Bewertung von Kayah im Detail
Kayah(39)
Erkrath, Deutschland99%
Im Juli 2008 besuchten mein Mann und ich im Rahmen einer Ostseekreuzfahrt auch Tallinn, die Hauptstadt Estlands. Unser erster Stopp in dieser Stadt war die Altstadt.
Hier befinden sich die ältesten Gebäude der Stadt, die sehr gut erhalten sind und immer wieder restauriert werden. Die Altstadt ist von einer Befestigungsmauer und einigen Wachtürmen umgeben und innerhalb dieser Mauern gibt es kleine, teilweise sehr enge Gassen, Treppen und Straßen. Man fühlt sich in diesem Teil der Stadt wie im Mittelalter zurückversetzt und nicht umsonst wurde das historische Stadtzentrum Tallinns 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
LAGE:
Die Altstadt besteht aus dem "Domberg", der deutlich höher liegt, und der "Unterstadt", die am Fuße des Dombergs liegt. Ein Gebäude fällt in der Altstadt besonders auf, da es weder vom Aussehen noch vom Stil hier her passt und das ist die "Alexander Newski Kathedrale".
Sie steht genau gegenüber des "Castrum Danorum", einer Burg aus dem 13. Jahrhundert und dem "Schloss Toompea" mit seiner Barockfassade. In der näheren Umgebung der Kathedrale befinden sich nur Häuser und Kirchen, die schon mehrere Jahrhunderte alt sind.
Da der Domberg sehr zentral liegt, ist er sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
DAS GEBÄUDE:
Die Kathedrale dominiert den Domberg. Es ist das protzigste Gebäude im oberen Teil der Altstadt. Es fällt einfach auf und niemand kann es übersehen. Vom Stil her russischer Barock, das sich mit zurückhaltender Romantik und Gotik in der Umgebung gar nicht anfreunden möchte.
Die orthodoxe Kirche wurde zwischen 1894 und 1900 gebaut. Das war zu einer Zeit, als Estland zum Russischen Zarenreich gehörte. Sie galt lange als Symbol der russischen Herrschaft und als Estland im Verlauf der Oktoberrevolution im Jahr 1918 unabhängig wurde, gab es erste Diskussionen zum Abriss der Kirche und sie sollte dann schließlich 1924 abgerissen werden. Aber der Abbruch wurde nie vollzogen. Seit 1997 gehören die Altstadt und damit auch die "Alexander Newski Kathedrale" zum UNSECO-Weltkulturerbe.
Die größte orthodoxe Kirche Tallinns hat 5 wuchtige Zwiebeltürme. Vier kleinere und schmalere Türme bilden ein Quadrat, während ein größerer und kräftigerer Turm in der Mitte ist. Die Dächer der Kuppeln sind aus Kupfer auf denen sich vergoldete Kreuze befinden, die in der Sonne glänzen.
In den Kuppeln sind 11 Glocken, wovon eine 15 t wiegt und einen Durchmesser von 3 m hat. Leider haben wir sie bei unserem Besuch nicht hören können.
Die Fassade ist in einem kräftigen Terrakottaton gestrichen, während die Fenster und die Ränder schneeweiß abgesetzt sind. Sie wirkt frisch, aber auch aufgrund ihrer Farbe sehr auffällig.
IN DER KATHEDRALE:
Mein Mann und ich wagten einen Blick ins Innere der Kathedrale. Es war alles aufwändig gestaltet, wie bei den orthodoxen Kirchen üblich. Auffällig und wunderschön die Ikonostase, die schweren Lüster, die von den Decken herunterhängen, die mit Malereien und Blattgold geschmückten Säulen, die Ikonen an den Wänden und der gemusterte Steinboden.
Wenn man nach oben schaut, hat man einen tollen Blick auf das Innere der Hauptkuppel.
Jetzt entdecke ich erst, dass dort Buntglasfenster sind. Das ist mir von außen nicht aufgefallen. Auch die Innenfassade der Kuppel ist mit Malereien bedeckt.
Überall stehen vergoldete Bronzearmleuchter, Holzstühle mit verspielten Schnitzereien und Holzkreuze.
Direkt hinter dem Eingang links kann man noch Informationsmaterial kaufen.
Die Kathedrale gehört zum Moskauer Patriarchat und die Gottesdienste werden auf Russisch abgehalten.
FAZIT:
Im traditionsgemäß evangelisch-lutherischen Estland mit ihren vielen Kirchen im romantischen und gotischen Stil und der evangelisch-üblichen schmucklosen Innenausstattung ist dieser orthodoxe Prachtbau mit dem protzigen Interieur eine Abwechslung. Da für Touristen der Besuch der Altstadt, insbesondere des Dombergs zum Pflichtprogramm gehört, der wird an der "Alexander Newski Kathedrale" nicht vorbeikommen. Die Kathedrale an sich gefällt mir sehr gut, aber wenn man die Umgebung berücksichtigt, ist sie ein wenig fehl am Platz. Heute ist sie eines der Wahrzeichen der Stadt und ein Besuch wert.
Alexander Nevsky Kathedrale9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Architektur