Bewertung von Marnie im Detail
20 km mußten wir aus Peking herausfahren um die 290 km grosse Gartenanlage mit Wohngebäuden, Tempeln und Pavillons zu erreichen. Der Sommerpalast diente Kaiser Quianlong als Freizeit- und Vergnügungsanlage. Eine schöne Spielwiese, die er eigens für die leibliche Mutter Ende des 18. Jh. erbauen liess. Im 19 Jh. wurden die Anlagen von europäischen Truppen zerstört, doch die Kaiserinwitwe Cixi ließ die Sommerresidenz wieder aufbauen, nach Originialvorlagen. Inmitten dieser Anlage liess schon Kaiser Quianlong einen künstlichen See bauen der Kunming-See. Abgeschaut hat er diesen See dem Westsee der Hangzhou Anlage aus der Han-Dynastie. Malerisch schmiegen sich zahlreiche historische Bauten an diesen See.
Doch betreten wir diese Anlage nun durch das Osttor. Die Eintrittskarte ist schon sehenswert. Es ist schon das erste Souvenir. Eine Pappkarte, in die eine mit den Symbolen des Kaisers geprägte echte Münze eingelassen ist. Ausserdem wird man prompt vom Kartenabreisser mit Ni hao begrüsst. Die Antwort kennen wir ja jetzt und sollte sie auch nutzen. Der freut sich ein Loch in den Bauch also Ni hao ma.
Nun gelangt man zunächst in die Empfangsräume und Wohnräume des Hofes. Schaut Euch um, es lohnt sich. Dahinter leicht nördlich liegt der Garten der Harmonie und Tugend. Hier findet ihr das sensationelle dreistöckige Theater. Es ist in sehr gutem Zustand und absolut einen Blick wert. Beachtet hier die Deckenmalereien und Mosaike.
Ganz im Nordosten kommt ihr zum Garten der harmonischen Freuden. Um die vielen im Wasser gelegenen Pavillons erreichen zu können muß man durch einen schmalen Gang gehen, der in der Mitte eine Mauer mit vielen eingelassenen Fenstern hat. Rechts die Damen links der Herr bitte. Ausnahmen sind nicht möglich. Die Damen müssen der lebensspendenden Ostseite der Mauer folgen, die Herren der südwestlichen als Macher des Lebens, des Tages. Mädels, vergeßt die Emanzipation.
Die einzelnen Häuser sind mit Zickzackbrücken miteinander verbunden, damit die bösen Geister ferngehalten werden. Ihr wundert Euch? Mensch, Geister können nur in Bodennähe und geradeaus fliegen. Sie bleiben also an jeder Kurve hängen und können nicht im Haus Einzug halten. Dieses Phänomen findet ihr in ganz China. Jede Türschwelle hat ebenfalls ein kleines Holzbrett, welches hochkant eingelassen ist. Also Achtung nicht Stolpern, sonst werdet ihr wie ein böser Geist auf die Nase fallen.
Seid ihr am Kungming See angelangt, macht eine kleine Fahrt mit einem der Drachenboote. Es sieht wie Touristennepp aus ist es aber nicht. Es lohnt sich. Man kann die ganze Anlage dann vom See aus gut überblicken und es sieht traumhaft aus.
Es gibt hier zahlreiche verschiedene Tempelanlagen, Häuserreihen und Gärten. Alles liebevoll restauriert und gepflegt. Nehmt Euch mindestens einen halben Tag dafür Zeit und laßt wie der Kaiser damals die Seele baumeln. Jeder wird hier sein Plätzchen finden, seine Farben und Architekturen erleben können. Jedem wie er beliebt.
Während Eures Bummels gibt es zahlreiche Imbißstände, an denen ihr vorbeikommt. Hier könnt ihr alles geniessen und ausprobieren. Die hygienischen Verhältnisse werden überwacht, so daß auch Touristen bedenkenlos zulangen können. Wurst am Stil oder Eis in der Schale greift zu! Das ist die softe Einführung in die chinesische Snack-Küche.
Auf dem Rückweg kommt ihr an einer Bronzestatue vorbei. Sie sieht aus wie ein böser Hund mit Hörnern und riesigen Glubschaugen. Das ist der Qilin. Der Qilin ist ein Phantasie-Tier, was die Chinesen für ihren Glauben geschaffen haben. Jedes Tier steht für eine bestimmte Schutzfunktion für eine bestimmte Eigenschaft. Die Schildkröte zum Beispiel symbolisiert durch ihren gewölbten Panzer den Himmel und durch den Bauch die Erde. Beides zusammen steht für Langlebigkeit. Der Löwe ist Wächter der Kraft und das Pferd für einen starken Willen, der Pfau für Schönheit, der Affe für Schlauheit. Drachen bewachen im chinesichen Glauben Berge und Flüsse (baue nie ein Haus vor einen Berg dann kann der Drache nachts nicht mehr ausfliegen!!) und den Osten, in dem die lebensspendende Sonne aufgeht. Um alle positiven Eigenschaften zu vereinen schuf man den Qilin mit Hirschkörper, Rinderschwanz, Schuppenhaut und Hörnern. Er soll über die gute und friedfertige Landesregierung wachen. Also, ihr seht, keine Spur von Hund.
Dieses Tier ist oftmals schwer zu sehen, da sich alle Einheimischen vor diesem Ding fotografieren lassen wollen. Oftmals sogar in Uniform oder einfacher Bauerntracht. Die Chinesen kommen aus den hintersten Winkeln des Landes, nur um einmal die Hauptstadt zu sehen.
Sommerpalast8
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit