Bewertung von templeroliver im Detail
templeroliver(40)
Wolfurt, Österreich90%
Nagasaki wurde um 1490 gegründet. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts erlaubte das ansonsten komplett abgeschottete Japan portugiesischen Missionaren und Händlern den Aufenthalt in dieser Stadt. Einige Daimyos im Süden von Japan wurden zum Christentum bekehrt und folglich breitete sich der neue Glauben quer durch alle Bevölkerungsschichten aus. 1596 ließ Shogun Hideyoshi Toyotomi der dem Christentum sehr negativ gegenüberstand 26 Christen kreuzigen. 1614 wurde das Christentum vollständig verboten. Daraufhin gab es eine brutale Verfolgung der tausdende Christen zum Opfer fielen. Die Christen wehrten sich jedoch und schafften es sogar eine Burg zu erobern. Mit über 100 000 Soldaten schlug der Shogun diesen Aufstand aber schnell nieder. Dies war das Ende des Christentums in Nagasaki. Im Untergrund blieben einige Japaner aber Christen. Die Niederländer die während des Aufstands auf Seiten des Shoguns kämpften (!) bekamen dafür den Handelsstützpunkt Deshima bei Nagasaki zugesprochen. Bis 1853 blieb diese Insel bei Nagasaki der einzige Kontakt Japans mit der westlichen Welt. Dies änderte sich durch die Landung einer US Flotte unter US -Commodore Matthew Perry . Die erzwungene Öffnung Japans führte zu einem Aufschwung Nagasakis zu einer bedeutenden Handelsstadt und dem Wiederaufleben des Christentums.
Das berühmteste Datum der japanischen Geschichte ist freilich der 9. August 1945
Der Atombombenabwurf über Nagasaki stellt für mich eines der schlimmsten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges dar.
Selbst wenn die von mir angezweifelte Argumentation der Amerikaner die Atombombe sei zur raschen Beendigung des Krieges eingesetzt worden akzeptiert wird, bleibt die Frage warum eine zweiten Atombombe über Nagasaki nötig war.
Abgesehen davon dass Atombombeneinsätze, besonders gegen Zivilisten, ethisch/moralisch nicht zu verantworten sind, zeigten die Japaner schon Kapitulationsbereitschaft .
Auch wenn ich froh bin das die Amerikaner den Krieg gewannen und nicht die Achsenmächte, macht dieses Kriegsverbrechen klar dass im 2. Weltkrieg auch die Amerikaner ein ungeheuerliches Kriegsverbrechen begingen. Enttäuschend dass sie sich nicht dafür entschuldigten. Die Japaner selber sind mit dem Einfordern von Entschuldigungen weniger forsch da dies natürlich auch ein Thema bzgl. China ist.
Einzig die jeweiligen Bürgermeister von Nagasaki sahen dies anders und waren immer klar pazifistisch.
Zum Atombombenabwurt - die Bombe Fat Man ebnete die halbe Stadt ein und tötete nach Schätzung des Committee for the Preservation of Atomic Bomb Artifacts 74.000 der 200.000 Einwohner.
Insgesamt tötete die Bombe nachweislich 140 000 Menschen.
Nagasaki wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut, aufgrund der gewaltigen Zerstörungen anders, als sie vor dem Krieg aussah.
Neben neuen Tempeln und Kirchen (Nagasaki ist die Stadt in Japan mit dem höchsten Anteil an Christen) wurde auch ein Atombomben-Museum erbaut
Atombombenmuseum Nagasaki10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Konzept
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Exponate
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Bedeutung
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Der Peace Park in dem das Museumist und untrennbar zum Museumsbesuch dazugehört bietet eine 1980 aufgestellte, beeindruckende Friedensstatue (siehe Bild), einige stehengelassene Trümmer und ein schwarzer Pfeiler der das Epizentrum der Explosion anzeigt sowie die Namen der Opfer beinhaltet. Im Park ist auch das Atombomenmuseum.
Das Motto des Museums wurde von Paul Takashi Nagai vorweggenommen:
"Men and woman of the world, never again plan war! With this atomic bomb, war can only mean suicide for the human race. From this atomic waste the people of Nagasaki confront the world and cry out: No more war! Let us follow the commandment of love and work together. The people of Nagasaki prostrate themselves before God and pray: Grant that Nagasaki may be the last atomic wilderness in the history of the world." (Paul Takashi Nagai: Die Glocken von Nagasaki. Geschichte d. Atombombe. Rex-Verlag, München 1955, Bericht eines überlebenden Arztes)
Möge Nagasaki der letzte Ort eines Atombomenabwurfs gewesen sein.
Das Museum beeindruckte mich durch seinen Detailreichtum (etwa die sehr detailierte Beschreibung der Atombombe), schockierte mich mit drastischen Bildern (von Atombombemüberlebenden, von toten Kindern, Männern, Frauen ua. auch einem Foto welches eine gebleichte Wand zeigt auf denen noch Schattierungen von Kindern und Erwachsenen übrig sind) und überzeugte mich mit seiner Ehrlichkeit. Überzeugend insofern dass auch die Kriegsverbrechen der Japaner angesprochen werden - wenn erwähnt wird das von den Japanern als Zwangsarbeiter eingesetzte Koreaner ebenfalls Opfer der Atombombe wurden aber kaum Hilfe bekamen.
Das Museum ist zugleich auch ein eindrückliches "Argument" gegen Atomwaffen.
Die Homepage des Atombomben-Museums ist
http://www1.city.nagasaki.nagasaki.jp/na-bomb/mus eum/museume01.html
De r Park ist eintrittsfrei, der Eintritt ins Museum macht 200 Yen (1,20 Euro). Das Museum ist täglich von 8:30 bis 18:30 geöffnet. (im September bis April nur bis 17:30, vom 7-9 August bist 20:00)
Vom 29 bis 31.12. ist es geschlossen.
Der Park ist im Norden der Stadt und kann mit den Straßenbahnlinien 1 oder 3 vom Bahnhof erreicht werden.