Bewertung von andreasloy im Detail
andreasloy
Augsburg, Deutschland91%
Die Stadt Wernigerode (234 m über NN) liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt, hat 35.000 Einwohner und gilt als bunte Stadt am Harz. Die Fachwerkstadt hat viel zu bieten, sowohl dem der sich für schöne Häuser, für Schlösser, für Wanderungen im Wald aber auch für Eisenbahnen interessiert. Wernigerode ist auch gut per Bahn zu erreichen - es gibt durchgehende Züge nach Hannover, Bad Harzburg, Halberstadt und Halle. In Wernigerode ist auch die Harzer Schmalspurbahn (HSB) zuhause, von hier gibt es durchgehende Züge zum Brocken und nach Drei Annen Hohne. Nach Nordhausen und zu den Zielen im Selketal muss in der Regel einmal umgestiegen werden.
MEIN RUNDGANG DURCH WERNIGERODE
begann gegen 14:30 Uhr am kleinsten Haus in der Kochstraße 43. Besichtigt habe ich das Haus nicht da vor mir eine Reisegruppe war, so hab ich wenigstens einen Euro gespart. Ich ging dann Richtung Marktplatz, stieg in die Bimmelbahn ein, fuhr zum Schloß und stieg dort aus. Danach gings mit der Bimmelbahn in den Wildpark Christianenthal und auf Schusters Rappen ging es zunächst in die Innenstadt - über Bohlweg, Hoffelderplatz, Promenade am Zillierbach entlang, Westernstraße zur Breiten Straße und von dort über Rathaus und Nikolaiplatz zurück zum Bahnhof, dessen Vorplatz mit Blumen und Bänken zum Verweilen einlädt. Das Zentrum der Stadt habe ich zwischen 16:00 und 17:30 Uhr besucht, es war Dienstag der 14. Juni 2005 und obwohl keine Hauptreisezeit war fand ich die Stadt von Touristen überlaufen. Da war im 28 km entfernten Bad Harzburg, wo ich mein Hotel hatte, weniger los. Wobei man zugeben muss, dass Wernigerode halt auch doch deutlich bekannter ist...
Ich hätte mir in Wernigerode gerne noch mehr angesehen, aber da es zu regnen begonnen hatte und meine Jacke schön im Hotel und mein Schirm zuhause war, entschied ich mich lieber nochmal wiederzukommen. Für nur einen Nachmittag (wie ich es ursprünglich vorgesehen hatte), eignet sich die Stadt eher weniger - da braucht es schon einen Tag. So, nun möchte ich aber noch genauer auf einige Sehenswürdigkeiten eingehen.
DIE WERNIGERÖDER BIMMELBAHN
fährt am Marktplatz und am Schloß ab, beim Wildpark Christianenthal ist keine offizielle Haltestelle - aber ich durfte trotzdem aussteigen. Verkehrszeiten sind von Mai bis Oktober von 09:30 - 17:50 Uhr alle 20 Minuten, letzte Rückfahrt am Schloß um 18:10 Uhr. Im Winterhalbjahr nur eingeschränkter Betrieb, von 10:30 - 16:30 Uhr alle 45 Minuten.
Während der holprigen Fahrt (ich wurde gut durchgeschüttelt) erklärt einem eine Stadtführerin die durchfahrene Stadt. Es gibt Hintergrundinfos zur Stadt, zum Schloß und zum Wildpark. Die Fahrt vom Marktplatz zum Schloß führt auch an einem Teil der noch erhaltenen Stadtmauer und den Wallanlagen entlang. Die dreiteilige gelbe Bahn hat witzige Türen, die Stahlstufe fährt nämlich automatisch raus wenn man die Tür aufmacht.
DAS SCHLOSS
Sollte man zunächst von aussen gesehen haben, es bietet sich von dort oben ein herrlicher Blick über die Stadt, aber auch zum Brocken. Rund um das Schloß sind schöne Fachwerkhäuser zu finden und ein netter Souvenirladen. Nett deswegen, weil einem hier Hexen begrüßen - große Hexen stehen am Eingang, kleine sitzen auf der Straße. Nebenan gibt es eine nette Schloßwetterstation - eine Tafel mit einem Stein. Ist er nass, regnet es. Ist er weiß, fällt Schnee. Steht er unter Wasser hat es eine Sturmflut, fällt er runter bebt die Erde und ist er weg - ist er geklaut ;-)
Das Schloß thront hoch über der Stadt und ist weithin sichtbar. Wer rund um das Schloß unterwegs ist sollte gut zu Fuß sein - es gibt überwiegend steile Wege, aber auch Treppen zu überwinden.
DER WILDPARK CHRISTIANENTHAL
befindet sich etwas unterhalb des Schlosses, 1,6 km von der Innenstadt entfernt. Er ist ganzjährig rund um die Uhr zugänglich und das bei freiem Eintritt. Tierfutter ist in der Gaststätte Christianenthal erhältlich. Am "Eingang" gibt es einen schönen Blick auf die grünen Harz-Wälder, einen Parkplatz, einen Teich wo sich Enten und Schwäne tummeln. Weiter Richtung Wald führt der Weg an Vogelvolieren und anderen Käfigen vorbei. Die Frettchen sieht man recht gut, eines davon ist sehr zutraulich und kommt her zum Gitter. Die Ziegen im Streichelzoo sind sehr lebhaft, vor allem wenn es ums Futter erbetteln geht. Da wackelt dann auch schon mal der Zaun. Ein paar Meter weiter gibt es ein großes Freigelände mit Rot- und Damwild. Das Luchs- und Waschbärgehege war dagegen verwaist, die Tiere sind sehr scheu und zeigen sich nur selten. Infotafeln an den Gehegen vermitteln weitere Informationen.
DAS RATHAUS
sieht sehr schön aus, errichtet wurde es einst als Spielhaus, erstmals erwähnt 1277. Die Marktfront bietet dem Betrachter eine Fülle von Details, so zieren Drachen als Wasserspeier beiderseits die Dachrinne. Natürlich nur bei Regen. Das Rathaus hat drei Türme und ist an vier Stellen mit Blumenanpflanzungen unter den Fenstern geschmückt. Es führen zwei Treppenaufgänge hinauf. Das Rathaus lässt sich am besten bei bewölktem Wetter fotografieren, da sonst Gegenlicht zu überlisten wäre. Schräg vom Rathaus findet der mit goldfarben bestückte Wohltäterbrunnen.
DIE BREITE STRASSE
ist im Abschnitt vom Marktplatz (Cafe Wien) bis zur Großen Bergstraße eine Fußgängerzone, dann eine Einbahnstraße. In ihr befinden sich zahlreiche schöne Fachwerkhäuser wie das Krummelsche Haus (Nr. 72), die Krellsche Schmiede (Nr. 95) und das Faulbaumsche Haus (Nr. 78). Gegenlicht-Probleme bestehen auf der Südseite mit den geraden Hausnummern, im Sommer eignet sich da am ehesten noch der späte Nachmittag zum Fotografieren.
DAS KLEINSTE HAUS
in der Kochstraße 43 füllte 1792 eine 2,95 Meter messende Lücke zwischen zwei Gebäuden. Die Fassadenhöhe liegt nur bei 4,50 Meter, der Schornstein des Hauses reicht nichtmal bis zu den Dachgiebeln der links und rechts stehenden Häuser. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bewohnte es der Oberpostschaffner Nettelmann mit seiner Frau und sieben (!) Kindern, noch bis 1976 lebte hier eine Frau die einen Flur, eine Kochecke, einen Raum im Erdgeschoss (1,66 x 4,30 Meter), einen hausbreiten Raum im OG und unter dem Dach eine kleine Schlafkammer zur Verfügung hatte.
Heute ist das Kleinste Haus ein Musuem, geöffnet von 10 - 16 Uhr, Eintritt 1 Euro. Personen über 1,60 Meter sollten den Kopf einziehen. Und das auch im Hinterkopf behalten, denn als ein Besucher rauskam sagte der "Aua, schon wieder" als er sich den Kopf an der Türe gestossen hatte.
DAS SCHIEFE HAUS
In der Klintgasse 5 hinter dem Rathaus gibt es nicht nur eine Blumenuhr (das altersschwache Uhrwerk wird aus Kostengründen nicht mehr gewartet) sondern auch ein schiefes Haus. Es ist leicht zur Seite geneigt, da die Grundmauern des Hauses ständig vom Mühlgraben umspült wurden. Dieser wurde 1902 mit Steinplatten abgedeckt und später verrohrt.
SHOPPING UND HOTELS
Rund um den Marktplatz und das Rathaus gibt es zahlreiche Läden, zum Beispiel einen Plus in der Nähe des Nikolaiplatzes. Einen LIDL soll es vom Hörensagen auch geben, außerdem gibt es viele kleine Geschäfte und in Rathausnähe eine Weltbild Plus Filliale. An der Ringstraße (mit zentraler Bushaltestelle) ist ein Einkaufszentrum, außerhalb des Zentrums mit dem Citybus erreichbar der Real-Markt.
Hotels gibt es wie Sand am Meer, auch direkt im Zentrum.
FAZIT
Es war trotz des bewölkten und später regnerischen Wetters ein schöner Nachmittag, ich werde sicherlich wieder kommen da ich noch nicht alles gesehen habe.
Die angehängten Fotos zeigen eine Auswahl von Wernigerode. Noch mehr Bilder gibt es auf meinem Fotoalbum unter https://fotoalbum.web.de/ gast/Andreas.Loy/Werniger ode
Andreas Loy
Kernstadt10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Anzahl Sehenswürdigkeiten
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Kindereignung