Bewertung von Raeusel im Detail
Aufgrund der Bewertungen haben wir in diesem Hotel eingecheckt. Wir: Ehepaar + 4 jährige Tochter + 5 kg Hund. Unmittelbar vorher waren wir in einem 3 Sterne Hotel. Der direkte Vergleich ging zu Gunsten des 3 Sterne Hotels. Hier nur ein paar Eckpunkte:
Ankunft: sofort wurden wir um eine Kreditkarte gebeten. Wir haben aus Überzeugung keine (genug Offerten aller namhaften Anbieter haben wir). Als wir dies mitteilten, mussten wir sofort unseren Aufenthalt in Vorkasse zahlen. Dies bevor man uns von der Fahrt verschnaufen oder gar akklimatisieren lies. Die Tochter hatte ein dringendes Bedürfnis, auch dies musste zurückstehen. Zusätzlich wollte man unsere EC Karte noch mit einem Pfandbetrag belasten. Diesem Wunsch entsprachen wir nicht, da wir hierin keine Notwendigkeit sahen. Wir wollten keine der aufgezählten Dinge nutzen und daher fielen auch keine zusätzlichen Gebühren an. Das Zimmer hatten wir auch noch nicht gesehen. Erschöpft von der Anreise bezahlten wir also unsere Rechnung bereits 2 Minuten nach Eintreffen im Hotel. Dachten wir, nun könnten wir endlich in unser´Zimmer, dachten wir leider falsch. Nun wurde uns ein DIN A 4 Blatt untergeschoben, welches wir aufgrund unseres Hundes ausfüllen mussten. Reagierte die Dame beim Ablehnen eines Pfandbetrages sichtlich verschnupft, so erweckte sie hier den Eindruck als sei ihr dies in Anbetracht unseres schon als Steifftier eingeschätzten Hundes etwas peinlich. Unser Hund mit 5 kg Kuschelgewicht ist nun schon seit mehr als 12 Jahren bei allen Reisen dabei. Er wurde immer gerne gesehen. Hier nicht. Ein DIN A 4 Blatt auf Vorder- und Rückseite eng beschrieben wartete auf das Ausfüllen. Was hier alles angegeben werden und versichert werden musste, verstimmte mich nun gänzlich. Jedes Detail musste per Unterschrift bestätigt werden. Wir haben wirklich keinen Kampfhund (Rasse: Bichon frise), aber dass wir Gewicht, Größe, etc. angeben mussten, u.a. versichern mussten, dass er versichert ist und wir ihn außerdem im Falle, dass er gegen Zusicherungen die ich machen musste, verstösst oder irgendwie negativ auffällt sofort aus dem Hotel nehmen, war schon extrem. Bisher mussten wir nie etwas ausfüllen. Erst Recht nicht mussten wir unzählige Versicherungen per Unterschrift machen. Dieses erneute Mißtrauen (erst Vorkasse) zerstörte nun endgültig die Urlaubsfreude. Nachdem wir also das Formular ausgefüllt und unsere Rechnung bereits im Voraus beglichen hatten, ging es endlich auf das Zimmer. Denkt man nun, wir hätten endlich ankommen können, denkt man falsch. Im Zimmer angekommen, klingelte gleich das Telefon. Denkt man nun, wir wären nun endlich Willkommen geheißen worden, denkt man wieder falsch. Irgendetwas sei bei der Belastung der EC Karte falsch gelaufen, wir mussten umgehend wieder an die Rezeption.
Zum Zimmer: nur einige Details:
Die WC Spülung war defekt, die Glasplatte des Schreibtisches leicht gesprungen, der Türrahmen im Bad von innen leicht angerostet, der Ventilator oder ähnliches im Bad hätte in 05/11 (wir waren in 09/11 da) wieder gewartet werden sollen, alles war nur oberflächlich gereinigt worden (um Griffe der Schranktüren Schmutz, Badewanne verschmutzt, Brause verschmutzt, Kosmetikspiegel verschmutzt, Schreibtsichstuhl stark verstaubt - an Beinen- und verschmutzt, etc.) , der Schreibtichstuhl stand direkt vor dem Fenster (sehr durchdacht, da wir mit Kleinkind gebucht hatten), es war nur schwer möglich, die Brause der Badewanne anzustellen bevor man in die Badewanne zum Duschen ging, für das Kleinkind hatte man auch einen Erwachsenenbademantel hingelegt (da dieses Hotel auch das Schlumpf Angebot speziell für Familien hat, sollte man doch einen Kinderbademantel im Sortiment haben), natürlich wartete außer einer Flasche Wasser nichts auf dem Zimmer (sprich: kein "Betthupferl"), das Zustellbett des Kindes stand direkt unter dem Fernseher, so dass die Konsole der Fernsehhalterung über das Zustellbett ragte (auf diese hatte man das Wasser und 2 Gläser gestellt), das Zimmermädchen war wenig aufmerksam, verbrauchte Dinge wurden nicht unbedingt beim Reinigen wieder aufgefüllt, etc. insgesamt also eher enttäuschend.
Spa Bereich:
Hier war das Wasser im Schwimmbad so kalt, dass keiner eine Runde schwimmen wollte.
Restaurant:
Sonntags war nur ein Restaurant geöffnet, das zweite war geschlossen.
Im ersten Restaurant wies man uns nicht daraufhin, dass es eine Kinderkarte gab (wir haben dies erst später selbst herausgefuinden und diese dann beim Besuch des zweiten Restaurants gezielt verlangt), man hat uns aber einen Kinderstuhl angeboten und auch etwas zum Malen. Dies war sehr aufmerksam. Jedoch waren die Tische eindeutig zu klein. Der Ober war etwas ungeschickt und kippte daher unser Wasser und einen Teil eines anderen Getränkes (welches er gerade servieren wollte) um. Er entschuldigte sich immerhin. Wir mussten jedoch beide Getränke zahlen und bekamen keinen Ersatz für die immerhin nicht geringe Menge an verschütteten Getränken. Mit nasser Hose verliesen wir dann das Lokal (schuldig war der Ober). Wir liesen uns die Rechnung auf das Zimmer schreiben. Kaum waren wir dort angekommen, erhielten wir einen Anruf, da wir keine Kreditkarte hinterlegt hatten, konnten wir nichts auf unser Zimmer schreiben lassen und mussten wieder sofort zurück kommen. Mit immer noch nasser Hose entsprachen wir diesem Wunsch. Auch hier mißtraute man uns wieder. Als wir den Mitarbeitern mitteilten, dass uns diese Praxis mißfällt und wir diese noch nie erlebt hätten, teilte man uns mit, dies sei so, weil schon Personen die Rechnung geprellt hätten. Dass man dann aber alle Gäste unter Generalverdacht stellt und so mißtrauisch behandelt, störte uns sehr. Da man den Gästen nur Mißtrauen entgegenbrachte, kamen wir uns nicht willkommen vor.
Im zweiten Restaurant bat die Tochter um Malsachen, da sie diese am Tag vorher so schön gefunden hatte. Trotz mehrfach vorgetragener Bitte bekam sie diese nicht.
Frühstück:
Dieses war in Bezug auf Qualität und Auswahl wirklich einmalig und entschädigte in diesen beiden Punkten (welche auch die einzigen waren, die nicht an das 3 Sterne Hotel gingen) für vieles. Auch hier bekam man aber wieder den Eindruck, dass man stört. Schon vor Ende der Frühstückszeit entschwand der Koch, welcher z.B. Omeletts zubereitete. So entging uns dies teilweise. Vor Ende der Frühstückszeit ging dann ein Mitarbeiter rund und informierte die Gäste, dass in 5 Minuten das Buffet geschlossen werden würde und man sich bevorraten müsse, Schon lange vorher war nicht mehr aufgefüllt worden. Gerade am Sonntag waren noch viele Gäste anwesend. Es war zwar nachvollziehbar, dass das Restaurant wieder in einer Stunde mit Brunchgäästen gefüllt sein wird, jedoch kann dies nicht zu Lasten der Frühstücksgäste gehen. Hier muss anders geplant werden. Während sich einer von uns noch bevorratete (die beiden anderen waren gerade auf der Toilette und gingen daher leer aus, da der anwesende die Wünche nicht kannte und aus den 5 Minuten auch maximal 2 Minuten wurden), musste er mitansehen, wie gerade gebrachte Getränke von Tisch entfernt wurden und unser Frühstückstisch abgeräumt wurde. Es gelang noch, dafür Sorge zu tragen, dass diese Dinge wieder auf den Tisch kamen. Am zweiten Tag bemühte sich das Personal wirklich sehr. Jedoch bestand dieses größtenteils aus Auszubildenden, welche gerade vor 6 Wochen angefangen hatten. Auch dies sollte in einem solchen Haus anders sein.
Parkhaus:
Inakzeptabel eng, es waren Lackspuren in allen Farben erkennbar. Parkgebühr für Hotelgäste: EUR 20,--- pro Tag.
Das ganze wurde noch davon gekrönt, dass man im Falle eines verspäteten Auscheckens EUR 15,-- pro angefangene Stunde zahlen musste.
Alles in allem: völlig überteuert, nicht sauber, wird dem Anspruch, welches sich das Hotel selbst setzt, nicht gerecht, inakzeptables Verhalten (Vorauskasse für kompletten Aufenthalt, bevor man überhaupt 5 Minuten im Hotel ist oder gar das Zimmer gesehen hat). Wir hatten uns sehr auf den Kurzurlaub gefreut und waren auch gerne bereit, dafür einen hohen Preis zu zahlen, jedoch sollte dann auch eine Leistung kommen. Dies war eindeutig nicht der Fall.
Le Meridien Stuttgart2