Die Hauptstadt Portugals ist aufgrund ihrer vielfältigen kulturellen und architektonischen Traditionen ein Magnet für kulturbegeisterte Reisende. Aufgrund zahlreicher aus Marmor und hellem Sandstein errichteten Prunkgebäude wird Lissabon oft als "weiße Stadt" bezeichnet.
Rund 500.000 Einwohner leben in Lissabon (port. Lisboa), das entspricht etwa 5% der Einwohner Portugals.
Geschichte
Nach dem Zweiten Punischen Krieg fiel die Iberische Halbinsel von den Karthagern an Rom (202 v.Chr.), und das Gebiet Portugals wurde zur römischen Provinz Lusitania. Unter der Herrschaft Julius Caesars erhielt Lissabon römisches Stadtrecht und wurde unter dem Namen Felicitas Julia Provinzhauptstadt. Mit der Völkerwanderung endet die römische Herrschaft über Portugal zu Beginn des 5. Jhs. Sueben und Westgoten lassen sich nun hier nieder. Zu Beginn des 8. Jhs. erobern die Mauren die iberische Halbinsel.

Lissabon steht ab 719 unter maurischer Herrschaft, was gravierende Einflüsse auf Kunst und Kultur hat. Von den Mauren erhielt die Stadt auch ihren heutigen Namen. 1147 wird die Stadt unter König Dom Alfonso Henriques von den Christen zurückerobert, 1256 zur Hauptstadt Portugals erklärt.
Portugal steigt im 15. und 16. Jh. Zu einer der großen Handels- und Seemächte auf, wirtschaftlich und kulturell kommt es zu einer Blütezeit. 1580 verliert Portugal jedoch seine Selbständigkeit und steht bis 1640 unter spanischer Herrschaft. 1640 führt der Herzog von Braganza eine Revolte gegen die spanische Herrschaft durch und ruft sich als Johann IV. zum König aus. In der Folgezeit kann das Land zwar seine Unabhängigkeit von Spanien bewahren, gerät jedoch unter starken englischen Einfluß.
Bei einem großen Erdbeben im Jahr 1755 werden große Teile der Hauptstadt zerstört. In der Folgezeit baut Marquês de Pombal, der zugleich für seinen absolutistischen Herrschaftsstil bekannt ist, die Stadt wieder auf.

Ihm verdankt die Innenstadt ihre weiträumigen Plätze und übersichtliche Straßenarchitektur.
1807 wird Portugal von den Franzosen besetzt und die königliche Familie flieht. Nach Vertreibung der napoleonischen Truppen erhält das Land 1821 seine erste Verfassung. Der Staat wird zur konstitutionellen Monarchie. Am 5. Oktober 1910 wird nach einer Zeit wirtschaftlicher Schwäche auf dem Balkon des Rathauses von Lissabon dann die Erste Portugiesische Republik ausgerufen. König Dom Emanuel II flieht ins Exil nach England. Die politische Situation bleibt jedoch sehr instabil, und 1926 kommt es zu einem Militärputsch und zum Ende der ersten Republik. 1933 gründet António de Oliveira Salazar, den „Estado Novo“, den neuen Staat, ein autoritäres Herrschaftsgebilde mit faschistischen Tendenzen. Das Ende des Estado Novo erfolgt 1974 durch die „Nelkenrevolution“, die ausgehend vom Militär Unterstützung in weiten Teilen der Bevölkerung findet und ihr Zentrum in Lissabon hat.
In der Folge erhalten die portugiesischen Kolonien ihre Unabhängigkeit. Das Land wird zur parlamentarischen Demokratie.
Wissenswertes
Geographische Lage und Infrastruktur
Lissabon liegt an der Mündung des Flusses Tejo und hat durch seinen Hafen damit direkte Anbindung zum Atlantik und ins Landesinnere. Die erste Brücke über den Tejo im Stadtgebiet Lissabons, die Ponte 25 de Abril, wurde aufgrund der Breite, die der Fluß im Mündungsbereich hat, erst 1966 fertiggestellt.
Der Internationale Flughafen Lisboa-Portela liegt nur 6 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Selbstverständlich ist die Stadt auch mit dem Auto (Autobahnen A1 und A8 nach Norden, A2 und A12 nach Süden und Osten) und mit der Eisenbahn (Bahnhöfe Santa Apolónia Station und Gare do Oriente) sehr gut erreichbar.
Innerhalb des Stadtgebiets empfiehlt es sich, auf den eigenen Wagen zu verzichten und öffentliche Verkehrsmittel (
Metro,
Bus, Straßenbahn oder auch Taxi) zu nutzen, da der Verkehr äußerst lebhaft ist und freie Parkplätze nur schwer zu finden sind.
Kultur
Die Stadt bietet ein reichhaltiges kulturelles Angebot für alle Geschmacksrichtungen.
Selbstverständlich gibt es hier zahlreiche Museen, angefangen vom
Gulbenkian-Museum (Museu de Calouste Gulbenkian) über die Nationale Kunstgalerie (Museu Nacional de Arte Antiga) bis hin zu lokalen Besonderheiten wie das Kachelmuseum (Museu Nacional do Azulejo). Theater bieten abwechslungsreiche Spielpläne. Hinsichtlich Museen und Theatern erreicht Lissabon nicht den Rang anderer europäischer Metropolen, besticht aber durch die Vielfalt des Angebots.
Eine portugiesische Besonderheit ist der Fado, melancholischer Gesang zu Gitarrenklängen, der in zahlreichen Restaurants und Bars live vorgetragen wird. Bekannte Fado-Sänger genießen in Portugal Starruhm! Fado kann man zum Beispiel im
Clube do Fado live erleben. Die Stadt hat dem Fado sogar ein eigenes Museum gewidmet, die
Casa do Fado e da Guitarra Portuguesa.
1994 war Lissabon Kulturhauptstadt Europas. 1998 fand hier die Weltausstellung EXPO statt.
Sport:
Sportart Nummer 1 in Portugal ist der Fußball. Lissabon beheimatet mit Benfica und Sporting zwei Teams der ersten Liga (Stand 2006). 2004 fand die Fußball-Europameisterschaft in Portugal statt. In der Hauptstadt wurden EM-Spiele in den Stadien Estadio Jose Alvalade (Sporting Lissabon) und Estadio da Luz (Benfica Lissabon) ausgetragen. Daneben gibt es auch zahlreiche Angebote für Freizeitsportler, neben Bädern, Lauf- und Radfahrstrecken bietet der nahe gelegene Atlantik verschiedenste Möglichkeiten für Wassersportbegeisterte an. Das Seebad
Estoril liegt nur wenige Kilometer westlich der Hauptstadt. In Lissabons Umgebung befinden sich zudem mehr als ein Dutzend Golfplätze, beispielsweise in Estoril oder Sintra, die gleich
mehrere Plätze besitzen.
Webtipps
Die
offizielle Homepage der Stadt bietet Daten, aktuelle Meldungen, kulturelle Veranstaltungen und einen Stadtplan.
Viele weitere Informationen kann man über die
Webtipps bei trivago erhalten. Hier findet man unter anderem Verweise auf umfangreiche online-Reiseführer auf den Seiten von
lissabon-reisen.de oder von
strawberryworld.com.
Sehenswertes
Der Ortsteil
Belem ist von dem Erdbeben 1755 weitgehend verschont geblieben, deshalb finden sich hier die ältesten Gebäude Lissabons. Besonders bemerkenswert sind das
Hieronymuskloster und der
Torre de Belem,

. Beide sind Musterbeispiele für die manuelische Architektur und wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Die Manuelik vereint osmanische Stilelemente, die vom maurischen Einfluß geprägt sind, mit Elementen, die Portugal als Seefahrernation charakterisieren. Die reichhaltige Ornamentik wird dabei von Meeresmotiven wie Muscheln, Schiffstauen oder Ankern bestimmt.
Das Stadtviertel
Alfama, die eigentliche Altstadt, ist reizvoll durch seine verwinkelten Gäßchen, Treppen und Höfe, hier laden tagsüber Märkte und Flohmärkte zum Bummeln ein. Von hier aus gelangt man auch zur alten Burg, dem
Castelo Sao Jorge, von wo aus man einen schönen Blick auf die Stadt und den Tejo hat. Sehenswert in der Altstadt ist auch die Kathedrale (Se).
Im direkten Gegensatz dazu steht der Ortsteil
Baixa, wo Pombal sein Konzept zum Wiederaufbau der Stadt nach dem Erdbeben am klarsten realisiert hat. Die schachbrettartig angelegten Straßen lassen eine klare Struktur erkennen. Zwei große Plätze, der Rossio und der Praca dos Restauradores, sind markante Ausgangspunkte für Rundgänge durch die Innenstadt. Die Baixa ist zugleich das Einkaufs- und Bankenviertel Lissabons.
Nachts pulsiert das Leben vor allem im Viertel
Bairro Alto, wo sich zahlreiche Bars und Clubs befinden, oft hinter unscheinbaren Fassaden verborgen.

Aber auch in den Kais am Tejo, im Ortsteil
As Docas kann man abends ausgehen. Restaurants, Bars und Discos haben Einzug in die Docks gehalten.
Erholung findet man in zahlreichen Parks und Grünanlagen, beispielsweise im Park beim Turm von Belem (Jardim da Torre de Belem) oder im
Botanischen Garten.
Auch das
Ozeanario, eines der größten Aquarien Europas, das anläßlich der EXPO 1998 eröffnet wurde, ist einen Besuch wert. Einladend für die ganze Familie ist außerdem der Zoo (Jardim Zoologico).
Weitere Sehenswürdigkeiten kann man in der
Liste der Ausflugsziele bei trivago entdecken.
Unterkünfte
Selbstverständlich bietet eine Großstadt wie Lissabon alle Arten von Übernachtungsmöglichkeiten, von der einfachen Pensao bis zum exklusiven 5 Sterne-Hotel.
Luxus findet man mit Sicherheit in den bei trivago
am besten bewerteten 5-Sterne-Hotels, dazu zählen zum Beispiel das
Lapa Palace oder das altehrwürdige
Bairro Alto, das mitten im gleichnamigen Ausgehviertel liegt. Wer beruflich in Lissabon zu tun hat, wird in
Geschäftsreisehotels gut und zweckmäßig unterkommen. Es empfiehlt sich, das Hotel frühzeitig zu buchen, denn in der Hauptreisezeit, die von April bis Oktober reicht, sind viele Unterkünfte ausgebucht.