
Hotel Lindenau (siehe Foto) sowie das
Hotel und Residenz Leonardo hier stellvertretend genannt sein sollen. Wer es schön grün und trotzdem stilvoll haben möchte, ist im
Lindner Hotel im Villenviertel Leutzsch genau richtig.
Gastronomie
Aufgrund der Funktion als Messe- und Kulturstadt, als Tagungsort und Ausflugsziel hat sich in Leipzig eine fast unüberschaubare Anzahl von gastronomischen Möglichkeiten entwickelt. Die sogenannte Kneipenszene gilt inzwischen als eine der dichtesten in Deutschland: auf engstem Raum in Innenstadt und Innenstadtnähe konzentrieren sich fast 500 Lokale, Restaurants, Bars und Kneipen.
Beliebt

und bekannt sind da vor allem historische und traditionsreiche Restaurants wie der
Auerbachs Keller,
Zills Tunnel, das
Gasthaus Barthels Hof oder der berühmte
Coffe Baum (siehe Foto), die man als Gast schon mal gesehen, wenn nicht gar ausprobiert haben sollte. Zu den neueren, zum Teil auch prämierten Lokalitäten zählen unter anderem das Restaurant
Falco im Hotel The Westin, der
Stadtpfeiffer am Gewandhaus oder das
Stelzenhaus als Beispiel umfunktionierter Industriearchitektur im Stadtteil Plagwitz.
Für jüngere Leute sind solche Kneipen wie die Karaokebar
Zum Kakadu oder die
Moritzbastei mit ihren verschiedenen Veranstaltungen und Bars interessant. Und wer echtes Stehvermögen hat, kann sich auf den beiden Kneipenmeilen Drallewatsch (Barfußgässchen) und Karli (Karl-Liebknecht-Straße) die ganze Nacht um die Ohren schlagen.