Der 304 qkm große Parque Nacional Cerro Azul Meámbar liegt am östlichen Ufer des Yojoa-Sees. Er wurde im Jahr 1987 von der honduranischen Regierung zum Nationalpark erklärt. Ein Großteil des Parks befindet sich auf einer Höhe von rund 1.800 Metern. Das Terrain des Schutzgebiets wird von vielen Bächen und Wasserfällen geprägt und ist hauptsächlich von tropischem Regenwald mit einer großen Artenvielfalt bedeckt. Wissenschaftler haben auf einem Hektar rund 200 verschiedene Baum- und Straucharten gefunden. In diesem konstant von Wolken, Nebel und Nieselregen geprägten Gebiet bestehen ideale Bedingungen für das Wachstum von Epiphyten, Bromelien, Flechten und Moosen auf den Baumstämmen und Ästen der Bäume. In den tieferen Lagen herrscht Kiefernwald vor. Der Nationalpark ist ein Rückzugsgebiet für viele Tierarten. Neben 50 Säugetierarten und zahlreichen Reptilien findet man hier rund 170 Vogelarten, darunter auch den Quetzal. Brüllaffen, Klammeraffen, Nasenbären und Tukanen. Mit einigem Glück sieht man auch einen Jaguar, Ozelot oder den Tapir. Von der Hauptstraße zwischen San Pedro Sula und Tegucigalpa kann das Besucherzentrum Los Pinos in 20 Minuten über einen Schotterweg mit normalen Fahrzeugen erreicht werden. Hier befindet sich auch eine rustikale Unterkunft mit einfachen Betten, Duschen und Solarstrom. Das Besucherzentrum ist Ausgangspunkt der unterschiedlich langen und mehr oder weniger anspruchsvollen Wanderwege. Hier stehen auch einheimische Führer bereit, die Gäste zu den interessantesten Punkten des Schutzgebiets zu begleiten. Der Nationalpark ist für die umliegenden Gemeinden von großer Bedeutung bzgl. der Wasser- und Stromversorgung. Der Stausee El Cajon, der die Hälfte seines Wassers aus Azul Meambar erhält, gilt als größte Wasserkraft-Anlage des Landes.