Bewertung von elfenblume im Detail
elfenblume(55)
Deutschland98%
Selbstverständlich habe ich in Wien auch den Stephansdom besichtigt, der von den Wienern selbst zärtlich Steffl genannt wird. Allerdings brauchte ich drei Anläufe bevor ich mir dieses beeindruckende Bauwerk auch von innen anschauen konnte.
Lage und Anfahrt
Wie berichtet, haben wir die Koffer nur im Hotel abgestellt und sind dann mit der U1 bis zum Karlsplatz gefahren, einfach deshalb, weil uns geraten wurde so schon einen ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen. In meinem Reiseführer gab es einen guten Stadtplan, sodass wir an der Staatsoper vorbei zu dem weithin sichtbaren Dom laufen konnten. Falls jemand nicht so viel Zeit hat, steigt einfach an der Haltestelle Stephansplatz aus. Die U3, die von Simmering bis Ottokring fährt, hält auch am Stephansplatz, der eindeutig das Herz der Stadt ist. Die größte Einkaufsstraße, die Kärntner Straße mündet hier in den belebten Platz, auch der Stock im Eisen Platz fügt sich hier nahtlos ein. Alle genannten Plätze und Straßen sind Fußgängerzonen, was das flanieren sehr angenehm macht. Viele Cafès und Restaurants haben rund um den Dom ihre Tische und Stühle vor die Türen gestellt, sodass jeder Besucher auch den Blick auf den Dom bei einem Großen oder Kleinen Braunen genießen kann.
Außenansicht
Der Südturm mit seiner filigranen Schönheit sticht natürlich sofort ins Auge., zumal er mit seinen 136 Metern wirklich nicht zu übersehen ist.. Eigentlich sollte der Nordturm auch diese Höhe erreichen, doch er wurde dann doch nur 68 Meter. Die Wiener finden das in Ordnung, denn ihrer Meinung nach kann man so ein schönes Bauwerk nur ein einziges Mal erstellen.
Ein Teil des Bauwerks ist eingerüstet und verhängt, ein anderer Teil ist offensichtlich schon fertig restauriert. Während die restaurierten Teile in frischen sandsteingelb erstrahlen , ist der Rest des Sacralbaus richtig schwarz. Es ist jetzt fast 18.00 Uhr und ich laufe an der Fassade zu dem geöffneten Portal. In dem romanischen Portal sind Figuren eingelassen, die verschiedene Heilige darstellen, auch Pflanzenranken kann man erkennen. Ich folge den anderen Touristen in das Innere der Kirche und weiche den herausströmenden Menschen möglichst aus. Der Innenraum ist schwach beleuchtet, doch erkenne ich deutlich, das ein hohes Eisengitter den Zugang in den Dom versperrt. Nur das erste Stück bis kurz vor die Bankreihen ist begehbar, sodass ich nur aus der Ferne den Altar sehen kann. Die reich dekorierten Säulen und die Kanzel kann ich aber schon erkennen.
Ich muss also am nächsten Tag noch einmal hierher kommen, denn ein Wienbesuch ohne Stephansdom ? Einfach undenkbar.
Der zweite Anlauf
Nachdem wir am nächsten Tag durch die halbe Stadt gewandert waren, machten wir uns am späten Nachmittag wieder auf den Weg zum Stephansplatz. In der Nähe hatten wir schon am Vortag ein nettes Restaurant entdeckt, das wir nach der Besichtigung des Doms auch wieder ansteuern wollten. Diesmal näherten wir uns von der anderen Seite, sodass wir den Nordturm im Blick hatten. In diesem Turm befindet sich die Pummerin genannte Glocke, die die drittgrößte Glocke Europas sein soll. Auch an dieser Seite beeindrucken die Dekorationselemente, die auf der Strraße davor noch von den Fiakern garniert werden, die hier auf Kundschaft warten. Orgelmusik hörte ich schon beim näher kommen und beim eintreten musste ich feststellen, das gerade eine Messe abgehalten wurde. Ordnungskräfte standen vor dem mir schon bekannten Gitter und fragten jeden, ob er an der Messe teilnehmen wollte. Nur die Leute, die diese Frage mit ja beantworteten, durften hinein. Erstens wollte ich nicht lügen und zweitens wollte ich auch filmen und fotografieren, also befragte ich den Wächter zu den Öffnungszeiten des kommenden Tages. Ich musste also noch einen dritten Anlauf nehmen, um den Dom endlich von innen zu sehen.
Dritter Besuch
Am nächsten Tag hatte ich endlich Glück, denn mir versperrte kein eisernes Gitter den Zugang. Doch, wo schaut man in diesem so reich dekorierten Gebäude zuerst hin, da fällt die Auswahl schwer. Die filigrane Kanzel zu meiner Linken zog mich magisch an. Ein spätgotisches Werk des Meisters seines Faches, Anton Pilgram, hat dieses Kunstwerk gemeißelt. Irgendwie wollte er wohl der Nachwelt zeigen, wer dieses Werk geschaffen hat, denn er hat sich gleich mit in dem Kunstwerk verewigt. Allerdings hat er die Hierarchie eingehalten, er schaut unten den Figuren der Kirchenväter aus einer Nische der Treppe heraus. Sicherheitshalber, vielleicht entdeckt ihn ja niemand, hat er sich noch an einer der Säulen, die die Orgel tragen verewigt, hier auch noch gleich mit Monogramm und der Jahreszahl 1513.
Bei dieser Vielfalt an Figuren, die sich an Säulen und Wänden tummeln, muss man schon genau schauen und auch einen guten Reiseführer in den Händen halten, denn sonst würde man diese Details nicht bemerken. Nur so findet man auch die Dienstbotenmadonna im südlichen Seitenschiff, sie soll einer Dienstmagd vor einer ungerechten Strafe bewahrt haben. Unglaublich ist die Zahl der Figuren an den Säulen, allein bei ihrer Betrachtung kann man viel Zeit verbringen. Dazwischen stehen immer wieder kleine Altäre, die von Gemälden und Leuchtern dekoriert sind. An der nördlichen Seite begegnet mir dann noch der Zahnwehherrgott, ein Relief aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts, das alle mit Zahnschmerzen strafte, die allzu oft spotteten. Allerdings, so die Sage, wurden sie hier auch davon befreit, wenn sie ihre Sünden einsahen. Über die weiß-braunen Fliesen laufe ich nun auf den Hochaltar zu, der doch schon barock anmutet. Dargestellt wird hier die Steinigung des Heiligen Stephan, dem Namenspatron des Bauwerks, um in herum gestaltete Tobias Pock andere Heilige.
Ein Schild neben wir verweist auf die Möglichkeit den Nordturm zu besteigen und die Pummerin mit eigenen Augen zu sehen. Ich hatte schon von außen gesehen, das einige Leute oben auf einer art Balkon oder Galerie standen und das in schwindelnder Höhe. Da ich nicht schwindelfrei bin, habe ich auf diesen Aufstieg verzichtet.
Auf dem Weg zum Ausgang entdeckte ich noch den Shop des Doms. Der Betreiber hat wirklich einen historischen Arbeitsplatz, denn auch hier ist der Bogen über dem Tor dekoriert, genauso wie das Gewölbe im Inneren. Erwerben kann man hier Postkarten und Bildbände des Doms und andere Andenken.
Stephansdom10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Architektur
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Ein Eintrittsgeld wurde nicht erhoben, für eine Dachbesichtigung und Führung muss man allerdings bezahlen.