Venezuela gehört zu den faszinierendsten Reiseländern der Welt. Die Naturschönheiten von den Andengipfeln bis hin zu den Karibikstränden ziehen die Besucher in ihren Bann. Tosende Wasserfälle, dichter Dschungel und paradiesische Inseln begeistern jeden Naturfreund. Koloniale Städte, Indianerdörfer und die lebhafte Metropole Caracas sorgen für atemberaubende Kontraste und einen erlebnisreichen Urlaub.
Land und Leute
Venezuela hat 26,6 Mio. Einwohner, davon sind 67 % Mestizen, 21 % sind europäischer, 10 % afrikanischer und 2 % indianischer Abstammung. Mit 23 Menschen pro Quadratkilometer ist die Bevölkerungsdichte sehr gering, die meisten Menschen leben in den Großstädten. Die Amtssprache ist Spanisch, indianische Sprachen dienen regional als Umgangssprache.

96 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 2 % Protestanten und 2 % orthodoxe und jüdische Minderheiten. Venezuela kann man in die folgenden Regionen untergliedern: Die venezolanischen Anden, die Llanos, den Maracaibo-See, das Bergland entlang der karibischen Küste sowie das Hochland von Guayana. Das Land bietet seinen Besuchern 42 Nationalparks und 20 weitere Naturschutzgebiete. Hier leben 1250 Vogelarten, wie Reiher, Tukane, Papageien, Flamingos, Pelikane, Kolibris und Kondore. Auch bei den Säugertieren gibt es eine reiche Vielfalt, man kann Ameisenbären, Jaguare, Pumas, Gürteltiere und Ozelots sehen. Hinzu kommen zahlreiche Arten von Schlangen und Reptilien. In den Küstengewässern leben tropische Fische und man findet eine farbenfrohe Korallenwelt. Ebenso vielfältig ist die Pflanzenwelt, die von zahlreichen Kakteenarten bis zu den Regenwäldern reicht. Allein 3000 verschiedene Blütenpflanzen gehören dazu, es gibt in Venezuela 1500 Arten von Orchideen.
Geschichte
Bereits 15 000 vor Chr. war das Land schon besiedelt, das haben Funde von Steinwerkzeugen belegt. Christoph Kolumbus entdeckte Venezuela 1498, die zweite spanische Expedition folgte 1499 durch Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci, der das Land wegen der Pfahlbauten "Klein-Venedig" (Veneziola) nannte.

Im 16. Jahrhundert entstehen wichtige Kolonialstädte wie Cumaná, Coro und die heutige Hauptstadt Caracas. Im Jahre 1739 entsteht das Viezekönigreich "Nueva Granada", es umfasst Kolumbien und das heutige Venezuela. Ihm untersteht das 1777 entstandene "Generalkapitanat Venezuela, dessen Provinzhauptstadt Caracas wird. 1811 wird durch eine Bürgerjunta in Caracas die Unabhängigkeit Venezuelas erklärt, die Truppen Spaniens sorgen allerdings für ein schnelles Ende. Die entscheidende Wende gelang 1819 dem Freiheitskämpfer Simón Bolivar, der auf dem Kongress von Angostura, dem heutigen Ciudad Bolivar, die Republik Großkolumbien ausruft. Bolivars Truppen besiegen in Carabobo die Spanier und somit ist der Weg in die Unabhängigkeit frei. Nach dem Tod des Freiheitshelden im Jahre 1830 wird Venezuela selbstständige Republik mit General José Antonio Páez als erstem Präsidenten. In den folgenden Jahren herrschen Bürgerkrieg und Chaos, unterschiedliche Parteien erringen die Macht. Die Jahre von 1908 bis 1930 werden als die Gründerjahre Venezuelas bezeichnet, in Maracaibo wird Öl entdeckt, das bringt Geld in das Land. Im Jahre 1960 gründet Venezuela zusammen mit den Ländern des Nahen Ostens das Erdölkartell OPEC. Von 1974 bis 1979 war die erste Regierungszeit des Sozialdemokraten Carlos Andrés Pérez, der die Erdölindustrie verstaatlicht. Nach Putschversuchen des Militärs wird Rafael Caldera Präsident, der seine erste Amtszeit von 1969 bis 1974 hatte. Seit 1998 ist Hugo Chávez Präsident des Landes.
Geografie
Venezuela, offizieller Name Bolivarische Republik Venezuela, ist ein südamerikanischer Staat, der an Brasilien, Kolumbien und Guyana grenzt. Die Größe des Landes beträgt 912 050 qkm.

Von der Gesamtfläche sind rund 39 % mit Wäldern bedeckt, 20 % bestehen aus Wiesen und Weiden, 4 % sind Äcker. Die Anden mit ihren bis zu 5 000 m hohen Bergen bilden im Westen die natürliche Grenze zu Kolumbien. Der höchste Berg Venezuelas ist der Pico Bolívar mit 4.981, er liegt in der Nähe der Stadt Mérida in den nördlichen Anden. In dieser Region befindet sich auch der Maracaibo-See, der mit 13 000 qkm der größte See Südamerikas ist. Im Süden des Landes erstreckt sich das Gebiet der Llanos, einer urwüchsigen Steppenlandschaft. Der Orinoco gehört mir seiner Länge von 2.574 km zu den wichtigsten Flüssen Südamerikas. Er fließt quer durch den Süden des Landes und endet in einem mächtigen Delta, das auf 40 000 qkm ein riesiges Areal bildet. Die Mündungen des Orinocos verteilen sich auf eine Küstenlänge von 370 km. Einen Gegensatz dazu bildet im Südosten die Gran Sabana mit ihren Tafelbergen.
Anreise und Fortbewegungsmittel im Land
Die meisten Urlauber reisen mit dem Flugzeug nach Venezuela. Fast alle bekannten Fluggesellschaften fliegen nach Caracas, einige Chartergesellschaften fliegen die Isla Margarita direkt an. Für Touren im Land gibt es verschiedene Transportmöglichkeiten, für weitere Strecken ist das Flugzeug empfehlenswert. Venezuela hat ein gut ausgebautes Flugnetz, mit dem die wichtigsten Orte des Landes schnell und bequem erreicht werden. Eine weitere Möglichkeit für Langstrecken sind die Busse, die oft recht komfortabel sind. Wer lieber mit dem Auto fährt, findet in den größeren Städten und den Touristenorten eine Vielzahl an Mietwagenanbietern. Leihwagen sind in Venezuela allerdings nicht besonders günstig, dafür die Benzinpreise so niedrig, dass wir hier nur davon träumen können. Eine interessante Alternative sind die Sammeltaxis, die Por Puestos. Sie sind preiswerter als ein Taxi und sie fahren auch auf Überlandstrecken. Es gibt sie aber auch im innerstädtischen Verkehr. Die Routen stehen oft auf der Windschutzscheibe. Anhalten kann man ein Por Puesto per Handzeichen, den Fahrpreis zahlt man beim Aussteigen. Taxi fahren ist in Venezuela preiswert, man sollte allerdings den Preis bei Antritt der Fahrt aushandeln. Außerdem ist es ratsam, nur mit offiziellen Taxen zu fahren.
Caracas
Die Hauptstadt von Venezuela ist auch gleichzeitig die größte Stadt des Landes, ihre Einwohnerzahl wird auf fünf bis sechs Millionen geschätzt.
Caracas ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Die Metropole liegt etwa 16 km von der Küste entfernt in einem engen Tal. Der
Flughafen befindet sich etwa 30 km nördlich in
Maiquetía.

Für viele Touristen ist Caracas der Startpunkt für eine Rundreise, die Stadt hat aber durchaus einige Attraktionen zu bieten. Der Mittelpunkt der Altstadt ist die Plaza Bolívar, an der sich die alte
Kathedrale und das
Casa Amarilla befinden. Zu den weiteren historischen Bauwerken gehört die
Casa Natal, das Geburtshaus von Simon Bolivars. Das
Panteon Nacional ist die Gedächtnisstätte für den Freiheitskämpfer. Das
Capitol, das Parlamentsgebäude des Landes, ist schon von weitem an seiner goldenen Kuppel zu erkennen. Caracas besitzt auch eine Reihe interessanter
Museen, hier wären besonders das
Museo de Bellas Artes, das
Museo del Arte Colonial und das
Museo del Arte Contemporáneo zu erwähnen.

Etwas Besonderes ist das
Museo de Los Niños, das speziell für Kinder eingerichtet wurde. Nach den Besichtungen kann man sich in einem der zahlreichen
Parks der Hauptstadt erholen. Die Stadt bietet ihren Gästen auch eine Vielfalt an
Restaurants, von der einheimischen Küche bis zur Spitzengastronomie. Nachtschwärmer finden eine Fülle an Bars und Diskotheken sowie eine große Auswahl an kulturellen Veranstaltungen. Es gibt auch ein paar lohnende Ziele in der Umgebung von Caracas. Da wäre
Colonia Tovar zu nennen, eine Ansiedlung deutscher Einwanderer im Bergland westlich der Hauptstadt gelegen. Wer diesen Ort besucht, fühlt sich in ein Schwarzwalddorf versetzt! Ein schönes Ausflugsziel für Naturfreunde ist der Nationalpark
El Ávila, der seinen Besuchern eine vielfältige Vegetation bietet. Zahlreiche Wanderwege laden zum Erkunden ein und es gibt spektakuläre Ausblicke auf Caracas.
Sehenswürdigkeiten
Der Westen Venezuelas bietet eine Fülle an landschaftlichen Schönheiten. Westlich von Caracas liegt der
Nationalpark Henri Pittier, der über 560 Vogelarten und 1100 verschiedene Pflanzen beherbergt.

Er ist der älteste Nationalpark des Landes und wurde 1937 von dem Schweizer Henry Francoise Pittier gegründet. Der Park erstreckt sich auf 1080 qkm, von der Karibikküste bis in die Nebelwälder und bietet eine gute Übersicht über die verschiedenen Vegetationsformen. Sehenswert ist auch der
Nationalpark Morrocoy mit seinen Mangrovenwäldern, Lagunen und Korallenriffen. In der Bergregion Cerro de Chichiriviche leben Affen, Füchse, Hirsche und Honigbären. Zu der artenreichen Vogelwelt gehören Fregattvögel, Pelikane, Kormorane und Reiher. Die Stadt
Coro im Westen des Landes zeigt ihren Besuchern eine wunderschöne Kolonialarchitektur. Von hier aus gelangt man weiter nach
Maracaibo und dem
Maracaibosee. Die Andenmetropole
Merida liegt in 1635 m Höhe.

Die pulsierende Großstadt ist ein guter Ausgangspunkt für Trekkingtouren in die Bergwelt der Anden. Hier kann man auch mit der höchsten Seilbahn der Welt auf den Pico Espejo fahren. Der Süden Venezuelas wird von den Llanos, einer kargen Steppenlandschaft, beherrscht. Abenteurer können am oberen Orinoco den Spuren Alexander von Humboldts folgen. Bis hin zur brasilianischen Grenze findet man hier unberührte Natur, Dschungelcamps und Indianersiedlungen. Im Osten des Landes wartet ein Highlight auf seine Besucher, der
Canaima-Nationalpark. Die spektakuläre Landschaft zeigt schon beim Anflug ihre Pracht, Tafelberge wechseln sich mit leuchtendblauen Seen ab. Die Hauptattraktion ist der
Salto Angel, ein Wasserfall, der rund 1000 m den Auyantepui herabstürzt und ein grandioses Schauspiel bietet. Einen weiteren Höhepunkt einer Venezuelareise bildet das
Orinoco-Delta. Ein guter Ausgangspunkt ist
Ciudad Bolivar, die Hauptstadt des gleichnamigen
Bundeslandes. Die Stadt hat ein
historisches Zentrum mit vielen Sehenswürdigkeiten. Einen schönen Ausblick hat man von der
Puente Angostura, einer Hängebrücke, die sich über den Orinoco schwingt.

Über
Ciudad Guayana und
Tucupita gelangt man ins Orinoco-Delta. Ein Teil des Deltas ist als Nationalpark geschützt, die Vegetation besteht aus dichtem Dschungel und Mangroven. Hier sieht man auch die Pfahlbauten der Warao-Indianer. Nähere Eindrücke erhält man bei einer Fahrt mit einem typischen Einbaum-Kanu in den Urwald, um hauptsächlich Vögel, aber auch andere Tiere zu beobachten, die sich dem Flussufer nähern. Nach der Bootsfahrt kann man ein Indianerdorf besuchen, um die Gebräuche der Warao-Indianer kennen zu lernen und einen kleinen Einblick in ihre Kultur zu erhaschen. Der Nordosten des Landes bietet noch weitere Sehenswürdigkeiten. Auf der Halbinsel Paria ist in der Nähe von
Caripe die
Guacharohöhle zu besichtigen. Die größte Höhle Südamerikas wurde von Alexander von Humboldt entdeckt. Zu den Schönheiten dieser Region gehört der
Nationalpark Mochima. Dieser Küstenabschnitt von
Puerto la Cruz bis
Cumana ist landschaftlich ein Traum!
Strände
Urlauber, die nach einer Rundreise noch ein paar Strandtage verbringen wollen, finden in Venezuela eine Vielzahl von Möglichkeiten. Da wäre zunächst die Ferieninsel
Isla Margarita zu nennen, die mit ihren karibischen Bilderbuchstränden punktet.

Surfer finden hier optimale Reviere. Schnorchler und Taucher zieht es nach
Los Roques, den "Malediven der Karibik". Zahllose Korallenriffe mit bunten tropischen Fischen bieten den Urlaubern wunderschöne Unterwassererlebnisse. Die findet man aber auch im
Nationalpark Mochima, der mit seinen vorgelagerten Inseln und den einsamen Stränden zum Baden und Schnorcheln einlädt. Hier findet man noch eine intakte Unterwasserwelt. Als schönste und bekannteste Strände wären die Playa Colorada, Playa Medina und die Playa Bravo zu nennen. Aber auch die westlichen Küstenregionen bieten ihren Besuchern traumhaft schöne Karibikstrände. In
Choroni kann man an der Playa Grande relaxen, einem der attraktivsten Strände dieser Region. Beliebt sind auch die
Inseln von Chichiriviche sowie die Halbinsel Paraguaná.
Hotels und andere Unterkünfte
Venezuela bietet den Urlaubern eine breite Palette an
Unterkünften, die von der einfachen Posada bis zur Nobelherberge reichen. Wer die Hauptstadt Caracas erkunden will, findet eine Vielzahl von
Hotels. Günstig gelegen in der Nähe des Zentrums ist das
Eurobuilding Caracas, das seinen Gästen auch einen Swimmingpool und ein Fitnesscenter bietet.

Die
Hotels in Merida sind eine gute Ausgangsbasis für Ausflüge in die Anden. Die
Hostería y Spa La Sevillana ist eine Oase in den Bergen und bietet Erholung in unberührter Natur. Die Wanderwege in der Umgebung laden zum Erkunden der einheimischen Flora und Fauna ein. Das hoteleigene Vitalispa bietet Entspannung mit individuellen Programmen. Wer den Nationalpark Canaima erkunden will, hat im
Camp Ucaima eine gute Übernachtungsmöglichkeit. Es befindet sich mitten im Dschungel und ist ein optimaler Startpunkt für Touren in die exotische Landschaft. Der schöne tropische Garten lädt nach den Ausflügen zum Relaxen ein. Die
Hacienda Bukare auf der Halbinsel Paria ist eine Kakao-Plantage und bietet ihren Gästen nicht nur komfortable Zimmer im traditionellen Stil, sondern auch die Besichtigung der Plantage und der Fabrik. Hier kann man den gesamten Prozess von der Kakaobohne bis zum Endprodukt verfolgen. Entspannung bietet ein kleiner Pool in einem schönen tropischen Garten. Für einen Strandurlaub gibt es eine Auswahl an
Hotels auf der Isla Margarita.
Venezuela im Internet
Die zahlreichen
Webtipps zu Venezuela sind eine hilfreiche Unterstützung bei der Reiseplanung. Hier sind noch spezielle
Webseiten zu Caracas und zu
Isla Margarita.