Bewertung von ROCHade im Detail
ROCHade(46)
Stuttgart, Deutschland91%
Seit Monaten schon beobachte ich beim Vorbeifahren aus dem Augenwinkel, wie entlang der B10 zwischen Stuttgart und Esslingen das Mercedes-Benz-Museum am Neckarufer entsteht. Und mittlerweile ist nicht nur das Gebäude fertig gestellt. Auch die 160 Exponate, die einen Einblick in die Entwicklung des Automobils und speziell in die Fertigung von Fahrzeugen bei Mercedes-Benz geben sollen, haben ihre neue Heimat gefunden und warten seit 22. Mai 2006 jeweils zwischen 9 und 18 Uhr auf interessierte Besucher.
Vier Euro Parkgebühren und 8 Eur Eintrittsgeld für Erwachsene - Kinder unter 15 Jahren haben freien Eintritt - müssen gezahlt sein, bevor man die Wunderwelt der Automobilgeschichte betritt.
DIE ARCHITEKTUR DES MERCEDES-BENZ-MUSEUMS
Doch zuerst beleibe ich, extrem beeindruckt, vor demGbäude stehen. 110000 Tonnen Beton hat der Architekt des Mercedes-Benz-Museums in eine silberfarbene Haut stecken lassen und 1800 Fensterscheiben sorgen dafür, dass das Wort Betonklotz keinen Zugang zum Gehirn findet.
Dieses Ausstellungsgebäude kann man getrost zu den Top Ten in der Welt zählen, wenn es um moderne Architektur geht.
Ein wenig Anleihen bei der Ideenfindung wurden sicher beim Guggenheim-Museum in New York gemacht, doch diese Parallele mindert den Glanz architektonischer Kreativität beileibe nicht.
Die 43 Meter zwischen Himmel und Erde werden mir erst so recht bewusst, nachdem wir uns im Eingangsbereich befinden. Hier wird klar, dass das 21. Jahrhundert das Sagen hat. Computergesteuerte Schrifttafeln begrüßen die Gäste in verschiedenen Sprachen, drei silberfarbene, an die legendäre Silberpfeilkonstruktion angelehnte Aufzüge nehmen uns mit in die oberste Etaga und damit zugleich auf eine Zeitreise. Zugleich wird jede der Ebenen, die wir von oben nach unten durchlaufen eine Themengalerie anbieten.
DIE AUSSTELLUNGSBENEN IM MERCEDES-BENZ-MUSEUM
Als sich in Ebene 8 die Fahrstuhltür sanft öffnet befinden wir uns im Jahr 1886. Hier geht es um die Erfindung des Automobils, hier werden seine motorisierten Vorgänger präsentiert. Es zeigt sich, dass Kutschen und Fahrrädern, Schiffen und Lokomotiven durch Motorentwicklungen Leben eingehaucht wurde und diese sich als Geburtshelfer für das Automobil erwiesen haben. Sie stehen allesamt auf einem Podest, das die Gefährte optimal dem Auge des Betrachters zuführt.
Schon in Ebene 7 wird die Geburt der Marke Mercedes gefeiert. Die Ausstellungsmacher haben gleißendem Scheinwerferlicht eine Absage erteilt, warme Töne beherrschen diese Ebene, in der sich auch die "Galerie der Reisen" befindet. Busse jeglicher Couleur aus der Jetztzeit und aus vergangenen Jahrzehnten vermitteln einen Eindruck davon, wie sich diese Menschentransporter mit den Jahren immer neuen Bedürfnissen angepasst haben. Dass sich in diesem Umfeld auch ein Überlandbus und eine alte Straßenbahn befinden ist nur konsequent.
Wer nicht unter Höhenangst leidet, kann von einer Glasabtrennung einen Blick in den rund 40 Meter tiefer liegenden Eingangsbereich werfen und wird zugleich ein ausgestelltes Propellerflugzeug entdecken.
Die "Galerie der Lasten" in Ebene 6 erreichen wir über eine lange Treppe, die dank der angrenzenden Glasfront licht und hell ist. Lastwagen mit Planenverdeck, ein altes Postauto und ein bauchiger Autotransporter tummeln sich hier. Zusätzlich sind einige Beispiele von Tankzapfsäulen früherer Jahrzehnte zu sehen, die dem Betrachter bewusst machen, wie sehr auch hier die Entwicklung fort geschritten ist.
In Ebene 5 ist es die "Galerie der Helfer" die vor allem Kinderaugen glänzen lässt. Hier stehen urzeitliche Feuerwehrautos neben Krankenwagen und Hilfsfahrzeugen des THW. An den Glasscheiben des modernen Polizeiautos drücken sich die Kindernasen platt während die Erwachsenen ehrfürchtig den davor postierten "Radarkasten" umkreisen.
Auf dieser Ebene wird das Auge zusätzlich durch glänzenden Chrom und Lack, durch pompöse Fahrzeuge und sportliche Alternativen regelrecht überfüttert. Sprachlos werden Ledersitze, verzierte Kühlerhauben und verschnörkelte Armaturen bewundert. Zu keinem Zeitpunkt wird der Blick durch Abschrankungen behindert, oft sind die Fahrzeuge auf angeschrägten Ausstellungsflächen postiert und ermöglichen somit eine bessere Betrachtung der technischen Wunderwerke. Rot dominiert die Lackierungen, aber auch silberfarbene Sportwägen werden präsentiert.
Fast anderthalb Stunden sind wir bereits unterwegs als wir uns erst einmal ein wenig auf einer der kreisrunden Sitzgruppen ausruhen und uns wünschen, die Ausstellungsmacher hätten dort auch an Wasserspender nebst Trinkbechern gedacht.
Die "Galerie der Namen" erwartet uns in Ebene 4. Hier sind es weniger die Fahrzeuge selber als vielmehr deren einstige Insassen, die zählen. Dazu zählt auch Prinzessin Diana. Eine Ausnahme bildet das eigens für Papst Johannes Paul den Zweiten konzipierte und gebaute "Papamobil", das sicher nicht nur auf Katholiken eine ganz besondere Ausstrahlung durch Form und historische Bedeutung hat.
Auch in der "Galerie der Helden" sind es Personen und Namen, die die Fahrzeuge begleiten. Filmfans stehen an einem Mercedes-Fahrzeug und bestaunen das Auto, das Hardy Krüger gefahren hat. Musikfreaks begeistern sich für das Gefährt, in dem die Beatles gesessen sind.
DER HÖHEPUNKT IM MERCEDES-BENZ-MUSEUM
Wie bei einer guten Show haben auch im Mercedes-Benz-Museum die Ausstellungsmacher den Höhepunkt für die letzte Ebene aufgehoben. Im gleichen Augenblick, in dem man der Ebene 2 angesichtig wird, hat man das Gefühl mitten auf einer Rennstrecke zu stehen. Tourenwagen werden gefolgt von Rennwagen und Formel 1 - Boliden und inmitten all dieser Fahrzeuge sonnt sich der legendäre "Silberpfeil" aus dem Hause Mercedes-Benz.
Bei zwei Fahrzeugen sind die Motorhauben in luftige Höhe versetzt worden, um einen Blick auf die Motoren frei zu geben. Der Blick ins Cockpit der Fahrzeuge gelingt Kindern indes nur, wenn ihre Eltern sie hoch heben. Daß dies nach zweieinhalb Stunden Museumrundgang, bei dem wir die Schaukästen vernachlässigt haben, zur Herausforderung wird, ist klar.
Hier ist es bei jedem Wetter möglich, einen tollen Nachmittag zu verbringen. Aber gute drei Stunden Zeit muß man dazu mindestens mitbringen.
Mercedes-Benz Museum10
Einzelbewertung
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Verkehrsanbindung
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Nachtleben/ Ausgehmöglichkeiten
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Ruhige Lage (kein Baulärm etc.)
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IDEAL EINGEBUNDEN IN DEN NECKAR-PARK MIT SCHLEYER-HALLE, PORSCHE-ARENA UND DAIMLER-STADION
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Konzept
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Exponate
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Bedeutung