Die Godesburg wurde 1210 unter Erzbischof Dietrich von Köln erbaut. Sie war zunächst eine Fliehburg, das ist eine nicht dauerhaft bewohnte burgähnliche Verteidigungsanlage, die der Bevölkerung bei Gefahr Unterschlupf bot. Daneben war sie kurfürstliche Residenz. Auf 122 Metern befindet sich die Spitze des Bergfrieds der heutigen Burgruine, von der aus ein Blick über das Rheintal möglich ist. Der Legende nach soll hier im 16. Jahrhundert ein Magier Scotto dem damaligen Kölner Erzbischof und Kurfürst Gebhard Truchsess von Waldburg einen Spiegel vorgehalten haben, in dem dieser die Freifrau Agnes von Mansfeld erblickte und sich sofort verliebte. 1582 heiratete er diese Frau, trat zum Protestantismus über und wurde vom Papst abgesetzt und exkommuniziert. Sein Nachfolger Herzog Ernst von Bayern zog daraufhin zur Godesburg und belagerte sie. Als die Kanonen nichts ausrichten konnten, wurden unter die Burg Stollen gegraben, über die man die halbe Burg in die Luft sprengte. Die Burg wurde nie wieder aufgebaut, aber der acht Stockwerke umfassende Bergfried ist noch heute erhalten. Ende 2003 wurde die Burg mit Restaurantbetrieb geöffnet und traditionsträchtige Mauern mit moderner Architektur sowie Licht- und Schattenspielen kombiniert. Die Godesburg liegt am Rheinischen Sagenweg.